Von jung und angejahrt in Wort und Bild

Schlagwort: #YouTube

Vorher-Nachher-Video: Präludium in a-Moll (M. Carcassi)

Und schon wieder komme ich mit einem Vorher-Nachher-Video um die Ecke.

In den letzten zwei Jahren habe ich so einige Work-in-Progress-Aufnahmen angefertigt. Immer mit dem Ziel im Hinterkopf, irgendwann auch ein Nachher-Video aufnehmen zu können.

Sinn macht das natürlich nur, wenn das Nachher auch ein echtes Nachher ist : D, sprich, das Spiel sollte sich tatsächlich wesentlich verbessert haben.

Und dies allein ist schon eine hervorragende Motivation, immer wieder auch an alten Stücken zu feilen.

Oft denkt man sich vielleicht: „Jo, das sitzt jetzt schon einigermaßen. Zumindest kann ich es fehlerfrei spielen. Passt scho.“

Doch wie viele Levels zwischen „passt scho“ und „jetzt hab ich es echt drauf“ liegen, erkennt man erst im direkten Vergleich so richtig.

Manchmal meine ich auch, ständig auf der Stelle zu treten. Doch sobald ich mir dann ältere Aufnahmen anhöre, merke ich den Fortschritt meist deutlich.

Auch Vorher-Nachher-Videos von anderen Leuten interessieren mich sehr. Und den bisherigen Rückmeldungen nach zu urteilen, geht es vielen ambitionierten Hobby-Gitarristen ähnlich.

Daher werden in nächster Zeit einige weitere Vorher-Nachher-Videos folgen.

Noch bin ich allerdings recht ungeübt, was die Tonufnahmen, das Filmen und die Nachbearbeitung angeht.  Entsprechend zeitaufwendig gestaltet sich das Ganze. Aber es macht mir großen Spaß.

Bitte seht mir nach, dass ich das Gendern unterlasse. Auch in meinem aktuellen Roman verzichte ich darauf. Das ist absolut nicht mein Ding. Und mir selbst ist es auch wurscht, ob ein Text seine Leser mit er, sie oder es anspricht. Das hält mich definitiv nicht vom Lesen ab. Die ganzen Sternchen, Schrägstriche, Klammern etc. pp. hingegen stören den Lesefluss empfindlich.

Doch ich schweife ab.

Noch zwei Takte zum Video: Ich spiele hier ein Präludium von Matteo Carcassi in a-Moll. Es beinhalten keine Barrés und keine Lagenwechsel. Dennoch ist es in diesem Tempo schon eine kleine Herausforderung für die Amateurliga. ; )

Mamas Zug ist abgefahren. Für die Tochter besteht noch Hoffnung. ;)

Zur Zeit schlafe ich wieder lausig bis gar nicht. Daher hoffe ich, dass der fertige Text hier nicht nur eine Zusammenstellung der abstrusesten Orthografiefehler ever wird. Aber wenn, dann ist auch das in sich stimmig. Denn schließlich bin ich die personifizierte Imperfektion und ich stehe dazu.

Das trifft auch auf mein Gitarrenspiel und meinen Gesang zu. Ich hau die Sachen raus, wenn mir danach ist, und nicht, wenn ich sie perfekt beherrsche – siehe oben. 

Außerdem bin ich maximal durchschnittlich talentiert und habe zu spät angefangen, als dass da wirklich noch was draus werden könnte. Wovon ich sowieso höchstens albträume, weil ich es hasse, irgendwo öffentlich aufzutreten. Außer im Netz natürlich. Vom stillen Kämmerchen aus. Haha.

Mag sein, dass ich mit meinen dilettantischen Darbietungen in der Welt der echten, perfekten und virtuosen Musiker nichts verloren habe. Vielleicht sollte ich bei den ersten Takten meiner Aufnahmen eine Triggerwarnung einblenden: „Achtung, Achtung – könnte verstörend auf empfindsame Musikerseelen wirken!“

Aber jeder wird in der Lage sein, rechtzeitig den Mute-Knopf zu aktivieren oder weiter zu hüpfen. Niemand MUSS sich anhören, wie ich musiziere.

Mir gibt es aber etwas, mich auch auf diese Weise ausdrücken und dem ein oder anderen damit eine Freude machen zu dürfen.

Wie sagte Reinhard Mey auf seinem Konzert, dem das Eiliensche und ich vorgestern in München beiwohnen durften, so schön: „Musik war immer meine Rettung. Gerade in schweren Zeiten.“

Ja, das empfinde ich auch so. Und ich hoffe, es ist nicht allzu anmaßend, diese Empfindungen zu teilen. Musikalischer Laie hin oder her.

Womit wir wieder bei der personifizierten Imperfektion wären. 

Wenn ich vor einer potentiellen Aufnahme übte, bis jedes i-Tüpfelchen bzw. jede Punktion absolut sitzt, würde ich nie etwas aufnehmen. Denn irgendwie und irgendwo und irgendwann verspiele ich mich immer. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Bei meiner Erstgeborenen sieht das allerdings etwas anders aus. Ihre Fingerchen arbeiten genauso flott wie ihre noch lange nicht ergrauten Zellen. Sie ist jung, sie ist begabt, und sie tritt gerne auf. Und sie hat voll Bock auf YouTube.

Eigentlich hatten wir vor, den Tango, welchen das Eiliensche in dem kleinen Shortvideo vor Kurzem angespielt hat, als erstes Video einzustellen. 

Da es aber geplant war/ist, dieses Stück in einem akustisch professionelleren Umfeld aufzunehmen und sich das Ganze noch ein wenig zieht, wollte ich beim Eiliensche den Druck rausnehmen, indem wir vorab doch schon mal zu Hause ein Stück auf „Band bannen“, das sie nahezu täglich spielt und bei dem sie entsprechend routiniert ist. 

Deshalb ist es nun „Am Bach“ (ebenfalls vom Tatiana Stachak) geworden.

Da sie das Stück daheim schon seit Langem auswendig und auch in verschiedenen rhythmischen Variationen übt, hat sich über die Zeit eine rhythmische Abwandlung an den Phrasenenden eingeschlichen, die so nicht in den Noten steht und die irgendwann weder das Eiliensche noch ich mehr bewusst wahrgenommen haben. Sie fand die Verlangsamung an den Phrasenenden schön und hat sie so oft gespielt, bis sich das verfestigt hat.

Wir haben das Stück spontan aufgenommen und daher versäumt, es vor der Aufnahme mit S. durchzusprechen. Er konnte uns daher erst im Nachhinein auf diesen Rhythmusfehler hinweisen.

Dass das Eiliensche und ich das Video trotzdem drinlassen, hat aber nichts mit Respektlosigkeit der Komponistin ggü. zu tun.

Wir mögen das Filmchen halt sehr, denn es ist mit viel Herzblut entstanden.

Ach ja – Roman geht auch voran.

Lebenszeichen

Na, kennt ihr mich noch?

Wenn ich sie hätte, könnte ich jetzt lange und breit ausholen, um zu erklären, warum sie mir wie Feinsand unaufhaltsam durch die Finger rinnt …

Die Rede ist von der lieben Zeit natürlich …

Vielleicht muss ich mir sie aber auch nur besser einteilen, wie der Volksmund nüchtern zu sagen pflegt und damit meiner Melodramatik oben direkt den Wind aus den Segeln nimmt.

Nein, es ist nichts Schlimmes passiert. Und darüber, dass mein Leben so prall gefüllt ist, möchte ich mich auch nicht beklagen.

Wenngleich anhand des Videos weiter unten leicht der Eindruck entstehen könnte, ich sei den ganzen Tag nur mit Spazier- bzw. Müßiggang, Kaffeekochen und Musizieren beschäftigt.

Tatsächlich zelebriere ich diese Momente und genieße sie sehr. Sie halten mich im Jetzt und vergegenwärtigen mir, wie kostbar jeder Augenblick und jeder Atemzug – gerade in seiner Vergänglichkeit – ist, und wie dankbar ich dafür sein kann,

dass ich laufen,

sehen,

hören,

fühlen und

nun auch wieder riechen und schmecken kann.

Zwischenzeitlich hat mich Corona doch noch gekriegt und in diesem zweiten Anlauf richtig niedergebügelt. Vor allem hat dieses scheiß Covid für Wochen meinen Geruchssinn gekillt. Und zwar komplett. Nicht einmal die beißendsten unter allen ätherischen Öle konnten zu mir durchdringen.

Von Nelken ganz zu schweigen.

Warum diese für mich von besonderer Bedeutung sind und Anosmie mich gar so verstört, könnte ihr bei Interesse hier nachlesen:

Tagesnotizen #7: Wie Anosmie sich anfühlt | Federfarbenfee

Der Duft von gemahlenen Nelken | Federfarbenfee

Tagesnotizen #27: Mit allen Sinnen | Federfarbenfee

Aufgrund dieser persönlichen Schwachstelle hatte ich große Angst, dass der Geruchssinn diesmal für immer wegbleiben könnte. Daher habe ich relativ zeitnah mit Riechtraining angefangen, sprich, mir verschiedene Aromaöle (u.a. Eukalyptus und Limette) besorgt und jeden Tag mehrmals daran geschnuppert. Lange hat sich das sehr frustrierend gestaltet, da ich absolut nada wahrgenommen habe.

Ich kann auch heute noch nicht sagen, ob dieses Riechtraining etwas gebracht bzw. die Riechzellen zur Regeneration und eifrigen Fortpflanzung angeregt hat.

Das erste Aroma, das mich irgendwann anwehte, war Kaffee. Und dabei sind mir direkt die Freudentränen in die Augen gestiegen. Daher ist der Wohlfühlindex beim Kaffeeaufbrühen (siehe Video) seit Corona nochmal exorbitant angestiegen.

Sogar ein Hundepups vermag mich jetzt in schiere Verzückung zu versetzen.

Yeah, ich kann das riechen!

Leider zwar noch nicht alles, aber es wird von Tag zu Tag und von Woche zu Woche wieder mehr.

In der Anfangszeit, als mein Geruchssinn gerade wackelig wieder von den Toten auferstanden ist, hatte ich über mehrere Tage hinweg einen seltsamen Fakegeruch in der Nase. Allerortens roch es plötzlich penetrant süßlich-modrig. Nach Verwesung. Aber auch das hat sich inzwischen gegeben.

Wusstet ihr, dass der Geruchssinn der erste Sinn ist, der sich verabschiedet, wenn wir aus dem Leben schwinden und der Gehörsinn der letzte? Der Tastsinn hält sich auch lange wacker.

Daher spüren es Sterbende wohl durchaus noch, wenn sie berührt werden. Selbst dann, wenn sie schon lange nicht mehr bei Bewusstsein sind. Meiner Schwiegermutter habe ich kurz vor ihrem Tod noch sacht über den pergamentartigen Handrücken gestreichelt und es tröstet mich, dass sie das wahrscheinlich gefühlt hat.

Vor einigen Tagen habe ich mir die Leseprobe zu „So sterben wir“ von Roland Schulz heruntergeladen. Das Buch scheint sehr gut zu sein. Zwar sachlich, aber zugleich beruhigend. Irgendwie. Nichtsdestotrotz ist mir das momentan zu viel.

Und wirklich vorbereiten kann man sich auf den Tod eh nicht.

Makaber, aber passend in diesem Zusammenhang ist mein Romanschnipsel, den ich heute im Rahmen von #einsatzziehtaus auf Instagram eingestellt habe:

Keine Sorge: FSK 40 selbst ist noch nicht am Abnippeln. Doch ich muss zugeben, dass sich mein aktuelles Buchprojekt phasenweise immer wieder im Wachkoma befindet, während das Familienleben drumherum tobt.

Nun hat aber die Schule angefangen und zumindest das ein oder ander Schreibstündchen ist jetzt wieder drin.

Als positiven Abschluss zu diesem trotz seines Titels eher morbid angehauchten Blogeintrags möchte ich euch o.g. Video präsentieren.

Die Hintergrundmusik ist selbstgemacht: Mein Eiliensche spielt auf der Gitarre.

„Auf der Wiese“ ist hier die perfekte Wahl, würde ich meinen.

Und zum Ende hin wird es feurig mit dem Beginn vom „Argentinischen Tanz“. Das komplette Stück hat der ein oder andere von euch bereits in dem Video von dem wundervollen Konzert gesehen, bei dem das Eiliensche kurz vor den Sommerferien einen spontanen Auftritt hatte.

Beide Stücke stammen von Tatiana Stachak und aus ihrem Buch „Gitarre Erster Klasse“.

Bisher hatte ich die YouTube-Videos, die ich hier auf dem Blog eingebunden habe, ungelistet veröffentlicht. Sprich, sie waren ausschließlich über meine Webseite via Link erreichbar und daher auf YouTube selbst nicht aufzufinden. Das habe ich mit voller Absicht so gehandhabt, da ich nicht noch ein weiteres neues Fass aufmachen wollte.

Doch nun wünscht sich das Eiliensche, dass sie und ich zusammen einen „echten“ YouTube-Kanal aufbauen, den wir vor allem mit Gitarrenmusik – mit und ohne Gesang – befüllen werden. Bis das erste „richtige“ Video online geht, wird es allerdings noch ein wenig dauern. Erstmal müssen wir fleißig üben. : )

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