Federfarbenfee

Von jung und angejahrt in Wort und Bild

Tagesnotizen #10: Sport oder so ähnlich

Zuerst hatte ich meine Mitgliedschaft im Fitnessstudio gekündigt. Nur, um sie kurz darauf wieder zu reaktivieren. Eigentlich bin ich nicht unbedingt der Typ fürs Fitnessstudio, aber mit Kleinkindern ist nur ein Sport möglich: Sprinten. Und zwar hinterher. Ich merke aber inzwischen deutlich, dass es mehr braucht:  Zur Stärkung des Immunsystems, für die gute Laune,  die körperliche Leistungsfähigkeit und natürlich auch hinsichtlich meiner Figur. Ich hatte ja in dem ein oder anderen Post schon erwähnt, dass ich gerne abspecken möchte. Bisher ist das aufgrund meiner Inkonsequenz ein ziemliches Rumgeeiere. Zwar weist die Bilanz unterm Strich einen Hauch von Minus auf, aber effizient geht anders. Und da ich einfach gerne esse, bleibt mir nichts anderes übrig, als die Zündschnur von beiden Seiten abzufackeln.

Wesentlich zur Motivation trägt die Tatsache bei, dass das Fitnessstudio über eine sehr gute, im Preis inbegriffene Kinderbetreuung verfügt.  In diesen Service hineinschnuppern durfte ich bereits vor circa zwei Jahren,  als das Eiliensche so jung war wie das Ämmale jetzt. Damals hatte ich einen vergleichbaren Rappel bekommen und mich zum ersten Mal in dem Studio angemeldet. Die Betreuerin ist eine ausgebildete und erfahrene Kindergärtenerin, zu der das Eiliensche schnell Vertrauen fasste.  Nach einigen Wochen war meine Erstgeborene eingewöhnt – und ich wieder schwanger. Wie das Leben so spielt. Zwar hatte ich noch einige Wochen versucht, auch mit Krümel im Bauch mein Programm durchzuziehen, aber irgendwie fehlte mir der Drive. Und das stets latent präsente Gefühl, ich könnte jeden Moment quer über den Crosstrainer reihern, war meinen Plänen auch nicht eben förderlich.

Nun  heisst es also: Alles auf Anfang. Meine Visualisierung zur Selbstmotivation sieht folgendermaßen aus: Das Ämmale verbringt zwei bis drei glückselige Stunden bei dem freundlichen Engel im Miniclub, während ich mein Programm absolviere, anschließend in der Sauna entspanne und mich zu guter Letzt mit meinem Laptop auf eine Liege im Wellnessbereich pflanze, um ein Stünderl an meinem Roman zu arbeiten. Doch die Realität gestaltet sich ein wenig anders. Meinem Ämmale ist es nämlich herzlich schnuppe, was sich Muttern in ihren kühnsten Träumen ausmalen mag. Ihre Einstellung lautet: Kinder gerne und en masse, aber bitte nicht ohne die Mama in Sichtweite.

Am ersten Tag lief alles super. Doch bereits am zweiten Tag litt das Ämmale an Klaustrophobie:  Das Kind wollte stiften gehen (ich wusste ad dato noch nicht einmal, dass sie Türen öffnen kann).  Und die Betreuerin,  welche in diesem Moment aus Sicht des Ämmale massiv an Engelqualitäten einbüßte, wagte es tatsächlich, meine kleinen Hitzkopf daran zu hindern. Das Ämmale brüllte also. Und hörte nicht mehr damit auf.  Auch auf meinem Arm nicht. Sie war tödlich beleidigt. Mir und K., der Kindergärtnerin.

Nun werden wir die Sache mit dem Miniclub in Minischrittchen angehen müssen. Zehn Minuten Betreuung und dann hole ich sie wieder ab. Diese kurze Zeitspanne reicht immerhin für einen kleinen Cappuccino.  Den gibt es an der Getränketheke und ich habe den starken Verdacht, dass ich den Kaffeeumsatz in den nächsten Wochen ordentlichen ankurbeln werde. Der Cappuccino ist wirklich vorzüglich. Ein kleiner Luxus, den ich mir ohne schlechtes Gewissen gönne. Denn Sport kann ich knicken für die Zeit. Die reicht höchstens für den Klamottenwechsel. Allerdings werde ich während der Eingewöhnung die Strecke zum Studio (hin und zurück 8km) mit dem Fahrrad bewältigen und das ist immerhin ein bisschen Bewegung. Damit wären wir übrigens bei einer weiteren Traumvorstellung: Ich dachte tatsächlich, dass ich dauerhaft mit dem Drahtesel zum Studio fahre, dann Sport mache und mich anschließend gleich wieder aufs Fahrrad schwinge. Aber bereits das Probetraining hat mich eines Besseren belehrt. Ich habe für den Rückweg dreimal so lang gebraucht wie normal und dem Ämmale ist dabei der Geduldsfaden gerissen. Und zwar mit einem solch lauten Ratsch, dass andere Fahrradfahrer vor Schreck beinahe das Gleichgewicht verloren.

Unter Sport im weiteren Sinne verbuche ich auch unseren Ausflug in den niederbayerischen Erlebnispark Voglsam, dem ich in nicht allzu ferner Zukunft einen separaten Post widmen möchte.  Wir alle waren derart mit Erkunden und Ausprobieren beschäftigt, dass wir völlig vergaßen, das Ganze in Bildern festzuhalten. Wird aber nachgeholt. Jedenfalls lohnt sich ein Besuch schon für die kostenlosen Trampolins und die Sommerbobbahn, die auch nur mit 2 Euro zu Buche schlägt. Das Eiliensche fuhr umsonst mit. Das Ämmale durfte noch nicht.

Für`s Erste ist jeglicher Sport allerdings gestorben. Meine rechte Ferse schmerzt seit drei Tagen abartig. Ich vermute, es handelt sich um eine fiese Schleimbeutelentzündung. Der Höhepunkt eines mit Alltagsminen gespickten Tages, dem vielleicht in Kürze ein kleiner Gedenkpost folgt.

2 Kommentare

  1. Ich laufe auch nur den Kindern hinterher und einmal in 2 Wochen gehe ich noch zu Piloxing, wenn die Kinder schlafen:D

    • Piloxing – das musste ich erstmal googeln. 🙂 Klingt echt interessant. Die Kombi Boxen, Pilates und Tanzen könnte mir auch gefallen. Habe ja sehr lange Ballett getanzt – auch wenn man mir das heute nicht mehr ansieht ;-), und Zumba zum Beispiel finde ich auch klasse. Und manchmal wünsche ich mir dringend einen Boxsack. :-)) Wäre also perfekt für mich. Vielleicht hat das mein Fitnessstudio auch bald im Programm. Ganz liebe Grüße und danke für den Tipp! 🙂

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