Federfarbenfee

Von jung und angejahrt in Wort und Bild

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(Heil-)Fasten für besseren Schlaf und gegen die Zuckersucht: Tag 5

Tja, so schnell gebe ich mich nicht geschlagen. : D

Und mein Kampfgeist wurde erneut mit einer für meine Verhältnisse exorbitant guten Nacht belohnt:

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich im letzten Jahr auch nur ein einziges Mal zwei solch gute Nächte kurz hintereinander hatte. Vielleicht ist also doch etwas dran am Fasten. Jedenfalls bin nach dem mentalen Einbruch gestern wieder hochmotiviert.

Ich will nichts beschönigen: Gestern war ich an einem Tiefpunkt. Es ging mir mehr als beschissen. Allerdings waren solch schlechte Nächte und darauffolgende Tage in der letzten Zeit eher die Regel als die Ausnahme. Deshalb greife ich ja überhaupt erst zu solch “radikalen” Maßnahmen.

Und es wäre wohl utopisch anzunehmen, dass ich nicht zwischen drin immer wieder Rückschritte in Kauf nehmen müsste.

Gestern war ich allerdings aufgrund des Schlafdefizits so energielos und unkonzentriert, dass ich Mittags das in der Fastenbrühe gekochte Gemüse in fester Form und später noch einige Beerensmoothies, die ich mit Proteinpulver anreicherte, zu mir genommen habe.

Nachmittags fand eine Videokonferenz mit der Schule bezüglich der Einschulung meines Ämmales statt und da war ich schon auf ein funktionsfähiges Hirn angewiesen. Nicht schlafen plus nichts essen ist einfach Gift fürs Nervenkostüm.

Mir war aber bewusst, dass das Gemüse und die Beeren meinen Darm wieder aktivieren und damit der Hunger zurückkehren würde.

Demzufolge schob ich nach der Konferenz extrem Kohldampf. Nichts essen ist wirklich wesentlich einfacher als ein bisschen etwas zu essen.

Abends habe ich dann noch eine ordentliche Portion hausgemachten Frischkäse mit Brot vertilgt. Danach war ich satt und zufrieden. Zuckergelüste hatte und habe ich nach wie vor nicht.

Und heute halte ich mich bis jetzt wieder an Wasser, Tee und etwas Kaffee.

Achtung – unbezahlte Schleichwerbung:

In diesem Teeladen haben wir vor Corona des Öfteren vor Ort eingekauft. Nun haben wir online bestellt und die Tees waren schon am nächsten Tag bei uns. Die Mischungen sind sehr liebevoll zusammengestellt und bisher allesamt von köstlichem Aroma. Ich kann sie nur empfehlen!

Normalerweise trinke ich ausschließlich Kräutertees, aber hier munden mir auch die Früchtetees.

Übrigens habe ich seit gestern unglaublich Lust auf grüne Äpfel. ich liebe Grannies ja sowieso, aber momentan verfolgen sie mich regelrecht.

Daher werde ich mir später wohl ein paar gönnen.

Ich hatte ja von Anfang an vor, nach einigen Tagen kompletten Flüssigfastens zu einer modifizierten Fastenform überzugehen.

Um Heilfasten im engeren Sinne handelt es sich hierbei wohl nicht mehr, aber ich betitele meine Fastenzeit weiterhin so, denn für mich ist es genau das: Fasten als Heilung.

Bitte entschuldigt, dass ich es gestern nicht geschafft habe, eure Kommentare zu beantworten. Ich war einfach zu platt.

(Heil-)Fasten für besseren Schlaf: Tag 4

Tja, die letzte Nacht war ein Satz mit x, nämlich nix.

Im Grunde bin ich schon seit 01.00Uhr komplett wach. Das bisschen Gedöse bis 02.00Uhr kann ich nicht wirklich zählen.

Zudem misst die Uhr bei niedrigem Ruhepuls teils auch Leichtschlaf. Und wenn ich nicht gerade Panik schiebe und nicht durch die Gegend torkle, ist mein Ruhepuls einfach verdammt niedrig, worüber ich aber froh bin, denn zumindest habe ich ein gutes Herz … ; )

Immerhin konnte ich heute Nacht Panikattacken verhindern und mich mit Atemübungen soweit runterregeln. Funktioniert auch nicht immer.

Aber nun geht nix mehr und ich hab einen anstrengenden Tag vor mir.

Ob ich es schaffe, das Fasten mit der schlechten Nacht im Rücken weiterhin zu meistern, weiß ich nicht.

Der Zuckerjieper ist fürs Erste verschwunden – das allein ist es schon wert, aber meine Motivation ist im Keller.

Auch das Fasten kann Insomnia offensichtlich nicht bezwingen.

Das ist bei mir auch so ein Muster. Sobald ich etwas anders mache und aus meinem üblichen Prozedere ausschere, läuft es ein paar Tage besser mit dem Schlafen und dann ist wieder alles beim Alten.

Ich weiß mir allmählich keinen Rat mehr. Bitte gebt ihr mir auch keinen. Wenn ich wieder etwas Kraft gesammelt habe, werde ich mich wohl doch nochmal um professionelle Unterstützung bemühen. Aber viel Hoffnung habe ich nicht. Schließlich liegt da auch schon eine wahre Ärzteodyssee hinter mir.

So, nun werden die Kinder wach …

(Heil-)Fasten für besseren Schlaf: Tag 3

Tja, ihr könnt euch freuen: Dank Fasten mülle ich den Feed, euer Mailpostfach und meinen Blog nun täglich voll.

Aber ich möchte dieses kleine Projekt in erster Linie für mich und natürlich auch für all die anderen verzweifelten Insomniker dort draußen dokumentieren.

Fangen wir mit meiner zweiten Fastennacht an: Die war zwar kein solch ein Highlight wie die erste Nacht, aber dennoch habe ich immerhin ein Vielfaches von dem geschlafen, was ich in all den Nächten zuvor zusammengekratzt habe:

Für mich typisch ist derzeit- auch in schlechten Nächten – dass ich oft direkt nach dem Zubettgehen in den Tiefschlaf falle, danach aber sofort aufwache und (erstmal) nicht mehr einschlafe.

Hier ist ein Beispiel von letzter Woche:

Das war noch eine der besseren Nächte. Wenn ich unter 3h schlafe, was ja jetzt meistens der Fall war, zeichnet die Uhr nichts Vernünftiges mehr auf. Zumindest keine Schlafphasen. Tja, kein Wunder. Wo nichts ist, kann man auch nichts festhalten.

Früher verhielt es sich eher so, dass ich mich stundenlang herumgewälzt habe, bevor ich in den frühen Morgenstunden in unruhigen Schlaf gefallen bin. Das passiert jetzt schon deshalb nicht mehr, weil ich meistens aufstehe, wenn ich gar nicht einschlafen kann. Deshalb ist bei o.g. Beispiel meine Nacht auch um Drei Uhr früh zu Ende.

Allerdings gehe ich dann keinen erfüllenden Tätigkeiten nach, sondern tigere wie ein Zombie durchs Haus. Die Beine bewegen sich, das Hirn ist Matsch. Nein, der Vergleich hinkt. Ein Zombie hat keine Panikattacken.

Die erste, die Bombennacht, die sah so aus:

Meine Schlafphasen sind hier annähernd normal. Dass ich zwischendrin oft aufwache, stört mich überhaupt nicht, sofern ich wieder einschlafe.

Wie ihr seht, ziehe ich mein übliches Bewegungspensum auch beim Fasten durch. In Sachen Energie habe ich keinerlei Einbußen. Eher im Gegenteil. Was aber weniger am Fasten per se liegt, sondern daran, dass ich (momentan) mehr schlafe.

Übrigens ernähre ich mich grundsätzlich schon recht gesund. Immer. Ich koche frisch, mit vielen Kräutern, esse täglich mindestens 3 Äpfel -und verwende das weiße Gift in der Küche überhaupt nicht mehr. Es sei denn, ich backe mal einen Kuchen, der auch für Leute außerhalb meines Haushalts bestimmt ist.

Die Süßigkeiten kommen on top auf meine normale Ernährung obendrauf.

Da ich nicht die Dünnste und eben ziemlich viel auf den Beinen bin, verbrenne ich auch viel. Und mit 3.000kcals Verbrauch im Schnitt kann man schon einiges futtern, ohne direkt einen auf Hefekloß zu machen.

Ich weiß aber sehr gut, dass es völlig schizophren ist, in der normalen Ernährung jeglichen Zucker zu vermeiden, ihn dann aber in Form von Süßigkeiten en masse zu konsumieren.

Heute ist Tag 3 und mir geht’s gut. Hunger: Fehlanzeige. Doch nach den ersten beiden Tagen ist es bei mir immer so, dass sich das Hungergefühl schlagartig legt.

Trotzdem werde ich heute das Gemüse von gestern mit der Brühe zu einer Cremesuppe verarbeiten. Die Konsistenz ist sonst schon arg dünn. Ab morgen werde ich dann auch selbstgemixte Smoothies mit ins Repertoire aufnehmen.

Und dann schau mer mal …

Ich muss allerdings gestehen, dass meine Motivation wirklich mit dem Schlafen steigt und fällt. Sobald ich wieder eine Nacht komplett durchmache, erscheint mir dieses Experiment obsolet und ich bin raus.

Jetzt gibt es die nächste Kanne Tee. Der hier hat eine orientalisch-fruchtige Note. Mmmmhhh …

(Heil-)Fasten für besseren Schlaf: Tag 2

Echt jetzt? Fasten? Wieso, weshalb, warum?

Nun, wie die meisten von euch wissen, beschäftigen mich folgende zwei, chronische Laster/Leiden:

➡️ Insomnia
➡️ Zuckersucht

Die Schlaflosigkeit begleitet mich bereits seit Jahrzehnten. Richtig gut geschlafen oder gar durchgeschlafen habe ich noch nie. Die Ursachen und Einflussfaktoren sind vielfältiger Natur. Ich bin ihnen noch immer auf der Spur.

Ich war im Schlaflabor, in ambulanter und stationärer Therapie und habe auch an Medikamenten so ziemlich alles durch. Schlafrestriktion hilft ebenfalls nix. Die habe ich aufgrund der Kinder eh zwangsläufig. Es ist mir gar nicht möglich, bis in die Puppen zu pennen oder mich tagsüber hinzulegen. Und ich war ohnehin nie der Mensch für Nickerchen.

Diagnostiziert wurde eine primäre Imsomnie. Das bedeutet, dass meiner Schlaflosigkeit weder eine organische noch eine psychische Erkrankung zugrunde liegt. Und da ich schon seit so vielen Jahren darunter leide, hat sich Insomnia inzwischen verselbstständigt und es braucht gar keinen besonderen Grund oder Auslöser mehr, um nicht zu schlafen.

Allerdings verstärkt Stress jeglicher Art, auch solcher positiver Natur, meine Insomnie gewaltig. Und in den letzten Monaten ist da sehr viel zusammengekommen.

Nun hat sich das Ganze wieder so zugespitzt, dass ich alle drei Nächte komplett durchgemacht und dazwischen pro Nacht 1 bis 3 Stunden, und auch die nur mit ständigen Unterbrechungen, geschlafen habe. Seit meinem Burn Out mit Anfang Dreißig hatte ich allerdings des Öfteren ähnlich heftige Phasen.

Fatalerweise giert mein Hirn aber gerade im schlaflosen Zustand extrem nach Zucker.

Ich war mir meiner Zuckerentwöhnung schon auf einem guten Weg. Und die Zuckerreduktion wirkt sich grundsätzlich auch positiv auf das Schlafverhalten aus, aber heilen kann der Zuckerverzicht Insomnia leider nicht, obwohl ich ja sehr darauf gehofft hatte (siehe ältere Beiträge und Blogposts).

Und wenn ich nicht bewusst auf meinen Zuckerkonsum achte und mich das Leben so in Beschlag nimmt wie derzeit, werden die vertilgten Süßigkeitenberge sukzessive immer höher. So lange, bis ich völlig out of order bin.

Letzte Woche war ich dann soweit, dass ich pro Tag mindestens 2 Packungen Geleebananen und 2 Packungen Schaumerdbeeren/ Gummibärchen verzehrt habe. Zucker pur quasi. 

Ich fühlte mich furchtbar. Kraftlos, extrem unruhig, depressiv. Und schlaflos natürlich.

Täglich habe ich versucht, den Zuckerkonsum wieder einzuschränken. Erfolglos.

Daher habe ich nun gestern die Reissleine gezogen und einen Tee- und Wasserfastentag eingelegt. Es ist Jahre her, dass ich die letzte Fastenkur gemacht habe und ich bin diesbzgl. aufgrund meines Essstörungshintergrunds auch eher vorsichtig, weil das Fasten mich in alte Verhaltensmuster zurückschubsen kann.

Doch der Leidensdruck war jetzt einfach viel zu groß.

Nachdem der “Testtag” gestern sehr positiv verlaufen ist und ich tatsächlich die beste Nacht seit Langem hatte, mache ich nun noch ein wenig weiter. Wie lange genau, das kann ich nicht sagen. So lange, wie es mir gut tut und geht.

Heute fühle ich mich prima: Ausgeruht, energiegeladen und optimistisch. Mein Kreislauf macht auch keine Spirenzchen.

Eben war ich zu Fuß beim Gemüsehändler unseres Vertrauens, um Zutaten für eine Fastensuppe zu kaufen.

Das Gemüse werde ich nach dem Kochen teils an meine Familie verfüttern und teils einfrieren. Ich trinke erstmal nur ganz brav die Brühe. So wie es sich beim Heilfasten gehört. ; )

Allerdings schätze ich mal, dass ich spätestens in zwei, drei Tagen zu einer modifizierten Fastenform mit selbstgemachten Smoothies und Suppen übergehen werde. Gesetzt den Fall, dass ich dann noch on Bord und nicht über die Reling ins Zuckermeer gestürzt bin.

Einstweilen bin ich einfach dankbar für jeden einzelnen Tag, den ich schaffe und der mich mit gutem Schlaf belohnt.

Diesen Spruch hat mein Ämmale vor einigen Tagen abgelassen und ich finde, der passt an dieser Stelle auch ganz gut:

Aquarell auf Leinwand und Buch in Ton

Gestern war der erste (kind)freie Vormittag seit Monaten und die Zeit habe ich auch dazu genutzt, meine Gitarre auf Leinwand zu verewigen.

Ich wollte unbedingt ein Gitarrenbild in diesem Zimmer, das u.a. zum Musizieren dient, hängen haben.
É voilà – dies ist das Ergebnis meiner gestrigen Malaktion:

Das erste Foto von meinem aktuellen Machwerk habe ich heute bei Tageslicht geschossen, das zweite gestern Nacht bei Kunstlicht. 

Schon interessant, wie die Farben jeweils variieren. In Natura ist die Diskrepanz nicht so stark. Die tatsächliche Farbgebung liegt irgendwo zwischen den beiden Fotos. 
Vielleicht macht es auch etwas aus, dass das Bild an einer Schrägwand (Mansarde) hängt.

Hier noch ein paar Schnappschüsse vom Entstehungsprozess:

Nein, ich habe den Pinsel nicht in den Kaffee statt ins Wasserglas getaucht. Ist mir aber durchaus auch schon passiert. : )

Mein Ämmale hat sich auch gleich ganz inspiriert ans Werk gemacht.

Das Gitarrenbild ist mein zweiter Versuch, mit Aquarellfarben auf Leinwand statt auf Aquarellpapier zu malen. Den ersten habe ich vor einigen Tagen zusammen mit meinen Mädels unternommen:


Mit einer speziellen Grundierung für Aquarellfarben, die vor dem Malen auf die Leinwand aufgetragen wird – sie trocknet schnell und weiß aus – funktioniert das echt gut. Die Farben leuchten wunderschön und die Verläufe und Lasuren sind auch “authentisch”. 

Und wo wir gerade dabei sind, bin ich so frei und ergänze diese kleine Galerie noch um eine Zeichnung, die auch kürzlich entstanden ist und die ich bisher nur in einer Instagramstory gezeigt habe:

Mit dieser bunten Bilderflut mache ich zumindestens meinem Blognamen alle Ehre. ; )

Übrigens verfüge ich –  dank professioneller Unterstützung – inzwischen über eine ordentliches Aufnahmeequipment, insbesondere über ein richtig gutes Mikrofon.


Damit hat sich auch das Problem “Gitarre übertönt Stimme” endlich erledigt. Ich hoffe, euch bald mit einer Kostprobe “beglücken” (?) zu können.

Die Einrichtung eines Mini-Tonstudios hat aber auch noch andere Gründe: Zum Beispiel die Schaffung optimaler Voraussetzungen für den Distanzunterricht, der uns sicher noch länger begleiten wird, auch wenn hier gerade zaghaft der Wechselunterricht (ein Tag Homeschooling, ein Tag Präsenzunterricht) wieder anläuft.

Des Weiteren denke ich darüber nach, meinen aktuellen Roman noch während des Entstehungsprozesses kapitelweise zu vertonen und jeweils als Onlinelesung hier und in dem ein oder anderem sozialen Medium einzustellen.

Wie meine Stammleser wissen, hatte ich mein Debüt, die “Zartherbe Liebe”, vor der eigentlichen Veröffentlichung über Jahre hinweg auf der Schreibplattform Wattpad als Fortsetzungsgeschichte hochgeladen.

Der Austausch mit den Lesern hat mir viel Freude gemacht und war auch eine wunderbare Motivation.

Mittlerweile fühle ich mich auf Wattpad nicht mehr ganz so heimisch und außerdem möchte ich mal etwas Neues ausprobieren.

Da mir von verschiedenen Seiten zugetragen wurde, dass man/frau meine Stimme als leidlich angenehm empfindet, könnte das mit den Onlinelesungen eine interessante Sache werden.

Vielleicht habt ihr beizeiten ja auch Lust, mal reinzuhören. 

Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Meine Seifenblasen frieren nicht

Feuerhimmel oder Höllenfeuer? Aber was hat dann der Kirchturm da verloren?

Bevor es einen mit Haut und Haar verschlingt, sollte man das Feuer in sich vielleicht eine Weile auf Sparflamme halten und es nicht noch zusätzlich anfachen. 

Wobei gerade kreative Kräfte sich oft im Rausch entfesseln.

Hinzu kommt, dass ich schon immer ein Mensch war, der sehr intensiv wahrnimmt. Intensiv schön oder intensiv schrecklich. Je nachdem. 

Allerdings ist mein Bedürfnis nach Ruhe, Gelassenheit und SCHLAF nun, da ich schon wieder geraume Zeit am Rande der Erschöpfung entlangtaumele, exorbitant.

Passion und innere Ruhe.

Für mich geht das leider nicht zusammen.

Zumindest nicht gleichzeitig. 

Höchstens abwechselnd. 

Rhythmisch.

Phasen der Anspannung werden von solchen der Entspannung abgelöst. 

So soll das sein.

Sympathikus und Parasympathikus als gleichwertige Gegenspieler. 

Lehrbuchmäßig.

Aber in mir ist inzwischen nur noch Aufruhr. Und gar keine Entspannung mehr.

Rastloses Getriebensein.

Sich Treibenlassen nur in einer dekadenten Form. 

Ich neige dazu, mich von dunklen Strudeln betören und mitreißen zu lassen. 

Wenn ich alltagstauglich und handlungsfähig bleiben will, sollte ich um diese Strudel tunlichst einen großen Bogen machen. Wenn ich jedoch in meine eigenen Abgründe schauen will … dann nicht. Und ich bin durchaus dankbar für diese Offenbarungen und tiefen Empfindungen.

Auch die Sinnfrage treibt mich an und um … aber wenn ich zu lange auf ihr herumkaue, zerfasere ich die potentielle Antwort bis hin zur Unkenntlichkeit und zum totalen Geschmacksverlust.

Ich hatte das als Jugendliche ganz extrem:  Dass ich alles und jedes nach seinem tieferen Sinn hinterfragt habe. Mit der Folge, dass alsbald meine Lebensfreude komplett auf der Strecke blieb.

Denn die Krux bei der ganzen Sinnsuche ist die, dass ausgerechnet jene Dinge und Aktivitäten, die rational betrachtet am wenigsten Sinn machen, einem zumindest kurzfristig oft die größte Freude und Erfüllung bescheren.

Womit wir auch beim Schreiben und beim Lesen wären. Die ständige Frage, ob das Lesen und Schreiben von Romanen Sinn macht, hat mich gerade seit Coronabeginn regelrecht blockiert. 

Zerstreuung und Unterhaltung erschienen mir nicht mehr als sinnvolle Motive. Ja, ja, ich weiß … gerade in solchen Zeiten giere der Mensch nach Ablenkung … nach Popcornkino … und Geschichten, in denen die Welt noch in Ordnung sei … blablablub.

Ich nicht.

Im Gegenteil. 

Friede, Freude, Eierkuchen, stereotype 0815-Illusionen, verklärte und verkitschte Kochrezeptgeschichten, Gut und Böse, schwarz und weiß, sowie moralinsaure, genormte Happy Ends – all das finde ich inzwischen unerträglich. 

Als jemand, der selbst schreibt, fällt es mir schwer, unvoreingenommen an Texte und Geschichten heranzugehen. 

Immer sehe ich den Autor dahinter, die Konstruktion statt des fertigen Gebäudes. 
Was nach Schema F errichtet wurde, fällt binnen kürzester Zeit in sich zusammen. In Plotholes plumpse ich sofort und ward dort auch auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Logikschwächen und leere Phrasen kicken mich im Nullkommanichts in eine andere Umlaufbahn.

Ja, ich weiß. Ich bin furchtbar. Und ich behaupte keineswegs, dass meine eigenen Geschichten nicht ebenfalls gespickt sind mit solchen unschönen Stolperfallen.

Aber wisst ihr was?

Mittlerweile gelingt es mir wieder immer öfter, mich von Geschichten gefangennehmen zu lassen. Und das wiederum motiviert mich auch selbst vermehrt zum Schreiben.

Theoretisch.

Praktisch fehlt mir die Muse.

Ihr Kinderlosen, bitte unterschätzt nicht die Anstrengungen, die Homeschooling und parallele Betreuung eines Nochkindergartenkindes mit sich bringen. 

Bei aller Liebe – und ihr wisst, die Liebe ist für mich etwas, das immer Sinn macht – auf Dauer ist das schon echt eine Herausforderung.

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass unser gemeinsames Mutter-Kind-Gemeinschaftsprojekt, Seifenblasen zu Eis werden zu lassen – eine Anregung seitens des Kindergartens – leider zum Scheitern verurteilt war. Dennoch hat es Spaß gemacht, Seifenblasen in den Schnee zu pusten. Und es ist so herrlich sinnbefreit. 

Wobei das daraus resultierende herzliche Kinderlachen wiederum unendlich sinnvoll ist.

Auch Stricken mag dem ein oder anderen als stupide und spießig erscheinen. Aber gerade diejenigen, welche das Spießertum aufs Schärfste verurteilen, sind oft selbst die größten Spießer.

Ich jedenfalls liebe das Klappern der Nadeln, die Haptik der Wolle, die schönen Farben, die meditative Monotonie und das Wissen, dass daraus etwas Eigenes entsteht, an dem ich mich hoffentlich lang (er)wärmen kann. Im Gegensatz zum Schreiben, reichen hier aber schon wenige Minuten aus, um voranzukommen.

Trotzdem ist für mich das Stricken weder das alte Schreiben noch das Schreiben das neue Stricken.

Nachtrag: Letzte Nacht habe ich trotz all des Feuers – im Moment wird es noch durch einen grippalen Infekt angeheizt, sehr gut geschlafen. Endlich mal wieder. Die Zeilen oben habe ich im Fieberdelirium verfasst. ; )

Inzwischen ist es aber abgeklungen.

Das Fieber.

Das Feuer ist noch da.

Winterhimmel

Wie bereits an anderer Stelle erwähnt war 2020 eines der intensivsten Jahre meines Lebens. Im negativen wie im positiven Sinne.

Ich wurde und habe mich ständig an meine selbsterrichteten Grenzen getrieben und die ein oder andere riss ich auch nieder.

Und das alles ganz unabhängig von Corona.

2020 hielt so einige Lektionen für mich bereit und trotz meines fortgeschrittenen Alters stehe ich erst am Anfang dieses essentiellen Lern- und Entwicklungsprozesses, der diesmal direkt an den Wurzeln ansetzt anstatt sich darauf zu beschränken, das, was an der Oberfläche sichtbar ist, in “Form” zu trimmen.

2020 hat Insomnia neuerlich ein Ausmaß angenommen, welches mir sehr deutlich vergegenwärtigte, dass der seit Jahrzehnten andauernde unfreiwillige Schlafentzug einem Selbstmord auf Raten gleichkommt.

Und ich hab mich tatsächlich nicht nur einmal gefragt, ob ich mich damit nicht unbewusst selbst zu bestrafen versuche.

Dafür, dass ich meinen eigenen Erwartungshaltungen und jenen, die von außen an mich herangetragen werden, nach meinem eigenen Empfinden nicht einmal ansatzweise gerecht werde.

2020 war von ständigem Hinterfragen geprägt. Was ist richtig, was ist falsch? Und lässt sich das überhaupt so pauschal festlegen?

Ab wann macht Selbstverleugnung krank, und ab wann schadet Selbstverwirklichung dem Umfeld?

Wo kollidieren die eigenen Bedürfnisse mit denen der anderen? Welche sind wichtiger? Wo ist (Ver)Einigung möglich, wo nicht?

Wo endet die gesunde Selbstfürsorge und wo beginnt der ungesunde Egoismus?

Kontrolle versus Los- und Zulassen ist ein sehr großes, wenn nicht sogar ein Schlüsselthema. Gerade im Hinblick auf meine Schlaflosigkeit.

Das Bedürfnis nach Ich-Zeit und Alleinsein ist nun auch ausgeprägter denn je, muss ich gestehen. Rund um die Uhr von Menschen umgeben zu sein, macht mich echt fertig. Auch wenn es sich hierbei um die Liebsten handelt.

Allerdings befinden wir uns hier mit Haus und Garten in einer privilegierten Situation, und unsere Kinder gehen wirklich großartig und positiv mit den der Pandemie geschuldeten Einschränkungen um.

Ich bin sehr, sehr stolz auf meine Mädels.

Und nicht minder stolz bin ich auf meinen Mann. Meinen klugen, starken und gelassenen Mann, der mich nimmt, wie ich bin und der mir meine Freiräume zugesteht.

Meine sonstigen persönlichen Kontakte waren schon vor Corona handverlesen. Nun habe ich sie auf ein absolutes Minimum reduziert. Dennoch hat sich gerade 2020 viel getan an der zwischenmenschlichen Front und ich bin trotz aller Querelen unendlich dankbar für diese tiefgehenden Bindungen, die mein Leben auf einzigartige Art und Weise bereichern.

Lange Spaziergänge helfen ein wenig dabei, das Bedürfnis nach Ruhe zu stillen und das Gedankenkarussell für eine Weile anzuhalten.

Dieses Foto hat das Eliensche von mir geschossen. Wir haben uns hier gegenseitig fotografiert. Da sie auf dem von mir gemachten Bild gut zu erkennen ist, habe ich es hier nicht eingestellt.

Lichter im Dunkeln …

Es ist nichts Neues, aber immer wieder interessant und irgendwie auch magisch, dass Flammen in tiefster Dunkelheit am stärksten strahlen. Licht ist nichts ohne Schatten. Und (Kerzen)Schein ist manchmal nicht weniger als Sein.

“Jetzt kann er sich nicht einmal im Grabe umdrehen”, meinte M. nach der Beerdigung. G.s Asche befindet sich nun unter dem gleichen Baum, den auch seine Frau vor zweieinhalb Jahren mit ihrer Asche nährte.

Das war in G.s Sinne und auch wir finden das schön.

Dass es jedoch vorab eine Urnenpräsentation, eine kleine Trauerrede sowie Blumen gab, das hätte G. nicht gewollt. Damit konnte er nichts anfangen. Darauf war M.s Spruch bezogen.

Aber wir wussten, dass es den meisten Hinterbliebenen ein starkes Bedürfnis war, Abschied nehmen zu können und deshalb haben wir uns in diesem Falle über G.s Wunsch hinweggesetzt. Wie sagte die Dame vom Beerdigungsinstitut so passend: Eine Beerdigung ist ohnehin in erster Linie etwas für die Angehörigen, nicht für die Verstorbenen.

Gut, ich muss zugeben, dass ich zu Friedhöfen kaum Bezug habe. Ich gehe da auch nie hin. Der geliebte Mensch ist dort eh nicht mehr. Und leider glaube ich auch nicht wirklich an ein Leben nach dem Tod, obwohl ich mir wünschte, ich könnte es.

Mit der Institution Kirche habe ich ebenfalls massive Probleme, aber da ich auf meinem Blog nicht über Religion und Politik diskutieren will – ich muss ohnedies schon mehr als genug Minenfelder überqueren – touchiere ich solche Themen höchstens.

Doch gerade beim Singen der Weihnachtslieder merke ich zunehmend, wie es in mir drin ganz heftig protestiert und rebelliert.

Deshalb singe ich vielleicht aktuell vornehmlich englische Christmas Carols. Obwohl gerade die deutschen Melodien oft besonders schön sind und zudem sehr viele heimelige Erinnerungen wecken.

Aber im Englischen ist aufgrund der Sprache – trotz Verständnis – einfach mehr Distanz gegeben.

Anders etwa, als wenn ich im deutschen “Still, still” singen muss, dass Maria dem Jesus Kindlein ihre keusche Brust darbietet. Da dreht sich bei mir, ebenso wie bei der unbefleckten Empfängnis, der Magen um.

An irgendwas glaube ich schon. Aber nicht an das.

“Hark! The Herold Angels sing!” hat außerdem den Vorteil, dass ich die Begleitung zupfen kann. Sobald ich schlage, wird meine Stimme fast komplett von der Gitarre verschluckt, obwohl ich gar nicht soooo leise singe.

Tatsächlich hätte ich die Möglichkeit, bei S., der über ein Profiequipment verfügt, Aufnahmen in Studioqualität zu machen (- tausend Dank nochmal! -), aber zum einen wäre das wie Perlen vor die Säue werfen (also, ich bin die Sau ; D) und zum anderen will ich meine 100.000 Wiederholungen, bis ich halbwegs mit meinem Gequäke und Geklampfe zufrieden bin, auch niemand anderem als mir selbst zumuten.

Inorbits Idee, die Tonspur meiner Stimme mit einem separaten Mikro abzunehmen, das ich mit Hilfe einer Spinne vor meinem Kopf befestige, hat auch was. Mal sehen, ob es sich lohnt, da in Zukunft ein wenig zu investieren.

Im Grunde habe ich aber mit meinem Tascam DR-05X (Schleichwerbung) schon ein sehr gutes Aufnahmegerät, das für meine Ansprüche und für mein Laienkönnen völlig ausreicht. Und wenn ich zupfe, harmoniert die Lautstärke der Gitarre auch super mit der meiner Stimme:

Nachdem ich halt einfach lieber Gitarre als Gesellschaftsspiele spiele, lehrt M. jetzt dem Eiliensche das Schachspiel. ;D

Nein, es war schon ihr ausdrücklicher Wunsch, Schach zu erlernen. Und sie schlägt sich gut.

Auch ich möchte weiterhin die ein oder andere Partie spielen. Ich finde Schach wie gesagt sehr klug, faszinierend und ästhetisch, aber ich hege keine echte Passion dafür. Daher fehlt mir auch die Energie, um richtig gut darin zu werden oder es gar als regelrechten Sport zu betreiben. Obgleich ich jenen, die das tun, meinen höchsten Respekt zolle.

Wahrhaft Begehrens- und Erstrebenswertes ist meist auch mit viel Anstrengung verbunden – und ob man diese Anstrengung als lohnenswert erachtet und sie dauerhaft aufzubringen vermag, hängt davon ab, wie groß die eigene Motivation und Leidenschaft jeweils ist.

Außerdem hat der Tag einfach zu wenig Stunden und oft bleibt nur Zeit für “entweder oder” statt für “sowohl als auch”.

Die Beziehung zwischen dem Eiliensche und ihrer Gitarre hat ad dato eher etwas von unvermittelt hochzuckenden Stichflammen. Aber ich kann mir schon gut vorstellen, dass mit der Zeit ein kontinuierlich brennendes Feuer daraus wird.

Es gäbe noch mehr Themen, aber für die ist hier kein Platz.

Und wenn ich mir ansehe, wie in Venedig die Menschen durch hüfthohe Wassermassen waten und im Libanon die syrischen Flüchtlinge ums nackte Überleben kämpfen, erscheint mir mein eigenes Gewäsch ohnehin als noch irrelevanter als sonst.

Immerhin bin ich in der Lage, große Dankbarkeit zu fühlen – für all das Großartige in meinem Leben!

Vom Schach und vom Babymachen

Triggerwarnung für zartbesaitete und/oder eher asexuell ausgerichtete Gemüter: Meine Aufklärungsmission ist vollbracht und ich nehme hier ebenso wenig ein Blatt vor den Mund wie daheim bei meinen Kindern. Aber keine Sorge: Im Hause Federfarbenfee sind alle quietschfidel und keiner wurde traumatisiert.

“Und das sind der Mann und die Frau, wie sie ineinanderstecken”, kommentiert das Ämmale ihre Zeichnung.

Da bei ihr die Männer grundsätzlich so aussehen, als hätten sie soeben in die Steckdose gegriffen – also die, aus der der Strom kommt – liegt der Kerl hier unten und das Weib obenauf. Die Ausgestaltung der Genitalien mag dem ein oder anderen verwirrend erscheinen, aber sobald man/frau das Augenmerk auf den dicken Strich oben richtet, dürfte die Sache klar sein.

Das links am Rand ist vielleicht auch erklärungsbedürftig: Da geht es nicht um exzessiv praktiziertes “Ineinanderstecken”, sondern um eine Geburt: Das unten ist der Babykopf.

Besonders schön finde ich die Spermien, wie sie auf das erwartungsfrohe Ei zuschwimmen.

Drumherum gibt es noch ein paar gutgelaunte Föten in Fruchtblasen zu bestaunen.

Als literarische Unterstützung hatte ich diesen Aufklärungsklassiker zur Hand:

Natürlich ist dem Buch anzumerken, dass es schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel hat. So ist zum Beispiel die Fließbandaufbewahrung der Babys auf der Säuglingsstation nicht mehr zeitgemäß. Und darüber war ich nach meinen Geburten auch sehr froh.

Charmant finde ich, dass das Babymachen hier herrlich unaufgeregt und natürlich in den Familienalltag und die Vorfreude auf das Geschwisterchen integriert wird und durchaus auch gezeigt wird, dass die Bedürfnisse der kleinen und größeren Familienmitglieder bisweilen schon kollidieren können. Weil wir eben alle Menschen sind und es halt auch mal nicht so perfekt läuft.

Unbefriedigend erschien mir allerdings die Reduzierung des eigentlichen Geschlechtsaktes auf das mechanische Prozedere. So liebevoll das Buch auch ansonsten gestaltet sein mag; Ausgerechnet an dieser entscheidenden Schlüssel(-Loch)-Stelle war von Liebe nicht sonderlich viel spürbar. Und wenn man miteinander schläft, hat das halt schon nochmal eine andere Qualität, als wenn man zusammen Kuchen backt.

Hier war also in Sachen Erzählen und Erklären viel Eigeninitiative von meiner Seite gefragt. M. hat zwischendurch auch immer mal vorbeigeschaut und sich zu uns gesetzt. Doch auch wenn er sonst um keinen Spruch verlegen ist, hat er sich, als es ans Eingemachte ging, extrem zurückgehalten. Er war da ähnlich schweigsam wie letzte Weihnachten, als meine beste Freundin mit ihrem Partner zu Besuch war und wir nur auf Englisch kommunizieren konnten. ; )

Jedenfalls habe ich versucht, das Ganze mit ein wenig mehr Gefühl zu unterfüttern.

“Wenn Mann und Frau sich wahnsinnig liebhaben, dann wollen sie irgendwann so nah beieinander sein, dass sie quasi miteinander verschmelzen. Und das passiert dann auch.”

So in der Art habe ich das formuliert und das kam auch sehr gut an.

Mit Absicht habe ich nicht nur von Mama und Papa gesprochen und auch das Thema Verhütung bereits vorsichtig touchiert. Denn es soll ja auch Sex ohne Kinderwunsch geben. ; )

Trotzdem waren meine Kinder vor allem vom Wunder des Lebens fasziniert – also davon, wie aus Samen-und Eizelle ein Baby wird.

Ja, soweit, so gut. Ich hab mir das irgendwie heikler vorgestellt. Aber es kam nicht einmal ein “Ihhh …” oder “Bähhh …” und sie hatten nachher trotzdem noch Bock darauf, mit dem Nachbarsjungen zu spielen oder vom Papa gefoppt zu werden.

Trotzdem ist mir gerade gestern wieder aufgefallen, wie groß meine Mädels inzwischen sind. Ich kann die jungen, selbstbewussten Frauen, zu denen sie heranwachsen, bereits jetzt erahnen. Meine Gefühle dazu sind ambivalent, aber überwiegend positiv.

Normalerweise fotografiere ich für den Blog ja eher von der Seite oder von hinten, da ich solche Zensurherzen doof finde, aber diese Bilder hier sind heute Morgen spontan entstanden. Wer sich nun darüber wundert, dass ich das Eiliensche im letzten Blogpost trotzdem vollfrontal gezeigt habe: Auf jenem Bild schaut sie so untypisch drein, dass ein Fremder sie wohl nicht ad hoc erkennen würde. Daher war das für mich okay. Und für sie auch.

Schöner wäre es gewesen, der Springer – ein echtes Meisterstück – hätte in die Kamera geguckt statt ihr eiskalt den Rücken zuzukehren. Tja, mein Fehler.

Doch ich denke, es ist trotzdem zu erkennen, wie wunderschön dieses Schachbrett und die zugehörigen Figuren sind. Beides hat M. gestern von hier https://www.holz-leute.de/ mitgebracht. (Unbezahlte Werbung)

Er ist schon von jeher ein begeisterter Schachspieler. Ich hingegen kann meine bisherigen Schachpartien an zwei Händen abzählen. Aber er wünscht sich schon lange, dass ich öfter mit ihm spiele. Also, Gesellschaftsspiele. Leider bin ich nicht so die Spielernatur. Doch Schach ist von all den Spielen, die ich bisher kennenlernen durfte, eines der reizvollsten.

Es ist klug. Es ist ästhetisch. Es ist anspruchsvoll. Und es wird niemals langweilig.

Bei unserer ersten Partie gestern Abend hat M. immerhin eine Dreiviertelstunde gebraucht, um mich schachmatt zu setzen. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass er mich schon in den ersten 5 Minuten plattmacht.

“Nein, mir war klar, dass das nicht so schnell geht. Du bist nämlich schon eine gute Strategin”, sagte er.

Bin ich das?

Ich glaube nicht. Allerdings muss ich zugeben, dass sich bei mir Kopf und Bauch meist im Krieg miteinander befinden statt zusammen die Friedenspfeife zu rauchen.

M. jedoch ist in der Tat ein ausgezeichneter Stratege. Nicht nur beim Schach.

In diesem Zusammenhang noch ein kleiner Serientipp:

Quelle: www.filmstarts.de

Wer diese Serie noch nicht kennt, dem kann ich sie nur wärmstens ans Herz legen:

Mitte der 50er-Jahre: Die neunjährige Beth wird im Waisenhaus von Hausmeister Mr. Shaibel in die Geheimnisse des Schachspiels eingeführt. Der Beginn einer großen Passion und Karriere. Doch Schach ist nicht einzige Sucht, die sie von nun an begleiten wird: Medikamenten- und Alkoholmissbrauch stehen ebenfalls ganz oben auf der Tagesordnung.

Exzellente Schauspieler, ein spannender und origineller Plot und eine wunderschöne und edle Ausstattung – mit alledem glänzt “Das Damengambit”.

Gerade das 60er-Jahre-Flair in den späteren Folgen hat es mir unheimlich angetan. Diese Epoche zählt für mich persönlich in Sachen Mode und Eleganz zu den stilsichersten.

In all den Teasern ist davon die Rede, wie Beth sich in der von Männern dominierten Schachwelt schlägt. Und ja, das tut sie. Keine Frage. Aber das ist hier keineswegs ein “Mann-gegen-Frau-Ding”, sondern in erster Linie ein sehr inspirierendes und vielschichtiges Miteinander.

Ich hatte ja auch mal die Ehre, ein paar Jahre als einzige Frau unter lauter Männern zu arbeiten. Und wie gesagt: So ein gutes Arbeitsklima hatte ich nie wieder.

Herbst 2020: Kindermund und Angstblüte

Leben …

Tod …

Glück …

Leid …

Angst …

Hoffnung …

Vernunft…

Übermut …

Fassungslosigkeit …

Verständnis …

Alltag …

Ausnahmezustand …

Die ganze Palette. Und was steht über alledem? Was eint sogar die widersprüchlichsten Aspekte?

Die Liebe.

Wenn ich auch sonst nicht viel kann: Lieben kann ich.

Und wie!

Manchmal denke ich, das ist meine Bestimmung: Zu lieben.

Komme, was wolle. Sei es, wie es ist.

Doch nicht immer ist Liebe die Rettung.

Ein geliebter Mensch ist in der Nacht vor M.s und meinem Geburtstag in den Tod gegangen. Freiwillig. Selbstbestimmt.

Das Damoklesschwert hing schon lange über ihm. Aber in den letzten Wochen schien sich etwas zum Positiven zu verändern. Gerade war zaghaft ein wenig Hoffnung in uns unwissenden Naivlingen gekeimt.

Auch wenn folgendes – gleichermaßen bekannte wie verstörende – Kuriosum durchaus in unseren Hinterköpfen herumspukte: Ein Mensch, der den Freitod gewählt hat, wirkt kurz vor dem Ende oftmals gelöst, glücklich und mit sich im Reinen.

Und dieses letzte Aufblühen ist ja nicht nur jenen zu eigen, die Gevatter Tod herbeisehnen, sondern auch jenen, die Angst vorm Sterben haben.

Mehr noch: Es betrifft alle Lebewesen. Mensch, Tier und sogar Pflanze.

Meine Mutter erwähnte diese “Angstblüte” in unserem letzten Telefonat.

Das gleichnamige Buch von Martin Walser habe ich noch nicht gelesen. Den Titel finde ich grandios und an sich bin ich ja ein großer Freund von Walsers Schreibkunst. Doch das Hauptmotiv in seinen Werken ist doch immer wieder das gleiche. Aktuell bin ich da etwas übersättigt. Diese stete Beschäftigung mit ein und demselben Thema scheint vielen großen Literaten gemein zu sein. Da ich selbst nicht in dieser Liga spiele, steht es mir jedoch nicht zu, dieses Faktum zu bewerten.

Wir haben uns in unserem Gespräch auch eher auf das klassische botanische Phänomen konzentriert: Kurz bevor ein Baum stirbt, mobilisiert er noch einmal all seine verbliebenen Lebenssäfte. Er bildet unzählige neue Triebe und blüht schöner als je zuvor.

Meine Eltern und auch wir hier haben gerade jeweils einen Apfelbaum in der Angstblüte erlebt. Hier ist es unsere Goldrenette von Blenheim. Der Stamm fault bereits von innen, aber dennoch hat uns dieser Baum jetzt reich mit Früchten beschenkt, die aromatischer schmecken denn je.

Nun aber von endenen zu erst beginnenden Leben:

Es ist mal wieder an der Zeit für etwas Kindermund, oder was denkt ihr?

Vor einigen Tagen haben wir uns ein Gruselschloss-Fensterbild vorgeknöpft. Die Malvorlage ist goldig (Schleichwerbung: ALDI) und bisweilen kann Ausmalen ja auch sehr entspannend sein. Da meine Kinder aber lieber frei zeichnen, ist so ein größeres Ausmalprojekt meist zum Scheitern verurteilt. Naja, vielleicht schaffen wir es ja noch bis Weihnachten mit der Halloweendeko. ; )

Während des Ausmalens fällt dem Ämmale auf, dass ein spezieller Kürbis aus dem “Vorschaubild” auf dem “echten” Schloss fehlt.

Sie: “Das ist bestimmt als Vorspiel gedacht.”

Wir: “Du meinst wahrscheinlich “Beispiel”. Ein Vorspiel ist etwas anderes. “

Eiliensche: “Ja, wenn ich auf der Bühne etwas vorspiele – das ist dann ein Vorspiel!”

Alles klar …

Ich glaube, ich muss jetzt allmählich doch mal das Thema Aufklärung in Angriff nehmen. Das peile ich schon länger an, aber ich möchte das unbedingt mit Muse und kindgerecht machen.

Meine eigene Aufklärung war fürchterlich. Die hatte meine Oma spontan übernommen und in fünf Minuten abgehandelt. Während einer Nachrichtensendung. Da wurde gerade von einer Vergewaltigung berichtet und das hat meine Großmutter zum Anlass genommen, mir Sex als etwas sehr Böses zu verkaufen. Ich war damals zehn und ich habe ihr bis heute nicht verziehen. Sie selbst war in dieser Hinsicht übrigens keineswegs ein Kind von Traurigkeit. Und ich hatte glücklicherweise noch andere Informationsquellen. Aber gewundert hätte es mich nicht, wenn ich da einen bleibenden Schaden davongetragen hätte.

Zurück zum Zeichnen: Diese Bilder von unserem baldigem Familienzuwachs hat das Ämmale gemalt und ich finde sie echt stark:

Und weiter geht`s mit Selbstgemachtem …

Die Gipsgeister haben wir nach dieser Anleitung hier angefertigt:

Und wo wir gerade bei den Tipps sind: Diesen Nusskuchen habe ich heute gebacken und er schmeckt wirklich göttlich.

Vor allem die frisch gemahlenen und im Anschluss angerösteten Haselnüsse geben dem Ganzen einen besonders vollmundige Note. Das Ursprungsrezept stammt von Küchengöttin Sally.:

https://sallys-blog.de/nusskuchen-saftig-schokoladig-sonntags-klassiker

Ich habe es allerdings ein wenig abgewandelt und außerdem das Weizen- durch Dinkelmehl und den Zucker durch ein Stevia-Erythritgemisch ersetzt. Trotzdem ist der Kuchen aufgrund der Schokolade und des Haselnusskrokant-Toppings nicht zuckerfrei. Aber ich weigere mich, das weiße Gift separat zu kaufen. Mir kommen hier keine Zuckertüten mehr ins Haus.

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