Federfarbenfee

Von jung und angejahrt in Wort und Bild

Mary verdünnisiert sich – Wochenbilanz #1

Nein, ich mache mich nicht vom Acker. Aber das ein oder andere Pfund soll in der nächsten Zeit durchaus auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Eigentlich wollte ich es mir verkneifen, Euch mit einem Abnehmtagebuch quälen. Doch zu Motivations- und Dokumentationszwecken werde ich nun doch einmal pro Woche einen einschlägigen Blogpost loslassen. Falls es irgendwann keine Wochenbilanzen mehr gibt, bin ich entweder gescheitert oder habe mein Ziel tatsächlich erreicht. Wer mit dem Thema Abspecken nichts am Hut hat, der kann bei »Mary verdünnisiert sich – Wochenbilanz xy« getrost zum Lesen aufhören. Er verpasst nix.

Auf dem kleinen Pic im Titelbild sind meine beiden Füße noch heil. Ein paar Tage später habe ich mir jedoch einen zweifachen Bänderriss zugezogen. “Ein Bandl is komplett abgrissen, und des ondere da hat a an Dätscherer.” So lautete der lapidare Kommentar des Arztes. Ich war sogar so umsichtig gewesen, abzuwägen, ob mich das Trampolin aushält. Nebst vier kleinen Kindern und einer weiteren Mutter, die jedoch geschätzte dreissig Kilogramm weniger als ich auf die Waage bringt. An den hölzernen Tritt vor dem Spaßtempel habe ich allerdings überhaupt nicht geachtet. Beherzt und schwungvoll trat ich auf die erste Stufe. Es dauerte nicht einmal den Bruchteil einer Sekunde und wir – die Stufe und ich – brachen beide ächzend in uns zusammen. Splitterndes Holz, stechende Schmerzen, große Kinderaugen. Hollywoodreifer Slapstick. Zum Brüllen komisch. Wären da nicht die weniger lustigen Konsequenzen.

Es ist nicht mein erster Bänderriss. Durch jahrzehntelanges Balletttraining sind meine Bänder völlig ausgeleiert und von jeher sehr anfällig für Verletzungen dieser Art. Und ich weiß, wie langwierig die Heilung sein kann. Das passt mir gerade überhaupt nicht in den Kram. Endlich ist die zweite Eingewöhnungsrunde (aufgrund Betreuerwechsel) im Fitnessstudio abgeschlossen. Endlich habe ich mir wieder eine Grundfitness erarbeitet. Endlich habe ich wieder richtig Spaß am Sport. Endlich habe ich in Sachen Ernährung die Kurve gekratzt und bin bis in die Zehenspitzen motiviert. Und dann: Wumms – alles beim Deibel. Wegen eines idiotischen Fehltrittes.

Auch meine Kinder bringen – altersbedingt – nur ein Minimalmaß an Verständnis auf. Interessant, das Ding, das Mama da um den Fuß geschnallt hat. Aber warum dürfen wir nicht damit spielen? Nicht daran ziehen und darauf herumkraxeln? Und warum stellt sie sich plötzlich so an, wenn sie gleichzeitig Tonnen von Kuscheltieren, Playmobilfiguren, Getränkeflaschen und uns beide die Treppe hinunterbugsieren soll. Das läuft doch sonst auch wie geschmiert. Und warum braucht sie so lange, bis sie von der Küche ins Wohnzimmer geschlurft kommt. Wir hätten uns schon beinahe gegenseitig skalpiert. Und warum findet Mama es nicht lustig, wenn wir im Supermarkt fangen spielen wollen?

Doch ich bin schon mal sehr froh darüber, dass bei einem Bänderriss nicht mehr gegipst wird. Da ist so eine Orthese schon viel angenehmer. Auch wenn ich damit in keinen Schuh mehr passe und das Ding irgendwie scheuert. Schwimmen gehen ist auch erst mal gestorben. Und das, wo ich mich endlich wieder dazu habe überwinden und sehr begeistern können.

Genug gejammert. Nicht verzagen, sondern es mit Fassung tragen. Ich habe bereits einen alternativen Kampfplan ausgeheckt. Ab nächster Woche werde ich wieder Sport machen. Fahrradfahren darf ich. Habe ich auch die letzten Tage schon gemacht. Und im Fitnessstudio wird es mein neues Ausdauertraining. Ist zwar nicht der ultimative Kalorienkiller, aber besser als nichts. Und beim Krafttraining lasse ich einfach alles weg, was aufs Sprunggelenk geht. Lege ich halt mal interimsmäßig den Schwerpunkt auf Arme, Rücken und Bauch. Schadet auch nicht.

Ohne Sport wird meine Abspeckreise nämlich nicht von (ausreichendem) Erfolg gekrönt sein. Zum einen möchte ich am Ende nicht als schlanker Schwabbelwabbel dastehen. Meine frühere Straffheit werde ich zwar nicht mehr zurückbekommen, aber ein wenig Definition schon. Zum Anderen esse ich zuviel, um ohne körperliches Training mehr als ein paar Gramm pro Woche abzunehmen. Doch unter 1700kcals pro Tag droht mein Körper mit fiesen Hungerattacken und für so etwas bin ich ja so gar nicht ausgelegt. Sattsein ist eine der Grundvoraussetzungen dafür, dass ich das Ding durchziehe.

Ordenliche Portionen sind ebenfalls ein Muss. Volumetrics ist ein Konzept, dessen ich mich früher, in schlanken Zeiten, bereits intuitiv bedient habe. Viel Masse für wenig Kalorien, grob gesagt. Grundsätzlich lässt sich das am einfachsten mit sehr wasserreichen Lebensmitteln, die per se kalorienarm sind, erreichen. Doch so bescheuert ist mein Körper nicht, dass er sich mit einem Kilogramm Äpfel oder einen Topf Sauerkraut zufrieden stellen lässt.

Was gut funktioniert, ist bei mir eine Kombi aus einer normalen Portion an sättigenden Zutaten, die ich mit überreichlich Obst oder Gemüse aufmotze. So befinden sich im Riesenpott Nudelsuppe noch ein Pfund Brokkoli, Bohnen und Paprika. Und im Porridge mehrere Handvoll Obst. Wenn der Hunger jedoch nicht ganz so monstermäßig ist, begnüge ich mich auch mit herkömmlichen Portionsgrößen. Egal, von was. Solange die Kalorienbilanz stimmt.

Abends versuche ich, kohlenhydratarm zu essen, was mir jedoch noch nicht immer gelingt. Immerhin habe ich es jetzt endlich geschafft, den allabendlichen Gang zur Süßigkeitenschublade abzustellen. Das ist für mich persönlich der größte und wichtigste Schritt, um mein Wohlfühlgewicht wieder zurück zu bekonmmen. Circa dreißig Kilogramm trennen mich von eben diesem.

Beim Sport und bei der Ernährungsumstellung sind die Einführung und das Verfestigen neuer Gewohnheiten und Rituale ein entscheidender Schlüssel zum Erfolg. Je öfter ich abends einen Bogen um die 300g-Schokoladentafel und mir statt dessen einen wohlschmeckenden Tee mache, desto leichter fällt es mir. Je mehr mir bestimmte Gerichte in Fleisch und Blut übergehen, desto weniger denke ich darüber nach, was ich statt dessen alles essen könnte.

Wichtig ist für mich auch, immer ein paar Snacks parat zu haben, die mir nicht mit einem Haps das gesamte Kalorienbudget sprengen. Halbfetter Quark, in den ich schnell zwei Äpfel schnipsele oder zwei Handvoll Beeren hineinwerfe, ist da ein heißer Kandidat. Ebenso wie hartgekochte Eier und gebratene Hähnchenbrust.

Inzwischen habe ich es übrigens aufgegeben, jeden Tag Gerichte auftischen zu wollen, die allen schmecken. Für meine Kinder, die eher eintönige Essvorlieben haben, koche ich jetzt tatsächlich extra. Der Deal ist, dass sie von meinen Speisen, die ernährungsphysiologisch durchwegs auch für meinen Nachwuchs zu empfehlen wären, zumindest einmal kosten. Meistens lautet das ernüchternde Fazit schlicht und einfach »Bäh«. Ich durfte aber auch schon die ein oder andere Überraschung erleben. Ist vielleicht ein gangbarer Weg, um das übersichtliche Speisenportfolio meiner Kiddies sanft zu erweitern. Wir werden sehen.

Mit schönem Geschirr schmeckt das Essen übrigens gleich nochmal so gut. Daher habe ich mir nun ein paar Schüsseln von Fiftyeight gegönnt. Die machen gleich gute Laune und sind mit einem Fassungsvermögen von 500ml auch für größere Portionen geeignet.

Über die App »Noom« habe ich schon einmal berichtet, soweit ich mich entsinnen kann. Damit tracke ich meine tägliche Kalorienzufuhr. Allerdings noch nicht so regelmäßig, wie ich es mir vorgenommen habe.

Jedenfalls habe ich es in der ersten Woche geschafft, jeden Tag um die 1700-1800kcals zu mir zu nehmen und 1,6kg abzunehmen. Das ist für mich schon mal ein beherzter Schritt in die richtige Richtung. Und auch die zweite Woche hat sich, abgesehen vom Sportdefizit bereits recht gut angelassen. Ich werde weiter berichten.

Gewichtsabnahme_Woche1

Essen_Woche1

6 Kommentare

  1. Avatar
    Katharine Loster

    2. September 2016 at 0:23

    Hallo Mary,
    ich freue mich über deinen Blogbeitrag, damit motivierst du mich auch. Ich kämpfe gerade den gleichen Kampf. Ich hatte schon Erfolg – und jetzt schwanke ich gerade auf und ab mit dem Gewicht, da kann ich deine Motiviation so richtig brauchen. Ich drücke dich und viel Erfolg. Halte durch und ich machs auch :D! Liebe Grüße Katharine

    • Hallo, liebe Katharine, ui, das gibt mir ja gleich nochmal einen zusätzlichen Push! 😀 Vielleicht können wir uns ja gegenseitig motivieren. Ich würde mich sehr freuen!! 🙂 Auf dem Urlaubsfoto mit dem schicken Shirt machst du eine super Figur! Wahrscheinlich geht es dir jetzt vor allem ums Stabilisieren, oder? Jedenfalls freue mich total, wenn ich ein paar Mitstreiter habe und weiß, dass meine diesbezüglichen Posts gern gelesen werden. Das hilft mir erst recht dabei, am Ball zu bleiben. Wir lesen uns, Du Liebe! <3

  2. Du schaffst das! ❤️? Und wenn es Dir zur Motivation hilft, dann schreibe weiter darüber!! Viele Grüsse (P.S. Ich bin bei Kapitel 11 Deines Blogromans angekommen und platze vor Neugier, wie es weitergeht!! Du hast es drauf, Leute zu fesseln!??)

    • Danke Dir, liebe Claudia!! 😀 Mensch, soviel postives Feedback aufeinmal. Ich schwebe auf Wolke 7! 🙂 Es bedeutet mir sehr viel, dass Dir mein Blogroman so gefällt und Dich fesselt. Schreiben ist neben meiner Familie meine größte Leidenschaft. Und es tut so gut, zu hören und zu lesen, dass ich damit auch anderen eine Freude machen kann. Bin gerade dran an Kapitel 13. Es folgt hoffentlich in Kürze. Das größte Problem sind wirklich die langen Intervalle zwischen den einzelnen Kapiteln. Das möchte ich unbedingt in den Griff kriegen, aber die wenigen Stunden am Abend, in die ich alles reinpacken will, sind immer so schnell vorüber. Herzliche Grüße!

  3. Glückwunsch, das erste Kilo ist runter und die nächsten folgen…. da bin ich mir ganz sicher…. Viel Erfolg weiterhin! LG

    • Hallo, liebe Christine, wie schön, dass du auf meinem Blog vorbeigeschaut und so liebe Worte dagelassen hast. Danke Dir und auch Dir weiterhin alles Gute! Von Deiner positiven Lebenseinstellung und deinem Kämpferwillen kann sich wirklich jeder eine Scheibe abschneiden! GLG zurück!

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