Von jung und angejahrt in Wort und Bild

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Medizin gegen diffuse Traurigkeit und sinnlose Sinnfragen

Angesichts der schlimmen Geschehnisse dort draußen und des chronischen Durcheinanders in mir ertappe ich mich häufig dabei, wie ich mich wieder heillos in Sinnfragen verstricke. 

Trotz all des Glücks, das ich erfahre, erfasst mich dann eine diffuse Traurigkeit.

Hund und Gitarre sind aktuell die beste Medizin dagegen. 

Und die Menschen, die ich liebe.

Doch Menschen hegen Erwartungen. Erwartungen, die ich mich oft nicht zu erfüllen imstande sehe.

Immer ist da die Angst zu enttäuschen und zu verletzen. Weil ich eben so bin, wie ich bin. Und Menschen so sind, wie sie sind.

Gut möglich, dass gewisse Erwartungshaltungen nur in meinem durch den wenigen Schlaf und die unendlichen, nutzlosen Grübeleien völlig überhitzten Kopf existieren. Ein Wunder, dass die Festplatte noch nicht völlig durchgeschmort ist und ihren Dienst quittiert hat.

Aber im Grunde spielt es keine Rolle, was Einbildung ist und was Realität. Fakt ist, dass bereichernde soziale Momente nicht selten von meiner an Masochismus grenzenden Unsicherheit überschattet werden.

Darin, mir selbst im Wege zu stehen, bin ich Profi.

Und dann bin ich nicht bei mir und meinem Wohlbefinden, sondern bei dem des jeweils anderen. Die Konsequenz ist regelmäßig hausgemachte Überforderung.

Dies klingt nach selbstlosem Verhalten. Ist es aber nicht.

Viel wahrscheinlicher ist es sogar ziemlich egoistisch.

Wer sich selbst nicht so wichtig nimmt, der muss auch nicht unsicher sein. Dem kann egal sein, was die anderen (von einem) denken und erwarten und trägt auch nicht schwer an der imaginären Bürde, Mitmenschen den Tag zu versauen oder sie nachhaltig negativ zu beeinflussen. Denn man ist ja gar nicht wichtig genug, als dass man das könnte. Die Welt dreht sich trotzdem weiter.

Gitarre und Hund be- und verurteilen nicht.

Die Gitarre ist frei von Erwartungen und Bedürfnissen und der Hund liebt nahezu bedingungslos. Ganz gleich, ob man aus gesellschaftlicher Sicht der letzte Heuler oder der ultimative Bringer ist.

Ich denke, das sind maßgebliche Gründe, warum diese “Medikamente” bei mir rasch und nebenwirkungsfrei funktionieren.

Und dass ich zwar gemächliche, aber nichtsdestotrotz Fortschritte im Gitarrenspiel mache, setzt schon auch das ein oder andere Endorphin frei.

Ich fahre diesbezüglich nach wie vor zweigleisig – klassische Gitarre und Liedbegleitung – und ich habe auch nicht vor, das zu ändern.

Folgendes Video habe ich gestern aufgenommen. Obgleich ich die ein oder andere Note auf dem Weg verloren habe, ist die Entwicklung für mich deutlich erkennbar.

Zum Vergleich meine ersten Versuche vor gut einem Jahr:

Mein kleines “Videotagebuch” motiviert mich und vielleicht ermutigt es auch andere Amateure, die ihre Gitarre zwar lieben, aber bisweilen dennoch an ihr verzweifeln.

Dies ist einer der Hauptgründe, warum ich viele meiner Aufnahmen auf Instagram online stelle, auch wenn ich mir des Dilettantismus sehr bewusst bin.

Natur und viel Bewegung sind weitere potente Entschleuniger für das Gedankenkarussell. Ein alter Hut, ich weiß. Dennoch bin ich immer wieder erstaunt darüber, wie so etwas Simples so viel helfen kann.

Damit mich Bewegung aber auch besser schlafen lässt, müsste ich richtig, richtig viel laufen. Neulich waren es knapp 14km. Das bringt was. Unter 10km ist der Effekt zu vernachlässigen.

Ich kann es kaum erwarten, dass Chinook längere Strecken am Stück zurücklegen darf. Vielleicht fange ich ja doch noch mit dem Joggen an …

Zuckertechnisch läuft es die meiste Zeit über sehr gut. Zu behaupten, ich hätte die Zuckersucht im Griff, wage ich jedoch nicht. Insomnia zeigt sich davon leider so oder so gänzlich unbeeindruckt. Obwohl ich ja lange Zeit darauf hoffte, dass die Zuckerreduktion eine wesentliche Stellschraube sei.

Nichtsdestotrotz tut es mir gut, dass ich derzeit nicht mehr gezwungen bin, ein Pfund Schokolade pro Tag zu verdrücken. Das fühlt sich schon befreiend an und die gesundheitlichen Benefits stehen eh außer Frage.

Zum Abschluss noch eine kleine Bildergeschichte und ein Zitat aus meinem aktuellen Romanprojekt:

Ja, mein Psychothriller hat noch Puls. Ruhepuls zumindest.

Dieses Zitat habe ich nicht nur des Inhalts wegen, sondern auch aufgrund der heiklen Adjektivkonstruktion im Dativ nach dem Gedankenstrich gewählt. Mein Gefühl sagte mir, ich solle das erste Adjektiv schwach und das zweite stark beugen, aber sicher war ich mir dessen keinewegs.

Anscheinend ist das auch eine reichlich diffizile Angelegenheit.

Sehr interessant und hilfreich finde ich diesbezüglich folgenden Zwiebelfisch-Beitrag:


https://bastiansick.de/kolumnen/fragen-an-den-zwiebelfisch/nach-gutem-alten-brauch-oder-nach-gutem-altem-brauch/

Meine Seifenblasen frieren nicht

Feuerhimmel oder Höllenfeuer? Aber was hat dann der Kirchturm da verloren?

Bevor es einen mit Haut und Haar verschlingt, sollte man das Feuer in sich vielleicht eine Weile auf Sparflamme halten und es nicht noch zusätzlich anfachen. 

Wobei gerade kreative Kräfte sich oft im Rausch entfesseln.

Hinzu kommt, dass ich schon immer ein Mensch war, der sehr intensiv wahrnimmt. Intensiv schön oder intensiv schrecklich. Je nachdem. 

Allerdings ist mein Bedürfnis nach Ruhe, Gelassenheit und SCHLAF nun, da ich schon wieder geraume Zeit am Rande der Erschöpfung entlangtaumele, exorbitant.

Passion und innere Ruhe.

Für mich geht das leider nicht zusammen.

Zumindest nicht gleichzeitig. 

Höchstens abwechselnd. 

Rhythmisch.

Phasen der Anspannung werden von solchen der Entspannung abgelöst. 

So soll das sein.

Sympathikus und Parasympathikus als gleichwertige Gegenspieler. 

Lehrbuchmäßig.

Aber in mir ist inzwischen nur noch Aufruhr. Und gar keine Entspannung mehr.

Rastloses Getriebensein.

Sich Treibenlassen nur in einer dekadenten Form. 

Ich neige dazu, mich von dunklen Strudeln betören und mitreißen zu lassen. 

Wenn ich alltagstauglich und handlungsfähig bleiben will, sollte ich um diese Strudel tunlichst einen großen Bogen machen. Wenn ich jedoch in meine eigenen Abgründe schauen will … dann nicht. Und ich bin durchaus dankbar für diese Offenbarungen und tiefen Empfindungen.

Auch die Sinnfrage treibt mich an und um … aber wenn ich zu lange auf ihr herumkaue, zerfasere ich die potentielle Antwort bis hin zur Unkenntlichkeit und zum totalen Geschmacksverlust.

Ich hatte das als Jugendliche ganz extrem:  Dass ich alles und jedes nach seinem tieferen Sinn hinterfragt habe. Mit der Folge, dass alsbald meine Lebensfreude komplett auf der Strecke blieb.

Denn die Krux bei der ganzen Sinnsuche ist die, dass ausgerechnet jene Dinge und Aktivitäten, die rational betrachtet am wenigsten Sinn machen, einem zumindest kurzfristig oft die größte Freude und Erfüllung bescheren.

Womit wir auch beim Schreiben und beim Lesen wären. Die ständige Frage, ob das Lesen und Schreiben von Romanen Sinn macht, hat mich gerade seit Coronabeginn regelrecht blockiert. 

Zerstreuung und Unterhaltung erschienen mir nicht mehr als sinnvolle Motive. Ja, ja, ich weiß … gerade in solchen Zeiten giere der Mensch nach Ablenkung … nach Popcornkino … und Geschichten, in denen die Welt noch in Ordnung sei … blablablub.

Ich nicht.

Im Gegenteil. 

Friede, Freude, Eierkuchen, stereotype 0815-Illusionen, verklärte und verkitschte Kochrezeptgeschichten, Gut und Böse, schwarz und weiß, sowie moralinsaure, genormte Happy Ends – all das finde ich inzwischen unerträglich. 

Als jemand, der selbst schreibt, fällt es mir schwer, unvoreingenommen an Texte und Geschichten heranzugehen. 

Immer sehe ich den Autor dahinter, die Konstruktion statt des fertigen Gebäudes. 
Was nach Schema F errichtet wurde, fällt binnen kürzester Zeit in sich zusammen. In Plotholes plumpse ich sofort und ward dort auch auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Logikschwächen und leere Phrasen kicken mich im Nullkommanichts in eine andere Umlaufbahn.

Ja, ich weiß. Ich bin furchtbar. Und ich behaupte keineswegs, dass meine eigenen Geschichten nicht ebenfalls gespickt sind mit solchen unschönen Stolperfallen.

Aber wisst ihr was?

Mittlerweile gelingt es mir wieder immer öfter, mich von Geschichten gefangennehmen zu lassen. Und das wiederum motiviert mich auch selbst vermehrt zum Schreiben.

Theoretisch.

Praktisch fehlt mir die Muse.

Ihr Kinderlosen, bitte unterschätzt nicht die Anstrengungen, die Homeschooling und parallele Betreuung eines Nochkindergartenkindes mit sich bringen. 

Bei aller Liebe – und ihr wisst, die Liebe ist für mich etwas, das immer Sinn macht – auf Dauer ist das schon echt eine Herausforderung.

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass unser gemeinsames Mutter-Kind-Gemeinschaftsprojekt, Seifenblasen zu Eis werden zu lassen – eine Anregung seitens des Kindergartens – leider zum Scheitern verurteilt war. Dennoch hat es Spaß gemacht, Seifenblasen in den Schnee zu pusten. Und es ist so herrlich sinnbefreit. 

Wobei das daraus resultierende herzliche Kinderlachen wiederum unendlich sinnvoll ist.

Auch Stricken mag dem ein oder anderen als stupide und spießig erscheinen. Aber gerade diejenigen, welche das Spießertum aufs Schärfste verurteilen, sind oft selbst die größten Spießer.

Ich jedenfalls liebe das Klappern der Nadeln, die Haptik der Wolle, die schönen Farben, die meditative Monotonie und das Wissen, dass daraus etwas Eigenes entsteht, an dem ich mich hoffentlich lang (er)wärmen kann. Im Gegensatz zum Schreiben, reichen hier aber schon wenige Minuten aus, um voranzukommen.

Trotzdem ist für mich das Stricken weder das alte Schreiben noch das Schreiben das neue Stricken.

Nachtrag: Letzte Nacht habe ich trotz all des Feuers – im Moment wird es noch durch einen grippalen Infekt angeheizt, sehr gut geschlafen. Endlich mal wieder. Die Zeilen oben habe ich im Fieberdelirium verfasst. ; )

Inzwischen ist es aber abgeklungen.

Das Fieber.

Das Feuer ist noch da.

Selbstschutz: Auge um Auge versus Schlucken und Mauern hochziehen

In mir brodelt es derzeit gewaltig. Aus diversen Gründen. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Deckel in hohem Bogen vom Dampfkochtopf fliegt.

Und wieder einmal stehe ich in den unterschiedlichsten Lebensbereichen vor der uralten Frage:

Was ist besser in Sachen Selbstschutz?

Abgrenzen, Mauern hochziehen, sich gar nicht erst angreifbar machen und endlich ein LMAA-Gefühl entwickeln?

Oder sich weiterhin öffnen – für die Emotionen anderer und die eigenen, seine Verwundbarkeit mutig zeigen und sich auch wehren dürfen, wenn es angebracht ist?

Was gar nicht geht: Sich zu entblößen und dann noch auf sich herumkloppen zu lassen.

Das bin ich nicht. Ich hau zurück. Nicht sofort, aber gnadenlos, wenn eine gewisse Toleranzschwelle überschritten ist. Und ich merke deutlich, wie ich die Latte von Tag zu Tag, von Woche zu Woche niedriger lege.

Ich mag vielleicht auf den ersten Blick lieb und nett wirken. Aber meine Überfreundlichkeit ist antrainiert und allmählich habe ich keine Kraft mehr, diese Maskerade aufrecht zu erhalten. Außerdem finde ich es zum Kotzen, wenn ich meine eigene Authentizität in Frage stellen muss.

Gestern habe ich eine weitere 2-Sterne-Bewertung erhalten. In letzter Zeit hagelt es ja einige davon. Aber der aktuellen Kritikerin muss man zugute halten, dass sie tatsächlich eine Rezension verfasst hat und sogar eine recht ausführliche. Dafür zolle ich der Dame auf jeden Fall meinen Respekt. Feigheit muss sie sich definitiv nicht auf die Fahnen schreiben. Insofern ist sie mir schon mal lieber als die ganzen anonymen “One-Tapper”.

So, bei dieser Äußerung sollte ich es bewenden lassen und mich nun vornehm zurückhalten – als professionelle, coole und souveräne Autorin, die ich aber halt leider nicht bin.

Damit wären wir wieder beim “Auge-um-Auge”, “Zahn-um-Zahn”-Thema. Das Mädel attackiert. Ich soll schlucken. Mach ich schon hin und wieder, aber nicht diese Soße da. Tut mir herzlich leid.

Vielleicht werden potentielle Leser ja schlau aus diesem wirren Sammelsurium an völlig aus dem Kontext gerissenen Fragmenten. Die hohe Dichte an Rechtschreibfehlern tut ihr Übriges, um mich ein wenig ratlos zurückzulassen.

Was mich allerdings schon getroffen hat, war ihr Statement, dass Ava nicht authentisch ist. Wenn sie es nicht ist, bin ich es auch nicht. Denn gerade im zweiten Teil dieses Romans steckt unheimlich viel Persönliches drin. Aber vielleicht hat sie recht. Das sag ich völlig ohne Ironie. Insbesondere im Zusammenhang mit dem, was bei mir aktuell privat so alles abgeht. Diesen Kritikpunkt werde ich auf jeden Fall für mich als Denkanstoß nehmen. Danke dafür.

Ebenso werde ich über die Erwartungshaltungen nachdenken, die mein Cover und die Klappentexte scheinbar bei manchen Leuten wecken. Es sind ja schon einige sinnliche Szenen mit drin, die mit ihrem hohen Detailgrad hart an der Grenze der Pornographie entlangschrammen. Das gebe ich unumwunden zu. Dennoch ist das hier kein Erotikroman.

Wer gerne von milliardenschweren BDSM-Meistern liest, die kleine, mausgraue, schüchterne Subs knallen, ist hier falsch.

Und auch wer eine Liebesgeschichte nach dem üblichen Kochrezept erwartet, wird sicherlich enttäuscht werden. Eine Dreieckskonstellation in der Realität ist nun mal etwas ganz anderes als eine romantisierte Variante in einer 0815-Schnulze. Und mir war es wichtig, das alles so realitätsnah wie möglich abzubilden. Aber natürlich existieren auch hier, wie immer eben, verschiedene Wirklichkeiten. Jemand, der ganz anders tickt als Ava, für den werden wahrscheinlich ganz andere Szenarien wahr. Das mag schon sein.

Ein Mr. Trump schläft ja auch gut. Obwohl er sich in seinem Leben sicherlich weitaus mehr zu Schulden hat kommen lassen als ich kleiner Wicht bzw. unscheinbares Licht.

Und ich bin auch nicht dafür gemacht, in der Öffentlichkeit zu stehen. Weder in der analogen, noch in der digitalen Welt. Mit Anfeindungen jeglicher Couleur werde ich wohl nie adäquat umgehen können bzw. nicht so, wie man es von einer ernsthaften Schriftstellerin erwartet.

Und gerade zehrt und zerrt so viel an mir, dass mein Nervenkostüm dünner ist als Seidenpapier.

Das merkt sogar die Autokorrektur. Als ich vorgestern eine Auftragsbestätigung an den Gärtner mailte, der die Kronen unseres Kastanien- und Walnussbaums, die inzwischen bis weit auf die Straße und ins Nachbarsgrundstück hineinragen, einkürzen soll, schrieb diese schlaue KI tatsächlich “mit der Bitte um einen Terroranschlag” statt “mit der Bitte um einen Terminvorschlag”.

Und folgende Szene spricht auch für sich:

Vor ein paar Tagen fragte mich auf dem Kindergartenvorhof eine Bekannte, ob mir denn nun das Hanföl beim Schlafen helfe.

Gerade als ich zur Antwort ansetzte, kam eine andere Mutter mit ihrem Baby auf dem Arm hinzu. Ihre und meine jüngere Tochter sind befreundet und das begrüße ich auch sehr. Sie selbst kennt mich zwar aus der Vergangenheit, aber nicht meine Hintergründe und dunklen Seiten.

Normalerweise hätte ich mich nun aus Gründen der Rücksichtnahme gezügelt, aber diesmal konnte ich es einfach nicht:

“Nein, nicht einmal Cannabis hilft. Es ist immer der gleiche Dreck. Und irgendwann werde ich dran krepieren.”

Tja. Aber in dem Öl ist ja nicht mal THC drin, bzw. nur eine verschwindend geringe Menge. Wahrscheinlich bräuchte ich genau das, um runterkommen zu können. Ich werde aber deshalb sicher nicht mit dem Rauchen anfangen. Beizeiten werde ich da auf jeden Fall nochmal meine Schlafärztin konsultieren, ob es das Cannabis mit THC auch irgendwie legal auf Rezept gibt. Ich bin ja offen für alles.

Ein weitaus größerer Knackpunkt in Sachen Insomnia ist aber wie gesagt das Selbstschutzthema, schätze ich. Ich kreise so oft um die Gefühle und Erwartungshaltungen anderer, dass ich regelmäßig viel zu spät checke, dass ich mich selbst schon völlig ausgeliefert habe. Und ich schaffe es tatsächlich immer noch, mich darüber zu wundern, dass andere es mit der Empathie nicht so genau nehmen.

Jedenfalls werde ich jetzt auf dem Blog und in den sozialen Medien mal ein Päuschen einlegen. Mir tut das alles einfach nicht gut momentan. Und es lähmt mich beim Schreiben.

Ich denke, langfristig ist es besser, mich da als Person mehr und mehr zurückzuziehen und lieber meine Bücher sprechen zu lassen. Sobald da zumindest in der Außenwahrnehmung eine gewisse Entkopplung zwischen mir und meinen Geschichten vorhanden ist, werde ich mich vielleicht auch nicht mehr so verletzlich fühlen.

Bis bald! Gehabt euch wohl!

PS: Maskennähen macht echt Laune! : )

Ich schreibe trotzdem weiter …

Trauben und Ziegenkäse – keine innovative, aber köstliche Zusammenstellung.

Die vergangenen Tage waren leider wieder etwas zuckerlastiger. Wenn ich in Gesellschaft unterwegs bin, möchte ich ungern mit irgendwelchen Sonderwünschen aus der Reihe tanzen. Und selbst wenn die Giftspritzen tagsüber gering dosiert sind, verpasse ich mir dann Abends oft eine Überdosis. Dabei bin ich aber schon lange nicht mehr so eskaliert wie anno dazumal.

Trotzdem merke ich recht schnell, dass mir viel Zucker nicht gut tut, und ich reduziere meinen Konsum nach solchen Eskapaden mittlerweile tatsächlich intuitiv.

Was das Gewicht anbelangt, pendele ich immer um 1 bis 2kg rauf und runter. Beim Körperfettanteil hingegen kann ich nach all den Monaten intensiven Trainings signifikante Veränderungen feststellen. Der ist definitiv gesunken.

Mit dem Sport geht es mir wie mit der gesunden Ernährung. Ohne laufe ich nicht rund. Und ich gehöre tatsächlich zu der abartigen Kategorie Mensch, dem Sport Spaß macht. Außerdem hilft er mir sehr beim Stress- und Aggressionsabbau.

Etwa, wenn wieder mal ein Hater um die Ecke biegt und mir einen Stern reindrückt. So (erneut) geschehen vor ein paar Tagen. Bei meinem dritten Band.

Diesmal habe ich mich aber schon weniger aufgeregt als bei der Ein-Stern-One-Tap-Premiere. Trotzdem hat es verdammt weh getan, das muss ich zugeben. Ich weiß, ich sollte da drüber stehen, aber ich stehe generell nur selten über den Dingen.

Keine Ahnung, ob es sich um einen Wiederholungstäter bzw. jene Person handelt, der/die mich schon bei Teil 1 mit einem Stern “beglückt” hat. Dass es ein echter Leser ist, kann ich mir kaum vorstellen. Wer bereits Teil 1 und 2 durch hat, den erwarten in Bezug auf meine schreiberischen Qualitäten auch bei Teil 3 keine großen Überraschungen.

An dieser Stelle übrigens nochmal herzlichen Dank an all die wunderbaren Menschen, die sich aufrichtig in meine Geschichte verliebt und mir in Form von Rezensionen, Weiterempfehlungen und privaten Mails so viel unglaublich schönes und motivierendes Feedback dagelassen haben! Ihr seid es, für die ich schreibe!

Und ich möchte keinesfalls, dass das Aufmerksamkeitspendel nun dauerhaft zugunsten der paar Hanseln ausschlägt, die mich diskreditieren wollen. Das ist weder in meinem noch im Sinne meiner echten Leser.

Falls es sich um einen frustrierten Autoren”kollegen” handelt, der darauf abzielt, die Konkurrenz auszuschalten, dann sei ihm Folgendes gesagt:
Dieses erbärmliche und feige Gebaren disqualifiziert dich nicht nur menschlich, sondern auch als Schriftsteller. Wer so etwas nötig hat, der kann nicht schreiben. Punkt.

Investitier dein Geld lieber in ein gutes Buch, das dich wirklich anspricht und aus dem du noch lernen kannst. Den betreffenden Autor wird es freuen. Make love, no war!

Und vom Schreiben wird man mich eh nicht abhalten können. 

Apropos: Ich habe vor allem der Abwechslung und der Übung wegen nun nach langer Zeit doch mal wieder einen Texterauftrag angenommen. Es handelt sich um einen Artikel mit 1.500 Worten – ein recht stattlicher Umfang also. Und da man hier pro Wort bezahlt wird, sollte auch jedes einzelne sitzen. 

Zudem ist es mir ein Bedürfnis, dem Text trotz aller Sachlichkeit eine individuelle Note zu verpassen. Gerade vor dem Hintergrund, dass zu diesem Thema bereits unzählige Beiträge im Netz kursieren. Meine bisherigen Auftraggeber wussten es zu schätzen, dass ich versuche, mich mit meinen Texten vom Einheitsbrei abzusetzen und ich hoffe, dass das auch diesmal wieder der Fall sein wird. 

Diese Ansprüche, die ich da an mich stelle, kosten mich natürlich immens viel Zeit. Und selbst wenn ich die Recherchestunden völlig außen vor lasse, ist mein Stundenverdienst so niedrig, dass sogar der Mindestlohn im Vergleich dazu ein Spitzengehalt wäre.

Aber wie gesagt: Ich sehe das vor allem als exzellentes Schreibtraining und als Möglichkeit, vielleicht langfristig den ein oder anderen Stammkunden zu akquirieren. Da mein Auftragsvolumen ad dato verschwindend gering ist, werde ich mit meinen sporadischen Aktivitäten bei der Textbörse wohl etablierten Textern auch nicht den Markt kaputtmachen.

Anständige Preise kann halt nur der verlangen, der bereits über einen festen Kundenstamm und/oder entsprechende Referenzen verfügt. 

Doch der enorme Lerneffekt ist auch ein großer Gewinn. Gerade, weil hier wirklich jedes Wort auf die Goldwaage – und das nicht einmal im übertragenen Sinne – gelegt wird.

Außerdem picke ich mir ausschließlich Themen heraus, die mich interessieren. Daher stellt bereits die Recherchearbeit eine super Wissenserweiterung dar.

Nachtrag: Die Ein-Stern-Bewertung bei Band 3 wurde entfernt oder geändert. Jetzt bin ich platt. Im positivsten Sinne.

Psychothriller in Arbeit …

Wehe, einer moniert den fehlenden Konjunktiv im letzten Satz! Dem ramme ich stante pede genannten Gabelringschlüssel zwischen die Zähne. ; )

“Wäre” wäre grammatikalisch korrekter, ich weiß, aber das wäre … äh … ist mir zu lasch.

Und dies wird definitiv kein lascher Roman. Zwar macht meine Hauptprotagonistin zu Beginn nicht unbedingt eine(n) auf Superwoman: Sie ist geschieden, alleinerziehend, mitten in der Midlife Crisis, frustriert, essgestört und sich selbst ihr größter Feind.

Dies ändert sich jedoch, als sie online jemanden kennenlernt, der ihr eine unorthodoxe Methode vorschlägt, um ihre Zwänge und Süchte in den Griff zu bekommen. Fenja lässt sich darauf ein – und damit auch auf ein gefährliches Spiel, das bald einen weitaus höheren Einsatz fordert als ursprünglich angenommen. 

Als Titel hätte ich am liebsten FSK 40 gewählt, aber ich glaube, damit wäre ich rechtlich in die Bredouille gekommen. Daher habe ich zu Trick 17 gegriffen und den Titel noch ein wenig ausgeschmückt. ; )

Eine Weile habe ich auch hin und her überlegt, ob ich den Namen meines neuen Buchbabys, mit welchem ich allerdings noch eine Weile schwanger gehen werde – sagen wir mal, ich befinde mich aktuell im ersten Trimester –  überhaupt schon nennen soll.

Aber eigens der Geheimhaltung wegen wollte ich mir auch nicht irgendeinen depperten Arbeitstitel aus den Fingern saugen. Außerdem ist der Titel ja schon sehr speziell und für potentielle “Diebe” daher wohl eher uninteressant.  Sicherheitshalber habe ich trotzdem Titelschutz beantragt.

Die “Frau” im Titel ist nach dem ganzen Vorgeplänkel selbsterklärend. Allerdings schreibe ich bei diesem Buch auch teils aus männlicher Perspektive. Bei der “Zartherben Liebe” hatten sich das einige gewünscht, und hier werde ich dieser Bitte nun Folge leisten.

“Sucht” steht sowohl für “suchen” als auch für “die Sucht”.

“Krieg”: Was ist eine Geschichte ohne ordentliche Konflikte? Lasst euch überraschen!

“40”: Eh klar. : ) Buchverrückte unter 40 lesen auf eigene Gefahr. ; D

Heute war ja Schulbeginn in Bayern, und ich hoffe, dass ich es vor dem nächsten Lock Down (- der hoffentlich niemals kommen wird -) wenigstens noch ins zweite Trimester schaffe …

Neues Romanprojekt und Taschenbuch “Zartherbe Liebe” Band 3

Weitere Recherchearbeiten für meinen neuen Roman, der wohl am ehesten als Psychothriller mit romantischem Touch zu klassifizieren ist …

Auch vor einschlägigen Fachpublikationen mache ich nicht Halt. : D Denn wie immer stehen für mich neben fesselnder Unterhaltung Authentizität und psychologische Tiefe an erster Stelle.

Heute beginne ich mit dem Schreiben und mir ist schon richtig feierlich zumute. 🙂

Auch mit “Am Anfang war Lila” wird es wohl demnächst weitergehen, aber ich bin mir noch unschlüssig, in welcher Form ich diese Geschichte zukünftig veröffentlichen werde. Ad dato stehen da ja bereits an die 200 Seiten kostenlos als Blogroman auf meiner Webseite und auf Wattpad zur Verfügung. Wobei das Format “Blogroman” viel weniger gut funktioniert als das eBook auf Wattpad. Kann ich aber total verstehen. Ich finde Blogromane auch nicht gerade komfortabel zu lesen. Da dieser Dark Fantasy Roman zudem noch recht unausgegoren ist und weiterhin eine Dreiecksgeschichte als Nebenstrang beinhaltet, ein Thema, das ich in der “Zartherben Liebe” ja gesondert und für mich eigentlich auch abschließend behandelt habe, bin ich mir nicht sicher, ob ich “Lila” überhaupt irgendwann monetarisieren werde.

***

Noch eine kleine Info für alle, die auf das Taschenbuch zum dritten Teil meiner “Zartherben Liebe” warten: Gestern habe ich eine Email von BoD erhalten, die mir den derzeitigen Kapazitätsengpass dort bestätigt hat.

Ich selbst warte auch noch auf die von mir georderten Exemplare. Meine Bestellung ging direkt nach der Freigabe am 26.06. raus, aber noch ist kein Paketbote in Sicht.

Sobald die Bücher da sind, gebe ich nochmal Laut. Und ich werde es natürlich auch diesmal nicht versäumen, euch mit einem semiprofessionellen Buchfoto und einem Video über das grafische Innenleben zu beglücken. : D

Einen guten Wochenstart euch!

“Wenn die Toten reden” – “Gothic Girl (Teil 4)”

Zunächst wünsche ich euch allen natürlich einen angenehmen Start in die Adventszeit! Möge sich der Stress in den kommenden Wochen in Grenzen halten, auf dass wir alle die Vorweihnachtszeit auch ein wenig genießen können. 

Wir haben heute Nachmittag einen Christkindlmarkt mit Hexen- und Perchtentanz besucht. War sehr urig und schön. Und die Kinder haben erstaunlich viel Mut bewiesen. Das Eiliensche hat einer der Hexen sogar die Hand geschüttelt. : D

Hier nun last but not least der vierte Teil meiner kleinen Spukgeschichte:

~♱ Gothic Girl (Teil 4) ♱~

Sabine hatte schon lange nicht mehr das Gefühl, nach Hause zu kommen. Früher war es das mal gewesen – ein warmer Ort, der Sicherheit und Geborgenheit vermittelte.

Daheim wie heimelig.

Doch inzwischen hatte dieses Gebäude eher etwas von einem hundertfünfzig Quadratmeter großen Schrein.

Beklemmung breitete sich in ihr aus, als sie ihren Trenchcoat neben den Wollmantel ihrer Mutter hängte und ihre Stiefel neben deren klobige, orthopädische Schnürschuhe stellte.

Die abgestandene Luft verstärkte ihr Unbehagen. Sowohl das seelische als auch das körperliche. Der Mief hier katapultierte ihre Kopfschmerzen auf ein ganz neues Level.

„Mensch, Papa! Wann hast du denn zum letzten Mal gelüftet?“
Sie rannte ins Wohnzimmer und riss das Fenster auf. Dabei fiel ihr Blick auf das Nackenhörnchen und die Patchworkdecke auf dem Sofa. Und auf die Pantoffeln daneben. Es sah so aus, als hätte sich ihre Mutter gerade zu einem kleinen Nickerchen entschlossen. Nur lag da niemand auf der Couch. Zumindest niemand, den Sabine hätte sehen können.
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“Wenn die Toten reden” – “Gothic Girl (Teil 2)”

(Da diese Kurzgeschichte ein Vierteiler ist, muss ich mich beeilen mit dem Einstellen. Schließlich beginnt am Sonntag die stade Zeit und in meiner Geschichte geben ja nicht mal die Toten Ruhe. Da es sich hier um einen familienaffinen Blog handelt, wären spätestens ab dem ersten Advent eher weihnachtliche Erzählungen angebracht.)

PS: bezüglich des Weiterlesen-Tags wisst ihr ja jetzt Bescheid.)

~♱ Gothic Girl (Teil 2) ♱~

„Füße runter vom Armaturenbrett!”, keifte Sabine ihren Sohn an, obwohl sie wusste, dass ihr Verhalten unfair und, etwaige Sicherheitsbedenken einmal außen vor, ziemlich unangemessen war. Zum einen genoss sie es selbst, ihre Beine hochlegen zu können, wenn sie mal die Rolle der Beifahrerin innehatte – was leider schon ewig nicht mehr vorgekommen war. Und zum anderen verdiente es Max völlig unabhängig von diesem fadenscheinigen Anlass nicht, dass sie ihren ganzen Frust an ihm abließ.

Eigentlich brauchte sie sich nicht darüber wundern, dass er zu so einem ungehobelten Stinkstiefel mutiert war. Der Fünfzehnjährige war einfach nur der perfekte Spiegel seiner Mutter.

Davon ab hatte er sie sowieso nicht gehört. Dank der harten Metalklänge, die aus seinen InEars drangen und die aufgrund ihrer nerven- und trommelfellzerfetzenden Lautstärke auch für Sabine deutlich vernehmbar waren und so etwas Antiquiertes wie ein Autoradio völlig überflüssig machten. Doch trotz dieses positiven Aspekts war das Smartphonekonzert, welches mit Sabines eigenem Musikgeschmack nur bedingt konform ging, Gift für ihre Kopfschmerzen, die sie nun wieder seit einer guten Stunde malträtierten. Und von Minute zu Minute wurden sie unerträglicher.

„Ist doch alles Scheiße!”, murmelte sie und trommelte mit den Fingerspitzen entnervt auf dem Lenkrad herum. Wohl in der aberwitzigen Hoffnung, damit das Gehämmere in ihrem Schädelinneren und das Gewummere aus Max’s Kopfhörern zu übertönen.
Sie hatte bereits 1.200mg Ibuprofen intus. Und der Tag war noch jung. Eigentlich sollte sie sich die verbleibenden Tabletten einteilen. Nicht nur, weil sich schon jetzt ein flaues Gefühl in ihrem Magen breitmachte – eine bekannte Nebenwirkung dieses Schmerzpräparats.

Aber sie hielt es einfach nicht mehr aus.
Ein wenig unsanft zog sie ihrem Sohn den Stöpsel aus dem linken Ohr.
„Was ist?”, murrte er nicht gerade entgegenkommend.
Oh ja, sie waren schon ein echtes Dreamteam.
„Kannst du bitte deine Mucke um ein paar Dezibel runterdrehen und mir meine Tabletten aus dem Handschuhfach holen? Da hast du gerade deine Füße drauf geparkt. Bitte. Danke.”
„Geht klar”, sagte er und nahm tatsächlich die Beine von der Ablage. Er war sogar so umsichtig, die Ibu aus dem Blister zu pulen und Sabine seine Wasserflasche anzubieten, die er neben sich im Seitenfach verstaut hatte. Völlig perplex angesichts dieser Gentlemanallüren sah Sabine großzügig darüber hinweg, dass Max seine Musik nicht wirklich leiser stellte. Alles schien sie in Sachen Erziehung wohl doch nicht verkehrt gemacht zu haben.

Zum Glück dauerte es nicht lange, bis das Medikament Wirkung zeigte, auch wenn diese voraussichtlich nicht ewig anhalten würde. Aber vielleicht zumindest solange, bis sie sie diese Nebelwand hinter sich gelassen hatten.
Während Sabine angestrengt durch die Gläser ihrer Brille, die sie glücklicherweise nur zum Autofahren benötigte und durch die Windschutzscheibe in die wabernden, grauen Schwaden starrte, die leider eher dichter statt lichter wurden, wanderten ihre Gedanken wieder zurück zu dem Mädchen aus dem Traum.

Wäre das hier ein Film, würde es sich bei dieser punkigen Gruselpuppe garantiert um irgendein Mobbingopfer handeln, das nun, nach seinem gewaltsam herbeigeführten Ableben, Rache an seinen Peinigern übte. Aber einerseits war Sabine gar nicht sicher, dass das Mädchen wirklich tot war und andererseits war sie in ihrer Jugend selbst diejenige gewesen, die von hippen Cliquen-Girlies bis über die Schmerzgrenze hinaus gemobbt wurde. Abgesehen von den üblichen Bitch Fights unter Mädchen konnte sie sich nicht daran erinnern, ein anderes Mädchen auch nur gepiesackt zu haben. Eher hatte sie sich mit den „Ausgestoßenen” solidarisiert.

„Mensch, Mama, pass doch auf!” Max griff ihr hektisch ins Lenkrad. Dass er gar so kieksig klang, lag offensichtlich nicht nur daran, dass er sich im Stimmbruch befand. Sie waren gerade haarscharf an der Leitplanke vorbeigeschrammt.
Sabine fiepte erschrocken.
„Was ist los mit dir? Sekundenschlaf?”, fragte Max. Er musterte seine Mutter besorgt und für einen Moment kam sie sich vor, als sei sie das Kind und er der Erwachsene.
„Nein, nur der blöde Nebel. Ist alles so verschwommen.”
„Und du bist total benommen”, erwiderte Max und lachte kurz über sein Wortspiel. Aber er sah nicht wirklich amüsiert aus. Eher so, als würde er darüber nachdenken, ob seine Mutter noch alle Tassen im Schrank hatte. „Wir sind doch schon längst raus aus dem Nebel. … Ok, die Windschutzscheibe ist etwas beschlagen. Meinst du das mit ‚verschwommen’?” Er löste zögerlich seine Hand vom Steuer und wischte mit dem Saum seines Sweatshirts über das Glas. „Wird echt Zeit, dass ich den Führerschein mache.”

Leider mussten er und Sabine sich da noch ein paar Jährchen gedulden, auch wenn sie Max auf den Feldwegen am Ortsrand schon seit mehreren Monaten Fahrunterricht gab. Die Bauern juckte das nicht groß. Deren Sprösslinge heizten schon mit Dreizehn auf dem Quad oder dem Traktor durch die Gegend.

„Ja, ich kann’s auch kaum erwarten, selbst wieder die Beine hochzulegen”, erwiderte Sabine und Max grinste. Scheinbar ging er davon aus, dass Sabine wieder die Alte war.
Doch Max bot sich hinter der inzwischen blitzblanken Windschutzscheibe offensichtlich eine andere Welt als ihr. Sie konnte in der Nebelsuppe gerade so die Fahrbahnbegrenzung und ungefähr fünf Meter vom Mittelstreifen erkennen. Aber das sagte sie Max lieber nicht. Was würde es schon bringen, wenn sie ihn erneut beunruhigte? Hier, auf der Autobahn konnte sie ihn kaum ans Steuer lassen und sie hatten es ja auch nicht mehr weit. Gesetzt den Fall, diese Straße würde sie wirklich zum Friedhof führen und nicht geradewegs in die Hölle. Irgendwie war es schon höchst eigenartig, dass sich ihre Wahrnehmung gerade so sehr von der ihres Sohnes unterschied.

Sie schüttelte sich kurz, in der Hoffnung, damit die klammen Finger, mit denen die aufkeimende Panik tückisch langsam ihren Rücken emporkroch, loszuwerden. Max stöpselte derweilen wieder seine Kopfhörer in die Ohren. Sabine hätte nie gedacht, dass Heavy Metal sie beruhigen könnte. Aber tatsächlich erdeten sie die harten Beats. Sie vermittelten ihr ein Gefühl von Normalität und Geborgenheit.

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Gruselige Kurzgeschichten: “Wenn die Toten reden” – “Gothic Girl (Teil 1)”

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Derzeit bin ich ja schwer damit beschäftigt, meine Liebesroman-Trilogie unter Dach und Fach zu bringen. Daher fehlt mir aktuell einfach die Zeit und der Nerv, in die komplexe Welt von “Am Anfang war Lila” einzutauchen. Dieser, mein eigentlicher Romanerstling ist sowohl auf dem Blog als auch auf Wattpad in den Dornröschenschlaf gefallen, als meine zartherbe Liebesgeschichte allmählich (eine monströse) Gestalt angenommen hat. Und auch wenn “Am Anfang war Lila” sich danach sehnt, endlich fortgesetzt zu werden, muss es leider solange warten, bis der (Ex-)Schmelz eingetütet ist und meine Gedanken “lilatechnisch” wieder freie Bahn haben.

Einstweilen können jedoch ein paar Aufwärmübungen für meinen Gruselschreibmuskel nicht schaden. Und so habe ich auf Wattpad vor Kurzem mit diesem kleinen (?) Experiment angefangen. Da sich vielleicht auch unter meinen Bloglesern der ein oder anderen Liebhaber von Schauerliteratur findet, dachte ich mir: Warum dieses Projekt nicht auch hier veröffentlichen? Wer sich allerdings so gar nicht gruseln mag,  darf das Titelbild als Stoppschild verstehen. Immer wenn dieses ominöse Design da auftaucht, verbirgt sich dahinter ein Teil meiner spooky Short Stories.

Kleines Vorwort

Gute Geistergeschichten, die auf subtilen Grusel statt auf rollende Köpfe setzen, sind rar. Findet ihr nicht auch?

Vielleicht geht es euch ja ähnlich wie mir und ihr langweilt euch ebenfalls zu Tode (- dieser Umstand ist wahrscheinlich der eigentliche Horror an der Splatterliteratur -), wenn literweise Blut spritzt, Extremitäten durch die Gegend fliegen und zu allem Überfluss auch noch irgendwelche schleimigen Monster den Protagonisten auf sehr plumpe Art und Weise nach dem Leben trachten.

Zu meinem Leidwesen habe ich festgestellt, dass ich in Sachen “Psycho-Horror” weniger hartgesotten bin, seit ich Kinder habe. Aber dennoch kann ich nicht leugnen, dass hier eine meiner ursprünglichsten Domänen liegt. Die ersten Geschichten, die ich selbst ersonnen und meinem Publikum, damals bestehend aus einer Schar gleichaltriger Kindergartenfreunde, erzählt habe, waren solche, die uns alle (mich eingeschlossen) das Fürchten lehrten.

Und welche Jahreszeit, wenn nicht die dunkle, die nun mit dem November eingeläutet wurde, eignet sich besser, um dieses Faible für das Morbide wieder zu erwecken?
Zudem muss ich gestehen, dass mir der (Ex-)Schmelz in Sachen Liebesroman eine solche Überdosis verpasst hat, dass ich in literarischer Hinsicht jetzt interimsmäßig  dringend ein Kontrastprogramm benötige. Es verhält sich da wie mit der Schwarzwälder Kirschtorte, die ich für meinen Mann und mich zum Geburtstag gebacken habe: Da wir Geburtstage aus Prinzip nicht feiern und es folglich keine geladenen Gäste gab, mussten wir die Torte ganz alleine aufessen. Die ersten Stücke schmeckten noch himmlisch, aber spätestens das sechste Torteneck innerhalb von drei Tagen (die Kirschsahne hält sich nicht ewig im Kühlschrank), kam eher einer Strafe gleich. Und jetzt kann ich erstmal keine Torte mehr sehen. Weder Schwarzwälder, noch sonst irgendeine.

Gehen wir nun also vom Raum mit dem rosaroten Herzchendekor hinüber in jenes andere Zimmer, in dessen dunklen Ecken mysteriöse Schatten lauern, wo der Putz von den Wänden bröckelt und der alte Schaukelstuhl sich scheinbar von allein knarzend vor- und zurückbewegt.

~♱ Gothic Girl (Teil 1) ♱~

Sie war wieder da. Dort hinten an der Wand. Unbeweglich wie eine leblose Statue. Verborgen hinter all den gesichtslosen Menschen, die an ihr vorbeiströmten und die keinerlei Notiz von ihr nahmen.

Auch Sabine hatte das Mädchen zuerst nur für eine weitere, unbedeutende Statistin in ihren Träumen gehalten. Obwohl das, was man landläufig als siebten Sinn bezeichnete, schon Alarm geschlagen hatte, lange bevor Sabine in der Lage gewesen war, die beklemmende Präsenz dieses weiblichen Gruftis bewusst wahrzunehmen.

(Ich muss an dieser Stelle einen “Weiterlesen”-Tag einfügen, da ansonsten die Übersichtlichkeit auf meiner Website doch arg leidet. Wer im Reader mitliest, möge doch bitte kurz auf das Erdkugelsymbol hüpfen. Da solltet ihr das komplette Kapitel sehen können.)
Weiterlesen

Status quo Roman und Co.

Heute hat ja die Frankfurter Buchmesse ihre Pforten eröffnet – der denkbar ungünstigste Zeitpunkt, um Agenturen und Verlage mit unaufgeforderten Manuskripteinsendungen zu beglücken. Daher werde ich mich da wohl auch noch ein paar Wochen zurückhalten. Einstweilen versuche ich aber, meinem Exposé den letzten Feinschliff zu verpassen. Wie für so viele andere Schreiberlinge auch, gehören Inhaltszusammenfassungen nicht gerade zu meinen Lieblingsaufgaben. Insbesondere dann nicht, wenn es darum geht, 290.000 Worte auf ungefähr 1.000 einzudampfen.

Wie potentielle Verlage auf meine Wattpadveröffentlichung reagieren, sofern sie mich nicht ohnehin gleich komplett ignorieren, muss man sehen. So oder so bereue ich es kein Stück, dass ich meinen Roman dort online gestellt habe. Es war eine meiner besten Entscheidungen überhaupt. Der Glaube meiner Leser hat oft Brücken über meine ureigenen Abgründe geschlagen, in denen vor allem Selbstzweifel, totgetrampelte Illusionen und ganz viel “vernünftige” Gedanken lauerten. Mehr noch: Manch begeistertes Leserfeedback ließ mich auf weichen Wattewolken über diesen sumpfigen Seelenmorast segeln. Und von so weit oben aus betrachtet, hat er direkt seinen lähmenden Schrecken verloren.

Auch wenn mein Roman mit zahllosen Klischées spielt, ist die eigentliche Geschichte sicher tiefsinniger als man zunächst vielleicht vermuten mag. Wer mich kennt, weiß, dass ich mich niemals damit zufriedengeben würde, nur an der Oberfläche des Schmalzmeeres herumzuschippern. Gleich, ob der Titel und der Klappentext meines fraglos trivialen Romandebüts dies suggerieren. Auf Wattpad hat sich an diesem Punkt in der Leserschaft die Spreu vom Weizen getrennt. Gerade diejenigen, die sich selbst nicht zum Opfer oberflächlichen Schubladendenkens machen, waren bereit dazu, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Und es erfüllt mich mit Stolz, dass es zumeist nicht bei einer flüchtigen Stippvisite geblieben ist. Ein Gros der Leserschaft ist mir tatsächlich bis zum Schluss erhalten geblieben und dabei handelt es sich durchwegs um Menschen, die nicht nur geradeaus denken, sondern die sich auch gerne von den verschlungenen Nebenpfaden fernab der Hauptstrecke verführen lassen und deren Feedback aus mehr als nur “Awwwww, wie süß/schön/herzallerliebst” besteht.

Roman Wattpad

Doch warum erwähne ich das alles? Nun, wenn ich mich so auf dem Buchmarkt umschaue, beschleicht mich das unangenehme Gefühl, dass mein Roman trotz all seiner vordergründigen Klischees nicht in das Schema passt, das derzeit von Verlagen präferiert wird. Oft scheint es vor allem auf einen fetzigen Titel und einen reißerischen Aufhänger anzukommen, welcher sich am besten an bewährten Kochrezepten orientiert. Ob sich in der schillernden Seifenblase dann wirklich eine packende Story oder nur heiße Luft verbirgt, ist offensichtlich weniger relevant. Wie oft schon habe ich Bücher nach den ersten paar Seiten enttäuscht wieder zugeschlagen? Die Geschichten, die mich anhaltend zu fesseln vermögen, sind inzwischen rar gesät.

Jedenfalls bin ich mir nicht sicher, ob ich über kurz oder lang wirklich mit einem Verlagshaus auf einen grünen Zweig kommen kann. Sofern der sicher nur mäßig motivierte Lektor, der mein Manuskript in die Finger bekommt, nicht schon allein aufgrund des Umfangs die Beine in die Hand nimmt oder das Ding direkt in die Akte P verschiebt. Inzwischen bin ich daher allen Ernstes am Überlegen, ob ich nicht doch gleich den Weg der Selbstveröffentlichung beschreiten sollte. Für “Am Anfang war Lila” hatte ich diesen Weg ja schon zu Beginn vorgesehen. Zumindest solange, bis mir zahlreiche Leute Mut gemacht haben, es doch bei einem Verlag zu versuchen. Ich bediene mich ja nicht so gerne Zitate berühmter Persönlichkeiten, aber in dem Fall kann ich einfach nicht anders:

“Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor.”
Johann Wolfgang von Goethe / aus dem Werk “Faust”

***

[Unbezahlte Werbung:] Ich möchte diesen Post aber nicht abschließen, ohne ein paar Worte zu den oben abgebildeteten Autorenhandbüchern zu verlieren. Eingefleischten Schreibern, die sich schon länger in der “Szene” bewegen, wird zumindest das Handbuch von uschtrin (links im Bild) ein Begriff sein. Ich bin noch längst nicht durch mit beiden Werken und lese sie auch nicht chronologisch. Momentan durchforste ich sie eher gezielt nach Tipps zu einzelnen Themen, aber diese allein reichen schon aus, dass ich beide Bücher ruhigen Gewissens voll und ganz empfehlen kann. In vielen Punkten ähneln sie sich und wahrscheinlich braucht man nicht beide. Dennoch möchte ich keines von ihnen missen. Das Standardwerk von uschtrin ist umfangreicher, das Buch von Sylvia Englert meinem subjektiven Empfinden nach etwas persönlicher und weniger wissenschaftlich. Wobei die Praxisnähe auch bei uschtrin nicht zu kurz kommt. Vom Schreiben und Netzwerken, über das Verfassen eines professionellen Exposés bis hin zur Agentur-/Verlagssuche oder alternativ zum Selfpublishing, der erfolgreichen Selbstvermarktung und rechtlichen Themen – hier wird jeder Autor, der das Schreiben nicht nur als brotlose Kunst verstehen möchte, auf jeden Fall abgeholt und mit zahlreichen wertvollen Informationen gefüttert.

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