Federfarbenfee

Von jung und angejahrt in Wort und Bild

Kampfansage

Wenn Schlafes Bruder der Tod ist, dann ist Insomnia wohl die fiese, kleine Schwester der beiden? Jedenfalls sage ich dem blöden Miststück jetzt endgültig den Kampf an.

In den letzten Monaten hat die Schlaflosigkeit wieder ähnliche Ausmaße angenommen wie seinerzeit direkt vor dem Burnout. Sprich, ich schlafe alle 3 Nächte mal 3 Stunden und dazwischen so gut wie gar nicht. Mein Leidensdruck und meine Verzweiflung sind inzwischen enorm, auch wenn Außenstehende mir das selten ansehen. Es sei denn, ich breche auf offener Straße in Tränen aus. Ist auch schon passiert, aber prinzipiell bin ich geübt im Überspielen und ich neige nicht einmal dann zu Augenringen, wenn ich kurz davor bin, den Löffel abzugeben. Und glaubt mir: Auch damit habe ich mehr Erfahrung, als mir lieb ist.
Letzte Nacht habe ich selbst mit Schlaftablette kein Auge zubekommen. Und auch die Zeit zwischen den Jahren habe ich – von kurzen Unterbrechungen einmal abgesehen – quasi durchgemacht.

Dass die Problematik nun wieder derart eskaliert ist, schreibe ich insbesondere den aktuellen privaten Herausforderungen, meinem massiven Zuckerkonsum und dem Trainingsmangel zu. Leider fahre ich gerade wieder auf der emotionalen Essschiene und das mit mindestens 400 Sachen.

Nicht nur einmal habe ich festgestellt, dass Zucker dem Schlaf nicht gerade förderlich ist (- all die anderen Malaisen, die er im Schlepptau hat, mal außen vor). Und auch dass Bewegung im Sinne von ordentlich Auspowern es leichter macht, in einen Entspannungszustand zu finden und, so Gott will, ins Reich der Träume hinübrzudriften, ist für mich zur unumstößlichen Wahrheit geworden.

Eigentlich bin ich mittlerweile ein Gegner von guten Vorsätzen, da ich die meist eh nicht einhalte, aber so geht es echt nicht mehr weiter. Hier brennt gerade die Luft und bevor meine letzten paar verbliebenen Gehirnzellen auch noch im von Insomnia entfachten Inferno dahinschmelzen, sollte ich lieber Wasser holen, statt nur daneben – also neben mir – zu stehen und dumm zu glotzen.

Also:

Sport ⬆️

Zucker ⬇️

Figurtechnisch wird mir dieses Vorhaben sicher auch nicht schaden.

Ich wiege mich ja inzwischen äußerst selten und Kalorien zähle ich auch nicht mehr, obwohl mich diverse Posts auf Instagram in den letzten Tagen schon ziemlich getriggert haben, da bin ich ehrlich, aber nachdem ich nun in Sachen intuitivem Essen, abgesehen von den Zuckerschocks der letzten Wochen, doch schon recht weit gediehen bin, möchte ich auf diesem Weg bleiben und nicht wieder in alte Hamsterräder und Verhaltensmuster zurückfallen.

Wie ich nun aktuell auf der Waage feststellen konnte, habe ich meine größere Abnahme, die nun auch schon wieder drei Jahre zurückliegt, bis auf ca. 3kg halten können. Und damals habe ich mit Kalorienzählen abgespeckt. Ist an sich also schon eine gute Sache. Es sei denn, man ist essgestört. So wie meine Wenig- bzw. Fülligkeit. Da mir damals die Dokumentation meiner Fortschritte sehr geholfen hat, am Ball zu bleiben, möchte ich das wieder ähnlich handhaben. Wobei diesmal der Fokus nicht auf der Gewichtsabnahme, sondern auf einer Verbesserung des Schlafverhaltens liegt.

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Hier habt ihr auf jeden Fall schon mal ein Vorherbild. Dieses Foto ist vor wenigen Stunden entstanden. Und falls sich jemand wundert: Ich hab`s nicht so mit schicken, pinken Frauenhanteln. Ich trainiere mit den verstellbaren Hanteln meines Mannes. Die zwei Oschis hier wiegen zusammen 20,8 kg. Regelmäßiges Hanteltraining hilft mir zuverlässig gegen Rückenschmerzen. Mehr als spezielle Gymnastikübungen. An Cardio müssen meine 15.000 Schritte, die ich eh schon täglich reiße sowie mein Freestyle-Rumgetanze reichen.

17 Kommentare

  1. Uff, das ist alles heftig, sowohl der Schlafmangel als auch die Gewichte, die du da stemmst. Ich finde es krass, wie du dich anscheinend daran gewöhnt hast trotz so enormen Schlafdefizitd zu funktionieren. Bei mir geht das gar nicht, wenn ich in einer Nacht mal ein paar Stunden Schlaf verpasse, bin ich am nächsten Tag schon extrem dünnhäutig, daher kann ich mir gar nicht vorstellen, wie es dir ergehen muss. Ich wünsch dir viel Erfolg für die Durchsetzung deiner Pläne! 💪🏻

    • Danke dir, aber ich funktioniere nicht wirklich. Nur, wenn ich mich extrem konzentriere und das kann ich nicht die ganze Zeit über. Will heißen: Wenn ich die Kinder hole oder die schweren Hanteln über dem Kopf habe, weiß ich, dass ich extrem aufpassen muss. Dafür fällt mir danach die Tomatensauce aus den Händen und verteilt sich über den gesamten Fußboden, danach renne ich gegen die Türen statt hindurch und gerade eben hab ich weinend und fluchend auf den Drucker eingedroschen, weil er die Ausmalbilder, die meine Tochter sich ausgesucht hat, nicht ausspucken möchte. Miniprobleme werden zu Katastrophen, ich bin extrem aggro, im nächsten Moment weinerlich, im übernächsten völlig überdreht. Des Nachts schmeiße ich Kissen gegen die Wand und führe Selbstgespräche, in denen ich 1000000000mal wiederhole, dass ich nicht mehr will und kann. Zum Glück hänge ich aber an meinem Leben. Daher ist Aufgeben keine Option. Naja, ich gehe schon 13 Jahre durch diese Hölle. Es stellt sich eine gewisse Routine ein. Zwangsläufig. LG!

    • PS: Danke dir für deine guten Wünsche!!

  2. Uh das Schlafproblem hab ich auch…..kommt mal sowas von direkt aus der Hölle…mein aufrichtiges Mitgefühl 🙁
    Und das du es nicht so mit schicken(?) pinken Frauenhanteln hast gleicht ja dein schickes Fitbitarmband aus <3 …..

    • Danke dir und dito! ❤ Ich kenne ehrlich gesagt niemanden, der so wenig pennt wie ich. Die meisten klagen über Einschlaf- und Durchschlafstörungen. Darüber kann ich nur müde lächeln. Und eine 10mg Zopiclon schießt diejenigen zumindest für eine Nacht völlig ab. Ich hingegen hab mit eben dieser Tab heute Nacht gar nicht geschlafen. Null. Nada. Niente. Und nachdem nun auch dieser sporadische Notnagel wegfällt, muss ich dringend schwerere Geschütze, aber nicht in Form von Medis (die hab ich alle durch) auffahren.

      Haha. Ja, aber das ist meine Asbach-Uralt-Fituhr. Nur die Bänder wechsle ich regelmäßig. Ich benutze das Teil nur noch zur Pulskontrolle, für die Schrittaufzeichnung und das Schlaftracking. Mich beruhigt es, wenn ich in einer Nacht mit 2h Gesamtschlaf trotzdem 30min Tiefschlaf habe. Das zeigt mir, dass ich zumindest effizient schlafe, sprich, im Verhältnis zu meiner extrem kurzen Schlafdauer immer noch relativ „viel“ Tiefschlaf tanke. Längere Geschichte. Deckt sich mit den Befunden von damals aus dem Schlaflabor.

  3. Ich drücke Dir die Daumen dass Du recht bald wieder zu essenziellem Schlaf kommst. Ansonsten nützt auch die geübteste „Zusammenreiß“-Fähigkeit nichts mehr

    • Dankeschön! Ja, das ist wahr. Wobei das daheim sowieso nicht hinhaut mit meiner Scharade. Meine Familie, vor allem mein Mann, kennen meine “dunkle” Seite zur Genüge. Wie oft ich hier die tobende Furie oder alternativ das völlig depperte, unfähige Hascherl gebe, sage ich lieber nicht. Ich wundere mich mindestens 5mal täglich und nächtlich darüber, dass M. noch nicht schreiend davongerannt ist. Und zu allem Überfluss darf er mich jetzt gleich auch noch zur Gitarrenstunde fahren, weil ich gerade nicht straßenverkehrstauglich bin. Und mein Gitarrenlehrer, der mir auch nur kurz in die Augen zu schauen braucht, um zu wissen, was Sache ist, freut sich sicher auch darauf, dass er es heute mal wieder mit Miss Hyde zu tun hat. Zum Glück macht er sich auch gut als Gelegenheitstherapeut. ;-/

  4. Lass einfach den Zucker weg. In guten Bioläden gibt’s wirklich „zuckerfreie“ Alternativen (nicht statt mit Zucker dann mit Guavendicksaft, Maltodextrin, Fructose oder einem von hundert anderen Euphemismen hinter denen sich dann doch wieder Zucker versteckt versetztes Aldi- oder Edeka-„Bio“) zu etlichen Lebensmitteln. Zucker ist das Heroin des 21sten Jahrhunderts – mach einen Entzug und wundere Dich dann, wie gut es Dir gehen wird, wenn Du clean bist.

    • “Einfach” ☺️

    • PS @Hyper: Hast du dieses Wunder vollbracht? Bist du clean? Bitte sag ja! Es würde mich sehr motivieren!

      • Seit dreieinhalb Monaten kaufen wir hier einfach keine Süßigkeiten, süße Getränke, Kekse, gesüßte Desserts oder Ähnliches mehr. Wenn nix im Haus ist, kann man nix mehr essen… deshalb „einfach“… 😉
        Ich sage „ja“ mit leichten Einschränkungen: Wenn ich wo eingeladen bin, wo es zum Kaffee Kuchen oder Kekse gibt, esse ich die dort noch. Meine „Verstöße“ im eigenen Haushalt in den letzten dreieinhalb Monaten: Einmal Fruchtsaftgummibärchen, zweimal arabisches Gebäck und einmal Pudding – ja, sonst bin ich clean. Wenn ich das zusammenrechne, was ich noch an Saccharose und anderen Zuckern zu mir nehme (oft in Lebensmitteln zur Konservierung enthalten, etwa in Grillsaucen – aber auch in süßen Obstsorten), so ist mein aktueller Zuckerverbrauch zwischen 3 und 4 Prozent von dem, was Durchschnittsdeutsche an Zucker zu sich nehmen. Vor meinem Zuckerstop verbrauchte ich rund 35 Prozent des deutschen Zucker-Durchschnittsverbrauches. Seit der radikalen Reduzierung bin ich übrigens oft müde und schlafe abends binnen drei Minuten ein, nachdem ich früher oft noch stundenlang wach lag… Könnte Dir also auch helfen! 🙂
        Sport ist auch gut – aber dann besser draußen an der frischen Luft.

        • Vielen Dank für deine Erfahrungswerte und deine Anregungen und Respekt dafür, dass ihr das so knallhart durchzieht! 👍 Tja, “Wenn nix im Haus ist …”, läuft klein Mary irgendwann wie ferngesteuert los und scheut keinen Aufwand, um an ihren Stoff zu kommen. Mein schlafloses Hirn giert extrem nach schnell verfügbarer Energie und außerdem sind bei mir ja leider eine Menge Emotionen an Schokolade und Co. gekoppelt. Aber jetzt Schluss mit den Ausreden. Der erste zuckerfreie Tag liegt hinter mir und immerhin bin ich gegen 03.00Uhr eingepennt. / Ja, schon allein aufgrund der erhöhten Sauerstoffzufuhr ist Bewegung an der frischen Luft zu präferieren. Ich bin viel zu Fuß und mit dem Rad unterwegs. Allerdings bin ich kein Jogger. Dafür tanze ich unheimlich gerne, aber lieber unbeobachtet. Street Dance ist daher nix für mich. Und ich muss mich halt richtig auspowern, um in den Entspannungsmodus zu kommen. Deine Gewaltmärsche find ich Spitze! 👌 Und ich lese sehr gerne von deinen Touren. Aber ich glaub, da würden meine Kids nicht mitmachen. ;D Nach 2h max ist bei denen Feiersbend, es sei denn, wir sind in den Bergen. So, jetzt höre ich aber auf mit Texten. Danke nochmal für deinen inspirierenden Input!

  5. 😅 Ja, einfach – wie leicht gesagt. 😉 Ja, Zucker ist eine Droge und ich bin süchtig. (Jetzt fühl ich mich wie bei den anynomyen Schokoholics, nur dass ich hier leider nicht mal mehr semi-anonym unterwegs bin.) Theoretisch bin ich Expertin – inhaliere ich doch schon seit Jahrzehnten ernährungswissenschaftliche Literatur – vor BWL habe ich übrigens zwei Semester Ökotrophologie studiert. Hab ich dann aber gekickt, weil ich nicht Hausfrau mit Diplom werden wollte. Und was bin ich jetzt? Diesen wahren Witz bringe ich immer wieder gern. ;)) Also, ich weiß um die Schädlichkeit von diesem Zellgift namens Zucker, aber wie sich das für einen Junkie so gehört, komm ich trotzdem nicht davon los. Zumindest nicht dauerhaft – bis jetzt. Inzwischen ist mir der Preis viel zu hoch. Vor allem, wenn die Währung mein Schlaf ist. Sorry, falls ich wirr klinge. Schlaflos laber ich leider noch mehr Müll als sonst. Lange Rede, kurzer Sinn: Ja, der Zucker muss weg.

  6. Zucker wegzulassen bzw. zumindest zu reduzieren, ist immer eine gute Idee und wenn es gegen deine Schlaflosigkeit hilfreich sein kann, dann um so mehr. Ich weiß aber auch aus eigener und beobachtender Erfahrung, wie schwer es anfangs ist, die “Droge” zu verdammen. Ich war eigentlich noch nie jemand, der viel Süßigkeiten gegessen hat, aber zum Nachtisch nach dem Mittagessen war ein Schokoriegel (oder manchmal auch zwei) Pflicht. Hatte ich das nicht, fehlte es mir. Also auch schon so eine klein bisschen abhängig 😉 Als mir das aufging, hörte ich damit auf und die ersten Tage waren tatsächlich ätzend. Aber es dauerte nicht lange, so drei, vier Tage, dann war ich übern Berg. Heutzutage esse ich selten richtige Süßigkeiten in Form von Kuchen, Keksen oder Schokolade. Ich achte auch darauf, bei Lebensmitteln möglichst industriezuckerfrei zu leben, aber in so vielen Lebensmitteln ist trotzdem Zucker, also bin ich nicht ganz zuckerfrei und ab und zu esse ich auch mal ein Stück Kuchen oder Schokolade, wenn es angeboten wird oder W. seiner Schokosucht nachgeht 😉 Mein Verderb sind da inzwischen eher Chips und anderer salziger Knabberkram. Auch nicht gesund, vor allem wegen den fiesen Fetten. Hier muss ich noch nachbessern.
    Lange Rede….ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg für das zuckerfreie Leben und hoffe, es wirkt sich wirklich auf dein Schlafverhalten aus, das ist ja inzwischen unmenschlich hart, wie du schläfst bzw. nicht. Sport ist dazu natürlich auch immer eine gute Idee, wobei ich finde, dass du schon sportlich genug im “Tagesgeschäft” bist. 15.000 Schritte schaffe ich jedenfalls nicht, nicht mal 10.000. Gutes Gelingen in allen Bereichen wünsche ich 😘

    • Das klingt doch super, wie du das aktuell handhabst! 👍😊 Ja, Zucker ist eine Droge und ein Gift. Strenggenommen hat er außer seinem süßen Geschmack nur Nachteile zu bieten. Doch obwohl ich das schon ewig weiß, ist es mir bisher immer nur kurzfristig gelungen, von ihm loszukommen. Wenn der Zuckerentzug für mich jedoch mehr Schlaf bedeutet, wäre das für mich eine enorme Antriebsfeder. Letzte Nacht waren es zwar nur 4h, aber das ist immer noch viel mehr als in den letzten Wochen und Monaten. Von ein paar Ausnahmen abgesehen. Aber klar, völliger Zuckerverzicht für immer – das ist auch in meinem Fall eine Utopie. Chips und Co. beinhalten neben den Fetten auch reichlich Zucker, aber ich denke, du wirst sie nicht in riesigen Mengen verspeisen. So, wie ich dich einschätze, hast du dich da wesentlich besser im Griff als ich. Aber es freut mich voll, dass es hier einige gibt, die auch auf ihren Zuckerkonsum achten. Das (be)stärkt mich. 😘

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