Von jung und angejahrt in Wort und Bild

Schlagwort: Alltag mit Kind (Seite 1 von 7)

Zuckerfrei-Update nach 30 Tagen

So schnell ist ein Monat rum. Seit 30 Tagen ernähre ich mich nun fast komplett haushaltszuckerfrei.

Warum fast?

Nun, ich bin ein ehrlicher Mensch. Deshalb möchte ich meinen kleinen Ausrutscher, der zum Glück nur zu einem vorübergehenden Schlingern und nicht zu einer Bruchlandung geführt hat, nicht verheimlichen.

Binnen dieser gut vier Wochen gab es exakt zwei Tage, an denen ich mit Heißhunger auf Süßes zu kämpfen hatte. Und zwar so vehement, dass mir meine gesunden Alternativen mit einem Mal völlig unattraktiv erschienen. Ganz anders als in den Tagen zuvor fühlte ich mich müde und energielos. Zusätzlich gab es dann noch einen emotionalen Supertrigger. Die auslösende Situation war keine weltbewegende. Nicht einmal meinen eigenen Mikrokosmos hätte sie erschüttern dürfen.

Dennoch beschwor sie einen Haufen negativer Gefühle herauf, die ich auch in der jüngeren Vergangenheit noch direkt mit Süßkram mundtot gemacht hätte. Nun war ich aber mit meiner Zuckerreduktion bereits so weit fortgeschritten, dass ich mein emotionales Unwohlsein nicht sofort unter einem Süßigkeitenberg begraben habe. Doch es gärte in mir – zusammen mit meiner vorübergehenden Abgeschlagenheit.

Zu dieser Zeit ergab es sich – klingt märchenhaft, ist es aber nicht – dass ein Supermarkt eine spezielle Sorte Vollmilch-Kokosschokolade im Angebot hatte. Der Name ist identisch mit dem einer verstorbenen deutschen Schauspielerin. Die Verpackung ist blau und ummantelt kompakte 200g.

Ein einzelnes Stück dieser Schokolade wartet mit einem stolzen Brennwert von 70kcals auf.

Und was ist schon ein einzelnes Stück? Nada!

Im vollen Bewusstsein darüber, dass es sich um adrett verpacktes Gift handelte, das dort im Angebotskorb auf Leute wie mich lauerte und mich diese Sorte jahrelang überhaupt nicht angemacht hatte und ich sie jetzt nur wollte, weil ich sie als Jugendliche fatalerweise mit Wohlbefinden verknüpft hatte und sie mir jetzt förmlich ins Gesicht sprang, bin ich am ersten Tag tapfer daran vorbeigelaufen.

In der nachfolgenden Nacht habe ich aber tatsächlich von dieser verdammten Schokolade geträumt und nachdem das Zuckermonster sich noch nicht verkrümelt hatte, sondern immer noch geduldig darauf wartete, mich in einem schwachen Moment zu catchen, bin ich am nächsten Tag wie ferngesteuert zu besagtem Laden gelaufen und hab gleich 5 Tafeln mitgenommen. Wenn schon, denn schon.

Ich habe versucht, die ersten Stücke nur zu lutschen, um länger etwas davon zu haben, aber das habe ich nicht lange durchgehalten. In Windeseile war die halbe bzw. eine reguläre Tafel von 100g verspeist.

Und dann?

Tja, dann habe ich die angebrochene Packung einfach zusammen mit den restlichen vier Tafeln hier in meinem Kabuff ins Regal gelegt und dort liegen sie jetzt noch immer.

Mit Absicht habe ich die Schokolade nicht weggeworfen. Sie soll mir nunmehr nicht als Verlockung, sondern als Mahnmal dienen.

Ich weiß nicht genau, was es war, das den Bann gebrochen hat. Plötzlich sah ich statt zarter, vollmundiger Kokosschokolade nur noch einen unappetitlichen, schon ein wenig gräulich anmutenden Klumpen aus Zucker, Palmfett und ein wenig Alibikakao vor mir.

Und ich wollte und will das nicht mehr.

Den Geschmack hatte ich anders in Erinnerung. Und auch das Hochgefühl während des Naschens und der kurzfristige Energieschub danach blieben aus. Ich fühlte mich genauso ausgekotzt wie zuvor. Auch nicht schlimmer, ehrlich gesagt. Schließlich sind 100g Schokolade für mich gar nichts. Und dass ich die angebrochene Packung einfach so beiseite legen konnte, hat mich wesentlich glücklicher gemacht als die Schokolade selbst.

Da ich den Geschmack von Kokos aber sehr liebe, habe ich mir pure Kakaobutter besorgt. Ebenso wie Kokosflocken. Mal sehen, was ich damit anstelle.

Im Moment experimentiere ich viel mit Nussmusen, Datteln, Kokosöl, Mandel- und Kokosmehl. Und natürlich auch mit dunkler, zuckerfreier Schokolade. Siehe unten.

Das also war die nervenzerreißende Story zu meinem einzigen echten Stolperer in diesem Monat.

Der Vollständigkeit halber möchte ich aber nicht unerwähnt lassen, dass ich mir nach wie vor hin und wieder ein Glas Rotwein oder einen Whisky gönne. Obwohl Alkohol ja im Grunde auch Zucker ist und obendrein ein hohes Suchtpotenzial in sich birgt. Aber interessanterweise bin ich diesbezüglich schon von jeher null gefährdet. Ich war noch nie in meinem Leben richtig blau, weil es mir einfach vorher schon längst reicht.

An dieser Stelle übrigens noch ein Filmtipp: „Der Rausch“ ist ein grandiose Sozialsatire, in der vier befreundete Lehrer im Selbstexperiment die These von Finn Skårderud überprüfen . Angeblich behauptet dieser norwegische Psychiater und Hochschullehrer, dass ein konstanter Alkoholpegel von 0,5 Promille bewusstseinserweiternd, kreativitätsfördernd und selbstbewusstseinssteigernd wirkt. Ich schreibe „angeblich“, weil ich diese Aussage nicht mittels der entsprechenden Primärliteratur verifiziert habe. Und wir wollen hier ja nicht zwingend politisch, aber wissenschaftlich korrekt bleiben, nä?

In diesen Kontext passt auch die Kalorienthematik: Die ersten Wochen habe ich durchgehend getrackt und wirklich ziemlich akribisch darauf geachtet, die 2.000kcals pro Tag nicht zu überschreiten.

Inzwischen meine ich jedoch wieder ein besseres Gefühl dafür zu haben, wie viel Brennstoff ich mir zuführe und tracke nicht mehr ganz so regelmäßig.

Abgenommen habe ich inzwischen 3,5kg. Auch an der Gewichtsfront geht es also voran. Wenngleich gemächlich.

Wie es in den kommenden Tagen mit der körperlichen Ertüchtigung aussehen wird, die sich in meinem Falle ja vor allem in exzessiven Spaziergängen mit dem Hund niederschlägt, muss man sehen.

Unser Ämmale wurde gestern positiv getestet und es hat sie ziemlich heftig erwischt. Mit Kopf- und Halsweh und penetrantem Fieber. Das war aber nur eine Frage der Zeit. In ihrer Klasse sind in den letzten Wochen immer wieder diverse Fälle aufgetreten und neuerdings auch sehr gehäuft.

Wir hätten sie prophylaktisch in Quarantäne schicken können, doch ehrlich gesagt bin ich der Überzeugung, dass kaum jemand mit schulpflichtigen Kindern von Corona verschont bleiben wird und das Unvermeidliche höchstens hinausgezögert werden kann.

Und ich bin auch gegen Schulschließungen. Irgendwann langt es einfach und den Familien wurde in den letzten 2 Jahren schon echt eine Menge zugemutet.

Das Eiliensche ist nun vorsorglich ebenfalls in Quarantäne, auch wenn sie ad dato „negativ“ ist. Meine Kinder sind noch nicht geimpft. Und natürlich wird sich die Schwester mit anstecken. Aber dann sind wir wenigstens fürs Erste und auf einen Rutsch durch mit dem Thema.

Ein krankes Kind zusätzlich noch mit Isolation innerhalb der Familie zu bestrafen, halte ich für ein Unding. Wir kuscheln weiterhin mit unseren Töchtern und sperren sie nicht in ihre Zimmer.

M. und ich sind zweifach geimpft und geboostert und nicht in Quarantäne, solange wir symptomfrei und negativ sind.

Allerdings gehe ich davon aus, dass wir Erwachsenen in Kürze auch positiv testen werden und dann sitzt die ganze Familie in Quarantäne.

Lebensmittel kann man sich liefern lassen. Kein Problem.

Aber Spazierengehen mit dem Hund, das wird ein Problem. Denn das dürfen wir nicht, wenn wir in Quarantäne sind.

Und Gassigehdiensten möchte ich unseren ungestümen Wolf, der nur selten lammfromm neben einem herdackelt, auch nicht zumuten. Zudem würden die Hundesitter wohl blöd schauen, wenn ich ihnen eine 10km-Strecke vorschlage.

Immerhin haben wir einen großen Garten. Da trifft es andere weitaus härter.

Nun aber wieder zurück zum weitaus erfreulicheren Zuckerfrei-Thema:

Abgesehen von jenem kleinen Tief geht es mir formidabel.

Ich bin fit, meist recht ausgeglichen – von ein paar hormonellen Querschlägern hin und wieder abgesehen – und Insomnia ist derzeit auch gezähmt. Allerdings ist in Sachen Schlaf trotzdem noch reichlich Luft nach oben.

Zum Abschluss folgen ein paar Impressionen meiner aktuellen zuckerfreien Kost.

Solch ein Linsen-Dal mit selbstgebackenem Naan-Brot lässt sich auch vorzüglich in der Quarantäne zubereiten ; ), denn rote Linsen, Passata, Gewürze, Mehl und Trockenhefe kann man gut auf Vorrat kaufen. Und es geht sauschnell.

Zwecks Zubereitung bitte ich darum, ggf. zu googeln. Da bin ich jetzt zu faul für, die Standardrezepturen abzutippen und ich koche ja eh meist nach Gefühl.

https://www.reishunger.de/rezepte/rezept/2320/erdnuss-dattel-riegel

Zu diesen köstlichen Dattel-Erdnuss-Schokoladenriegeln habe ich euch unter meinem Foto das Originalrezept verlinkt. Statt Reissirup habe ich Stevia verwendet. Ich hab allerdings beim Boden irgendetwas falsch gemacht, denn der war zwar lecker, aber ein Superbrösler.

Eine Art Puten-Gemüse-Curry … Kein Rezept, da frei nach Schnauze gekocht.

Dattel-(Erd)Nuss-Schokocookies

Das Rezept für meine Erdnuss-Dattel-Schokoladen-Cookies muss noch optimiert werden. Bei der Aufbewahrung in der Keksdose wurden sie noch weicher als ohnehin schon. Und ich mag Cookies eher knusprig.

Ich mag die Kombination aus Erdnussmus und Datteln extrem gerne. Das Schokoriegel-Rezept weiter oben hat mich entsprechend inspiriert. Diese Paste schmeckt einfach göttlich.

Demnächst möchte ich daher auch mal Dattel-Mandel-Marzipan ausprobieren. Rosenwasser enthält keinen Alkohol. Folglich wäre dieses Marzipan 100 Prozent haushaltszuckerfrei und eine echte Nährstoffbombe.

Intuitiv versus strukturiert: Schreib-, Zucker- und Schlafupdate und ein Haufen Fotos

Gefühlt jeder zweite Beitrag in den sozialen Medien dreht sich derzeit um Neujahrsvorsätze, um Ziele und Pläne für 2022.

Da ich so gut wie alle Vorsätze, die ich speziell zu diversen Jahreswechseln geschmiedet hatte, unverzüglich wieder gebrochen habe, sind Neujahrsziele für mich eine ambivalente Kiste.

Grundsätzlich bin ich aber schon auch jemand, den Pläne und Deadlines sehr motivieren und mir dabei helfen können, fokussierter und beständiger an meinen Vorhaben zu arbeiten.

Oft stellen sie sich als regelrechter Turbo für meine Produktivität heraus. Wie ja auch der letzte Nanowrimo wieder sehr anschaulich demonstriert hat, obgleich ich die 50K nicht erreicht habe.

Die Schwierigkeit in der Formulierung von erreichbaren Zielen liegt meiner Ansicht nach darin, dass sie auf der einen Seite realistisch sein müssen, nicht zu viel Druck generieren dürfen und auch dann nicht zur Utopie mutieren, wenn die Unwägbarkeiten des Lebens mal wieder so richtig derbe dazwischen grätschen.

Andererseits sollen sie einen auch herausfordern, einem nicht zu viel Raum zum „Herumsandeln“ und stattdessen bereits kurzfristig kleine Erfolgserlebnisse bieten, die einen bei der Stange halten.

Im Hinblick auf das Schreiben hat mir einst Wattpad diesbezüglich sehr gute Dienste geleistet. Meinen Debütroman hatte ich dort ja zuerst als Fortsetzungsgeschichte hochgeladen. Und das Feedback der Leser sowie das Bestreben, sie nicht allzu lange auf das nächste Kapitel warten zu lassen, hat meinem Schreibprozess sehr gut getan.

Aber Wattpad ist nicht mehr das, was es einmal war und ich weiß auch nicht, ob es so günstig (- für mich und mein Autorendasein -) ist, jeden meiner Romane vorab kostenlos ins Netz zu stellen.

Doch zurück zu meinen Zielen für 2022:

Das erste Ziel lautet: Weniger verzetteln! 

Demzufolge gibt es im Hinblick auf meine Schriftstellerei lediglich ein großes Ziel: „FSK 40“ fertigzustellen und veröffentlichen.

In gesundheitlicher Hinsicht steht eine erneute Zuckerentwöhnung auf dem Programm. Leider hat sich in den letzten Monaten mein Süßigkeitenkonsum wieder drastisch erhöht. Zunächst ging es schleichend und dann war es bzw. ich plötzlich wieder out of control.

Ich weiß, ich weiß … Ihr müsst nur ein paar Beiträge zurückgehen, um die Widersprüchlichkeit in meinen Aussagen zu erkennen.

Aber so bin ich nun einmal: Konsequent inkonsequent.

Im Großen und Ganzen habe ich meinen Frieden mit meinen Kurven gemacht und mit einem stürmischen Kraftpaket von Hund an meiner Seite ist es auch nicht direkt von Nachteil, kein Fliegengewicht zu sein. 

Ich habe mein Gewicht in den letzten paar Jahren auch gut gehalten –  ohne Kalorienzählen und tägliches Wiegen. Keine Frage: Darüber freue ich mich. Aufrichtig. Es gab Jahre in meinem Leben, in denen ich um 30kg nach unten und nach oben geschwankt bin.

Und ich ballere mir auch nicht mehr zig tausend Kalorien auf einen Schlag rein. Heißhungeranfälle habe ich kaum noch und auch den emotionalen Hunger vermag ich inzwischen schon oft auf mit etwas Anderem als Essen zu stillen.

Insofern funktioniert das intuitive Essen nach Gefühl für mich schon in gewisser Weise.

Dennoch sind die alten Muster stark und wenn es hart auf hart kommt, greifen sie nach wie vor. Ich denke auch nicht, dass ich jemals von meiner Esstörung geheilt werden und so unbedarft mit Nahrung umgehen kann wie ein „normaler“ Mensch.

Daher bin ich sehr dankbar dafür, dass meine Kinder wirklich nur nach Essen verlangen, wenn sie Hunger haben. Gleichwohl schwelt in mir immer die Angst, dass auch sie irgendwann in die Essstörungsspirale geraten könnten. Deshalb achte ich auch penibel darauf, dass sie von meinen diesbezüglichen Kämpfen nichts mitbekommen.

Nun ist Chinook seit gut einem halben Jahr bei uns und ich muss zugeben, es wurmt mich schon ein wenig, dass ich mir die Energie, die ich bei den täglichen 10-15km-Märschen verbrate, umgehend wieder zuführe. Und wenn ich mich dann mal ein paar Tage lang weniger bewege, ist der Appetit trotzdem ungebremst. Das gibt mir zu denken. Denn im Grunde bedeutet das, ich würde schneller aufgehen als ein Hefekloß, würde ich die viele Bewegung reduzieren (müssen).

Mein „Nur-faul-herumsitzen-Umsatz“ betrüge auch nur um die 2.000kcals, mein reiner Grundumsatz sogar noch weniger. Lediglich durch die hohe körperliche Aktivität verbrauche ich meine 3.000 bis 3.500kcals. Und die esse ich. Nicht nur aus Hunger – ob echt oder emotional, sondern auch aus Gewohnheit.

Wenn ich nach Lust und Laune und rein nach Gefühl esse, bin ich also im „best case“ gewichtsstabil – was in meinem Fall aber schon einige Kilos über der Wohlfühlgrenze impliziert. Lange habe ich das nun als gegeben hingenommen und es gibt tatsächlich Wichtigeres im Leben.

Doch als M. vor ein paar Tagen (unabsichtlich? ; )) ein furchtbar unvorteilhaftes Foto von mir geschossen hat, war das der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat und vernehmlich geklickt hat es auch.

„Fit und fett – das geht also doch gleichzeitig“, war mein erster Gedanke, als ich das Bild gesehen habe.

Und nein, ich werde es hier nicht zeigen. Nicht nur deshalb, weil beide Kinder auf dem Foto neben/vor mir stehen und frontal in die Kamera blicken.

Seit 01.01. habe ich den Haushaltszucker auf 0 heruntergefahren und behalte meine Kalorienbilanz im Blick. Strikte Pläne bringen bei mir wie gesagt nicht viel. Aber ich weiß, dass mein Fett schmilzt wie Eis in der Sonne, wenn ich es schaffe, nicht mehr als 2.000kcals täglich zu mir zu nehmen. Sofern ich wie gehabt körperlich aktiv bin.

Das montägliche Fasten hatte mir gesundheitlich auch sehr gut getan. M, hat auch eine Weile mitgemacht, aber irgendwann haben wir es dann einschlafen lassen. Wahrscheinlich um den Zeitpunkt herum, als Chinook bei uns eingezogen ist. Und ganz ehrlich: Ich kann keine 15km laufen, wenn ich faste. Das macht mein Kreislauf nicht mit.

Manch einem mag dieses spontan geplante (höhö) Vorhaben im Hinblick auf die Essstörungsthematik als Rückschritt erscheinen, aber Maßhalten tut jetzt meiner Meinung nach echt Not.

Sonst läuft das Boot nicht nur aus dem Ruder, sondern droht zu kentern.

Zu der Methode, auf die sich meine Hauptprotagonistin in FSK 40 einlässt, werde ich allerdings niemals greifen. Und ob sie das bewirkt, was Fenja sich wünscht, lasse ich an dieser Stelle auch offen.

Tja, nun bin ich selbst wieder dabei, Realität und Fiktion zu verquicken, nicht wahr? Obwohl ich mich noch kürzlich heftig darüber beschwert habe, wenn Leser zu viel von mir in meinen Romanen sehen.

Schuld daran bin ich selbst und gerade befinde ich mich wieder in einer Phase, in der ich mir denke: „Was soll`s? Es steht doch jedem frei, zu denken, was er will.“

Und ich muss zugeben, dass es mich bisweilen schon echt mächtig triggert, in Fenjas essgestörtes Ich hineinzuschlüpfen. Aber der Authentizität wird es sicherlich zugute kommen.

In Sachen Insomnia – ein Problem, unter dem Fenja nicht leidet, dafür hat sie so einige andere im Gepäck, die ich nicht geschenkt haben möchte – gibt es nicht viel Neues. Unterm Strich zeichnet sich nach wie vor eine Verbesserung ab.

Highlightnächte mit sechs Stunden Gesamtschlaf sind kein Ausnahmeereignis mehr und pro Woche wache ich höchstens zwei Nächte komplett durch. Trotzdem ist das noch immer nicht genügend Schlaf, um mich konstant ausgeruht zu fühlen. Dazu sind die Nächte zu zerrissen und die guten noch zu selten.

Würde ich so wenig schlafen wie noch vor einem Jahr, wäre ich wahrscheinlich schon Futter für die Würmer. Doch dieses üppige Festmahl gönne ich ihnen (noch) nicht. : )

So, nun langt es mit den Worten. Ab hier lasse ich die Bilder sprechen:

Dieses Foto hier hatte ich zunächst als Titelbild ausgewählt, aber nun möchte ich doch noch ein paar Takte dazu sagen.

Es wirkt wie ein verunglückter Schnappschuss, aber ich mag gerade diese unerwartete Dynamik in dem Bild.

Und es gibt mir auch beim wiederholten Betrachten Rätsel auf: Worüber ist das Ämmale im Hintergrund gesprungen? Über die Hundeleine etwa?

Hüpfen und Springen ist des Ämmales beliebteste Fortbewegungsart. Sie muss überall drauf-, drüber- und runter- springen. 😀

Und ich glaube, das gefällt mir an dem Bild am besten: Dass es diese „Passion“ einfängt, obwohl ich beim Fotografieren nicht im Geringsten darauf geachtet habe.

See meiner Kindheit

Manchmal sind die spontanen Entscheidungen eben doch die besten. Als es heute zwischen all den heftigen Regenschauern und Gewittern kurzzeitig aufgerissen hat, habe ich mir flugs meine Kinder geschnappt und bin mit ihnen zum See im Nachbarort gefahren. Unsere Gemeinde verfügt zwar über einen eigenen Baggerweiher, aber der war mir noch nie sonderlich sympathisch. Ich habe immer das Gefühl, dass ich dort dreckiger herauskomme als ich reingegangen bin. Außerdem trifft man da Hinz und Kunz und es ist eben nicht der See meiner Kindheit.

Das ist nämlich dieser hier – den Namen werde ich aber natürlich nicht nennen und wer den See erkennt, den bitte ich ebenfalls darum, Stillschweigen zu bewahren.

Jedenfalls lag ich mit meiner Vermutung, dass sich nur Hartgesottene und echte Wasserratten bei diesem unbeständigen Wetter, das wahrlich nicht zum ausgedehnten Sonnen-, sondern nur zum echten Baden einlädt, an dieses schöne Fleckchen trauen, richtig. Wir hatten heute den See tatsächlich fast komplett für uns. Himmlisch!

Das Wasser war noch warm vom Vortag und hin und wieder streichelte auch die Sonne, sobald sie sich mal gegen die Wolken durchsetzen konnte, unsere Gesichter.

Früher bin ich immer mit dem Fahrrad zum See gefahren – auch die Kinder hatte ich, als sie noch kleiner waren, häufig mit im Anhänger. Seit ich Mutter bin, hatte ich allerdings leider keine Gelegenheit mehr, den See komplett zu “durchschwimmen”. Danach sehne ich mich schon sehr, muss ich zugeben. Vor allem nach der Ruhe weiter draußen. In der Seemitte ist man so gut wie immer mit sich, dem Wasser und dem Himmel allein. Ich lege mich dann gerne auf den Rücken, schließe die Augen und lasse mich einfach treiben.

Zwar mache ich das auch hin und wieder in Ufernähe, aber das Gefühl ist nicht wirklich das Gleiche. Folgenden Schnappschuss hat das Eiliensche vorhin von mir angefertigt – Stichwort „Insel mit zwei Bergen“:

Und dieses Foto hier geht auch auf ihr Konto. Dazu meinte mein Ämmale:

„Oh Mama, neben dir ist ein Hai! Guck da – die Flosse!“

Tatsächlich ist das aber mein Fuß. : D Ich war mir gar nicht bewusst, dass ich auch im Wasser Ballettposen einnehme und die Zehen wohl automatisch strecke. Bitte entschuldigt meinen „Begossener-Pudel“-Look. Aber Mama taucht halt auch sehr gerne unter. Jene Frauen, die immer ganz verkrampft ihren Kopf über Wasser halten, damit ja der Frisur nichts passiert, sind mir total suspekt. Die bringen sich doch um den ganzen Badespass.

Früher habe ich den See häufig mit meinem Vater zusammen durchquert. Und das sind sehr schöne Erinnerungen. Wir haben uns gut unterhalten, aber auch zusammen schweigen können. Hin und zurück ist man ungefähr eine halbe Stunde unterwegs und ich freue mich schon darauf, dieses kleine Abenteuer mal mit meinen Töchtern in Angriff zu nehmen. Aber das wird noch dauern. Obwohl mein Eiliensche mit jedem Tag sicherer, schneller und kräftiger wird und auch unser Ämmale hat den Dreh bald endgültig raus.

Einstweilen wird gerne nach Steinen oder unter dem Schwimmreifen hindurchgetaucht.

Gestern hatten wir auch schon einen kurzen Ausflug hierher unternommen, wurden aber noch im Wasser von einem Gewitter überrascht.

Natürlich sind wir schnell raus aus dem See, aber trotzdem spüre ich noch immer den warmen Sommerregen auf meiner Haut und das weiche, schmeichelnde Seewasser, das mich weiter unten umfing. Eine trügerische Geborgenheit, die man keinesfalls ausreizen sollte.

In diesem Zusammenhang fällt mit „Der Trafikant“ ein. Da wurde auch einer im See vom Blitz erschlagen. Gerade als er sich so lebendig wie nie fühlte.

Aber es stimmt schon: Im Wasser fühle auch ich mich besonders vital. Vielleicht liegt das daran, dass ich Skorpionin bin und Skorpione sind bekanntlich Wasserzeichen. Und sie haben etwas übrig für Mystik und Magie.

Gestern mussten wir uns übrigens auf den seeeigenen Parkplatz stellen und da auch einen Parkschein lösen. Mit dem Fahrrad konnten wir weder gestern noch heute anrücken. Man ist mit „selbst fahrenden“ Kindern einfach schon 40 Minuten unterwegs und das war mir definitiv zu unsicher.

Der Parkautomat war allerdings nicht gewillt, meinen Parkschein auszuspucken. Neben dem Kasten saßen zwei Jungs auf einem aufblasbaren Kanu. Vielleicht acht und zehn Jahre alt. Der Ältere sprang sofort auf, als er sah, dass ich verwirrt auf das leere Fach starrte.

„Da hilft nur Gewalt!“, rief er und platzierte zwei gezielte Fausthiebe zwischen Münzeinwurf und Ausgabeschacht. Und da war er dann auch schon – der Parkschein. Noch während ich mich bedankte, erschien der Vater der beiden Jungs auf dem Plan.

„Manchmal ist es schon echt gut, einen Mann in Reichweite zu haben“, sagte ich zu ihm.

Meiner hatte sich beide Male strikt geweigert, mitzukommen. Er ist leider nicht ganz so wassernarrisch wie wir Mädels. Dafür hat er heute gekocht. Es gab selbstgemachtes Grillhendl.

Am vergangenen Freitag hatte ich es aber immerhin geschafft, ihn zu einen kleinen Abstecher an den schönen Brombachsee zu bewegen. Und den hat er nicht bereut. Das ist M.s alte Heimat und wir waren dort, weil mein Schwiegervater im Krankenhaus ist.

Aufgrund der Coronavorsichtsmaßnahmen konnte allerdings nur M. in die Klinik mit hinein.

Ich habe mir derweilen mit den Kindern die Zeit an einem Abenteuerspielplatz in der Nähe vertrieben. Der war wegen 35 Grad im Schatten total ausgestorben. Aber mit dem Fahrtwind auf der Seilbahn ließ es sich wenigstens für die Mädels gut aushalten.

Craving

Ich bin gerade am Gitarreüben. Da steckt mein Mann den Kopf durch die Tür:

„Du weißt schon, dass jetzt draußen die ganze Straße Hallelujah singt, oder?“

Er grinst von einem Ohr zum anderen und ich werfe mein Gitarren-Antirutschtuch nach ihm.

Zwar gesteht er mir sofort, dass er mal wieder zu scherzen beliebte, aber ich bin jetzt trotzdem total verunsichert. Zumal er mir schon Tags zuvor mitgeteilt hat, dass trotz  des Isolierbands, das ich am Fenster angebracht habe, „Zombie“, „Hymn“ und „Morning has broken“ im Hintergarten laut und deutlich zu vernehmen waren.

Vor Monaten haben wir das mal getestet. Da war draußen nichts zu hören. Also, entweder bin ich lauter geworden oder die Dämmung porös.

„Ach, Mensch“, antworte ich zerknirscht. „Jetzt trau ich mich überhaupt nicht mehr zu üben.“

Vor allem kann ich mich mit diesem Wissen im Hinterkopf kaum noch dazu überwinden, ein Stück hundertmal hintereinander zu spielen, bis es wirklich sitzt. Das will ich den Nachbarn, die via-à-vis auf dem Balkon chillen, wirklich nicht antun.

Heute mal im Gammellook. : D (Das ist ein T-Shirt von meinem Mann, das mir beim Waschen eingegangen ist. Pech für ihn, Glück für mich. : ))

Meine Kinder beweisen da wesentlich mehr Stilbewusstsein:

Ich mag Farben und schöne Bilder, aber an dem Buchdeckel von folgendem Ebook, das ich mir gestern gekauft habe, könnt ihr sehen, dass ich absolut kein Coverkäufer bin und dass ich auch vor höheren Preisen nicht zurückschrecke, sofern mich der Inhalt wirklich interessiert.

Mir ist das Gewese um die ganze Coverkiste sowieso suspekt. Und wie bei so vielen Menschen auch, gilt hier ebenfalls oft genug: Außen hui, innen pfui.

Dann doch lieber umgekehrt wie bei diesem Werk hier. Selten habe ich ein hässlicheres Cover gesehen. Und der Titel ist auch völlig behindert. Die Leseprobe war dafür recht ansprechend.

Mir geht es hierbei weniger um das Abnehmen als um die Einblicke in die Suchtmedizin und die dort angewandten Therapien. Dass ich zuckersüchtig und ein emotionaler Esser bin, dürfte ja inzwischen hinreichend bekannt sein.

Und ich bin immer wieder auf der Suche nach Methoden, mit denen ich meine alten Verhaltensmuster durchbrechen, die fehlgeschalteten Synapsen voneinander entkoppeln und mein Hirn umprogrammieren kann.

Nach wie vor kämpfe ich enorm gegen meinen Zuckerdrang. Es ist ein ewiges Auf und Ab und an guten Tagen ist es eher meiner Disziplin als einem erfolgreichen Entzug zu verdanken, dass ich „hart“ geblieben bin.

Auch unabhängig vom Essen und vom Schlafen interessiert mich alles rund ums Hirn. Auch Themen wie die neurolinguistische Programmierung faszinieren mich. Mit letzterer habe ich mich schon als Jugendliche befasst, allerdings vor allem auf theoretischer Ebene. Hätte ich damals Nägel mit Köpfen gemacht, wäre ich jetzt wahrscheinlich schon wesentlich weiter.

Im Detail möchte ich euch damit an dieser Stelle nicht langweilen.

Das Buch liest sich unterhaltsam und gut verständlich. Allerdings kratzt es für meinen Geschmack bisher zu sehr an der Oberfläche. Da habe ich schon wesentlich fundiertere Bücher zu dieser Thematik gelesen. Aber ich stehe mit der Lektüre ja noch ziemlich am Anfang. Gerade geht es um emotionales und chemisches Craving. Das gute alte Dopamin hatte auch schon seinen Auftritt.

Home, sweet home

Vorhin: Mein Mann zitiert das Eiliensche für die Hausaufgaben in sein Büro, denn da hat es zwei Schreibtische. Zwar steht in ihrem Kinderzimmer auch einer, aber tatsächlich halten sich unserer Töchter prinzipiell immer im gleichen Stockwerk auf wie wir. Das kann anstrengend sein, aber in erster Linie finden wir es rührend. Die Zeit, da die beiden sich nicht mehr in unserem Dunstkreis bewegen wollen, wird noch früh genug kommen.

Dennoch ist es für meinen Mann auch im Home Office ein ganz normaler Arbeitstag. Daher frage ich ihn skeptisch:

„Stört dich das nicht?“

Er: „Ach, ich bin doch sowieso gestört.“

Alles klar. : )

So, sieht es übrigens aus, wenn meine jüngere Tochter, aka Ämmale, aka Kuschelpuschel sich selbst stylt:

Ich muss zugeben, ich find`s heiß. Vor allem die Socken. Die unterschiedlichen Grüntöne harmonieren formidabel.

Ja, Chaos pur hier. Ist aber Normalzustand. Ich bin leider eine furchtbare Hausfrau.

Das Nutellabrot ist übrigens nicht meins. Mein Zuckerkonsum hält sich zum Glück nach wie vor in Grenzen. Trotzdem sind meine Nächte derzeit die reinste Katastrophe.

Und solche Vorkommnisse wie ein Fehldruck meines Buches, in dem plötzlich 12 Seiten fehlen, tragen auch nicht gerade zu meiner Entspannung bei. Und passiert ist das ausgerechnet bei einer meiner liebsten Leserinnen. Als sie mir vorgestern ein Beweisfoto geschickt hat, bin ich aus allen Wolken gefallen. Da sie die Geschichte in und auswendig kennt, wusste sie genau, welche Passage fehlt. Außerdem sprachen die Seitenzahlen (von 60 auf 73 innerhalb einer Doppelseite) Bände.

Mittlerweile habe ich erfahren, dass das – auch bei großen Verlagen – gar nicht so selten vorkommt, aber trotzdem war ich schwer schockiert. Ich habe sofort jene Käufer angeschrieben, von denen ich weiß – leider sind mir bei Weitem nicht alle bekannt. Und so wunderbar, wie meine Leser nun einmal sind, habe ich auch binnen eines Tages von fast jedem Rückmeldung erhalten. Und das Feedback hat mich sehr beruhigt. Offensichtlich war das mit dem Fehldruck ein Einzelfall. Besagte Leserin bekommt jetzt selbstverständlich nochmal ein komplettes Exemplar. Zuerst wollte sie das unvollständige Buch behalten, was mich gewundert hat. Aber später hat sie mir dann erzählt, dass ihr die Widmung so viel bedeutet und sie das Buch deshalb nicht austauschen lassen möchte. Ist das nicht goldig? Doch natürlich werde ich auch das Ersatzexemplar mit einer persönlichen Widmung versehen.

Da ich keine Webcam habe und außerdem mein Gesicht in bewegten Bildern sehr befremdlich finde, habe ich mich gegen den Skype-Gitarrenunterricht, den mein Gitarrenlehrer ersatzweise etabliert hat, gesträubt. Daher haben wir den Unterricht erstmal ausgesetzt. Ich darf ihm trotzdem das ein oder andere Handy-Video (gesichtslos :D) schicken und er gibt mir dann entsprechend Hilfestellung. Finde ich 1a!

Hier ein kleines „Medley“ aus Folk Picking Übungen, an denen ich mich gerade versuche. Die fehlerhaften Stellen habe ich hier natürlich außen vor gelassen. Mein Gitarrenlehrer hat aber die volle Dröhnung abbekommen.

Was auf die Ohren …

Wie bereits erwartet, ist die Ausgangssperre in Bayern nun da.

Ich finde es aber gut, dass da jetzt endlich härter durchgegriffen wird und hoffe, dass diese Maßnahmen nicht zu spät kommen und solch katastrophale Zustände wie in Italien noch abgewandt werden können. Doch diese Hoffnung ist größer als mein Glaube, muss ich zugeben.

Spaziergänge mit der Familie fernab von jeglichen Menschenanhäufungen sind aber zum Glück weiterhin möglich. Zumindest vorerst. Wenn wir gar nicht mehr raus könnten, wäre das vor allem für die Kinder bitter …

Die Suche nach einsamen Pfaden führt uns bisweilen auch zu bisher unbekannten, verwunschenen Orten in unmittelbarer Nähe. Heute sind wir in einem Wäldchen auf dieses schöne, kleine Steinlabyrinth gestoßen:

Was dem einen der Baumarkt, das ist dem anderen der Wertstoffhof. Als wir von unserem Spaziergang zurückkehrten – wir mussten hierfür ein Stück mit dem Auto zurücklegen – fiel unser Blick auf die siebzig Meter lange Wagenkolonne vor den heiligen Hallen der Abfallwirtschaft.

Was ist nur los mit den Menschen? Alle bekloppt …

So wird das nichts … Aber vielleicht bringen sie saftige Bußgelder endlich zur Raison.

Da meine Gitarre inzwischen einfach zu mir dazugehört und sie mir gerade in diesen Zeiten noch mehr gibt als sonst, gewähre ich auch an dieser Front mal wieder ein paar Einblicke.

Wie gesagt: Ich bin Anfängerin! Selbst wenn andere nach anderthalb Jahren schon weiter sein mögen als ich: Wie schnell sich da Fortschritte einstellen, ist halt auch immer eine Frage der Zeit, die man zu investieren in der Lage ist. Und bei mir sind das oft nicht mehr als fünf bis zwanzig Minuten am Tag. Manchmal auch Null.

Nachdem mir aber nun mehrere Leute mitgeteilt haben, dass sie mein laienhaftes Spiel und meinen Gesang auf Duschkabinenniveau als wohltuend und beruhigend empfinden, erlaube ich mir die kühne Annahme, dass vielleicht auch der ein oder andere Leser hier Gefallen daran finden könnte.

Zuerst eines der „Zupf-Stücke“, an denen ich aktuell arbeite: Mit der Liedbegleitung zu „Imagine“ von John Lennon (nicht die Originalversion) stehe ich noch ganz am Anfang:

Und nun das „Strumming-Kontrastprogramm“: „Runaway Train“ von Soul Asylum habe ich schon ein wenig länger im Portfolio, aber es klingt immer noch blechern und beim F-Dur hänge ich ein wenig. Außerdem kriege ich bei der Aufnahme Gitarre und Gesang nicht richtig austariert. Die Gitarre ist zu laut. Ich bearbeite das Video ja nicht großartig. Daher klingt es halt so, wie es klingt.

Ich poste das übrigens nicht, um eine Beurteilung zu erhalten, sondern um dem ein oder anderen eine kleine Freude zu bereiten oder ein wenig Ablenkung zu bieten. Wem es nicht zusagt, der muss es nicht anhören. Feel free!

Heute sind nun auch endlich die Lesezeichen eingetroffen, die ich meinen signierten Buchexemplaren beilegen möchte. Ich freue mich sehr, dass die ersten Päckchen in den nächsten Tagen ihre Reise fortsetzen können und hoffe, dass sie ihre Ziele trotz der logistischen Engpässe in Kürze erreichen.

Mit 20h Stunden Verspätung ist auch mein vorheriger Beitrag, der wesentlich gehaltvoller ist als dieser hier, doch noch im Reader aufgetaucht. Schauen wir mal, was WordPress mit diesem Post hier anstellt. ; )

Ethik versus Darwinismus?

Wenn ich mir ansehe, wie viele Leute sich paradoxerweise immer noch im Pulk für Weltuntergangsgespräche zusammenrotten oder prinzipiell im Rudel unterwegs sind, frage ich mich schon, ob sie einfach nur ignorant und blöd oder tatsächlich eiskalt berechnend sind.

Ich kapiere wirklich nicht, warum es nicht möglich ist, sich einfach mal für eine gewisse Zeit zusammenzureißen und auf Abstand zu gehen. Heute kam ein Schrieb vom Bürgermeister, in dem stand, dass die Spielplätze trotz ausdrücklichen Verbots immer noch besucht werden. Er appellierte verständlicherweise an die soziale Verantwortung des Einzelnen.

Die Ausgangssperre wird kommen. Weil es nicht anders geht. Weil es einfach zu viele dumme, egoistische und rücksichtslose Menschen gibt.

Und ausgerechnet jene, die mit Hiobsbotschaften um sich schmeißen, laden im gar nicht mal so kleinen Stil zu sich nach Hause ein. Wahrscheinlich, um dann zu zehnt dicht an dicht vor dem Fernseher zu sitzen und mit vor Panik geweiteten Augen gemeinsam die Nachrichten zu verfolgen.

Da ich jemand bin, der gesellschaftliche Veranstaltungen jeglicher Art schon von jeher meidet und dem bereits eine Handvoll Menschen auf einem Haufen viel zu viel ist, empfinde ich diesen sozialen Rückzug nicht als Einschränkung, sondern sogar als Erleichterung. Nun hab ich endlich mal die offzielle Erlaubnis, allein sein zu dürfen. Allein mit meiner Familie.

M., der sich derzeit im Homeoffice befindet, umarmte mich heute morgen unvermittelt von hinten und flüsterte mir ins Ohr: „Du und die Kinder. Mehr brauche ich nicht.“

Auch meine Mädels haben sich mit der ungewohnten Situation schnell arrangiert. Es ist wirklich immer wieder erstaunlich, wie anpassungsfähig Kinder sind. Und wie sie aus allem Positives ziehen, wenn man ihnen nur die Gelegenheit dazu gibt.

Solange es noch möglich ist, gehen wir schon noch täglich nach draußen. Aber wir suchen ausschließlich einsame Plätzchen auf, an denen wir wirklich unter uns sind. Und ich muss zugeben: Ich genieße diese Ruhe sehr.

Wie ein Portal zu einer anderen Welt:

(Der Fahrradhelm ist im Fahrradkorb. Wir haben die Fahrräder da schon eine Weile geschoben. Niemand muss sich dazu berufen fühlen, mich dahingehend zu belehren. ;))
Dieses Foto hat gerade aufgrund seiner Unschärfe einen besonderen Charme, finde ich.

Im Hinblick auf die medizinische Aufklärung finde ich den NDR-Podcast mit Christian Drosten hilfreich und empfehlenswert:

https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html

Er dröselt in unaufgeregter und für interessierte Laien verständliche Art und Weise auch komplexere Themen auf und speist einen nicht mit oberflächlichem Blabla ab. Vielleicht mag ich naiv sein, aber ich fühle mich da schon abgeholt und hinreichend gut informiert.

Heute ist endlich auch der erste Schwung an Büchern eingetroffen, die hoffentlich alsbald in Form signierter Exemplare ihre Reise zu den betreffenden Lesern fortsetzen werden. Da ich aber noch auf die Lesezeichen warte, die ich dieser „Sonderedition“ beifügen möchte, wird der Zwischenstopp bei mir daheim wohl noch ein wenig länger dauern.

Obwohl ich seit der Veröffentlichung noch keinen Tag ohne Verkäufe zu verzeichnen habe, merke ich deutlich, wie rasch die Sichtbarkeit sinkt, wenn ich selbst nicht fleißig die Werbetrommel rühre und das Buch unterhalb Verkaufsrang 4.000 sinkt. Was aktuell der Fall ist. Zwischenzeitlich hatte mein Buch immer mal wieder den Sprung in die 2.000er und auch auf Platz 277 in zeitgenössischer Frauenliteratur geschafft. Da hat sich dann sowohl im Kindleshop als auch bei Unlimited eine Art Kettenreaktion eingestellt. Es wurde plötzlich signifikant mehr gekauft und gelesen. Aber das ist inzwischen auch wieder Schnee von vorgestern.

Zudem hatte ich gestern das Problem, dass bei der Suche nach „Zartherbe Liebe“ Amazon diesen korrekten Titel in „zartherb“ umwandelte und nur noch Schokolade statt meines Buches anzeigte. Weiterhin berechnete Amazon 293 Printseiten für diesen ersten Band, obwohl dieser 460 Seiten umfasst und ich nun wirklich keine sonderlich große Schriftgröße gewählt habe. Beide Probleme wurden inzwischen allerdings ohne mein Zutun behoben.

Wichtig ist nun, dass ich schnellstmöglich Band 2 und 3 herausbringe. Nicht zuletzt deswegen, weil die ersten beiden Teile jeweils mit einem Cliffhanger enden. Dass Leser sich da eventuell verarscht fühlen, ist nun wirklich nicht meine Intention.

Sobald sich ein Zeitfenster öffnet, bin ich daher fleißig mit Buchsatz und Coverdesign von Band 2 beschäftigt.

Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack:

Kunterbunt und kreuz und quer

Nachdem das Ämmale nun endlich aus dem Elternbett ausgezogen ist und ich gerade einen erneuten Versuch starten wollte, von meinem Kabuff dorthin überzusiedeln – meine jüngere Tochter, Insomnia und ich harmonieren nicht wirklich miteinander – fängt plötzlich das Eiliensche mit Nachtwanderungen an.

„Ich hatte einen ganz schlimmen Albtraum. Der war wie ein Film ab 16“, rechtfertigt sich unsere Siebenjährige todernst.

(Immerhin nicht FSK 18 / Anmerkung der Verfasserin).

Jedenfalls war sie wie von der Tarantel gestochen aus dem Zimmer geschossen, um bei ihrem Papa Zuflucht zu suchen. Verständlich. Ich tappe ja auch mehrmals in der Woche zu M. rüber, um mich von ihm mehr oder weniger behutsam aus meinen Panikattacken schaukeln zu lassen. Was das im Einzelnen bedeutet, ist situationsabhängig und wird hier nicht näher erläutert.

***

Unsere aktuelle Schlafsituation ist jedoch nicht der eigentliche Anlass für diesen Blogpost. Vielmehr möchte ich hiermit auf eine kleine Erweiterung aufmerksam machen. Und zwar auf meinen „geschützten Bereich“, der im Header als eigene Kategorie zu finden ist.

Zwei für mich äußerst begrüßenswerte Entwicklungen haben dazu beigetragen, dass ich meine Webseite hier, die ich ja schon fast ins Nirwana befördert hätte, nun wieder revitalisieren und sie evtl. sogar zum Basislager meiner Onlineaktivitäten ernennen möchte:

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Tagesnotizen #44: Mitten im Leben?

Eigentlich (EIGENTLICH ein furchtbares Wort, aber mir fällt gerade kein besseres ein), sind das jetzt die besten Jahre:
Nicht mehr so leicht zu verunsichern wie als junger Mensch.

Humorvoller (vor allem auch in Bezug auf sich selbst und die eigenen Schwächen) und dadurch souveräner als früher.

Ausreichend Mut und Lebenserfahrung gesammelt, um seine Leidenschaften auszuleben und darauf zu scheißen, was andere davon halten.

Noch nicht zu vertrocknet und gebrechlich, um nicht auch die sinnlichen Genüsse voll ausschöpfen und sich nach wie vor attraktiv fühlen zu können, dürfen, wollen.

Einen Partner an der Seite, der einen aus vollem Herzen liebt, obwohl er einen kennt.

Die Kinder.

Mehr Freiheiten, aber auch viel mehr Verantwortung.

Wären da nicht all die Schicksalsschläge, die wahrscheinlich jeden Menschen in dieser Lebensphase in irgendeiner Form ereilen.

Am schwersten hat es wohl mein Mann im Moment. Gleichzeitig sind ihm beide Elternteile weggebrochen. Der eine tot (bitte keine Beileidsbekundungen – die haben wir hinter uns), der andere (erneut) schwerst depressiv. Suizidal. Ich stehe M. zur Seite, so gut es mir möglich ist und bewundere ihn nicht zum ersten Mal für seine mentale Stärke.

Ständiger Spagat. Zwischen helfen und sich selbst und die Kinder schützen wollen. Gleich, wie positiv diese strahlenden, kleinen Wesen gerade auf psychisch kranke Menschen wirken mögen: Sie sind auch ungeheuer verletzlich und es ist nicht rechtens, ihre Energie anzuzapfen, um sich selbst zu stärken. Allein, wenn ich mir anschaue, wie sehr die Kleinen auf die Physiognomie ihres Gegenübers achten. Wie sollen sie sich fühlen, wenn da keinerlei emotionale Regung zu sehen ist?
Wenn ihr wacher, suchender, vertrauens- und liebevoller Blick nur auf stumpfe Leere trifft?
Wenn sie erkennen, dass der geliebte Mensch nicht mehr er selbst ist? Dass er sich an einen Ort zurückgezogen hat, an den ihm die Kinderseelen nicht folgen können und auch nicht sollen.

Mit Händen und Füßen darum kämpfen, nicht mit in den Abgrund hineinzustürzen.

Sehr viel mehr möchte ich dazu nicht schreiben. Aus Rücksichtnahme der betreffenden Person gegenüber. Hoffe, mit diesem Post habe ich seine Intimsphäre nicht schon zu sehr verletzt. Aber es ist kein Geheimnis, dass er krank ist.

Du bist so ein intelligenter, begabter und charismatischer Mann und wir wünschen dir von Herzen, dass du wieder aus diesem Loch herauskommst. Aber du musst die Hände, die sich dir entgegenstrecken, schon ergreifen. Sonst wird das nichts! Und es sind zahlreiche Hände! Nicht nur die von M., den Kindern und mir. Ich kenne kaum einen Menschen, der so viele gute und echte Freunde hat wie du!

Meine eigenen Freundschaften bin ich gerade wieder einmal am Überdenken. Es gibt nur sehr wenige Leute, denen ich blind vertraue. Und mindestens 80 Prozent davon sind Männer. Es ist wirklich erschreckend, wie talentiert Frauen darin sind, sich gegenseitig das Leben schwer zu machen.
Sicherlich schrieb ich es schon mal, dass ich in meinem Leben weitaus mehr Leid durch Frauen als durch Männer erfahren habe. Obwohl es sehr bedauerlich ist, dass ich damit meiner eigenen Spezies in den Rücken falle. Ich selbst bin bestimmt auch ein ziemliches Miststück. Das möchte ich gar nicht bestreiten. Jedenfalls ist es sehr interessant, dass ausgerechnet ich zwei Töchter habe. Das sehe ich als eine DER Aufgaben in meinem Leben.

Dieser Eintrag klingt hoffentlich nicht allzu trist. Denn das würde meiner aktuellen Lebenssituation nicht gerecht werden.

Tatsächlich bin ich gerade um einiges glücklicher als ich es etwa in meinen 20ern und 30ern war.

Und neben meiner Familie gibt es insbesondere noch drei weitere Säulen, die mich zugleich erden und beflügeln: Das Schreiben, das Tanzen und neuerdings auch wieder das Musizieren. Seit Jahrzehnten hatte ich kein Instrument mehr in der Hand. Und nun habe ich mir ein Herz gefasst und erlerne endlich das Gitarrespielen.
Schon als Kind war das mein Trauminstrument. Aber wie das damals so üblich war, wurde ich dazu angehalten, Sopran- und Altflöte zu erlernen. Autodidaktisch habe ich mir das Klavierspielen beigebracht. Virtuos geht anders, aber für ein wenig Klimpern hat’s gereicht.

Nun habe ich das große Glück, von einem wirklich begnadeten Musiker in den Künsten des Gitarrespielens unterwiesen zu werden.

Und wenn ich meine „La Mancha“ auf dem Schoß habe, mich im Strumming übe und dem schönen Instrument hin und wieder einen sauberen Akkord entlocke, vergesse ich ganz schnell, dass sich mein Unterkiefernerv aufgrund der laufenden Implantationsgeschichte auf der linken Seite mal wieder verabschiedet hat. Zumindest ist meine Lippe diesmal nicht betroffen. Das war letztes Mal ganz furchtbar: Nicht richtig küssen zu können.

(Vor einigen Tagen habe ich mein Webspace-Abonnement doch um ein weiteres Jahr verlängert. Zwischenzeitlich tendierte ich zur Kündigung. Die Vorgaben des neuen Datenschutzgesetzes halte ich bei einen so kleinen, nicht kommerziellen Liebhaberblog für völlig übertrieben. Und die Tatsache, dass meine Posts mal im WP-Feed auftauchen und mal nicht, finde ich auch nicht eben motivierend. Zudem konzentriere ich mich derzeit vor allem auf die Fertigstellung meiner Liebesgeschichte. Falls ihr also wider Erwarten Sehnsucht nach mir haben solltet, empfehle ich euch, auf meinem Wattpadprofil vorbeizuschauen. ;))

Tagesnotizen #38: Blaue Stunde

Ja, meine Tochter darf mir an die Brust fassen. Mein Mann auch. Ab und zu. Seit wir Eltern sind, läuft da nicht mehr viel. 😉 (!) So abgöttisch ich meine Kinder auch liebe: Zwei sind genug. 🙂 Dafür fläzen wir Abends Arm in Arm – oder auch nicht (O-Ton M.: „Du bist mir zu heiß) – auf die Couch und gucken Serien und Filme.

Und morgens Früh um Sechs kommt die kleine Hex*:

„Was ist das für ein Film?“ Das Eiliensche hält mit spitzen Fingern und der gestrengen Miene eines Inquisitors eine DVD in die Höhe. „Habt ihr den gestern Abend angeschaut? Du und Papa?“ Und mir wird siedend heiß, als ich sehe, um welchen Film es sich handelt. Zum Glück ist das Cover von „ES“ relativ unauffällig und wenigstens die Hülle, auf der doch Beängstigendes zu erahnen ist, hat M. gestern noch in Sicherheit gebracht.

„Ja“, antworte ich knapp und nehme ihr die Scheibe ab.

„Um was geht es da?“, bohrt sie weiter nach und trabt mir hinterher.

„Das ist ein böser Gruselfilm. Nix für euch.“

„Ui, und warum nicht?“ Die leuchtenden Augen meiner Erstgeborenen signalisieren mir, dass der Schuss nach hinten losgegangen ist und ich ihr den Film nicht madig, sondern erst recht schmackhaft gemacht habe.

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