Von jung und angejahrt in Wort und Bild

Tagesnotizen #26: Warum ich auch krank laufen muss und apropos: Wie lÀuft`s mit meinen Romanen?

Eigentlich doch ganz schick, so ein Kompressionsstrumpf, oder? 😉 Erinnert mich entfernt an meine Ballettstrumpfhosen frĂŒher.

Wie war das noch? Bei einer ErkĂ€ltung soll man sich schonen. Ein Freibrief fĂŒr ausgiebiges Couchen also. Es sei denn, man hat (kleine) Kinder. Dass aber nicht nur die Kiddies, sondern auch meine Gesundheit mit Schonung nur bedingt kompatibel sind, habe ich nun schmerzhaft am eigenen Leib erfahren dĂŒrfen.

Seit einer Woche weigert sich mein aktueller Virenbesuch hartnĂ€ckig, seine Sachen und den befreundeten Bazillus zu packen und sich endlich zu verpissen.  Stattdessen haben er und sein Kumpel sich hĂ€uslich bei mir eingerichtet.  Um mir Gelegenheit zu geben, mich in Ruhe auszukurieren und den ungebetenen GĂ€sten endlich den Garaus zu machen, ist mein Mann am Wochenende fĂŒr knapp zwei Tage mit beiden Kindern zu den Schwiegereltern gefahren. Das letzte Mal hatte ich im Februar fĂŒr einen Tag sturmfrei. Da war ich aber gesund und in Bewegung. Warum das eine Rolle spielt? Dazu komme ich gleich.

Meine obersten Ziele fĂŒr diese beiden Tage? Jeweils weniger als 5.000 Schritte  gehen und mindestens 1.500 Worte schreiben. Beide Ziele habe ich mit außerordentlich viel Konsequenz und Durchhaltevermögen tatsĂ€chlich erreicht und sogar ĂŒbertroffen. Gerade einmal 4.000 Schritte sind es an Tag 1 geworden und ĂŒber 2.000 Worte. Ich war stolz auf mich. Doch gegen spĂ€ten Nachmittag machte sich ein fieses Ziepen an meinem rechten Bein bemerkbar. Auf Kniehöhe. Genau die Stelle, an der sich nach der Geburt des Ämmale der Thrombus festgesetzt und meine große Beinvene komplett geschrottet hat.

Ich habe dann Abends trotz erhöhter Temperatur, Dauerhusten, Kopf-, Bein- und diverser anderer Schmerzen eine spontane Tanzsession eingelegt, was das Ganze aber auch nicht mehr rausgerissen hat. Die vorherigen Stunden war ich einfach zu inaktiv gewesen. Gift fĂŒr die Venen. Seit ich meinen Fitnesstracker besitze, und wahrscheinlich auch schon zuvor, gab es so gut wie keinen Tag, an dem ich weniger als 10.000 Schritte gelaufen bin, ja sogar nur wenige, an denen ich mich unter 15.000 Schritte gehalten habe. Und da hatte ich keinerlei Probleme mit der kaputten Vene. Und kaum bewege ich mich mal im BĂŒro-Mensch-Durchschnitts-Modus, flippt dieses bekloppte BlutgefĂ€ĂŸ plötzlich aus.

Nachts tat es dann so weh, dass ich kurzzeitig wirklich Schiss hatte, es könnte sich eine neue Thrombose bilden. Verzweifelt kramte ich um 05.00Uhr morgens nach meinen KompressionsstrĂŒmpfen, die in irgendeiner Schublade verstaubten. Dabei hĂ€tte ich nun doch endlich, endlich einmal ausschlafen können. Immerhin habe ich die StrĂŒmpfe letztendlich gefunden.

Mit einem erleichterten Seufzen streifte ich sie mir ĂŒber und wunderte mich zuerst gar nicht darĂŒber, dass das, was mir damals einiges an Schweiß und Kraft abverlangt hat, plötzlich so leicht ging. Als die StrĂŒmpfe an meinen Beinen dann aber Falten warfen und von Kompression nicht wirklich viel zu spĂŒren war, dĂ€mmerte es mir allmĂ€hlich: Die StrĂŒmpfe waren zu groß. Tja, fast 15kg Abnahme machen sich halt auch in den unteren Regionen bemerkbar, obwohl ich ja von Haus aus eine Birne bin. Figurtechnisch gesehen.

Was also tun? Nun, ich habe die StrĂŒmpfe einfach so hoch gezogen, dass ich sie auch als Ganzkörperanzug hĂ€tte verwenden können, wĂ€re nicht mein Becken im Weg gewesen. So wurde die Waden- zur Oberschenkelregion und die Kompression war wieder gegeben. Bei Gelegenheit muss ich mir neue StrĂŒmpfe anfertigen lassen. Aber nicht in diesem abartigen Oma-beige-Ton. Dann trage ich sie vielleicht auch öfter. Nachdem ich heute weniger geschrieben und dafĂŒr mehr BeinĂŒbungen gemacht habe (Venenpumpe in Dauerschleife etwa), gibt die böse Stelle schon fast wieder Ruhe.

Ansonsten bemĂŒhe ich mich, dass ich trotz ErkĂ€ltungsdelirium auf meine 10.000 Schritte komme. Ich kann ja auch schleichen, statt laufen. Dann klappt das schon.

Dumpf erinnere ich mich, in den sozialen Netzwerken vor ein paar Tagen folgenden Spruch meines Eiliensche zum Besten gegeben zu haben:

„Mama, kannst du bitte mein Trinken auffĂŒllen? Du brauchst doch eh 10.000 Schritte.“

Mein Kind ist offensichtlich noch klĂŒger, als ich angenommen habe. Auf jeden Fall aber klĂŒger als ich.

 

***

 

Im Hinblick auf eine meiner Geschichten hat sich eine Chance aufgetan, die ich unbedingt nutzen möchte. Konkret heißt das, dass ich nun in Sachen Liebesroman richtig ranklotzen muss. Deshalb wird „Am Anfang war Lila“ eine Zeitlang pausieren. Doch ich denke, dass beide Projekte mehr dadurch gewinnen als verlieren, wenn ich sie nacheinander fertigstelle. Und aus gegebenem Anlass ist jetzt erstmal „Der Liebe zartherber Schmelz“ an der Reihe.

Da mein Ämmale aber ab September drei Vormittage die Woche in den Vorkindergarten gehen wird, eröffnen sich spĂ€testens ab diesem Zeitpunkt auch neue KapazitĂ€ten fĂŒr meinen Dark-Fantasy-Roman. Habt Geduld mit mir!

 

2 Kommentare

  1. Claudia

    Liebe Federfarbenfee,

    ah, hier ist ja die Info, die ich gesucht habe ;-). Ich habe Dich lange nicht mehr besucht, und nun dachte ich mir ich fange noch mal von vorne bei Deinem Blogroman an, aber da warte ich dann einfach, bis du vielleicht irgendwann weitermachst, weil ich bin sonst zu ungeduldig ;-). Ist aber ein schöner Grund fĂŒr eine Pause.

    Lass es mich wissen, wenn Du irgendwann doch wieder weiter machst, dann lese ich nochmal von Anfang an 🙂

    Liebe GrĂŒĂŸe

    Claudia

    • Federfarbenfee

      Liebe Claudia,

      schön, dich mal wieder zu lesen! ? Stimmt, wir haben uns leider etwas aus den Augen verloren.

      Wird noch ein wenig dauern, bis der Liebesroman fertiggestellt ist – mein ursprĂŒnglicher Zeitplan hat die Dauerinfekte nicht einkalkuliert, aber im Anschluss geht es sofort mit „Am Anfang war Lila“weiter. Freut mich sehr, dass du mich nicht vergessen hast!

      Liebe GrĂŒĂŸe zurĂŒck von Mary!

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