Federfarbenfee

Von jung und angejahrt in Wort und Bild

Der Duft von gemahlenen Nelken

Warnhinweis für männliche Leser: Dieser Post handelt von rosaroten, mit Glitter bestäubten Kleinmädchenträumen und abspeckwilligen Müttern kurz vor der Midlifecrisis.  Die folgenden Zeilen triefen derart von banalem Gesülze, dass Euch das nackte Grausen überkommen wird und Ihr schlimmstenfalls im –  mit farbenfrohen Bildern getarnten – Sumpf der Eitelkeiten jämmerlich absauft.  Falls Ihr dennoch weiterlesen wollt, seid Ihr natürlich herzlich dazu eingeladen.

Dornroeschen

Diese aktuelle Zeichnung des Eiliensche soll wahlweise Dornröschen oder eine Fee ohne Flügel darstellen. Der Magie dieser filigranen Gestalt kann auch ich mich nicht entziehen. Mutterstolz hat jedoch mit Objektivität bekanntlich wenig gemein.

Wer sich derzeit im unmittelbaren Dunstkreises des Eiliensche aufhält,  wird zwangsläufig mit ihrem aus Prinzessinnen, Feen, Elfen, Einhörnern und anderen Fabelwesen bestehenden Gefolge konfrontiert.  Es vergeht kein Tag, an dem nicht zumindest eine holde, königliche Maid vor einem Drachen gerettet werden muss und sich eine dieser niedlichen Spielfiguren in Mutters Fußsohle bohrt.

Spielfiguren

Hosen sind seit einigen Monaten ebenfalls aus dem Kleiderschrank verbannt. Allein deren Anblick ist ein Garant für Tobsuchtsanfälle und Tränensturzbäche.  Dafür sind Prinzessinnenkostüme selbstredend nicht nur der Faschingszeit vorbehalten.

Prinzessin_Eiliensche

Dieser eigenwillige, nicht eben unauffällige Look meines Eiliensche hat das Ämmale zu einem ihrer ersten Worte inspiriert: “Scheeen” (schön).

Überhaupt hat sich in den letzten Wochen viel getan bei meinem Baby, das mit 12 Monaten strenggenommen keines mehr ist. Bisher hatte sie den Fokus im motorischen Bereich und noch immer frage ich mich, wo sie ihre ausgeprägte sportliche Ader wohl her hat. Von mir nicht. Abgesehen von ihrer Biegsamkeit. Im Verrenken war ich schon immer einsame Spitze. Sowohl physisch als auch psychisch. Jedenfalls zeigt das Ämmale nun vermehrt Interesse an Sprache und musischen Aktivitäten.  Darf sie sich nicht in angemessenem Umfang an unseren Diskussionen beteiligen, wird sie ernsthaft böse. Und mit einem auf Krawall gebürsteten Ämmale ist nicht zu spaßen.

Sie hat mittlerweile ein ausgeprägtes Ich-Bewusstsein entwickelt, was sich u.a. daran zeigt, dass sie neuerdings, sobald ihr Name genannt wird, mit einer nahezu majestätischen Geste auf sich selbst zeigt.

Seit einigen Wochen weiß sie außerdem, wie sie einen Stift halten muss, damit er bunte Striche und Zacken auf`s Papier – oder jegliche andere verfügbare Malfläche – zaubert.

Auch Malbücher stehen bei beiden Kindern hoch im Kurs. Die vom Eiliensche bevorzugten Motive muss ich nicht explizit benennen, denke ich. Das Ämmale ist diesbezüglich noch weitestgehend flexibel.

Ich selbst finde es natürlich am spannendsten, zu sehen, wie die Beiden sich auf einem leeren Malgrund ohne vordefinierte Strukturen austoben. Dennoch kann ich nichts Verwerfliches an Malbüchern finden. Sogar für Erwachsene hat das – ich möchte nicht sagen stupide – Ausmalen der verschiedenen Formen und Flächen etwas Meditatives.  Ähnlich wie beim Kolorieren von Mandalas. Und je nach Motivation und Tagesverfassung lassen auch die – meist groben – Vorlagen Raum zur Umsetzung eigener Ideen.

Malbuch

Wenn das Ämmale in ein bis zwei Jahren in die Prinzessinnenphase kommt, ist für das Eiliensche wahrscheinlich schon die Ronja-Räubertochter-Ära angebrochen.  Wobei: Das Eine muss das Andere nicht ausschließen. Ich bin gespannt.

 

Nun aber weg von den zarten Feen und hin zu deren üppigen Müttern.

Tee

Lange habe ich überlegt, ob ich mein Gewicht und meine Abspeckambitionen auf dem Blog thematisieren soll.  Ich empfinde diese Sujets als äußerst persönlich, ja, sogar intim. Zudem kann ich mir nicht vorstellen, dass die Leser meines Blogromans parallel eine Diätgeschichte verfolgen wollen.  Keine Sorge: Ich werde ich hier kein Abnehmtagebuch aufmachen, in dem ich minutiös eintrage, was ich wann gegessen und wie viel ich mich bewegt habe – oder auch nicht.

Da diese Reise zurück zu einem hoffentlich schlankeren und gesünderen Ich aber meinen Alltag mitbestimmen wird, habe ich mich dazu entschlossen, hin und wieder ein paar Momentaufnahmen und Zwischenetappen mit Euch zu teilen.

Mein Gewicht unterliegt seit vielen Jahren erheblichen Schwankungen.  Wenn mein niedrigstes Gewicht im Erwachsenalter der Nordpol ist und das höchste der Südpol, dann zeigt die rechte Seite des Titelbildes oben den Äquator. Deshalb habe ich es ausgewählt. Als realistisches Ziel. Derzeit bewege ich mich nämlich um den Nordpol herum und stehe noch ganz am Anfang meiner gewaltigen Tour, die jedoch nicht in eine Gewalttour ausarten soll.

Wieso komme ich ausgerechnet jetzt auf die glorreiche Idee, mich zu verschlanken? Böse Zungen mögen nun behaupten, dass es mit bald 40 Lenzen auf dem Buckel eh schon wurscht ist und die Fettpolster auch ihr Positives haben – nämlich eine kaschierende Wirkung auf die zahlreichen Fältchen, deren Existenz ich nicht mehr wegleugnen kann.

Auch wenn dieser Einwand durchaus berechtigt ist, so ist die Liste mit den Pro-Argumenten für eine Gewichtsreduktion doch wesentlich länger als der Zettel mit den Kontra-Punkten:

Kontra:

  • Ich muss meine geliebte Frust- und Stressvöllerei einstellen

Pro:

  • Besseres Körperempfinden
  • Mehr Ausdauer,  Beweglich- und Belastbarkeit (nicht nur in physischer Hinsicht)
  • Stabilere Gesundheit (sofern ich das Richtige esse)
  • Nicht nur ich sein, sondern auch wieder so aussehen
  • Von einer fitten Mutter profitieren auch die ultrafitten Kids
  • Insgeheimes (erweitert vorgenannte Punkte um ein Vielfaches)

Beizeiten wird es handfeste Daten und auch entsprechendes Bildmaterial geben – ich hoffe sehr, dass es mittel- bis langfristig nicht bei “Vorher”-Bildern bleibt.

Ich verfolge keinen strikten Plan. Das liegt mir nicht.

Meine Maßnahmen lassen sich sogar, ganz untypisch für mich, auf wenige Worten beschränken:

Nahrungszufuhr: Ausgewogen und zwischen 1.700 und 2.000kcals pro Tag; Verzicht ist jedoch nicht die oberste Prämisse – im Gegenteil: Genuss ist mir äußerst wichtig

Bewegung:  Das, was mit Kindern ohnehin anfällt und das, was mir besonders Spaß macht. In meinem Fall: Tanzen

Nicht viele Vorgaben. Trotzdem wird es eine Herausforderung, sie im turbulenten Familienalltag zu integrieren.

Allein bei dem Gedanken an die Speisenzubereitung vermehren sich meine grauen Haare exponentiell.  Bisher war ich da maximal anpassungsfähig, während meine Erstgeborene über die Flexibilität einer Eisenbahnschiene verfügt. Wenn es nach ihr ginge, gäbe es den ganzen lieben langen Tag nur Joghurt, Schnitzel, Käsebrezen, Südtiroler Speck, Parmesan, Beeren und Schokolade zu essen.

Bezüglich des Tanzens werde ich Organisationstalent entwickeln müssen, wenn ich das Schlafen nicht komplett einstellen möchte.

So, genug geschwafelt. Jetzt geht es ans Eingemachte.

Vier Tage habe ich schon geschafft. Famos, nicht wahr?

Vor allem, wenn man bedenkt, dass ich schon wieder krank bin. Ein Umstand, der meinen Appetit doch merklich drosselt.

Leider hat sich auch mein Geruchssinn ein weiteres Mal verabschiedet.

Ich freue mich auf den Duft gemahlener Gewürznelken. Sobald ich den wieder wahrnehme, weiss ich, dass die Anosmie noch nicht endgültig ist.

2 Kommentare

  1. Cooler Text, zauberhaft formuliert, glatt auf Twitter geteilt.

    Viel Spaß mit der kleinen Prinzessin. Ich hatte nur Jungs. 😉

    Liebe Grüße, Claudia

    • Liebe Claudia, vielen Dank für das Kompliment und für`s Teilen. 🙂 Mal sehen, ob sich die Kleine auch auf den Prinzessinnentrip begibt. Noch hofft der Opa darauf, dass wenigstens sie irgendwann zum Holzmachen mit ihm in den Wald geht. Jungs sind bestimmt auch Klasse. 🙂 Herzliche Grüße, Marianne

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