Federfarbenfee

Von jung und angejahrt in Wort und Bild

Tag: kindermund

Hier bitte SEO-optimierten Titel einfügen

Das Eiliensche macht Hausaufgaben. Ich sitze mit einem großen Kübel Blasentee daneben. Der extreme Schlafmangel schlägt mir mal wieder nicht nur auf’s Gemüt, sondern auch auf’s Immunsystem und an diesem ollen Zipperlein doktor ich ohnehin schon ewig rum.

Dass mein Mann und ich die Liege, die er gekauft hat, damit er mich Abends massierenderweise in die Tiefenentspannung geleiten kann, die letzten Tage zweckentfremdet und diversen, nicht jugendfreien Härtetests unterzogen haben, war jetzt blasentechnisch wahrscheinlich auch nicht so der Knaller.

Jedenfalls sinkt nun mein Kopf in meine am Tisch aufgestützten Arme und ich döse tatsächlich kurz weg. Direkt neben meinem fleißigen Eiliensche.

“Schläfst du, Mama?”, fragt sie mich leise und streichelt mir sanft über’s Haupt.

“Ja, meine Süße, ich bin wirklich gerade eingepennt”, lalle ich benebelt. “Da kannst du echt stolz auf dich sein, dass du es geschafft hast, mich so zu beruhigen.”

Das Eiliensche lächelt erfreut. Denn sie weiß sehr genau, dass es einem achten Weltwunder gleichkommt, wenn Mama einfach mal so einschläft. Wenn auch nur für zwei Minuten.

Eventuell lag es aber nicht nur an meinem wunderbaren Töchterlein, sondern auch an einer uralten Konditionierung aus (Hoch-)Schulzeiten, dass ich da eben am Tisch eingenickt bin. Ist mir in der Uni auch oft passiert. Sofern ich da mal zugegen war. In der Schule auch hin und wieder. Hausaufgaben habe ich selbst eher selten gemacht, aber das sagen wir dem Eiliensche natürlich nicht. 😉 Und ja, ich weiß: Ich bin kein gutes Vorbild. Weder in dieser, noch in zahlreichen anderen Hinsichten.

“Was soll das denn darstellen?”, erkundige ich mich und tippe auf die gelben Rechtecke, die in ihrem Arbeitsheft unterhalb der Zahl 4 aufgedruckt sind. “Brotdosen oder Federmäppchen?”

“Ach, Mama.” Das Eiliensche schüttelt nachsichtig schmunzelnd den Kopf. “Brotdosen haben doch keine Reißverschlüsse.”

Tja, da hat sie schon mal einen Vorgeschmack auf später bekommen. Diese meine trottelige Verpeiltheit wird sicher nicht besser mit den Jahren. Mein armes Kind.

Wenn ich mir jedoch so ansehe, wie achtsam meine Familie und das engste Umfeld mit meiner Dauerschlaflosigkeit umgeht, fühle ich dennoch tiefe Dankbarkeit.

***

Vorletzte Woche – erster Schultag:

“Und, was habt Ihr jetzt noch gemacht, im Klassenzimmer?”, fragen M. und ich neugierig.

“Wir haben uns angeschaut”, erwidert das Eiliensche.

***

Und weil’s gerade so schön ist, hier noch ein kleiner Auszug aus meinem Kindermund-Sammelbüchlein:

Wir bringen die Kinder ins Bett und wie jeden Abend müssen wir die kindsgroße Diddlmaus – ein Relikt aus M.s Jugendzeit – passieren. Schön geht anders als diese Maus mit Latzhose, die von einem versteckten Metallgestänge mehr schlecht als recht gestützt wird, aber ich respektiere den nostalgischen Wert dieses Kuschelmonsters, welches die Kinder natürlich lange Zeit dazu verlockt hat, mit ihm spielen zu wollen. Aber sogar meine Töchter wissen inzwischen, dass Papa fuchsteufelswild wird, wenn jemand seine olle Maus auch nur touchiert.

Leider ist das Ämmale heute schon im Müdigkeitsdelirium und rennt schlaftrunken gegen die Diddlmaus, die dem unbeabsichtigten Ansturm unseres Miniterminators selbstredend nicht standhält.

“Mama!”, ruft das Eiliensche aufgelöst. “Die Emma hat Papas Dildo umgeschmissen!”

***

Zum Titel: Gerade bin ich ja dabei, meinem endlich fertiggestellten Roman noch den letzten Feinschliff zu verpassen, bevor es alsbald ans Klinkenputzen geht. Parallel dazu habe ich testweise auf einem Texterportal ein paar Artikel verfasst. Doch nachdem ich an all meine Texte – von Blogeinträgen einmal abgesehen 😉 – einen ziemlich hohen Anspruch habe und nicht einfach nur Keywords, garniert mit ein paar Standardfloskeln, hinrotzen will, komme ich da auf einen Stundenlohn von ungefähr 3 EUR. Es freut mich zwar, dass ich die Erwartungen meiner bisherigen Auftraggeber deutlich übertreffen konnte und die Bearbeitung der Orders hat mir auch Spaß gemacht, aber wenn ich auf dieser Basis meinen künftigen Lebensunterhalt bestreiten möchte, schlittere ich geradewegs in den nächsten BurnOut.

Tagesnotizen #39: Eins auf die Zwölf

Mein Mann hat Chili geschnitten und sich danach versehentlich ins Auge gerieben. Nun sitzt er da und presst fluchend eine Hand auf die linke Gesichtshälfte.

“Kann ich dir helfen? Brauchst du was?”, frage ich ihn mitfühlend.

“Ja, ein neues Auge”, erwidert er unwirsch.

In dem Moment kommt das Eiliensche ins Zimmer spaziert und wirft erst ihrem Papa und dann mir einen bestürzten Blick zu.

“Hast du ihn geschlagen?”, fragt sie mich entsetzt.

Zuvor hat er übrigens vollmundig angekündigt, dass das Essen diesmal besonders scharf werde, weil besagte Chilischote auf der Schärfeskala eine 9 von 10 ist. Tja, davon hat er sich dann ja früher überzeugen können, als ihm lieb war.

An anderer Stelle wurde ich bereits dafür “gerügt”, dass ich ihm nicht einfach etwas zum Kühlen auf`s Gesicht gedrückt, sondern stattddessen dämliche Fragen gestellt habe und diesen Ratschlag werde ich natürlich nächstes Mal gerne beherzigen. Tja, ich hab auch keine Ahnung, warum er ausgerechnet mich gehässigen Psychokrüppel unbedingt heiraten wollte. 😀

Heute sind die 10 Wochen des Abspeckprogramms theoretisch beendet und nun sollte ich wohl irgendwas dazu sagen. Ein abschließendes Resümée abgeben. Aber praktisch habe ich das Ganze leider nicht einmal ansatzweise nach Plan durchgezogen. Und intelligenterweise habe ich mich gerade die letzten paar Tage quasi durchgehend kulinarischen Orgien hingegeben. Nachdem ich den auch im März obligatorischen Infekt hinter mich gebracht und endlich meinen Geruchssinn wieder zurückerlangt hatte.

Dennoch sind nochmal einige Zentimeter auf der Strecke geblieben. Das müsst ihr mir jetzt einfach glauben. Denn M. hat heute den Rest von der Höllen-Chili in einem belegten Pide verwurstet und mir charmant, wie er nun einmal ist, die extrascharfe Hälfte überlassen. Ich habe einiges an Alkohol gebraucht, um das Ganze hinunterzuspülen und bin jetzt zu besoffen, um mich zu vermessen. Und wiegen tu ich mich ja gerade eh nicht. Ist auch echt besser. Für mich und auch mein Umfeld.

Sorry, ich bin wirklich blau. Hätte ich mal den Titel vom letzten Mal für heute aufgespart …

Tagesnotizen #37: Alterserscheinungen

Niemand führt dir deine nachlassende Hirnleistung so plakativ vor Augen wie deine Kinder:

Heute morgen um 05.45Uhr krabbelt ein bettwarmes Ämmale (3) mit zerknautschtem Babygesicht und zerzaustem Blondhaar – Unverständliches brabbelnd – zu mir in die Koje und kuschelt sich in Embryohaltung in meinen Arm. Auch wenn ich am liebsten allein schlafe, genieße ich diese innigen Momente.

Zehn Minuten später fegt das Eiliensche (5) ins Zimmer, schmeißt die Festbeleuchtung an und hält mir einen grünen Gummiring unter die Nase:
“Mama, wie sieht nochmal der Karton aus, in dem die anderen Loops drin sind? Ich möchte gern ein Armband machen. Jetzt!”

Ich versuche mich zu erinnern:
“Rosa mit Glitzer?”

Das Loop-Fieber hat die Kinder seit einem Jahr nicht mehr gepackt.

“Quatsch”, vernehme ich da plötzlich ein glasklares, helles Stimmchen neben mir. Keine Spur mehr von Babyslang.
“Der Karton ist orange. Mit Sternen drauf.”

Wir schlurfen zusammen ins Erdgeschoss und ziehen die Verpackung aus dem Regal:
Sie ist tatsächlich orange. Mit Sternen drauf …

Tagesnotizen #33: Kindermund und neue Maße

Das Eiliensche und das Ämmale machen sich neuerdings einen Spaß daraus, bei Filmen in Windeseile die Rollen neu zu verteilen und jeweils den Part eines Hauptdarstellers selbst zu übernehmen.

Heute schauen wir uns aus einer nostalgischen Anwandlung heraus das alte Smooth Criminal Musikvideo an:

Michael Jackson betritt im weißen Anzug die Location. Sein Gesicht die fleischgewordene Coolness.

Der Finger des Ämmale (- gestern 3 geworden -) schießt nach vorne und durchbohrt fast Michaels Hut:
“Ich bin die da!”, kräht sie begeistert.

(Wir sind übrigens große Verehrer von Michael Jacksons Kunst. Und “Smooth Criminal” zählt noch immer zu unseren Favoriten, wobei mein liebstes Album “Dangerous” ist und daraus speziell die Songs “Give in to me” und “Who is it”. Auch wenn dies vielleicht nicht die populärsten und bekanntesten seiner Hits sind.)

Nachdem ich nun erfolgreich den Rest meiner Familie angesteckt habe, geht es mir etwas besser. 😉 Zumindest ist das Fieber schon mal weg.

Das Blutbild spiegelt meinen Kampf mit dem aktuellen Infekt wider, aber abgesehen von ein paar Werten mit unaussprechlichem Namen, aufgrund derer ich demnächst mal wieder beim Lungenfacharzt antanzen soll, ergaben sich zum Glück keine größeren Auffälligkeiten. Sobald ich wieder fit bin, wird mein Körper einem Komplett-Check unterzogen. Und um meinem Immunsystem ein wenig auf die Sprünge zu helfen, bekomme ich eine Aufbaukur per Infusion verpasst. Das obligatorische Antibiotikum habe ich natürlich auch erhalten, aber das brauche ich nicht. Und der Infekt ist wohl eh ein viraler. Meine Frage, warum ich allein im letzten Jahr 12mal krank war und mich quasi jeden Monat eine neue Erkältung ereilte, konnte ad dato nicht wirklich zufriedenstellend beantwortet werden.

Naja, immerhin ist einstweilen die Sonne in mein Gemüt zurückgekehrt. Bis zum nächsten Infekt. Haha.

Da derzeit allein schon der Gedanke an “Sport” zu anstrengend ist und ich auch ärztlicherseits dazu genötigt wurde, ein Weilchen zu pausieren, passt mir die stark proteinlastige Ernährung aus dem Programm erst recht nicht mehr ins Konzept. Also mache ich diesbezüglich doch wieder meinen eigenen Stiefel, ziehe die Challenge aber dennoch weiter durch. Auf meine Weise.

Nun habe ich ja gut drei von zehn Wochen hinter mir und als ich mich heute vermessen habe, war ich positiv angetan. Es haben sich wieder einige Zentimeter verabschiedet.

102 – 79 – 109

(Zum Vergleich die Startwerte vom 02.01.: 103 – 83 – 114)

Das sind meine aktuellen Maße. Muss man von Taille und Hintern nur noch 19 Zentimeter abziehen, dann bin ich zumindest wieder 60 – 90. Höhö. An der Brust dürfte dann allerdings nicht ganz so viel schrumpfen. Wir werden sehen.

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