Federfarbenfee

Von jung und angejahrt in Wort und Bild

Tagesnotizen #45: En pointe

Neue Spitzenschuhe!! 👍😁 Meine alten hatten schon 25 Jahre auf dem Buckel. Davon wurden sie 20 Jahre nicht getragen, sind aber trotzdem völlig durch. Ich hing und hĂ€nge halt sehr an ihnen, da sie maßangefertigt waren und ich viele schöne Erinnerungen mit ihnen verbinde.

Der Kauf der neuen Schuhe gestaltete sich allerdings als Drama bzw. Tragikkomödie.

Am Samstag war ich im BallettgeschĂ€ft und erstand nach einigem Hin und Her und ausgiebigen Anprobieren ein Paar, von dem ich und die VerkĂ€uferin dachten, es wĂŒrde perfekt passen. Zu Hause habe ich dann, ĂŒbereifrig, wie ich nunmal bin (haha), gleich alle BĂ€nder angenĂ€ht (Schweinearbeit!) und die Schuhe schon etwas prĂ€pariert. Aber als ich sie anschließend angezogen habe, waren die Dinger tatsĂ€chlich zu klein!! Ging gar nicht! Und umtauschen habe ich nicht einmal in ErwĂ€gung gezogen, da ich die Schuhe ja schon ziemlich bearbeitet hatte, ich Depp.

Habe dann das gleiche Modell online nochmal eine halbe Nummer grĂ¶ĂŸer bestellt und die Schuhe passen jetzt wie angegossen!

Hoffe, dass meine Ballettlehrerin das zu kleine Paar noch unters Volk bringen kann. WĂ€re sonst ein teures VergnĂŒgen.

Bitte nicht auf meine Armhaltung achten. Die ist mies. Habe das Bild mit Selbstauslöser geschossen und musste mich binnen weniger Sekunden in Position zu bringen. 😉

(Um das Bild im Ganzen nebst Schuhen sehen zu können, mögen die WP-Reader-Nutzer bitte nochmal direkt auf das Foto clicken. Irgendwas ist halt immer. Danke WP, du Schnuckiputzi-App! 😚 Aber ich finde es schon mal gigantisch, dass meine Posts wieder im Reader erscheinen! 👍)

Tagesnotizen #44: Mitten im Leben?

Eigentlich (EIGENTLICH ein furchtbares Wort, aber mir fÀllt gerade kein besseres ein), sind das jetzt die besten Jahre:
Nicht mehr so leicht zu verunsichern wie als junger Mensch.

Humorvoller (vor allem auch in Bezug auf sich selbst und die eigenen SchwĂ€chen) und dadurch souverĂ€ner als frĂŒher.

Ausreichend Mut und Lebenserfahrung gesammelt, um seine Leidenschaften auszuleben und darauf zu scheißen, was andere davon halten.

Noch nicht zu vertrocknet und gebrechlich, um nicht auch die sinnlichen GenĂŒsse voll ausschöpfen und sich nach wie vor attraktiv fĂŒhlen zu können, dĂŒrfen, wollen.

Einen Partner an der Seite, der einen aus vollem Herzen liebt, obwohl er einen kennt.

Die Kinder.

Mehr Freiheiten, aber auch viel mehr Verantwortung.

WÀren da nicht all die SchicksalsschlÀge, die wahrscheinlich jeden Menschen in dieser Lebensphase in irgendeiner Form ereilen.

Am schwersten hat es wohl mein Mann im Moment. Gleichzeitig sind ihm beide Elternteile weggebrochen. Der eine tot (bitte keine Beileidsbekundungen – die haben wir hinter uns), der andere (erneut) schwerst depressiv. Suizidal. Ich stehe M. zur Seite, so gut es mir möglich ist und bewundere ihn nicht zum ersten Mal fĂŒr seine mentale StĂ€rke.

StĂ€ndiger Spagat. Zwischen helfen und sich selbst und die Kinder schĂŒtzen wollen. Gleich, wie positiv diese strahlenden, kleinen Wesen gerade auf psychisch kranke Menschen wirken mögen: Sie sind auch ungeheuer verletzlich und es ist nicht rechtens, ihre Energie anzuzapfen, um sich selbst zu stĂ€rken. Allein, wenn ich mir anschaue, wie sehr die Kleinen auf die Physiognomie ihres GegenĂŒbers achten. Wie sollen sie sich fĂŒhlen, wenn da keinerlei emotionale Regung zu sehen ist?
Wenn ihr wacher, suchender, vertrauens- und liebevoller Blick nur auf stumpfe Leere trifft?
Wenn sie erkennen, dass der geliebte Mensch nicht mehr er selbst ist? Dass er sich an einen Ort zurĂŒckgezogen hat, an den ihm die Kinderseelen nicht folgen können und auch nicht sollen.

Mit HĂ€nden und FĂŒĂŸen darum kĂ€mpfen, nicht mit in den Abgrund hineinzustĂŒrzen.

Sehr viel mehr möchte ich dazu nicht schreiben. Aus RĂŒcksichtnahme der betreffenden Person gegenĂŒber. Hoffe, mit diesem Post habe ich seine IntimsphĂ€re nicht schon zu sehr verletzt. Aber es ist kein Geheimnis, dass er krank ist.

Du bist so ein intelligenter, begabter und charismatischer Mann und wir wĂŒnschen dir von Herzen, dass du wieder aus diesem Loch herauskommst. Aber du musst die HĂ€nde, die sich dir entgegenstrecken, schon ergreifen. Sonst wird das nichts! Und es sind zahlreiche HĂ€nde! Nicht nur die von M., den Kindern und mir. Ich kenne kaum einen Menschen, der so viele gute und echte Freunde hat wie du!

Meine eigenen Freundschaften bin ich gerade wieder einmal am Überdenken. Es gibt nur sehr wenige Leute, denen ich blind vertraue. Und mindestens 80 Prozent davon sind MĂ€nner. Es ist wirklich erschreckend, wie talentiert Frauen darin sind, sich gegenseitig das Leben schwer zu machen.
Sicherlich schrieb ich es schon mal, dass ich in meinem Leben weitaus mehr Leid durch Frauen als durch MĂ€nner erfahren habe. Obwohl es sehr bedauerlich ist, dass ich damit meiner eigenen Spezies in den RĂŒcken falle. Ich selbst bin bestimmt auch ein ziemliches MiststĂŒck. Das möchte ich gar nicht bestreiten. Jedenfalls ist es sehr interessant, dass ausgerechnet ich zwei Töchter habe. Das sehe ich als eine DER Aufgaben in meinem Leben.

Dieser Eintrag klingt hoffentlich nicht allzu trist. Denn das wĂŒrde meiner aktuellen Lebenssituation nicht gerecht werden.

TatsĂ€chlich bin ich gerade um einiges glĂŒcklicher als ich es etwa in meinen 20ern und 30ern war.

Und neben meiner Familie gibt es insbesondere noch drei weitere SĂ€ulen, die mich zugleich erden und beflĂŒgeln: Das Schreiben, das Tanzen und neuerdings auch wieder das Musizieren. Seit Jahrzehnten hatte ich kein Instrument mehr in der Hand. Und nun habe ich mir ein Herz gefasst und erlerne endlich das Gitarrespielen.
Schon als Kind war das mein Trauminstrument. Aber von meinen Eltern wurde ich dazu „verdonnert“, Sopran- und Altflöte zu spielen. Autodidaktisch habe ich mir das Klavierspielen beigebracht. Virtuos geht anders, aber fĂŒr ein wenig Klimpern hat’s gereicht.

Nun habe ich das große GlĂŒck, von einem wirklich begnadeten Musiker in den KĂŒnsten des Gitarrespielens unterwiesen zu werden.

Und wenn ich meine „La Mancha“ auf dem Schoß habe, mich im Strumming ĂŒbe und dem schönen Instrument hin und wieder einen sauberen Akkord entlocke, vergesse ich ganz schnell, dass sich mein Unterkiefernerv aufgrund der laufenden Implantationsgeschichte auf der linken Seite mal wieder verabschiedet hat. Zumindest ist meine Lippe diesmal nicht betroffen. Das war letztes Mal ganz furchtbar: Nicht richtig kĂŒssen zu können.

(Vor einigen Tagen habe ich mein Webspace-Abonnement doch um ein weiteres Jahr verlĂ€ngert. Zwischenzeitlich tendierte ich zur KĂŒndigung. Die Vorgaben des neuen Datenschutzgesetzes halte ich bei einen so kleinen, nicht kommerziellen Liebhaberblog fĂŒr völlig ĂŒbertrieben. Und die Tatsache, dass meine Posts mal im WP-Feed auftauchen und mal nicht, finde ich auch nicht eben motivierend. Zudem konzentriere ich mich derzeit vor allem auf die Fertigstellung meiner Liebesgeschichte. Falls ihr also wider Erwarten Sehnsucht nach mir haben solltet, empfehle ich euch, auf meinem Wattpadprofil vorbeizuschauen. ;))

Tagesnotizen #43: Vom Apfel und vom Stamm (aktuelles Romankapitel)

Hallo, liebe Leute. Meine lĂ€ngere Sendepause hat traurige und ziemlich persönliche GrĂŒnde, auf die ich an dieser Stelle nicht eingehen kann und möchte. Und auch wenn ich bisweilen gerne lamentiere, macht es in diesem Fall nicht viel Sinn. Der Tod gehört nun mal zum Leben mit dazu, nicht wahr?

Wen es interessiert, was ich derzeit nebst trauern, sich sorgen, nicht schlafen, Kinder bespaßen, den Mann unterstĂŒtzen und in BĂŒrokratie versumpfen, sonst noch so treibe, der wird vielleicht VergnĂŒgen an meinem aktuellen Schmelzkapitel finden, das ich aufgrund des sehr ĂŒberschaubaren Umfangs und als eine Art Kontrastprogramm einfach mal hier einstellen werde.

Es ist ein eher leichtes bis seichtes, aber dafĂŒr heiteres Kapitel.

Diejenigen, die sich ausschließlich der Hochliteratur verschrieben haben, seien also vorgewarnt. Auf Ă€tzende Äußerungen könnten ebenso giftige Erwiderungen folgen, da ich die Nacht mal wieder durchgemacht habe und entsprechend auf Krawall gebĂŒrstet bin.

Los geht`s:

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Tagesnotizen #42 / Testballon / 15 Shades of/about me

Es gibt Schlimmeres als streikende Technik, aber dennoch bin ich momentan ziemlich angepisst. Nicht zum ersten Mal wurde und wird mein aktuellster Blogpost nicht im Reader angezeigt. Entweder spinnt WordPress oder ich bekomme das einfach nicht stabil auf die Kette mit dem Einbinden in die Community.

Daher jage ich hier einen kleinen und hoffentlich trotzdem vergnĂŒglichen Tespost raus. Diesmal allerdings ohne Bild. Fotos von meiner Wenigkeit gab es im letzten Eintrag ja mehr als genug.

(Nachtrag: So ganz ohne Bild war es mir jetzt doch zu nackt.)

Aber die Nominierung, die mich gestern auf Wattpad ereilt hat, kommt mir gerade recht, um die Veröffentlichung im Reader nochmal zu testen. Vielleicht lag es ja auch tatsĂ€chlich an den Fotos, die WP eventuell nicht mochte und die ich mit folgenden 15 Fakten ĂŒber meine sterbenslangweilige Person noch ein wenig unterfĂŒttern kann.

Here we go: 15 Shades of/about me:

Womit wir gleich beim ersten Fakt (1) wĂ€ren: Ich habe „Fifty Shades of Grey“ weder als Buch gelesen, noch als Film gesehen. Es ist nicht so, dass ich erotische Literatur nicht zu schĂ€tzen weiß, aber nachdem ich mir eine Leseprobe von besagtem Werk auf mein Kindle geholt habe, konnte ich mich nicht dazu ĂŒberwinden, weiterzulesen. Weder der Schreibstil noch die Charaktere waren meins. Aber der Titel „Fifty Shades of Grey“ – der ist wirklich genial!

(2) Nominiert wurde ich von X und Y (Namen v.V. geĂ€ndert). Wie gesagt mag ich Nominierungen ungefĂ€hr so gern wie BlutergĂŒsse (grandiose Überleitung zum nĂ€chsten Fakt – haha), aber nachdem mir die beiden Ladies schon sehr ans Herz gewachsen sind, kann ich ihnen diesen Wunsch natĂŒrlich nicht abschlagen. ❀

(3) Ich LIEBE es, wenn mein Mann mich massiert! Aber er macht es viel zu selten. Daher habe ich mir jetzt ein Shiatsu-Massagekissen bestellt und es am Wochenende eingeweiht. Doch entweder bin ich nicht so hart im Nehmen, wie ich dachte, oder ich hab irgendwas was falsch gemacht. Denn jetzt zieren meinen RĂŒcken blaue Flecken und ich hab noch Ă€rgere RĂŒckenschmerzen als zuvor.

(4) Ich habe eine weiche Schale und einen harten Kern. đŸ€”đŸ˜

(5) Die wirklich interessanten Dinge sind mir viel zu privat, als dass ich sie hier posten wĂŒrde.😋

(6) Ich mag Rosenkohl.

(7) Ich lese hauptsĂ€chlich Spannungsliteratur, schreibe aber aktuell einen Liebesroman. đŸ˜Č

(8) Ich hasse aber Krimis. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich und meine beste Freundin als Kinder Kisten tonnenweise Agatha-Christie-Krimis auf dem Speicher ihrer Eltern gefunden und allesamt in einem Rutsch verschlungen haben. Das war wahrscheinlich eine Überdosis und seitdem habe ich eine Krimi-Phobie.

(9) Ich bin ein Serienjunkie. Ganz vorne mit dabei: „Breaking Bad“, „Game of Thrones“, „The Walking Dead“, „House of Cards“, „American Horror Story“, „Better call Saul“, „Dexter“ …

(10) Ich sĂŒĂŸe meinen Milchkaffee mit Stevia oder zuckerfreiem Karamelsirup, esse dann aber eine 300g-Tafel Vollmichschokolade dazu.

(11) Ich hasse Parties und Clubs. Und ich habe es immer als furchtbare Strafe empfunden, wenn Freunde mich frĂŒher auf irgendwelche Studentenfeten und spĂ€ter auf After-Work-Parties geschleift haben.

(12) Ich hasse oberflÀchliches Blabla.

(13) Ich hasse Putzen.

(Ich merke, das Ding mutiert gerade zur Hassliste – geht ja gar nicht. Also hier mal eine andere Platte:)

(14) Ich habe frĂŒher NĂ€chte durchgezockt und dann oft geschlafen, statt in die Vorlesung zu gehen. Hab mein Examen zum GlĂŒck trotzdem geschafft.

(15) Ich habe als Werkstudentin bei einem Chiphersteller im QualitĂ€tsmanagement gearbeitet und es sehr genossen, fast ausschließlich mit Ingenieuren, sprich MĂ€nnern zu tun zu haben. So ein stabil gutes Arbeitsklima hatte ich danach nie wieder.

(15 + 1 – hab mich verzĂ€hlt: Ich bin kein Mathegenie – ok 15 + 2:) Ich habe nach zwei Semestern Ökotrophologiestudium zu BWL gewechselt, weil ich Angst hatte, als Hausfrau mit Diplom zu enden. Und was bin ich momentan? Höhö. Wird sich aber spĂ€testens nĂ€chstes Jahr Ă€ndern. Bis dahin möchte ich außerdem meine beiden aktuellen Buchprojekte fertig bekommen.

Tagesnotizen #41: Fast 40 Stunden wach

Genau genommen seit gestern FrĂŒh um 06.00Uhr. Dabei hatte ich einen wirklich schönen Tag gestern. Es war einer der beiden Tage, an denen M. Urlaub hatte und die Vormittagsstunden haben wir – wie vorgesehen 🙂 – fĂŒr uns genutzt.

Immerhin habe ich die Nacht von Donnerstag auf Freitag außerordentlich gut geschlafen fĂŒr meine VerhĂ€ltnisse. Meine Fitbit-Uhr hat sagenhafte 1h 50min Tiefschlaf angezeigt. So viel habe ich noch nie zusammengebracht in dem Jahr, seit ich die Uhr besitze.

Die Fotos in diesem Beitrag sind auch am gestrigen Tag entstanden. Da sieht man mal, wie ich aussehe, wenn ich geschlafen habe. Gleich mal zehn Jahre jĂŒnger. 😉 Wobei mir das im Grunde auch egal ist und ich wahrscheinlich noch mit 80 unschuldige Menschen mit sinnlich-beschwingten Fotos von mir quĂ€len werde. Vorausgesetzt, ich lebe dann noch. Da ich gerade einmal nicht von irgendeinem Infekt gebeutelt werde, bin ich da ausnahmsweise zuversichtlich.

Die vergangene schlaflose Nacht habe ich aber mit ErfĂŒllenderem als Panikattacken verbracht: Statt planlos durch’s Haus zu tigern oder mich stundenlang im Bett herumzuwĂ€lzen, habe ich bis 04.00Uhr FrĂŒh an meiner Geschichte weitergeschrieben und konnte meine Leser auf diese Weise mit einem zweiten Update innerhalb einer Woche beglĂŒcken. Und damit auch mich selbst. Ich sehe es als großes Geschenk an, dass mein Roman es tatsĂ€chlich schafft, Menschen zu berĂŒhren. Die ersten meiner Stammleser haben sich schon kurze Zeit nach meinem nĂ€chtlichen Upload eingefunden und ihr Interesse und ihre Begeisterung stĂ€rken mich ungemein.

Den Tag heute habe ich trotz Sonnenschein und der Tatsache, dass hier aufgrund spontanen Kinderbesuchs vier Zwerge um uns herumgehĂŒpft sind, im halben Delirium verbracht. Ein Zustand, der mir ja inzwischen wohlvertraut ist und der mich zur Zeit leider wieder viel zu oft heimsucht.

An solchen Tagen schwanke ich zwischen den Extremen

Aggression und SanftmĂŒtigkeit,

Heiterkeit und Melancholie,

ĂŒbersteigerter ProduktivitĂ€t und totaler Erschöpfung

stÀndig hin und her.

Vor allem fĂŒr meine Mitmenschen nicht gerade einfach zu handeln. Je nach aktueller Stimmungslage.

Andererseits habe ich mittlerweile akzeptiert, dass Insomnia einfach ein Teil von mir ist und sie vielleicht auch ihr Gutes hat. Manchmal fĂŒhle ich mich im schlaflosen Zustand auch seltsam losgelöst und fast so, als hĂ€tte ich bewusstseinserweiternde Drogen eingeworfen. Bisweilen eröffnet mir die Schlaflosigkeit einen völlig neuen Blickwinkel auf manche Dinge.

Ver-rĂŒckt.

Portraets_hinterVorhang

Tagesnotizen #40: Abtauchen

Am Donnerstag und Freitag in der zweiten Osterferienwoche hat M. kurzfristig Urlaub genommen. Unser erster Impuls war es, die Kinder aus dem Kindergarten zu nehmen. Tja und nun haben wir Rabeneltern uns tatsĂ€chlich dazu entschlossen, das nicht zu tun und stattdessen diese paar kostbaren Vormittagsstunden nur fĂŒr uns beide zu nutzen. In den fĂŒnf Jahren seit wir Eltern sind, hatten wir bisher nur zweimal die Möglichkeit, als Paar auszugehen. Das erste Mal war an meinem 40. Geburtstag, an dem ich ja wie von der Tarantel gestochen aus dem Lokal geflĂŒchtet bin und das teure Essen direkt ins nĂ€chste GebĂŒsch gekotzt habe. In dem Fall nicht, weil ich so besoffen gewesen wĂ€re, sondern weil ich mir eine Magen-Darm-Geschichte von den Kindern eingefangen, aber mir eingebildet habe, ich mĂŒsste das jetzt trotzdem durchziehen mit dem Essengehen. Wo wir nun endlich – nach Jahren! – die Gelegenheit dazu hatten.

Und was werden wir nun anfangen mit unserer Zweisamkeit?

FrĂŒhstĂŒcken gehen, uns durch`s Haus poppen …

Was man halt so macht als Paar, wenn man mal sturmfreie Bude hat. (Hoffe, dass es wirklich klappt und nicht wieder einer von uns krank wird.)

Da wir uns nun schon mal unter der GĂŒrtellinie befinden, hier noch eine kleine Szene, die sich am gestrigen Sonntagnachmittag ereignet hat:

Die Kinder und ich sitzen auf der Terrasse und bemalen Ostereier.
Plötzlich springt das Ämmale (3) auf und ruft durch den Vorhang der geöffneten TerrassentĂŒr:
„Papa, warum malst du keine Eier an?“
„Weil meine Eier keinen Anstrich benötigen“, erwidert mein Mann laut und deutlich.
Ich gluckse und meine, auch aus den NachbargĂ€rten gedĂ€mpftes Lachen zu vernehmen. WĂ€hrend meine Kinder mich verstĂ€ndnislos angucken und offensichtlich – und zum GlĂŒck – nicht verstehen, was daran so witzig sein soll.

Heute Nacht habe ich durchgemacht. Ist ja nix Neues. Nur waren leider auch schon die vorherigen NĂ€chte grottig. Und die Kinder sind heute auch seit 05.30Uhr durchgehend um mich rum, weil sie ziemlich rumschnupfen und mein Eiliensche auch nicht gerade viel Schlaf abbekommen hat. So wollte ich sie nicht in den Kindergarten geben und außerdem war mir heute Morgen so ĂŒberhaupt nicht nach sozialen Interaktionen mit anderen Leuten (exklusive meiner Familie) zumute. Dass mich Insomnia die letzten NĂ€chte so massiv heimgesucht hat, liegt nĂ€mlich vornehmlich daran, dass mir die Menschen mal wieder zu viel geworden sind die letzten Tage. Und ich kann diese ganzen Mitteilungs- und andere BedĂŒrfnisse, die da von diversen Seiten an mich herangetragen werden, einfach nicht filtern.

Das lerne ich in diesem Leben auch nicht mehr.

Mir hilft da nur spontanes Abtauchen. Einfach komplett ausklinken aus dem ganzen Wahnsinn. FĂŒr eine Weile. Auch wenn ich mit diesen Aktionen meinem Umfeld regelmĂ€ĂŸig einen ganzen Bretterverschlag vor den Kopf knalle. Ich weiß, dass ich einen extrovertierten Eindruck mache und oft ein LĂ€cheln auf dem Gesicht habe. Deshalb denken die Leute auch, dass ich gerne andere um mich rum habe. StĂ€ndig. Aber im Grunde meines Herzens bin ich nur ein miesepetriger Eigenbrödler. Und daraus mache ich auch keinen Hehl.

Ich habe ziemlich herumgeeiert, bevor ich diesen Eintrag verfasst habe. Gestern habe ich mal wieder mitbekommen, welche Tragödien sich in manchen Familien abspielen. Und dafĂŒr braucht man nicht erst tausende Kilometer weiter, sondern nur mal in die direkte Nachbarschaft schauen. Es ist echt unglaublich, was manche Menschen ertragen mĂŒssen. Dagegen sind meine Probleme nicht mal HĂŒhnerkacke. M. und ich haben unsere Hilfe angeboten, aber den grĂ¶ĂŸten Wunsch dieser Leute, die zu den Guten (!) gehören, den können wir leider nicht erfĂŒllen.

Tagesnotizen #39: Eins auf die Zwölf

Mein Mann hat Chili geschnitten und sich danach versehentlich ins Auge gerieben. Nun sitzt er da und presst fluchend eine Hand auf die linke GesichtshÀlfte.

„Kann ich dir helfen? Brauchst du was?“, frage ich ihn mitfĂŒhlend.

„Ja, ein neues Auge“, erwidert er unwirsch.

In dem Moment kommt das Eiliensche ins Zimmer spaziert und wirft erst ihrem Papa und dann mir einen bestĂŒrzten Blick zu.

„Hast du ihn geschlagen?“, fragt sie mich entsetzt.

Zuvor hat er ĂŒbrigens vollmundig angekĂŒndigt, dass das Essen diesmal besonders scharf werde, weil besagte Chilischote auf der SchĂ€rfeskala eine 9 von 10 ist. Tja, davon hat er sich dann ja frĂŒher ĂŒberzeugen können, als ihm lieb war.

An anderer Stelle wurde ich bereits dafĂŒr „gerĂŒgt“, dass ich ihm nicht einfach etwas zum KĂŒhlen auf`s Gesicht gedrĂŒckt, sondern stattddessen dĂ€mliche Fragen gestellt habe und diesen Ratschlag werde ich natĂŒrlich nĂ€chstes Mal gerne beherzigen. Tja, ich hab auch keine Ahnung, warum er ausgerechnet mich gehĂ€ssigen PsychokrĂŒppel unbedingt heiraten wollte. 😀

Heute sind die 10 Wochen des Abspeckprogramms theoretisch beendet und nun sollte ich wohl irgendwas dazu sagen. Ein abschließendes ResĂŒmĂ©e abgeben. Aber praktisch habe ich das Ganze leider nicht einmal ansatzweise nach Plan durchgezogen. Und intelligenterweise habe ich mich gerade die letzten paar Tage quasi durchgehend kulinarischen Orgien hingegeben. Nachdem ich den auch im MĂ€rz obligatorischen Infekt hinter mich gebracht und endlich meinen Geruchssinn wieder zurĂŒckerlangt hatte.

Dennoch sind nochmal einige Zentimeter auf der Strecke geblieben. Das mĂŒsst ihr mir jetzt einfach glauben. Denn M. hat heute den Rest von der Höllen-Chili in einem belegten Pide verwurstet und mir charmant, wie er nun einmal ist, die extrascharfe HĂ€lfte ĂŒberlassen. Ich habe einiges an Alkohol gebraucht, um das Ganze hinunterzuspĂŒlen und bin jetzt zu besoffen, um mich zu vermessen. Und wiegen tu ich mich ja gerade eh nicht. Ist auch echt besser. FĂŒr mich und auch mein Umfeld.

Sorry, ich bin wirklich blau. HĂ€tte ich mal den Titel vom letzten Mal fĂŒr heute aufgespart …

Tagesnotizen #38: Blaue Stunde

Ja, meine Tochter darf mir an die Brust fassen. Mein Mann auch. Ab und zu. Seit wir Eltern sind, lĂ€uft da nicht mehr viel. 😉 (!) So abgöttisch ich meine Kinder auch liebe: Zwei sind genug. 🙂 DafĂŒr flĂ€zen wir Abends Arm in Arm – oder auch nicht (O-Ton M.: „Du bist mir zu heiß) – auf die Couch und gucken Serien und Filme.

Und morgens FrĂŒh um Sechs kommt die kleine Hex*:

„Was ist das fĂŒr ein Film?“ Das Eiliensche hĂ€lt mit spitzen Fingern und der gestrengen Miene eines Inquisitors eine DVD in die Höhe. „Habt ihr den gestern Abend angeschaut? Du und Papa?“ Und mir wird siedend heiß, als ich sehe, um welchen Film es sich handelt. Zum GlĂŒck ist das Cover von „ES“ relativ unauffĂ€llig und wenigstens die HĂŒlle, auf der doch BeĂ€ngstigendes zu erahnen ist, hat M. gestern noch in Sicherheit gebracht.

„Ja“, antworte ich knapp und nehme ihr die Scheibe ab.

„Um was geht es da?“, bohrt sie weiter nach und trabt mir hinterher.

„Das ist ein böser Gruselfilm. Nix fĂŒr euch.“

„Ui, und warum nicht?“ Die leuchtenden Augen meiner Erstgeborenen signalisieren mir, dass der Schuss nach hinten losgegangen ist und ich ihr den Film nicht madig, sondern erst recht schmackhaft gemacht habe.

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Tagesnotizen #37: Alterserscheinungen

Niemand fĂŒhrt dir deine nachlassende Hirnleistung so plakativ vor Augen wie deine Kinder:

Heute morgen um 05.45Uhr krabbelt ein bettwarmes Ämmale (3) mit zerknautschtem Babygesicht und zerzaustem Blondhaar – UnverstĂ€ndliches brabbelnd – zu mir in die Koje und kuschelt sich in Embryohaltung in meinen Arm. Auch wenn ich am liebsten allein schlafe, genieße ich diese innigen Momente.

Zehn Minuten spĂ€ter fegt das Eiliensche (5) ins Zimmer, schmeißt die Festbeleuchtung an und hĂ€lt mir einen grĂŒnen Gummiring unter die Nase:
„Mama, wie sieht nochmal der Karton aus, in dem die anderen Loops drin sind? Ich möchte gern ein Armband machen. Jetzt!“

Ich versuche mich zu erinnern:
„Rosa mit Glitzer?“

Das Loop-Fieber hat die Kinder seit einem Jahr nicht mehr gepackt.

„Quatsch“, vernehme ich da plötzlich ein glasklares, helles Stimmchen neben mir. Keine Spur mehr von Babyslang.
„Der Karton ist orange. Mit Sternen drauf.“

Wir schlurfen zusammen ins Erdgeschoss und ziehen die Verpackung aus dem Regal:
Sie ist tatsĂ€chlich orange. Mit Sternen drauf …

Tagesnotizen #36: Ein paar Tassen hab‘ sogar ich noch im Schrank.

Intelligenter,

trockener,

leichter – aber nicht seichter,

beißender,

warmer,

dreckiger,

uneitler,

schwarzer

Humor.

Eine der erotischsten Charaktereigenschaften, die ein Mann besitzen kann. Ist mir erst wieder kĂŒrzlich aufgefallen.

Apropos Dreck:

Ich (meines Zeichens Hausfrauenflop): „Wir hatten fast kein Waschpulver mehr. Ich hab jetzt dafĂŒr eine extra Portion WeichspĂŒler reingekippt.“

Mein Mann: „Damit der Dreck gut duftet, oder was? Das bringt gar nix.“

Vom Eiliensche soll ich ausrichten, dass die Prinzessin in der Zeichnung oben rechts im Titelbild gerade noch rechtzeitig erkannt hat, dass der Stuhl vergiftet ist. Deshalb setzt sie sich absichtlich daneben.
Ich hatte vorhin das jĂ€hrliche ElterngesprĂ€ch fĂŒr meine Große im Kindergarten. Es war ein gutes GesprĂ€ch. Und sie sagten mir, dass das Eiliensche auch dort viel am Zeichnen ist. Dass es ihr Ventil ist, ihr Ruhepol und ihre Kraftquelle und dass sie Ă€ußerst ausdrucksstarke Bilder malt. Es freut und beruhigt mich, dass sie auch im Kindergarten jederzeit Zugang zu Zeichenmaterialien hat und sich entsprechend „ausklinken“ kann, wenn sie das will. Zu Hause ist sie fast ununterbrochen mit Stift und Papier anzutreffen. Ich sehe das als Geschenk. FĂŒr sie und fĂŒr uns.

Da hier gerade das Tassenstöckchen umgeht: Das sind die beiden Tassen, aus denen ich am hÀufigsten meinen Kaffee (und auch selten Tee) trinke. Sie punkten vor allem mit ihrem Fassungsvermögen: 600ml. Mit zierlichen MinitÀsschen komme ich nicht weit.

Tassen.jpg

Die Katzentasse hat mir M. zu Weihnachten geschenkt. Obwohl wir uns eigentlich nichts schenken. Ich bin generell ein Geschenkemuffel. Aber als er dann dieses bunte SchmuckstĂŒck hinter seinem RĂŒcken hervorgezaubert hat, habe ich mich selbst gewundert, wie sehr ich mich darĂŒber freuen konnte. Und sogar wenn diese hĂŒbsche Tasse potthĂ€sslich (haha) gewesen wĂ€re,  hĂ€tte ich sie wohl in mein Herz geschlossen.

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