Federfarbenfee

Von jung und angejahrt in Wort und Bild

Tag: Gitarre

Scarborough Fair

Mit “Moon River” werde ich noch ein wenig länger beschäftigt sein, bevor mir jene spezielle Instrumental Version, die ich mir da einbilde, flüssig von der Hand geht.

Einstweilen habe ich ein vergleichsweise simples Stück einstudiert: “Scarborough Fair”. Da es einfach zu spielen ist, bekomme ich hier auch parallel den Gesang gehandelt. Sobald die Zupferei komplizierter wird, bin ich sofort überfordert, was das Multistasking angeht. Ich muss die Liedbegleitung normalerweise echt erst im Schlaf (… höhö, davon hab ich schließlich reichlich ; – / …) beherrschen, bevor ich den Song auch parallel singen kann.

Mit “Scarborough Fair” hatte ich jetzt allerdings ein wesentlich schnelleres Erfolgserlebnis. Vorgestern habe ich damit angefangen und nun läuft es schon ganz ordentlich. Aber natürlich bin ich weder eine große Gitarristin, noch eine herausragende Sängerin. Das ist mir durchaus bewusst. Ich mache das aus reinem Spaß an der Freude und das Musizieren hilft mir gerade in solch schlaflosen Zeiten wie diesen sehr über emotionale Tiefs hinweg.

Da ich trotzdem stimmungsstechnisch nicht gerade auf der Höhe bin – stimmlich wahrscheinlich auch nicht : D – kann ich momentan allerdings noch schlechter als sonst mit irgendwelchen gehässigen Bemerkungen umgehen.

Daher bitte ich darum, auf etwaige Klugscheißerkommentare zu verzichten. Ich habe einen sehr guten Gitarrenlehrer. Der sagt mir schon, was ich falsch mache.

Ich stelle die Videos nicht ein, um Techniktipps von Laien oder meinethalben auch Semiprofis zu erhalten, sondern weil die Gitarre zu einem wichtigen Bestandteil in meinem Leben geworden ist und sich dieser Blog nun mal um mein Leben dreht. Wer darauf oder auf mein Spiel und meinen Gesang nicht klar kommt, muss sich das nicht antun.

In diesem Sinne: Alles klar? ; )

Dann wünsche ich jenen, die sich von diesem Vorwort nicht haben abschrecken lassen, mit meinem Video ein, zwei besinnliche Minuten.

Dies ist übrigens nicht die “Simon & Garfunkel”- Version. Aber mir gefällt der mittelalterliche Touch hier sehr.

Jeder altert anders …

“Darf ich mich zu dir setzen?”, fragt mich eine mir unbekannte, ältere Dame. Ich habe mich erst wenige Sekunden zuvor auf dieser Spielplatzbank niedergelassen. Es ist nicht die einzige Bank und auch nicht die einzige im Schatten. Außerdem habe ich gerade eine kleine Fahrradtour mit den Kindern hinter mir und eigentlich keine Lust auf Gesellschaft. Vielmehr habe ich mich darauf gefreut, einige Momente lang nichts reden zu müssen und die Seele baumeln lassen zu können.

“Ich setze mich auch ganz an den Rand, ok?” Offensichtlich hat sie mein Zögern bemerkt. “Und krank bin ich auch nicht.”

“Ja, ist schon in Ordnung”, erwidere ich und wende meinen Blick demonstrativ meinen Kindern zu, die direkt vor mir mit Sand und Wasser aus der Pumpe herummatschen. Innerlich wappne ich mich bereits. Ich weiß, dass ich um ein wenig Konversation nicht herumkommen werde.

In den vergangenen Monaten habe ich immer wieder erlebt, dass gerade die älteren Menschen, Risikogruppe hin oder her, besonders auf Ansprache und soziale Kontakte angewiesen sind und viel daraus ziehen. Einige haben mir sogar gesagt, dass sie lieber an Corona sterben als an Einsamkeit.

Diese Aussagen und das offenkundige Bedürfnis nach ein wenig menschlicher Nähe lassen mich nicht ungerührt und so habe ich mir die Zeit sogar gerne genommen. Aber an diesem Tag bin ich völlig durch. Zudem hat diese weißhaarige Lady etwas – gar nicht mal so subtil – Penetrantes an sich.

“Schön ruhig hier, gell?”, nimmt sie das ad dato recht einseitige Gespräch wieder auf.

Ja, bis eben schon, denke ich.

“Ja, das stimmt”, sage ich.

Ich war schon lange nicht mehr hier und hab mich eh gewundert, warum der Spielplatz derart ausgestorben ist.

(Ungefähr fünfzehn Minuten später wunderte mich dann allerdings gar nichts mehr … )

“Es ist sogar so ruhig, dass ich bei mir daheim nicht einmal mehr die Fenster und Türen schließe”, spricht sie weiter. “Wenn mich einer mitnehmen will, dann soll er nur.” Sie lacht krächzend.

“Wohnen Sie in dieser Siedlung?”, hake ich ein wenig alarmiert nach. Irgendetwas an ihrem Tonfall hat mich aufhorchen lassen. “Allein?”

“Ja, gleich da drüben.” Sie macht eine vage Handbewegung hinter sich. “Und ich bin schon ewig allein. Mein Mann ist tot.”

“Das ist bitter”, erwidere ich.

“Mhhh”. Sie nickt. “Aber ich bin ja an der Uni und da werde ich gebraucht.”

“Ok …” Ich runzle die Stirn und kapiere nada. Aber ich befürchte, dass entsprechende Nachfragen sie erst recht anstacheln werden.

“Bist du auch an der Uni?”, erkundigt sie sich.

“Schon lange nicht mehr.”

“Sind das deine Kinder?” Sie deutet auf das Eiliensche und das Ämmale.

“Ja.”

“Wie alt sind sie?”

“Fünf und sieben”, antworte ich geduldig.

“Sind die beiden an der Uni?”

“Nein, sie sind im Kindergarten und in der Schule.”

“Der Bub auch?”

“Welcher Bub?” Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, dass sie mich mit jedem zweiten Satz aus dem Konzept bringt.

“Na, der da!” Sie deutet auf das Ämmale.

“Das ist meine jüngere Tochter.”

“Ach so.”

Inzwischen hat sich noch ein weiteres Kind zu meinen beiden geselllt.

“Gehört das auch dir?”, fragt mich meine Banknachbarin prompt.

“Nein, das wird ein Mädchen aus der Siedlung sein.” Die Kleine lächelt mir zu. Ich lächle zurück. Aber ist da eventuell ein Funken Mitleid in ihrem Blick? Mitleid mit der weißhaarigen Lady? Oder Mitleid mit mir? Es scheint so, als würde sie die alte Frau kennen.

“Na schau, da hast jetzt noch eins gratis oben drauf”, kichert die Oma nun.

“Ich bin mit zweien schon ganz gut ausgelastet”, erkläre ich.

“Wie alt bist du?”, fragt sie mich nun unverblümt.

“Noch 43.”

“Echt? Ich hätte dich auf Anfang Dreißig geschätzt. Und so schöne schwarze Haare hast du. Ich wollte auch immer schwarze Haare. Nicht dieses dumme Blond.”

Sie klingt nicht so, als ob sie wirklich bedauern würde, dass sie einst blond war. Trotzdem sage ich:

“Jede Haarfarbe hat ihren Charme.”

Sie lächelt zufrieden.

“Wie viele Kinder hast du?”, fragt sie plötzlich.

“Na, die beiden dort.” Ich weise erneut in Richtung Ämmale und Eiliensche. Wirklich überrascht bin ich nicht, dass sie Anzeichen von Demenz zeigt. Aber trotzdem wirkt der Umstand, dass sie mutterseelenallein lebt, nun noch verstörender auf mich.

“Und keines mehr daheim?”, hakt sie nach.

“Nur meinen Mann”, schmunzle ich. Aber ich glaube, der kleine Witz ist nicht bis zu ihr durchgedrungen.

“Ach, das ist schön. Dass du noch einen Mann hast.” Sie seufzt. “Und, mögt ihr euch?”

“Ja, sehr. Sonst wären wir nicht verheiratet, schätze ich.”

“Sind das deine Kinder?” Wieder zeigt sie auf meine Mädels, die nun auch schon etwas irritiert dreinblicken.

“Ja.” Es macht wohl keinen Sinn, sie darauf hinzuweisen, dass sie mir diese Frage in den vergangenen Minuten schon mehrfach, wenn auch leicht variiert, gestellt hat.

“Wann bist du geboren?”

Nun bin ich es, die seufzt. Aber es erscheint mir zu unhöflich, nicht zu antworten.

“1976.”

“Ich weiß gar nicht, wann ich geboren bin. 1930 vielleicht. Kann das sein?”

“Ja, möglich ist es schon. Aber dann wären Sie 90.” Ich mustere sie. Meine Beunruhigung wächst von Minute zu Minute. Ist es wirklich rechtens, dass sie allein lebt? Und habe ich das Recht, mich da einzumischen?

Abgrenzung ahoi. Dabei habe ich echt genug eigene Probleme.

“Nein, um Gottes Willen! So alt bin ich auf keinen Fall.” Sie streicht sich mit einer beinahe eleganten Geste eine weiße Haarsträhne aus der Stirn.

Da sehe ich, dass etwas über ihren Kopf krabbelt.

“Darf ich? Sie haben da eine kleine Spinne im Haar.” Ich pflücke ihr das Tierchen aus dem Schopf.

“Ach, glaubst du, die tut mir noch was?” Sie lacht, aber es klingt traurig.

“Ist dein Mann auch schon tot?”, schiebt sie hinterher.

“Nein, zum Glück ist er gesund und munter.”

Ich überlege, ob ich jemanden fragen soll, ob er die alte Lady kennt. Aber wen? Hier ist keiner außer uns.

“Hast du Kinder?”

Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft sie mir die Frage mittlerweile gestellt hat.

“Ja.”

“Ich habe auch ein paar Kinder.” Sie strafft die Schultern. “Aber meine Tochter, die ist kein guter Mensch. Und eine totale Egoistin. Und sie hat als Kind schon total komisch ausgeschaut.”

Ich fühle mich befremdet. Wer redet so über sein eigenes Kind?

“Am liebsten würde ich sie erschlagen”, fügt sie noch hinzu und ich zucke zusammen.

Auch wenn sie nicht weiß, was sie da eigentlich daherredet, hat sie meine Sympathie soeben verloren.

Und ich nehme sukzessive Abstand von dem Gedanken, jemanden zu informieren.

Ja, auch ich bin wohl kein guter Mensch. Aber ich bin schlaflos und todmüde. Ich kann gerade nicht mehr. Und soll ich wirklich für jemanden, der so abfällig über sein Kind spricht, einmal mehr über meine eigenen Grenzen gehen?

“Weißt du, wie das im Krieg war?”, greift sie nun ein anderes Thema auf. “Wir hatten nichts mehr. Aber meine Mutter meinte, das hätte auch sein Gutes. Da mussten wir wenigstens nicht so viel schleppen.”

“Da haben Sie bestimmt viel mitgemacht”, antworte ich und überlege fieberhaft, wie ich mich am besten aus der Affäre ziehe. Gleichzeitig schreit mich mein Gewissen an, dass ich doch nicht einfach abhauen kann.

“Sind das deine?” Wieder deutet sie auf meine Töchter.

“Ja.”

“Zwei Mädchen. Das ist gut. Die können miteinander spielen. Ich habe einen Bub und eine Tochter. Die haben nicht miteinander gespielt. Aber meine Tochter ist eh ein Miststück. Sie besucht mich nicht einmal.”

“Das ist nicht schön”, gebe ich mich diplomatisch.

“Ich gehe nur einmal in der Woche etwas essen. Deshalb habe ich auch meine gute Figur behalten.”

“Hm.” Mir fällt nichts mehr ein.

Stattdessen informiere ich meine Kinder darüber, dass wir in fünf Minuten aufbrechen.

“Ich wünsche Ihnen alles Gute!”, verabschiede ich mich von der Frau.

“Dir auch! Und ruf mich mal an!”, antwortet sie. Und weckt damit erneut mein Mitgefühl.

Ich überquere den Spielplatz, auf dem sich inzwischen auch eine andere Familie tummelt, die offensichtlich aus der Siedlung stammt.

Ich postiere mich bei den Fahrrädern und verstaue unsere Sachen in der Seitentasche. Aus den Augenwinkeln beobachte ich, wie die alte Frau nun zielgerichtet besagte Familie ansteuert.

Diese hatte sich eben noch auf Deutsch unterhalten, switcht aber nun um zu Englisch.

Offenbar kennen sie die Lady. Diese lässt sich von eventuellen Sprachbarrieren nicht abschrecken und spricht die Mutter an. Es besteht kein Zweifel daran, dass sie sich nicht zum ersten Mal Kontakt haben und die abwehrende Körperhaltung der jüngeren Frau spricht Bände.

Ganz wohl ist mir nicht dabei, dass ich mich mit meinen Kindern aus dem Staub mache. Aber ich stopfe meinem schlechten Gewissen mit der Ausrede, dass ich nicht einmal aus diesem Ort bin und die alte Lady wohl den Anwohnern hier durchaus präsent ist, das Maul.

Ein paar Tage später wurde diese meine Vermutung von einer Freundin bestätigt. Die Oma ist dort wohl bekannt wie ein bunter Hund.

Ich hab zwar (noch) kein Alzheimer, aber trotzdem werde auch ich immer vegesslicher.

Als ich heute in der Radiologie gefragt werde, wann meine letzte Mammographie war, weiß ich es nicht mehr und an einen Überweisungsungsschein habe ich auch nicht gedacht. Wenigtens den Termin habe ich nicht versäumt – dem Handykalender sei Dank.

Aufgrund meines dichten Brustgewebes und diverser Fibroadenome, die sich heute allerdings als ordinäre Zysten entpuppten, werde ich halbjährlich zur Kontrolle einbestellt. Mal nur Ultraschall, mal Ultraschall plus Mammographie. Aufgrund von Corona ist ein Termin ausgefallen. Ich war also über ein Jahr nicht mehr zur Kontrolle und mir ist tatsächlich entfallen, wann die Brust zuletzt geröntgt wurde.

Als ich im Wartebereich das tue, was man in einem Wartebereich eben so tut, kommt irgendwann eine ältere Dame – ja zur Zeit ziehe ich betagte Ladys scheinbar magisch an – aus einem der Sprechzimmer. Sie setzt sich, wie sollte es auch anders sein, direkt auf den Stuhl neben mir. Und der ist natürlich keine 1,5m entfernt, obwohl überall in der Praxis mittels entsprechender Aushänge eindringlich auf das Abstandsgebot hingewiesen wird.

Gut, es gibt noch viel mehr Stühle. Wahrscheinlich geht das, im Übrigen sehr freundliche, Personal davon aus, dass die Patienten von sich aus einen Stuhl zwischen sich und Nebenmann auslassen.

Die Frau bemerkt meinen skeptischen Blick.

“Sitze ich zu nah?”, fragt sie mich prompt.

“Na, anderthalb Meter sind das nicht”, erwidere ich mit einem, meine harsche Bemerkung hoffentlich abmildernden, Lächeln. “Aber wissen Sie was? Ich rutsche einfach noch ein Stück nach links.”

Gesagt, getan.

“Sind Sie auch beim Herrn Dr. X?”, fragt sie mich.

“Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, bei wem ich bin”, antworte ich wahrheitsgemäß. “Die vergangenen Male war ich immer in der Schwesterpraxis im Nachbarort.” (Das Radiologiezentrum verfügt über drei Praxen.)

“Der Dr. X. hat mir gerade die Hand gegeben”, spricht sie nun weiter. “Wahrscheinlich hat er es einfach vergessen, dass man das nicht soll. Er ist schließlich auch schon Mitte Siebzig.”

Das kann ja heiter werden, denke ich.

Als ich nach der Mammographie, die von einer Arzthelferin vorgenommen wurde, barbusig im Sprechzimmer auf der Liege hocke, stelle ich mich mental bereits darauf ein, dass gleich ein Tattergreis in gebückter Haltung zur Tür hereinschlurft.

Stattdessen steht mir Augenblicke später ein Mann gegenüber, von dessen Spannkraft ich mir selbst noch eine dicke Scheibe abschneiden könnte. Die wachen, hellen Augen oberhalb der Maske blitzen. Außerdem – und ich weiß, das klingt jetzt sehr klischeehaft – strahlt seine ganze Haltung so viel Kompetenz und Erfahrung aus, dass ich mich auf Anhieb geborgen fühle. (Ich glaube, in dieser Hinsicht habe ich echt einen Knacks.)

Da ich meine Hände vorsorglich hinter mir und damit außerhalb seiner Reichweite platziert habe, fasst er mich zur Begrüßung an der Schulter. Aber Corona mal außen vor, werden bei einer Brustuntersuchung sowieso zwangsläufig noch viel intimere Stellen berührt als nur eine Schulter.

Im Grunde ist diese ganze aufgezwungene Distanz ohnehin wahnsinnig unnatürlich, wie auch meine “Vorgängerin” im Wartebereich konstatierte. Und ich bin sogar dankbar dafür, wenn sich der ein oder andere – sofern es in Sachen Zwischenmenschlichkeit und Vertrauensfindung angebracht ist – darüber hinwegsetzt.

Dass mir selbst das Abstandhalten allerdings inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen ist, merke ich aber u.a. daran, dass ich sogar auf der Liege versuche, ordentlich Luft zwischen uns zu lassen. Aber so geht das natürlich nicht.

“Rutschen Sie noch ein bisschen näher zu mir”, fordert mich der Arzt auf. “Noch näher. Und noch ein Stück. Ich beiße nicht.”

Da muss ich dann doch lachen. “Das glaube ich Ihnen. Sie machen wirklich einen sehr vertrauenserweckenden Eindruck.”

“Das freut mich.”

Grotesk ist das aber alles schon.

Und das Bild dazu: Oben ohne, aber mit Mundschutz.

Sei`s drum. Mein Ersteindruck wird während der Untersuchung mehrfach bestätigt. Man kann sagen, was man will: So viele Jahrzehnte Erfahrung machen sich halt doch bemerkbar.

Er äußert sich sehr lobend über die Kollegin, die mich das letzte Mal untersucht hatte und schafft es, sie in dem ein oder anderen Punkt geringfügig zu korrigieren, ohne sie dabei in einem schlechten Licht dastehen zu lassen.

Dass es sich bei den von ihr festgestellten Fibroadenomen um mit Flüssigkeit gefüllte Zysten handelt, die mir auch hin und wieder Schmerzen bereiten, macht unterm Strich auch keinen großen Unterschied. Dass er aber klipp und klar sagt, dass er in meinem Fall kein erhöhtes Brustkrebsrisiko sieht, schon.

Ich muss zugeben, ich hänge nicht nur an meinem Leben, sondern auch an meinen Brüsten.

Zum Gitarrenfoto, welches im Rahmen einer FB-Challenge entstanden ist: Mal abgesehen davon, dass auf dem Foto meine Nase glänzt und ich am Rocksaum scheinbar einen mysteriösen Fleck habe, der live und mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist, arbeite ich gerade an der Instrumentalversion von “Moon River”. Ich habe da ein sehr schönes klassisches Arrangement gefunden.

Auf Instagram, wo ich in der Story meine ersten Übungsversuche veröffentlichte, wurde ich gebeten, beizeiten auch die Audrey-Hepburn-Version mit Gesang zu performen, und ohne lange nachzudenken, sagte ich zu.

Aber ich klinge irgendwie schrecklich bei dem Lied und die Gitarrenbegleitung gefällt mir beim Original auch nicht so 100 pro. Sie ist irgendwie zu “dünn”, dabei aber gar nicht mal so easy und ganz anders als das von mir präferierte Klassikarrangement.

Naja, mal sehen.

In Sachen Zuckerfreiheit läuft es weiterhin gut. Auch wenn manches Küchenexperiment, wie z.B. diese zuckerfreien Gummibärchen, in die Hose geht. Optisch top, geschmacklich Flop. Ausgerechnet meinem Mann allerdings munden die Bärchen. Dabei mag er eigentlich gar keine Gummibärchen.

Der zuckerfreie Hefeteig dagegen ist wirklich eine Wucht. Er gelingt ein jedes Mal und schmeckt, gleich in welcher Variante, immer wunderbar.

Craving

Ich bin gerade am Gitarreüben. Da steckt mein Mann den Kopf durch die Tür:

“Du weißt schon, dass jetzt draußen die ganze Straße Hallelujah singt, oder?”

Er grinst von einem Ohr zum anderen und ich werfe mein Gitarren-Antirutschtuch nach ihm.

Zwar gesteht er mir sofort, dass er mal wieder zu scherzen beliebte, aber ich bin jetzt trotzdem total verunsichert. Zumal er mir schon Tags zuvor mitgeteilt hat, dass trotz  des Isolierbands, das ich am Fenster angebracht habe, “Zombie”, “Hymn” und “Morning has broken” im Hintergarten laut und deutlich zu vernehmen waren.

Vor Monaten haben wir das mal getestet. Da war draußen nichts zu hören. Also, entweder bin ich lauter geworden oder die Dämmung porös.

“Ach, Mensch”, antworte ich zerknirscht. “Jetzt trau ich mich überhaupt nicht mehr zu üben.”

Vor allem kann ich mich mit diesem Wissen im Hinterkopf kaum noch dazu überwinden, ein Stück hundertmal hintereinander zu spielen, bis es wirklich sitzt. Das will ich den Nachbarn, die via-à-vis auf dem Balkon chillen, wirklich nicht antun.

Heute mal im Gammellook. : D (Das ist ein T-Shirt von meinem Mann, das mir beim Waschen eingegangen ist. Pech für ihn, Glück für mich. : ))

Meine Kinder beweisen da wesentlich mehr Stilbewusstsein:

Ich mag Farben und schöne Bilder, aber an dem Buchdeckel von folgendem Ebook, das ich mir gestern gekauft habe, könnt ihr sehen, dass ich absolut kein Coverkäufer bin und dass ich auch vor höheren Preisen nicht zurückschrecke, sofern mich der Inhalt wirklich interessiert.

Mir ist das Gewese um die ganze Coverkiste sowieso suspekt. Und wie bei so vielen Menschen auch, gilt hier ebenfalls oft genug: Außen hui, innen pfui.

Dann doch lieber umgekehrt wie bei diesem Werk hier. Selten habe ich ein hässlicheres Cover gesehen. Und der Titel ist auch völlig behindert. Die Leseprobe war dafür recht ansprechend.

Mir geht es hierbei weniger um das Abnehmen als um die Einblicke in die Suchtmedizin und die dort angewandten Therapien. Dass ich zuckersüchtig und ein emotionaler Esser bin, dürfte ja inzwischen hinreichend bekannt sein.

Und ich bin immer wieder auf der Suche nach Methoden, mit denen ich meine alten Verhaltensmuster durchbrechen, die fehlgeschalteten Synapsen voneinander entkoppeln und mein Hirn umprogrammieren kann.

Nach wie vor kämpfe ich enorm gegen meinen Zuckerdrang. Es ist ein ewiges Auf und Ab und an guten Tagen ist es eher meiner Disziplin als einem erfolgreichen Entzug zu verdanken, dass ich “hart” geblieben bin.

Auch unabhängig vom Essen und vom Schlafen interessiert mich alles rund ums Hirn. Auch Themen wie die neurolinguistische Programmierung faszinieren mich. Mit letzterer habe ich mich schon als Jugendliche befasst, allerdings vor allem auf theoretischer Ebene. Hätte ich damals Nägel mit Köpfen gemacht, wäre ich jetzt wahrscheinlich schon wesentlich weiter.

Im Detail möchte ich euch damit an dieser Stelle nicht langweilen.

Das Buch liest sich unterhaltsam und gut verständlich. Allerdings kratzt es für meinen Geschmack bisher zu sehr an der Oberfläche. Da habe ich schon wesentlich fundiertere Bücher zu dieser Thematik gelesen. Aber ich stehe mit der Lektüre ja noch ziemlich am Anfang. Gerade geht es um emotionales und chemisches Craving. Das gute alte Dopamin hatte auch schon seinen Auftritt.

Sternenparty, Kindermund und Gitarre – das Übliche halt

Noch herrscht hier die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Schule und Kindergarten haben in unserem Landkreis morgen prophylaktisch geschlossen. Auch wenn ich die Naturgewalten liebe, hoffe ich, dass es nicht allzu heftig wird.

Gar nicht so wild wie erwartet, dafür aber sehr harmonisch ging es gestern auf der – Achtung Zungenbrecher – Sternengeburtstagsparty meiner jüngeren Tochter zu. Und mal wieder hat sich gezeigt, dass ich die ganzen Mühen im Vorfeld gelohnt haben. Gegen leuchtende Kinderaugen kann selbst der schönste Stern nicht anstinken … äh … anfunkeln.

Eigentlich wollte ich euch noch, ähnlich wie bei der Meerjungfrauenparty, mit ein paar Tipps beglücken, aber dafür bin ich jetzt irgendwie zu groggy.

Auf nachfolgendem Bild ist zumindest ein kleines Sammelsurium unserer Accessoires und Helferlein zu sehen:

Nun gibt es wie andernorts bereits angekündigt noch etwas auf die Augen und Ohren – nämlich das ungeschnittene Video, in dem ich das GoT-Theme in der Gitarrenlaienversion zum Besten gebe. Auf Insta musste ich das Filmchen ja am Anfang um ein paar Sekunden kappen, um nicht über eine Minute Gesamtspielzeit zu kommen.

Ihr hier müsst hoffentlich nicht erst warten, bis der “Vorhang” aufgeht. Auf Insta ist der Videoscreen zu Beginn nämlich aus unerfindlichen Gründen schwarz. Trotzdem stellen mich auch WordPress und meine Webseite vor Herausforderungen, die ich nicht auf dem Radar hatte. So war mir etwa nicht bewusst, dass ich das Video nicht über meine eigene Mediathek, sondern nurmehr über eine externe Plattform einbinden kann. Im Hinblick auf die Webseitenperformance ist das ja auch durchaus sinnvoll. Bei solch großen Dateien macht ein Server schon gern mal die Grätsche. Also habe ich das gute Stück jetzt auf YouTube als nicht gelistetes Video hochgeladen, um es hier einbetten zu können, ohne dort groß sichtbar zu werden. Habe nämlich kein Interesse daran, noch ein zusätzliches social-media-Fass aufzumachen.

Herrgott, es ist fast 01.00Uhr. Ich sollte endlich in die Falle.

Als kleines Betthupferl hier noch ein Kindermund, der ebenso wie mein Gitarrenspiel oben vom heutigen Tag stammt:

Ich komme gerade aus der Dusche. Mein Ämmale (5) befindet sich ebenfalls im Badezimmer und frisiert ihrer Puppe mit Hingabe die lila Haarpracht.

„Ich will ihr einen Zopf machen”, erklärt sie und schenkt mir diesen ganz besonderen Augenaufschlag, der einen sofortigen Handlungs- bzw. Hilfeimpuls bei mir auslösen soll. Diesmal allerdings nicht.

„Das schaffst du auch allein, oder? Ich bin tropfnass”, antworte ich.

„Ja, aber du holst mir dann schon einen runter, oder?”, fragt sie zurück.

„Was?”, rufe ich völlig perplex und überlege kurz, wie mein Mann es geschafft hat, sich als meine Tochter zu verkleiden.

„Na, einen Haargummi mein ich!”, schnauft sie und rollt mit den Augen.

Weihnachtliche Lieder und Geschichten

Heute mal wieder eine Buchvorstellung – diesmal im Doppelpack.

Von “Let’s play Guitar” habe ich schon drei weitere Bände. Die Reihe hat den Fokus auf der Liedbegleitung und ist für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet. Da vor allem mit Akkorden, Begleitrhythmen und Tabulatur gearbeitet wird, muss man nicht einmal Noten lesen können. ; )

Dieses Christmas-Songbook habe ich heute Vormittag erhalten und gleich losgespielt. : D Bei vielen Liedern hat man die Wahl, ob man sie lieber zupfen oder strummen möchte. Das finde ich super. Was mir allerdings weniger gefällt, ist, dass die meisten Zupfmuster schon extrem simpel gehalten sind. Wer also erwartet, hiermit komplexe Melodien spielen zu können, wird unweigerlich enttäuscht.

Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf der Begleitung!

Dafür können mit dem Buch auch Anfänger mit wenigen Monaten Gitarrenerfahrung sofort Erfolgserlebnisse verbuchen. Letztes Jahr um die Weihnachtszeit wäre dieses Buch daher ideal für mich gewesen. Ok, “Mary’s Boychild” z.B. hätte damals aufgrund des Barré noch nicht funktioniert (- inzwischen klappt das  -), aber die meisten gängigen Lieder wie z.B. “Stille Nacht”, “Jingle Bells” durchaus.

Trotzdem freue ich mich darüber, mit relativ wenig Aufwand ein paar Songs für Weihnachten vorbereiten und die dann gemeinsam mit der Familie trällern zu können. Und ich bin gespannt darauf, wie meine zweijährige Nichte wieder abgehen wird. Sie war letztes Mal ganz begeistert von meinem Geklampfe und hat dazu richtig enthusiastisch abgetanzt. : D 

Kaum, dass ich es gewagt habe, ein Päuschen einzulegen, rief sie sofort: “Weida spiele … weida spiele …” 

Yeah, ich hab einen Fan! : D

Das zweite Buch haben wir letzte Woche auf dem Weihnachtsmarkt erstanden. Es enthält all die schönen Weihnachtsklassiker, die ich schon als Kinder geliebt habe und ist bezaubernd illustriert. Dazu Kerzen und Plätzchen und die stimmungsvolle Vorlesestunde ist gesichert. 

PS: Ich werde leider nicht bezahlt für diese Werbung. ; )

PPS: Mal sehen, ob der WP-Reader mir nun wieder wohlgesonnen ist und meine Beiträge in den Feed einspeist.

“Wenn die Toten reden” – “Gothic Girl (Teil 3)” / Und ein wenig Alltagsblabla

Zwischen “In der Weihnachtsbäckerei” und “Mary`s Boychild” poste ich nun das vorletzte Kapitel meiner Gruselgeschichte.

Um kurz off topic zu bleiben: Es war eine meiner besten Entscheidungen überhaupt, mir im Sommer letzten Jahres und im fortgeschrittenen Alter von 42 Jahren einen langgehegten Traum zu erfüllen und das Gitarrespielen zu erlernen. Angefangen habe ich mit Lagerfeuergitarre und reiner Liedbegleitung. Inzwischen bin ich auch in der Lage, das ein oder andere etwas komplexere Stück zu zupfen und selbst Barré-Akkorde sind inzwischen kein Hexenwerk mehr.

Ich glaube, so viel Dopamin wie beim Gitarrespielen schütte ich nicht mal beim Schokoladefressen aus. : D Dieses Instrument ist Balsam für meine Seele – gerade nach den letzten beiden Nächten, die ich mal wieder fast komplett durchgemacht habe. Und auch den Kindern kommt es zugute, dass Mama jetzt wieder vermehrt mit ihnen musiziert.

So, nun aber folgt endlich der 3. Streich:

~♱ Gothic Girl (Teil 3) ♱~

Konnte Angst einen umbringen?

Wenn nicht, würden Sabine wohl stattdessen diese elendigen Kopfschmerzen dahinraffen. Die Intervalle zwischen den Attacken wurden immer kürzer. Trotz der Schmerztabletten.

Wahrscheinlich war sie so zugedröhnt mit Medikamenten, dass sie wie blöd halluzinierte. Gut möglich, dass das Mädchen sowieso nur in ihrer Phantasie existierte.
Und selbst, wenn nicht? Was konnte ihr dieses klapprige Gestell schon groß antun? Sabine ging doch eh schon durch die Hölle.

Sollte sie es nicht besser einfach aushalten? Dass sie gleich von einem Geist berührt würde?

Wegrennen war jedenfalls nur auf den ersten Blick eine verlockende Option. Das Mädchen würde keine Ruhe geben und sie Tag und Nacht weiterverfolgen. Und dafür musste es einen Grund geben. Aus reinem Spaß an der Freude machte sich der Gruftie hier sicher nicht die Mühe, Sabine zu schikanieren. Und wie sagte man so schön: Lieber ein Ende mit Schrecken statt ein Schrecken ohne Ende.

Trotzdem wich Sabine reflexartig zurück, als ein dürrer, leicht transparenter Zeigefinger sich anschickte, ihren Brustkorb zu durchbohren. Nur eine Sekunde später wurde ihr Herz in einen unsichtbaren Gefrierschrank gesperrt. Es krampfte sich schmerzhaft zusammen und Sabine war auf einmal furchtbar kalt. Sowohl ihre Körper- als auch die Umgebungstemperatur schienen plötzlich um mindestens zwanzig Grad gefallen zu sein. Und dank der grellen Blitze, die durch ihren Schädel zuckten, konnte sie außer gleißenden Lichtern, bunten Nachbildern und tiefer Schwärze in den kurzen Gewitterpausen nichts mehr sehen.

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