Federfarbenfee

Von jung und angejahrt in Wort und Bild

Category: Allgemein (page 1 of 6)

Projekt Zuckerfrei: Resümee Woche 2

Die zweite Woche meines “Zuckerfrei”-Experiments ist geschafft – Zeit für eine weitere Zwischenbilanz. Nach wie vor bin ich der Überzeugung, dass die Reduktion von raffiniertem Zucker eine wichtige Stellschraube in Sachen Insomnia ist, auch wenn mich die schlechten Nächte, die natürlich binnen dieses kurzen Zeitraums noch nicht ausgemerzt sind, regelmäßig daran zweifeln lassen. Glücklicherweise habe ich heute ein Schlafpolster von knapp fünf Stunden im Rücken, was für meine Verhältnisse doch recht ordentlich ist. Gestern, nach einer fast schlaflosen Nacht, wäre mein Wochenresümee wahrscheinlich weniger euphorisch ausgefallen. Da bin ich ganz ehrlich.

Wenn ich nicht oder kaum schlafe, ist die Zuckergier nach wie vor riesig und ich muss dann wirklich kämpfen, um nicht wie eine Heuschrecke über sämtliche Süßigkeitenvorräte herzufallen, die es vor allem dank M. noch immer en masse in unserem Haushalt gibt.

Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, finde ich es wirklich äußerst zuvorkommend von ihm, dass er gerade dann, wenn ich dem Süßkram mal wieder abgeschworen habe, Tonnen davon herankarrt. Trotzdem darf ich meinen Anfall von geistiger Umnachtung, in dem ich am Samstag die Schlacht gegen das Zuckermonster verloren und M. eine halbe Packung Choco Crossies weggefressen habe, nicht ihm in die Schuhe schieben. Schließlich zwingt er mich nicht, sein süßes Schlaraffenland zu plündern.

Ebensowenig wie ich ihn zwinge, dass er sich meinem Selbstversuch anschließt. Ich hab ihn noch nicht mal gefragt, ob er mitmachen möchte. Denn M. ist jemand, der schon aus Prinzip immer das Gegenteil von dem macht, was man ihm vorschlägt. Wie gesagt liebe ich seine rebellische Ader – ist mir tausendmal lieber als so ein weichgespülter Ja-Sager, aber in dem Fall würde er sich damit ins eigene Fleisch schneiden und deshalb verfahre ich hier nach der bekannten Autorenweisheit für Arme: “Show, don`t tell!” Eventuell mag er ja doch irgendwann mitziehen, wenn er sieht, dass es mir mit weniger Zucker besser geht.

Für`s Erste bin ich schon mal froh, dass seine Boykottierungsversuche sich in Grenzen halten. Letztes Mal, als ich einen Zuckerentzug startete, überreichte er mir nach wenigen Tagen mit einem halb feierlichen, halb perfiden Lächeln eine 300g-Tafel Milka (böse Schleichwerbung) Noisette: “Schau mal, Schatz – ich habe dir deine Lieblingsschokolade mitgebracht.”

Tja, irgendwie hat das schon System, dass er meine diesbezüglichen Vorhaben regelmäßig unterwandert. ; ) Aber ich will mal nicht so sein: Er redet mir nicht drein und vertilgt auch meine zuckerfreien Mahlzeiten ohne zu meckern. Zumindest, solange Fleisch mit am Start ist. Wenn nicht, schwingt er eben selbst den Kochlöffel. Er kocht vorzüglich, womöglich sogar noch besser als ich. Was für meine Wenigkeit Freud und Leid zugleich bedeutet. Denn bei ihm rangiert ganz klar Genuss vor Gesundheit. Und wenn dann die köstlichen Düfte seiner kulinarischen Meisterwerke durch`s Haus strömen, muss ich mich schon arg zusammenreißen, um zu widerstehen. Das weiß er auch. Also sehe ich zu, dass es gar nicht erst soweit kommt. ; )

Latent genervt ist er aber schon davon, dass ich mich dem dolce Vita (,zumindest, was die essbare Seite davon anbelangt,) momentan so penetrant verweigere.

Dies demonstrieren mir so kleine Szenarien wie gestern Abend, als er an meiner Statt unser Eiliensche aufzieht, da ich mich seinen Trietzversuchen nicht mehr zugänglich zeige. Sie übt sich gerade in Silbentrennung. Außerdem hat sie uns in der vergangenen halben Stunde mindestens 100 Ja-oder-Nein-Fragen gestellt.

M.: “Ja-ah-ha!! Siehst du, das hat sogar drei Silben.”

Das Eiliensche erwidert: “Und Papa hat wie Kacka zwei Silben.”

(High Five, Tochter. ;.))

Zurück zu meinem Zuckerfrei-Projekt. Die Choco-Crossies-Vernichtungsaktion war zum Glück mein einziger Aussetzer. Und darauf bin ich sogar ein wenig stolz. Denn normalerweise agiere ich in solchen Fällen nach dem Motto: “Jetzt ist es eh schon wurscht.”

Aber ich will nicht lügen. Es ist schon hart. Für mich. Mein Verlangen nach Zucker kommt und geht. Bei mir ist es nicht so wie bei anderen, die nach ein paar Tagen kalten Entzugs mit dem Thema durch sind. Was sicher auch daran liegt, dass ich Zucker in erster Linie aus emotionalen Beweggründen heraus konsumiere. Insbesondere dann, wenn ich mich beruhigen möchte. Wobei das strenggenommen ein Widerspruch in sich ist, da ich dadurch ja gleichzeitig negativ aktiviert werde.

Teilweise kann ich dieses Bedürfnis mit dem Gitarrespielen auffangen. Unseren Nachbarn bluten wahrscheinlich schon die Ohren, so oft wie sie in den vergangenen Tagen mein Geschrammel haben anhören müssen. Manchmal frage ich mich echt, warum sich das mein “Insta-Umfeld” freiwillig antut.

Zumindest spiele ich inzwischen nicht mehr so oft Nachts, weil ich da ja jetzt tatsächlich ab und zu schlafe. Immerhin habe ich seit zwei Wochen keine Benzos (Schlaftabletten) angerührt und es gab in diesen 14 Tagen keine einzige Nacht, die ich komplett durchgemacht habe. Wenigstens ein bis zwei Stunden habe ich immer gepennt. Das ist schon wirklich ein enormer Fortschritt. Und an dieser Erkenntnis klammere ich mich fest, wenn mich mein zuckriger Schweinehund zu überwältigen droht.

Kunterbunt und kreuz und quer

Nachdem das Ämmale nun endlich aus dem Elternbett ausgezogen ist und ich gerade einen erneuten Versuch starten wollte, von meinem Kabuff dorthin überzusiedeln – meine jüngere Tochter, Insomnia und ich harmonieren nicht wirklich miteinander – fängt plötzlich das Eiliensche mit Nachtwanderungen an.

“Ich hatte einen ganz schlimmen Albtraum. Der war wie ein Film ab 16”, rechtfertigt sich unsere Siebenjährige todernst.

(Immerhin nicht FSK 18 / Anmerkung der Verfasserin).

Jedenfalls war sie wie von der Tarantel gestochen aus dem Zimmer geschossen, um bei ihrem Papa Zuflucht zu suchen. Verständlich. Ich tappe ja auch mehrmals in der Woche zu M. rüber, um mich von ihm mehr oder weniger behutsam aus meinen Panikattacken schaukeln zu lassen. Was das im Einzelnen bedeutet, ist situationsabhängig und wird hier nicht näher erläutert.

***

Unsere aktuelle Schlafsituation ist jedoch nicht der eigentliche Anlass für diesen Blogpost. Vielmehr möchte ich hiermit auf eine kleine Erweiterung aufmerksam machen. Und zwar auf meinen “geschützten Bereich”, der im Header als eigene Kategorie zu finden ist.

Zwei für mich äußerst begrüßenswerte Entwicklungen haben dazu beigetragen, dass ich meine Webseite hier, die ich ja schon fast ins Nirwana befördert hätte, nun wieder revitalisieren und sie evtl. sogar zum Basislager meiner Onlineaktivitäten ernennen möchte:

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Kampfansage

Wenn Schlafes Bruder der Tod ist, dann ist Insomnia wohl die fiese, kleine Schwester der beiden? Jedenfalls sage ich dem blöden Miststück jetzt endgültig den Kampf an.

In den letzten Monaten hat die Schlaflosigkeit wieder ähnliche Ausmaße angenommen wie seinerzeit direkt vor dem Burnout. Sprich, ich schlafe alle 3 Nächte mal 3 Stunden und dazwischen so gut wie gar nicht. Mein Leidensdruck und meine Verzweiflung sind inzwischen enorm, auch wenn Außenstehende mir das selten ansehen. Es sei denn, ich breche auf offener Straße in Tränen aus. Ist auch schon passiert, aber prinzipiell bin ich geübt im Überspielen und ich neige nicht einmal dann zu Augenringen, wenn ich kurz davor bin, den Löffel abzugeben. Und glaubt mir: Auch damit habe ich mehr Erfahrung, als mir lieb ist.
Letzte Nacht habe ich selbst mit Schlaftablette kein Auge zubekommen. Und auch die Zeit zwischen den Jahren habe ich – von kurzen Unterbrechungen einmal abgesehen – quasi durchgemacht.

Dass die Problematik nun wieder derart eskaliert ist, schreibe ich insbesondere den aktuellen privaten Herausforderungen, meinem massiven Zuckerkonsum und dem Trainingsmangel zu. Leider fahre ich gerade wieder auf der emotionalen Essschiene und das mit mindestens 400 Sachen.

Nicht nur einmal habe ich festgestellt, dass Zucker dem Schlaf nicht gerade förderlich ist (- all die anderen Malaisen, die er im Schlepptau hat, mal außen vor). Und auch dass Bewegung im Sinne von ordentlich Auspowern es leichter macht, in einen Entspannungszustand zu finden und, so Gott will, ins Reich der Träume hinübrzudriften, ist für mich zur unumstößlichen Wahrheit geworden.

Eigentlich bin ich mittlerweile ein Gegner von guten Vorsätzen, da ich die meist eh nicht einhalte, aber so geht es echt nicht mehr weiter. Hier brennt gerade die Luft und bevor meine letzten paar verbliebenen Gehirnzellen auch noch im von Insomnia entfachten Inferno dahinschmelzen, sollte ich lieber Wasser holen, statt nur daneben – also neben mir – zu stehen und dumm zu glotzen.

Also:

Sport ⬆️

Zucker ⬇️

Figurtechnisch wird mir dieses Vorhaben sicher auch nicht schaden.

Ich wiege mich ja inzwischen äußerst selten und Kalorien zähle ich auch nicht mehr, obwohl mich diverse Posts auf Instagram in den letzten Tagen schon ziemlich getriggert haben, da bin ich ehrlich, aber nachdem ich nun in Sachen intuitivem Essen, abgesehen von den Zuckerschocks der letzten Wochen, doch schon recht weit gediehen bin, möchte ich auf diesem Weg bleiben und nicht wieder in alte Hamsterräder und Verhaltensmuster zurückfallen.

Wie ich nun aktuell auf der Waage feststellen konnte, habe ich meine größere Abnahme, die nun auch schon wieder drei Jahre zurückliegt, bis auf ca. 3kg halten können. Und damals habe ich mit Kalorienzählen abgespeckt. Ist an sich also schon eine gute Sache. Es sei denn, man ist essgestört. So wie meine Wenig- bzw. Fülligkeit. Da mir damals die Dokumentation meiner Fortschritte sehr geholfen hat, am Ball zu bleiben, möchte ich das wieder ähnlich handhaben. Wobei diesmal der Fokus nicht auf der Gewichtsabnahme, sondern auf einer Verbesserung des Schlafverhaltens liegt.

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Hier habt ihr auf jeden Fall schon mal ein Vorherbild. Dieses Foto ist vor wenigen Stunden entstanden. Und falls sich jemand wundert: Ich hab`s nicht so mit schicken, pinken Frauenhanteln. Ich trainiere mit den verstellbaren Hanteln meines Mannes. Die zwei Oschis hier wiegen zusammen 20,8 kg. Regelmäßiges Hanteltraining hilft mir zuverlässig gegen Rückenschmerzen. Mehr als spezielle Gymnastikübungen. An Cardio müssen meine 15.000 Schritte, die ich eh schon täglich reiße sowie mein Freestyle-Rumgetanze reichen.

Kindergeburtstag: Meerjungfrauenparty

Wie bereits vor geraumer Zeit angekündigt folgt nun endlich ein Blogpost zu unserer Meerjungfrauenparty, nebst eines Beweisfotos unserer legendären Schimmeltorte.

Vielleicht mögen sich hier auch andere (verzweifelte) Nixenmamas ein paar Inspirationen herausziehen. Tatsächlich erfreut sich etwa der Beitrag zu unserer Feenparty vor ein paar Jahren noch immer großer Beliebtheit. Zwischenzeitlich folgten noch weitere Mottoparties, wie z.B. eine Geisterfeier, aber die zu dokumentieren habe ich damals nicht auf die Reihe bekommen. Aufgrund erschöpfter geistiger und körperlicher Ressourcen.

Nun aber endlich zum eigentlichen Thema. Am besten fangen wir wohl mit der Deko an. Mir war und ist es immer wichtig, dass meine Kinder da möglichst viel selbst mitgestalten können. Den ganzen Aufriss betreibe ich ja in erster Linie für meine geliebten Terrorurscheln. Und das Basteln erhöht die Vorfreude. Zumindest bei den Kleinen. Bei Mama hingegen schnellt der Stressfaktor im Hinblick auf solche Aktionen bisweilen in schwindelerregende Höhen. Ist ja nicht so, als ob man in der Adventszeit nicht schon genug zu basteln und zu backen hätte.

Folglich war eine einfache und schnelle Umsetzbarkeit der Basteleien eine grundlegende Prämisse.

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Weihnachtsgedicht?

Achtung, Achtung: Ich werde euch hier gleich mit meinem aktuellen Kindermund-Kapitel beglücken. Wer dieses Büchlein bereits auf Wattpad verfolgt, muss sich also folgende Anekdote, die sich vor unserem großen Besuch aus Übersee gestern zugetragen hat, nicht noch einmal antun. 

Kleine “Fußnote” für einen guten Freund, der hier mitliest und den wir gerne als Übersetzer angeheuert hätten: Besagter neuer Lebensgefährte ist Luftfahrt-Ingenieur, nicht Astrophysiker. Ich hab ihn da im Vorfeld dümmlicherweise mit jemand anderem verwechselt. Dennoch fand ich es auch so anspruchsvoll (- und interessant -) genug, den Erläuterungen zu seinem Job, in dem er elektronische Systeme für Flugzeuge entwickelt, auf Englisch zu folgen. Zumal ich mich mit solch technischen Themengebieten schon auf Deutsch schwertue, aber unterm Strich hat das mit der englischen Kommunikation erstaunlich gut funktioniert. Obwohl M. nur ungefähr fünf Sätze zur Unterhaltung beisteuerte und die Kinder das Ganze ausschließlich mit einer heimatlichen Geräuschkulisse untermalten.

Ab hier sind nun Redundanzen für die Wattpadleser sehr wahrscheinlich:

Nachdem ich in den letzten Wochen Plätzchen und Lebkuchen tonnenweise produziert habe und außerdem am Geburtstag des Eiliensche mit einer famosen Schimmeltorte (siehe Männermund) glänzen durfte, habe ich mir geschworen, zumindest für die letzten Tage des Jahres in den Backstreik zu treten.

Wie formulierte es gestern die Leiterin des Kindergartens so treffend: “Wenn die stade Zeit vorbei ist, wird es endlich wieder ruhig.”

Nun verhält es sich aber so, dass morgen meine beste Freundin, die ich inzwischen seit 36 Jahren kenne, mit ihrem neuen Partner zu Besuch kommt. Sie ist vor anderthalb Jahren beruflich in die USA gegangen. Da es mich in Zeiten von Trump eher weniger nach Übersee zieht und uns diese Reise zudem vor finanzielle und zeitliche Herausforderungen stellen würde, sehe ich besagte Freundin derzeit nur ein- zweimal im Jahr. Und zwar immer dann, wenn sie nach Deutschland kommt. Ihren neuen Lebensgefährten kennen wir noch gar nicht. Wird ohnehin interessant, da meine Mädels außer ‘My name is’, ‘Cat’, ‘Dog’, ‘Hello’ und ‘Bye’ kein Wort Englisch sprechen, aber ich schweife ab.

Jedenfalls möchte ich den “jungen” Mann morgen gerne mit ein paar deutschen Backwaren vertraut machen und meine Freundin freut sich auch schon auf heimatliche Spezialitäten.

Damit der Kulturschock für den Herrn aber nicht allzu heftig wird, habe ich eben noch einen riesen Pott Chili aufgesetzt – und parallel dazu zusammen mit dem Ämmale Vanillekipferl im Akkord  gebacken.

Denn leider musste ich mit Entsetzen feststellen, dass sich unser enormer Plätzchenvorrat ominöserweise von geschätzten 500 Stück auf Null reduziert hat. Nur ein paar klägliche Zuckerperlen am Boden der Keksdose zeugen davon, dass ich einst tatsächlich gebacken und nicht nur davon geträumt habe. 

Also hab ich mein Gelübde gebrochen und mich doch nochmal ordentlich ins Zeug gelegt. 

Während das Ämmale gewissenhaft und liebevoll die Vanillekipferl mit Puderzucker betäubte, sauste haarscharf an ihrem Kopf ein gemeingefährliches Projektil vorbei. 

Und wer hat es abgefeuert?

Niemand Geringeres als die Frau Mama natürlich.

Es handelte sich hierbei um eine der Metallklammern, mit welchen meine hochexplosive Chiligewürzmischung im Zaum bzw. der Deckel auf dem Glas gehalten wird.

Das Ämmale nahm mir den unabsichtlichen Angriff auf ihr Leben zum Glück nicht übel und bestieg sogleich mit einer nahezu heroischen Geste den Küchenstuhl.

“Von hier habe ich eine gute Aussicht”, erklärte sie.

Die Klammer blieb leider trotzdem verschollen. Während ich auf dem Boden herumkroch, schmetterte das Ämmale:

“Kirche brennt.

Nikolaus rennt.

Ampel rot.

Nikolaus tot.”

Tja, was will man bei den Eltern anderes erwarten. Und dass ich lauthals lachen musste, stempelt mich wahrscheinlich erst recht als schlechteste Mutter aller Zeiten ab.

Doch wisst ihr was? Es geht noch besser!

Da folgende Anekdote jedoch nicht wirklich jugendfrei ist und außerdem schon fast zu viel Einblick in unser Intimleben gewährt, weiß ich nicht, wie lange ich sie online lassen kann:

Mein Mann und ich haben uns dieses Jahr einen Adventskalender für große Kinder und besinnliche, zweisame Stunden gegönnt.

Vor ein paar Tagen verbarg sich hinter dem Türchen ein Spielzeug, das für IHN bestimmt ist, welches sich aber auch wunderbar ins gemeinsame Liebesspiel mit einbauen lässt. Optisch erinnert es an einen weißen Silikonpilz, respektive an die Kappe eines Champignons. Mit Noppen statt Lamellen auf der Innenseite. Soweit so gut.

Wir deponierten das Teil, welches in einer Art Plastikei aufbewahrt wird, nach einem ersten Test ganz oben auf unserem Videoregal. Zum Glück hatten wir es zuvor einer gründlichen Reinigung unterzogen …

denn … 

als ich am nächsten Tag nichtsahnend ins Wohnzimmer kam, wurde ich vom Ämmale mit einer Handpuppe überrascht, die mir verdächtig bekannt vorkam. Meine Tochter öffnete und schloss ihre Finger, als wollte sie einen sprechenden Breitmaulfrosch imitieren:
“Hallo, Mama!”

Frohe Weihnachten!  ☆

Weihnachtliche Lieder und Geschichten

Heute mal wieder eine Buchvorstellung – diesmal im Doppelpack.

Von “Let’s play Guitar” habe ich schon drei weitere Bände. Die Reihe hat den Fokus auf der Liedbegleitung und ist für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet. Da vor allem mit Akkorden, Begleitrhythmen und Tabulatur gearbeitet wird, muss man nicht einmal Noten lesen können. ; )

Dieses Christmas-Songbook habe ich heute Vormittag erhalten und gleich losgespielt. : D Bei vielen Liedern hat man die Wahl, ob man sie lieber zupfen oder strummen möchte. Das finde ich super. Was mir allerdings weniger gefällt, ist, dass die meisten Zupfmuster schon extrem simpel gehalten sind. Wer also erwartet, hiermit komplexe Melodien spielen zu können, wird unweigerlich enttäuscht.

Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf der Begleitung!

Dafür können mit dem Buch auch Anfänger mit wenigen Monaten Gitarrenerfahrung sofort Erfolgserlebnisse verbuchen. Letztes Jahr um die Weihnachtszeit wäre dieses Buch daher ideal für mich gewesen. Ok, “Mary’s Boychild” z.B. hätte damals aufgrund des Barré noch nicht funktioniert (- inzwischen klappt das  -), aber die meisten gängigen Lieder wie z.B. “Stille Nacht”, “Jingle Bells” durchaus.

Trotzdem freue ich mich darüber, mit relativ wenig Aufwand ein paar Songs für Weihnachten vorbereiten und die dann gemeinsam mit der Familie trällern zu können. Und ich bin gespannt darauf, wie meine zweijährige Nichte wieder abgehen wird. Sie war letztes Mal ganz begeistert von meinem Geklampfe und hat dazu richtig enthusiastisch abgetanzt. : D 

Kaum, dass ich es gewagt habe, ein Päuschen einzulegen, rief sie sofort: “Weida spiele … weida spiele …” 

Yeah, ich hab einen Fan! : D

Das zweite Buch haben wir letzte Woche auf dem Weihnachtsmarkt erstanden. Es enthält all die schönen Weihnachtsklassiker, die ich schon als Kinder geliebt habe und ist bezaubernd illustriert. Dazu Kerzen und Plätzchen und die stimmungsvolle Vorlesestunde ist gesichert. 

PS: Ich werde leider nicht bezahlt für diese Werbung. ; )

PPS: Mal sehen, ob der WP-Reader mir nun wieder wohlgesonnen ist und meine Beiträge in den Feed einspeist.

Test WP-Reader

Aus unerfindlichen Gründen wird mein aktueller Beitrag (Teil 4 meiner Spukgeschichte) mal wieder nicht im Reader angezeigt.

Daher dieser Test.

Mein entsprechendes Büchlein auf Wattpad ist zwischenzeitlich auch immer wieder ins Jenseits oder Nirwana verschwunden. Und jetzt scheint sich dieser Spuk hier fortzusetzen. 🤔🤨🤬

“Wenn die Toten reden” – “Gothic Girl (Teil 3)” / Und ein wenig Alltagsblabla

Zwischen “In der Weihnachtsbäckerei” und “Mary`s Boychild” poste ich nun das vorletzte Kapitel meiner Gruselgeschichte.

Um kurz off topic zu bleiben: Es war eine meiner besten Entscheidungen überhaupt, mir im Sommer letzten Jahres und im fortgeschrittenen Alter von 42 Jahren einen langgehegten Traum zu erfüllen und das Gitarrespielen zu erlernen. Angefangen habe ich mit Lagerfeuergitarre und reiner Liedbegleitung. Inzwischen bin ich auch in der Lage, das ein oder andere etwas komplexere Stück zu zupfen und selbst Barré-Akkorde sind inzwischen kein Hexenwerk mehr.

Ich glaube, so viel Dopamin wie beim Gitarrespielen schütte ich nicht mal beim Schokoladefressen aus. : D Dieses Instrument ist Balsam für meine Seele – gerade nach den letzten beiden Nächten, die ich mal wieder fast komplett durchgemacht habe. Und auch den Kindern kommt es zugute, dass Mama jetzt wieder vermehrt mit ihnen musiziert.

So, nun aber folgt endlich der 3. Streich:

~♱ Gothic Girl (Teil 3) ♱~

Konnte Angst einen umbringen?

Wenn nicht, würden Sabine wohl stattdessen diese elendigen Kopfschmerzen dahinraffen. Die Intervalle zwischen den Attacken wurden immer kürzer. Trotz der Schmerztabletten.

Wahrscheinlich war sie so zugedröhnt mit Medikamenten, dass sie wie blöd halluzinierte. Gut möglich, dass das Mädchen sowieso nur in ihrer Phantasie existierte.
Und selbst, wenn nicht? Was konnte ihr dieses klapprige Gestell schon groß antun? Sabine ging doch eh schon durch die Hölle.

Sollte sie es nicht besser einfach aushalten? Dass sie gleich von einem Geist berührt würde?

Wegrennen war jedenfalls nur auf den ersten Blick eine verlockende Option. Das Mädchen würde keine Ruhe geben und sie Tag und Nacht weiterverfolgen. Und dafür musste es einen Grund geben. Aus reinem Spaß an der Freude machte sich der Gruftie hier sicher nicht die Mühe, Sabine zu schikanieren. Und wie sagte man so schön: Lieber ein Ende mit Schrecken statt ein Schrecken ohne Ende.

Trotzdem wich Sabine reflexartig zurück, als ein dürrer, leicht transparenter Zeigefinger sich anschickte, ihren Brustkorb zu durchbohren. Nur eine Sekunde später wurde ihr Herz in einen unsichtbaren Gefrierschrank gesperrt. Es krampfte sich schmerzhaft zusammen und Sabine war auf einmal furchtbar kalt. Sowohl ihre Körper- als auch die Umgebungstemperatur schienen plötzlich um mindestens zwanzig Grad gefallen zu sein. Und dank der grellen Blitze, die durch ihren Schädel zuckten, konnte sie außer gleißenden Lichtern, bunten Nachbildern und tiefer Schwärze in den kurzen Gewitterpausen nichts mehr sehen.

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“Wenn die Toten reden” – “Gothic Girl (Teil 2)”

(Da diese Kurzgeschichte ein Vierteiler ist, muss ich mich beeilen mit dem Einstellen. Schließlich beginnt am Sonntag die stade Zeit und in meiner Geschichte geben ja nicht mal die Toten Ruhe. Da es sich hier um einen familienaffinen Blog handelt, wären spätestens ab dem ersten Advent eher weihnachtliche Erzählungen angebracht.)

PS: bezüglich des Weiterlesen-Tags wisst ihr ja jetzt Bescheid.)

~♱ Gothic Girl (Teil 2) ♱~

„Füße runter vom Armaturenbrett!”, keifte Sabine ihren Sohn an, obwohl sie wusste, dass ihr Verhalten unfair und, etwaige Sicherheitsbedenken einmal außen vor, ziemlich unangemessen war. Zum einen genoss sie es selbst, ihre Beine hochlegen zu können, wenn sie mal die Rolle der Beifahrerin innehatte – was leider schon ewig nicht mehr vorgekommen war. Und zum anderen verdiente es Max völlig unabhängig von diesem fadenscheinigen Anlass nicht, dass sie ihren ganzen Frust an ihm abließ.

Eigentlich brauchte sie sich nicht darüber wundern, dass er zu so einem ungehobelten Stinkstiefel mutiert war. Der Fünfzehnjährige war einfach nur der perfekte Spiegel seiner Mutter.

Davon ab hatte er sie sowieso nicht gehört. Dank der harten Metalklänge, die aus seinen InEars drangen und die aufgrund ihrer nerven- und trommelfellzerfetzenden Lautstärke auch für Sabine deutlich vernehmbar waren und so etwas Antiquiertes wie ein Autoradio völlig überflüssig machten. Doch trotz dieses positiven Aspekts war das Smartphonekonzert, welches mit Sabines eigenem Musikgeschmack nur bedingt konform ging, Gift für ihre Kopfschmerzen, die sie nun wieder seit einer guten Stunde malträtierten. Und von Minute zu Minute wurden sie unerträglicher.

„Ist doch alles Scheiße!”, murmelte sie und trommelte mit den Fingerspitzen entnervt auf dem Lenkrad herum. Wohl in der aberwitzigen Hoffnung, damit das Gehämmere in ihrem Schädelinneren und das Gewummere aus Max’s Kopfhörern zu übertönen.
Sie hatte bereits 1.200mg Ibuprofen intus. Und der Tag war noch jung. Eigentlich sollte sie sich die verbleibenden Tabletten einteilen. Nicht nur, weil sich schon jetzt ein flaues Gefühl in ihrem Magen breitmachte – eine bekannte Nebenwirkung dieses Schmerzpräparats.

Aber sie hielt es einfach nicht mehr aus.
Ein wenig unsanft zog sie ihrem Sohn den Stöpsel aus dem linken Ohr.
„Was ist?”, murrte er nicht gerade entgegenkommend.
Oh ja, sie waren schon ein echtes Dreamteam.
„Kannst du bitte deine Mucke um ein paar Dezibel runterdrehen und mir meine Tabletten aus dem Handschuhfach holen? Da hast du gerade deine Füße drauf geparkt. Bitte. Danke.”
„Geht klar”, sagte er und nahm tatsächlich die Beine von der Ablage. Er war sogar so umsichtig, die Ibu aus dem Blister zu pulen und Sabine seine Wasserflasche anzubieten, die er neben sich im Seitenfach verstaut hatte. Völlig perplex angesichts dieser Gentlemanallüren sah Sabine großzügig darüber hinweg, dass Max seine Musik nicht wirklich leiser stellte. Alles schien sie in Sachen Erziehung wohl doch nicht verkehrt gemacht zu haben.

Zum Glück dauerte es nicht lange, bis das Medikament Wirkung zeigte, auch wenn diese voraussichtlich nicht ewig anhalten würde. Aber vielleicht zumindest solange, bis sie sie diese Nebelwand hinter sich gelassen hatten.
Während Sabine angestrengt durch die Gläser ihrer Brille, die sie glücklicherweise nur zum Autofahren benötigte und durch die Windschutzscheibe in die wabernden, grauen Schwaden starrte, die leider eher dichter statt lichter wurden, wanderten ihre Gedanken wieder zurück zu dem Mädchen aus dem Traum.

Wäre das hier ein Film, würde es sich bei dieser punkigen Gruselpuppe garantiert um irgendein Mobbingopfer handeln, das nun, nach seinem gewaltsam herbeigeführten Ableben, Rache an seinen Peinigern übte. Aber einerseits war Sabine gar nicht sicher, dass das Mädchen wirklich tot war und andererseits war sie in ihrer Jugend selbst diejenige gewesen, die von hippen Cliquen-Girlies bis über die Schmerzgrenze hinaus gemobbt wurde. Abgesehen von den üblichen Bitch Fights unter Mädchen konnte sie sich nicht daran erinnern, ein anderes Mädchen auch nur gepiesackt zu haben. Eher hatte sie sich mit den „Ausgestoßenen” solidarisiert.

„Mensch, Mama, pass doch auf!” Max griff ihr hektisch ins Lenkrad. Dass er gar so kieksig klang, lag offensichtlich nicht nur daran, dass er sich im Stimmbruch befand. Sie waren gerade haarscharf an der Leitplanke vorbeigeschrammt.
Sabine fiepte erschrocken.
„Was ist los mit dir? Sekundenschlaf?”, fragte Max. Er musterte seine Mutter besorgt und für einen Moment kam sie sich vor, als sei sie das Kind und er der Erwachsene.
„Nein, nur der blöde Nebel. Ist alles so verschwommen.”
„Und du bist total benommen”, erwiderte Max und lachte kurz über sein Wortspiel. Aber er sah nicht wirklich amüsiert aus. Eher so, als würde er darüber nachdenken, ob seine Mutter noch alle Tassen im Schrank hatte. „Wir sind doch schon längst raus aus dem Nebel. … Ok, die Windschutzscheibe ist etwas beschlagen. Meinst du das mit ‚verschwommen’?” Er löste zögerlich seine Hand vom Steuer und wischte mit dem Saum seines Sweatshirts über das Glas. „Wird echt Zeit, dass ich den Führerschein mache.”

Leider mussten er und Sabine sich da noch ein paar Jährchen gedulden, auch wenn sie Max auf den Feldwegen am Ortsrand schon seit mehreren Monaten Fahrunterricht gab. Die Bauern juckte das nicht groß. Deren Sprösslinge heizten schon mit Dreizehn auf dem Quad oder dem Traktor durch die Gegend.

„Ja, ich kann’s auch kaum erwarten, selbst wieder die Beine hochzulegen”, erwiderte Sabine und Max grinste. Scheinbar ging er davon aus, dass Sabine wieder die Alte war.
Doch Max bot sich hinter der inzwischen blitzblanken Windschutzscheibe offensichtlich eine andere Welt als ihr. Sie konnte in der Nebelsuppe gerade so die Fahrbahnbegrenzung und ungefähr fünf Meter vom Mittelstreifen erkennen. Aber das sagte sie Max lieber nicht. Was würde es schon bringen, wenn sie ihn erneut beunruhigte? Hier, auf der Autobahn konnte sie ihn kaum ans Steuer lassen und sie hatten es ja auch nicht mehr weit. Gesetzt den Fall, diese Straße würde sie wirklich zum Friedhof führen und nicht geradewegs in die Hölle. Irgendwie war es schon höchst eigenartig, dass sich ihre Wahrnehmung gerade so sehr von der ihres Sohnes unterschied.

Sie schüttelte sich kurz, in der Hoffnung, damit die klammen Finger, mit denen die aufkeimende Panik tückisch langsam ihren Rücken emporkroch, loszuwerden. Max stöpselte derweilen wieder seine Kopfhörer in die Ohren. Sabine hätte nie gedacht, dass Heavy Metal sie beruhigen könnte. Aber tatsächlich erdeten sie die harten Beats. Sie vermittelten ihr ein Gefühl von Normalität und Geborgenheit.

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Gruselige Kurzgeschichten: “Wenn die Toten reden” – “Gothic Girl (Teil 1)”

Hey, nicht gleich wegclicken! Ihr seid hier schon noch richtig auf dem Blog der Federfarbenfee.

Derzeit bin ich ja schwer damit beschäftigt, meine Liebesroman-Trilogie unter Dach und Fach zu bringen. Daher fehlt mir aktuell einfach die Zeit und der Nerv, in die komplexe Welt von “Am Anfang war Lila” einzutauchen. Dieser, mein eigentlicher Romanerstling ist sowohl auf dem Blog als auch auf Wattpad in den Dornröschenschlaf gefallen, als meine zartherbe Liebesgeschichte allmählich (eine monströse) Gestalt angenommen hat. Und auch wenn “Am Anfang war Lila” sich danach sehnt, endlich fortgesetzt zu werden, muss es leider solange warten, bis der (Ex-)Schmelz eingetütet ist und meine Gedanken “lilatechnisch” wieder freie Bahn haben.

Einstweilen können jedoch ein paar Aufwärmübungen für meinen Gruselschreibmuskel nicht schaden. Und so habe ich auf Wattpad vor Kurzem mit diesem kleinen (?) Experiment angefangen. Da sich vielleicht auch unter meinen Bloglesern der ein oder anderen Liebhaber von Schauerliteratur findet, dachte ich mir: Warum dieses Projekt nicht auch hier veröffentlichen? Wer sich allerdings so gar nicht gruseln mag,  darf das Titelbild als Stoppschild verstehen. Immer wenn dieses ominöse Design da auftaucht, verbirgt sich dahinter ein Teil meiner spooky Short Stories.

Kleines Vorwort

Gute Geistergeschichten, die auf subtilen Grusel statt auf rollende Köpfe setzen, sind rar. Findet ihr nicht auch?

Vielleicht geht es euch ja ähnlich wie mir und ihr langweilt euch ebenfalls zu Tode (- dieser Umstand ist wahrscheinlich der eigentliche Horror an der Splatterliteratur -), wenn literweise Blut spritzt, Extremitäten durch die Gegend fliegen und zu allem Überfluss auch noch irgendwelche schleimigen Monster den Protagonisten auf sehr plumpe Art und Weise nach dem Leben trachten.

Zu meinem Leidwesen habe ich festgestellt, dass ich in Sachen “Psycho-Horror” weniger hartgesotten bin, seit ich Kinder habe. Aber dennoch kann ich nicht leugnen, dass hier eine meiner ursprünglichsten Domänen liegt. Die ersten Geschichten, die ich selbst ersonnen und meinem Publikum, damals bestehend aus einer Schar gleichaltriger Kindergartenfreunde, erzählt habe, waren solche, die uns alle (mich eingeschlossen) das Fürchten lehrten.

Und welche Jahreszeit, wenn nicht die dunkle, die nun mit dem November eingeläutet wurde, eignet sich besser, um dieses Faible für das Morbide wieder zu erwecken?
Zudem muss ich gestehen, dass mir der (Ex-)Schmelz in Sachen Liebesroman eine solche Überdosis verpasst hat, dass ich in literarischer Hinsicht jetzt interimsmäßig  dringend ein Kontrastprogramm benötige. Es verhält sich da wie mit der Schwarzwälder Kirschtorte, die ich für meinen Mann und mich zum Geburtstag gebacken habe: Da wir Geburtstage aus Prinzip nicht feiern und es folglich keine geladenen Gäste gab, mussten wir die Torte ganz alleine aufessen. Die ersten Stücke schmeckten noch himmlisch, aber spätestens das sechste Torteneck innerhalb von drei Tagen (die Kirschsahne hält sich nicht ewig im Kühlschrank), kam eher einer Strafe gleich. Und jetzt kann ich erstmal keine Torte mehr sehen. Weder Schwarzwälder, noch sonst irgendeine.

Gehen wir nun also vom Raum mit dem rosaroten Herzchendekor hinüber in jenes andere Zimmer, in dessen dunklen Ecken mysteriöse Schatten lauern, wo der Putz von den Wänden bröckelt und der alte Schaukelstuhl sich scheinbar von allein knarzend vor- und zurückbewegt.

~♱ Gothic Girl (Teil 1) ♱~

Sie war wieder da. Dort hinten an der Wand. Unbeweglich wie eine leblose Statue. Verborgen hinter all den gesichtslosen Menschen, die an ihr vorbeiströmten und die keinerlei Notiz von ihr nahmen.

Auch Sabine hatte das Mädchen zuerst nur für eine weitere, unbedeutende Statistin in ihren Träumen gehalten. Obwohl das, was man landläufig als siebten Sinn bezeichnete, schon Alarm geschlagen hatte, lange bevor Sabine in der Lage gewesen war, die beklemmende Präsenz dieses weiblichen Gruftis bewusst wahrzunehmen.

(Ich muss an dieser Stelle einen “Weiterlesen”-Tag einfügen, da ansonsten die Übersichtlichkeit auf meiner Website doch arg leidet. Wer im Reader mitliest, möge doch bitte kurz auf das Erdkugelsymbol hüpfen. Da solltet ihr das komplette Kapitel sehen können.)
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