Federfarbenfee

Von jung und angejahrt in Wort und Bild

Kindergeburtstag: Meerjungfrauenparty

Wie bereits vor geraumer Zeit angekündigt folgt nun endlich ein Blogpost zu unserer Meerjungfrauenparty, nebst eines Beweisfotos unserer legendären Schimmeltorte.

Vielleicht mögen sich hier auch andere (verzweifelte) Nixenmamas ein paar Inspirationen herausziehen. Tatsächlich erfreut sich etwa der Beitrag zu unserer Feenparty vor ein paar Jahren noch immer großer Beliebtheit. Zwischenzeitlich folgten noch weitere Mottoparties, wie z.B. eine Geisterfeier, aber die zu dokumentieren habe ich damals nicht auf die Reihe bekommen. Aufgrund erschöpfter geistiger und körperlicher Ressourcen.

Nun aber endlich zum eigentlichen Thema. Am besten fangen wir wohl mit der Deko an. Mir war und ist es immer wichtig, dass meine Kinder da möglichst viel selbst mitgestalten können. Den ganzen Aufriss betreibe ich ja in erster Linie für meine geliebten Terrorurscheln. Und das Basteln erhöht die Vorfreude. Zumindest bei den Kleinen. Bei Mama hingegen schnellt der Stressfaktor im Hinblick auf solche Aktionen bisweilen in schwindelerregende Höhen. Ist ja nicht so, als ob man in der Adventszeit nicht schon genug zu basteln und zu backen hätte.

Folglich war eine einfache und schnelle Umsetzbarkeit der Basteleien eine grundlegende Prämisse.

Meerjungfrauen aus Tonpapier

Diese niedlichen Meerjungfrauen waren Pflichtbestandteil unserer Unterwasserwelt und auch der Mitgebseltüten. Die Vorlagen für die kleinen Nixen haben ich von diesem Blog hier: https://createplaytravel.com/kids/superhero-mermaid-kids-birthday-party/

Da es sich bei den Meerjungfrauen auf unserer Party nicht um Mermaid-Superhero-Hybriden handelte, haben wir die Capes ignoriert. Für die bunten Fischschwänze, die nicht als eigenes Template vorliegen, haben wir einfach den nackten Meerjungfrauenunterkörper als Schablone benutzt. Und zwar einmal für die Vorder- und einmal für die Rückseite. Ich finde es nämlich sehr unschön, wenn die Papiernixen in der Hinteransicht nur ihren bloßen Popo präsentieren. Auch bei den Haaren ist ein wenig Tricksen angesagt. Die Langhaarfrisuren habe ich auf Kinnhöhe in zwei Teile getrennt. Andernfalls bekommt die Meerjungfrau eine etwas seltsam anmutende Halskrause verpasst. Um den Glatzkopf auf der Rückseite zu überdecken, haben wir einfach passende Kreise in der jeweiligen Haarfarbe ausgeschnitten und das bare Haupt damit überdeckt.

Origamifische

Diese Fische haben wir teils als Mobile untereinander, teils einzeln arrangiert. Auch Kinderhände falten sie binnen zwei Minuten. Noch ein kleines Wackelauge obendrauf und fertig. Natürlich steht es euch frei, die Augen selbst zu malen oder die Fische noch mit einem schönen Schuppenkleid zu verzieren.

Eine super Anleitung für die Fische findet ihr auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=EfTRhT6Weh0&t=206s

Algen und Wellen aus Transparentpapier

Simpel, aber effektvoll präsentierten sich unsere langen Streifen aus blauem und grünen Transparentpapier, die wir zwischen den Nixen und Fischen von Fenstern, Decken und Lampen baumeln ließen. Zumindest für phantasiebegabte Menschen, zu denen unsere kleinen Gäste allesamt gehörten, verstärken sie die Illusion, sich in einer magischen Unterwasserwelt zu befinden. Ursprünglich hatten wir noch geplant, eine Art Vorhang aus diesen Transparentstreifen zu kreieren, indem wir sie dicht an dicht am oberen Rahmen unserer Durchgangstür zum Unterwasserreich platziert hätten. Aber nachdem mein Mann schon jedes Mal schimpfte, wenn er die kleine, harmlose Meerjungfrau an eben dieser Stelle streifte – da konnte sie ihn noch so arglos anlächeln, haben wir zähneknirschend von unserem Algenvorhang Abstand genommen.

Bevor es nun zum Herzstück unserer Party, der Schatzsuche in einem an diesem Tage recht stürmischen Ozean geht, wie gewünscht ein Foto unserer Schimmeltorte:

Da der Erfolg dieses Backwerkes in kulinarischer Hinsicht eher bescheiden war, verzichte ich darauf, hier das Rezept einzustellen. Dabei war die Puddingcreme und der lockere Rührteig mit der leichten Zitrusnote durchaus lecker, aber die Farben hatten eine derart abschreckende Wirkung, dass selbst eine exquisite Schokoladentorte in diesem Gewand keine Chance gehabt hätte. Das Innenleben müsst ihr euch als grün-blau-marmoriertes, abstraktes Kunstwerk vorstellen. Zumindest hatte die Kinder großen Spaß beim Fondantkneten. Siehe Seesterne, Nixenschwänze, Algen und Blubberblasen.

Schatzsuche auf dem Meeresgrund

Eine Schatzsuche im Winter ist eine riskante Angelegenheit, aber auch ein unvergessliches Erlebnis, sofern der Wetter-bzw. der Meeresgott mitspielt. Nachdem es die ganze Nacht geschüttet hatte, bangte ich mit panisch klopfendem Herzen dem Vormittag entgegen. Tatsächlich hat es exakt in der einen Stunde, in der die kleinen Schatzsucher draußen unterwegs waren, nicht geregnet. Gut, ein paar hundert Meter vor dem Ziel hat Poseidon uns schon mit ein wenig Nieseln vorgewarnt, dass wir seine Gunst nicht überstrapazieren sollten. Nachdem er just in dem Hinweis, der gerade von einer Meerjungfrau ehrfürchtig vorgelesen wurde, eine Rolle spielt, machte das bisschen Getröpfel in dem Moment unsere Geschichte aber erst richtig perfekt.

Brief vom Kapitän und Hinweise

Den Auftakt der Schatzsuche bildete ein Brief von Kapitän Silberbart, der die kleinen Meerjungfrauen um Hilfe bittet. Sie sollen für ihn einen Schatz bergen. Bis auf zehn Goldmünzen, die sie für ihn auf der Mauer am Tor hinterlegen müssen, dürfen die Nixen den Schatz behalten und unter sich aufteilen. Die ganze Geschichte erspare ich euch lieber. Aber ihr könnt euch nicht vorstellen, welch Stellenwert jene zehn Münzen am Ende eingenommen und wie sehr sie uns Erwachsene ins Schwitzen gebracht haben. Von unserem Wohn- aka Meerzimmer aus hatten die Meerjungfrauen nämlich einen formidablen Blick auf besagte Mauer. Und nun klebten sie alle an der Scheibe und warteten darauf, dass Kapitän Silberbart auf dem Plan erschien. Das war von uns so nicht vorgesehen. Aber mit vereinten und freundschaftlichen Kräften haben wir auch dieses Problem gelöst.

Zurück zum Brief. Um es den Nixen nicht zu leicht zu machen, lag das Schreiben nicht im Ganzen vor. Die vier Puzzleteile befanden sich in unterschiedlichen Luftballons, welche jedoch von den schlauen Meerjungfrauen sehr schnell ausfindig gemacht wurden. Todesmutig haben diese dann mit einer Nadel die jeweiligen Ballons zerstochen, um anschließend das Puzzle zusammenzusetzen und den Brief des Kapitäns lesen zu können. Für ältere Kinder kann man das Puzzle entsprechend schwieriger gestalten, indem man den Brief noch mehr zerschnipselt.

Der Brief enthielt auch den ersten Hinweis. In diesem Fall handelte es sich um ein Gebäude, das bei uns im Ort für Events und dergleichen genutzt wird. Vom Kapitän wurde es als Unterwasserhaus, in dem rauschende Feste gefeiert werden, beschrieben. Sowohl den Brief als auch die Hinweise habe ich aus einem nostalgisch-altmodischem Scrapbookpapier gefertigt, das ich hier zufälligerweise noch herumfliegen hatte. Dieses Layout, welches von Zeichnungen, die ich mir passend zu den jeweiligen Aufgaben und Geschichtlein im Internet herausgesucht habe, untermalt wurde, fand bei den kleinen Nixen großen Anklang und trug sehr zum Flair bei.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie Kinder es schaffen, mit einer Handvoll von Anreizen fantastische Welten zu kreieren und mit Leben zu füllen. Und tatsächlich haben mein Mann und ich uns von der lebhaften Phantasie der kleinen Gäste sofort mitreissen lassen:

“Da! In den Algen dahinten sehe ich etwas schimmern! Ist das etwa der nächste Hinweis?”

“Passt auf – hier sind Moränen und Haie! Schwimmt schneller, damit sie euch nicht schnappen!”

Das begeisterte Gekreische war groß und füllte auch die Herzen von uns großen Kindern mit warmer Freude.

Bilderrätsel und auch kleine sportliche Aufgaben sorgten für Abwechslung in den storylastigen Hinweisen.

Natürlich gibt es auch vorgefertigte Schatzsuchen, die man teils direkt aus dem Internet downloaden und ausdrucken kann, aber das ist einfach nicht das Gleiche, als wenn man lokalen Besonderheiten eine neue, magische Aura verleiht. Auch wenn diese individuell gestaltete Schatzsuche mehr Vorbereitung benötigt. Am Ende lohnt es sich allemal. (Es sei denn, es schüttet aus Kübeln.)

Auch ich habe als Kind Schatzsuchen oder Schnitzeljagden über alles geliebt. Und ich bin sehr froh darüber, dass sie auch heute noch nichts von ihrem Zauber verloren haben.

Wir haben es übrigens so gehandhabt, dass es exakt so viele Hinweise gab wie geladene Gäste und jeder Hinweis mit einem Namenschildchen versehen war. Jedes Kind durfte also einen Hinweis vorlesen und die jeweilige Karte auch behalten.

Schatztruhe

Die Schatztruhe hat das Geburstagskind ganz allein gestaltet. Hierfür hat sie einen Schuhkarton mit Goldpapier verkleidet und den Deckel mit einer der o.g. Meerjungfrauen und einer Kartonmuschel verziert.

Befüllt wurde die Kiste dann natürlich von Mama. Klammheimlich. Die bekannten Schoko-Goldmünzen haben mir da große Dienste erwiesen. Dazwischen fanden sich aber auch noch diverse andere Plombenzieher.

Selbst gefädelte Meerjungfrauenarmbänder

Nach der schweißtreibenden und nervenzerreißenden Schatzsuche bot sich eine etwas ruhigere Aktivität an.

Ich hatte im Vorfeld einige Muschel- und Fischperlen sowie elastische und transparente Perlenschnur besorgt. In Kombination mit unseren bunten Glasperlenvorräten entstanden individuelle, ebenso filigrane wie schöne Schmuckstücke, die von den kleinen Künstlerinnen stolz direkt umgehängt oder vorsichtig in den Mitgebseltüten verstaut wurden.

Schokoladenmuscheln

Als weiterer kleiner Gag für die Mitgebseltüte durften die Belgischen Meeresfrüchte, die es in jedem gutsortierten Supermarkt zu kaufen gibt, nicht fehlen.

Der fröhliche Geburtstagsvormittag endete mit einem zünftigen Mittagessen in Form von Würsteln und Pommes. Trotz Torten-Fails musste also keiner hungern.

Wir hätten auch noch ein paar mehr Spiele in petto gehabt. Aber die gut drei Stunden waren rum wie nix. Kurz spielten einige der Kinder Reise nach Jerusalem mit aus Knicklichtern gefertigten Kreisen an. Das ist echt eine super Gaudi. Dass der Raum abgedunkelt sein muss, versteht sich von selbst.

Grundsätzlich habe ich über die Jahre hinweg die Erfahrung gemacht, dass oft die altbewährten Spiele, wie z.B. auch Topfschlagen, Blinde Kuh, “Ringlein, Ringlein, du musst wandern”, Schokoladenessen usw. immer noch heiß begehrt sind und für mindestens ebenso leuchtende Kinderaugen sorgen, wie aufwändige Events.

Guten Rutsch euch allen!

8 Kommentare

  1. Ist das cool 😍😍😍 du bist echt eine tolle Mutter! So fantasievoll und aktivierend! Meine volle Hochachtung 🥳

    • Vielen Dank für das tolle Lob! 💕 Aber glaub mir: Ich kann auch eine furchtbare Mutter sein. Heute zum Beispiel. Da will ich nur meine Ruhe. 😉 Sei lieb gegrüßt!

  2. Kinder sind inspirierend, das sehe ich immer bei meinem Neffen. Mit den Tüten, die die Kinder mitnehmen, das ist heutzutage so üblich, oder?
    Was für ein Aufwand das alles, das habt ihr schön hinbekommen. 🙂
    Guten Rutsch euch allen!

    • Danke dir! Ja, um die Mitgebseltüten kommt man inzwischen leider nicht mehr herum. Was den Aufwand angeht, schwöre ich mir jedes Jahr auf’s Neue, dass ich mir das nie wieder antun werde. Und dann lasse ich mich doch wieder breitschlagen. Dafür machen wir heute nada. Nicht einmal Bleigießen. Mein Mann ist neben mir eingepennt. Die Kleine pennt im Schlafsack und die “Große” und ich gucken einen Film. Kontrastprogramm sozusagen. ;D Komm du auch gut rüber!

  3. Toll. Echt großartig, was Du da auf die Beine gestellt hast! Grandios. Klar, dass Du da jetzt erstmal Ruhe brauchst.
    Wünsche Dir ein glückliches und gesundes neues Jahr.
    Liebe Grüße!

  4. Das ist einfach toll. 🙂

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