Federfarbenfee

Von jung und angejahrt in Wort und Bild

NaNoWriMo 2016 – ein Erfahrungsbericht

Es ist tatsächlich das eingetreten, was ich selbst nicht für möglich gehalten hätte: Ich habe in einem Monat 50.000 Worte und damit das erste Drittel eines Romans geschrieben, der sich,  so hoffe ich, nicht verstecken muss. Zumindest nicht hinter meiner anderen Geschichte: „Am Anfang war Lila“. Ich muss aber zugeben, dass ich billigend in Kauf genommen habe, dass das Ämmale während des Schreibprozesses, dank meiner Bestechungsversuche, zu einem Vanillekipferl auf zwei Beinen mutiert ist und das Eiliensche mittlerweile die TOP 10 aller Disneystreifen im Schlaf herunterbeten kann.

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NaNoWriMo 2016

Die Teilnahme am diesjährigen NaNoWriMo (National Novel Writing Month) ist für mich ein Experiment in vielerlei Hinsicht:

Zum Einen bin ich natürlich gespannt, wieviel ich in einem Monat wirklich schreiben kann, wenn ich mich ausschließlich auf dieses eine Projekt konzentriere. Natürlich immer unter der Prämisse „Alles schläft, einsam wacht“. Der Tag gehört den Kindern und diversen Alltagsverpflichtungen. Und zumindest ein Fitzelchen vom Abend meinem Mann. Die Exklusivität bezieht sich eher auf das „was“. Im November wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Tagesnotizen, keine Wochenbilanzen und keine ausgedehnten Ausflüge in die sozialen Netzwerke geben. Ich werde nur an meiner NaNoWriMo-Geschichte arbeiten, von der bisher nicht mehr existiert als eine Idee und ein kitschiger Titel in einer ansonsten jungfräulichen Textdatei. Also bitte nicht wundern, wenn auf dem Blog in den nächsten vier Wochen gähnende Leere herrscht.

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Am Anfang war Lila: Kapitel 16

Wo die Zeiten sich kreuzen

»Nein, ich will nicht zurück ins Waisenhaus! Bitte, bitte nicht!«

Jeremias Flehen rührt Priska zutiefst. Sie wirft einen Blick in den Innenspiegel und ihr Herz macht erneut einen Satz. Noch immer hat sie sich nicht daran gewöhnt, dass der Junge Ranieri wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Es fühlt sich an, als befinde sich ein Teil von ihr in einer Art Zeitschleife. Immer, wenn sie in Jeremias  unverwechselbare Augen sieht, reißt ein Strom aus Erinnerungen sie aus dem Hier und Jetzt. Und sie werden von Mal zu Mal intensiver. Mit jeder weiteren Stunde, die sie zusammen sind und mit jedem zurückgelegten Kilometer, der sie näher an die alte Heimat bringt, überlappen sich Vergangenheit und Gegenwart ein Stück mehr. Hin und wieder zuckt das Bild, das Priskas Netzhäute an ihr Gehirn weitergeben. Für einen kurzen, aber gefährlichen Moment verschwimmt alles und sie sitzt, selbst wieder ein kleines Mädchen, mit Ranieri im Kastanienbaum. Gemeinsam blicken sie ins Tal hinunter. Damals waren ihr die drei Jahre Altersunterschied riesig erschienen. Geliebt hat sie ihn schon immer. Zunächst wie einen großen Bruder.

Krampfhaft versucht Priska, wieder in die Gegenwart zurückzukehren. Es gebe keinen ungünstigeren Moment für Tagträume. Nie würde sie es sich verzeihen, wenn sie aufgrund ihrer Fahrlässigkeit mit einem entgegenkommenden Wagen kollidieren oder die Böschung hinunterrasen. Zum Glück fällt das Gelände neben ihnen nicht so steil ab. Priska konzentriert sich auf das Lenkrad in ihren Händen und das Gefühl, in einem fahrenden Auto zu sitzen. Allmählich wird der blaugrüne Eisack grau und schließlich wieder zu der Straße, auf der sie gleich die italienische Grenze passieren. Noch einmal darf ihre innere Kamera nicht in die Vergangenheit schwenken. Inzwischen herrscht viel Verkehr auf dem Zubringer zur Brennerautobahn. Und tatsächlich freut sich Priska über jedes Fahrzeug, das ihnen entgegenkommt. Ebenso wie über das satte Grün der Wiesen und die Bauern, die dort ihr Tagwerk verrichten. All diese Dinge zeigen ihr, dass sie der alptraumhaften Parallelwelt entkommen sind. Vorerst zumindest.

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Mary verdünnsiert sich – Wochenbilanz #9 und Tagesnotizen #21: Kinderbilder, Basteleien und NaNoWriMo

Der heutige Titel  hat selbst schon fast das Zeug, als Blogpost durchzugehen. Tagesnotizen und Wochenbilanz kopple ich diesmal, weil Letztere allein recht mager ausfallen würde. Ganz im Gegensatz zu me and myself, versteht sich. Leider hat sich in den letzten Tagen kein einziges Pfund von mir trennen mögen. Ich habe null abgenommen und nahezu nichts zu berichten. Oder interessiert euch, wie viele Mon Chéris und Löffel Nutella ich gestern inhaliert habe, nachdem meine Kinder den vorausgehenden Bastelnachmittag zu einem Fünfkampf mit drei Teilnehmern umfunktioniert haben?

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Mary verdünnisiert sich – Wochenbilanz #7 und #8

Dass ich in den letzten vierzehn Tagen überhaupt abgenommen habe, nimmt mich selbst Wunder. Meinen Sermon hierzu habe ich schon in den sozialen Netzwerken zum Besten gegeben.  Ich befürchte daher, dass ich heute arg zu Redundanzen neige.

Fakt ist, dass ich in den vergangenen zwei Wochen zwar grundsätzlich an meiner Ernährungsumstellung festgehalten habe, dabei aber quasi jeden Tag über mein Kalorienlimit hinausgeschossen bin und auf meiner Reise in ferne, durchaus beeindruckende Brennwertdimensionen auch so einiges an Müll verdrückt habe.

Am meisten erschreckt mich, dass ich, obwohl ich mich schon einigermaßen gefestigt geglaubt habe, blitzschnell in meine alten Muster zurückfalle, sobald ich über einen gewissen Zeitraum emotionalem Stress ausgesetzt bin. Solide Basis am A…llerwertesten.

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Am Anfang war Lila: Kapitel 15

Im Exil

Das letzte Stück des Weges war steil. Halt suchend klammerte sich Johann an die Gesteinsbrocken, welche entlang des schmalen Pfades versprengt lagen. Der Korb auf seinem Rücken wog schwer. Er war bis zum Rand gefüllt mit Äpfeln, Speck, Schüttelbrot und anderen Lebensmitteln. Die spätsommerliche Sonne brannte erbarmungslos auf ihn herunter. Am wolkenlosen Himmel kreiste ein Steinadler. Sein Kreischen hallte an den Felswänden wider und fuhr Johann durch Mark und Bein. Dennoch war er froh, dass er den schattenspendenden Wald hinter sich gelassen hatte. Das Raunen und Wispern zwischen den Baumwipfeln bereitete ihm weitaus mehr Unbehagen als die Schreie des Greifvogels. Kurz hielt er inne und tupfte sich die Schweißperlen von der Stirn. Auf dem Stofftaschentuch hatte Eva seine Initialen eingestickt. Nun waren ihre Finger klamm und kalt. Nie wieder würden sie kunstvolle Handarbeiten fertigen oder ihm sanft und tröstend übers Gesicht streifen. Der Anblick ihres leblosen Körpers, wie er vom Balken des Schuppens baumelte, verfolgte ihn noch immer. Krampfhaft versuchte er, den Kloß, der ihm die Kehle zuschnürte, hinunterzuschlucken. Er war schuld an all dem Leid. Und wäre Dora nicht, hätte er seinem Leben auch schon längst ein Ende gesetzt.

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Vertrösterchen

Bei all denjenigen, die in den letzten Tagen auf meiner Seite vorbeigeschaut haben, um sich die neue Wochenbilanz und/oder das 15. Kapitel von „Am Anfang war Lila“ einzuverleiben, möchte ich mich herzlich entschuldigen. Beides wird auf jeden Fall im Laufe der kommenden Woche online gehen.

Derzeit treiben mich einige private(re) Themen um, die ich erstmal in den Griff bekommen muss.

Und in diesem Zuge habe ich mir heute auch ein wenig Seelennahrung in Form von selbstgebackenem Marmorkuchen gegönnt.

Das Eiliensche hat vor einigen Stunden diesen Stachelbaum aus Feuer gemalt. Das ist doch mal etwas anderes als so ein schnöder, ordinärer Kaktus. Ich hoffe, der Stachelbaum soll nicht mich verkörpern. Aktuell fühle ich mich nämlich so.

Stachelbaum aus Feuer

Tagesnotizen #20: Mädchen-Winterkleid für Ungeduldige und Nähunbegabte in unter 1h, freche Feen u.a.

Professionellen Schneiderinnen sei dringend vom Studium dieses Blogposts abgeraten. Hochgerollte Zehennägel sind garantiert. Wenn man mal sachlich meine Kernkompetenzen betrachtet, kreisen meine Nähqualitäten auf einer ganz anderen Umlaufbahn – jenseits von Gut und Böse. Meine erste Vier überhaupt habe ich im Handarbeiten bekommen. Damals sollte ich einen Turnbeutel nähen. Der wilde Zickzackkurs meiner Naht beeindruckte meine Lehrerin durchaus. Aber nicht unbedingt so, wie ich es erwartet hätte. Vorsichtig ausgedrückt.

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Mary verdünnisiert sich – Wochenbilanz #6

„Wie, die Betreuer haben schon wieder gewechselt?“

„Ja, heute und morgen ist die Resi (Name geändert A.d.V.) da. Das ist eine ganz Nette und sehr kinderlieb.“ Beflissen versucht die freundliche Dame am anderen Ende der Leitung, mein erhitztes Gemüt ein wenig abzukühlen.

„Aber das ist jetzt zum dritten Mal jemand komplett Neues.“

„Ne, die Resi ist nicht neu. Die ist schon gaaaaaaaanz lange bei uns.“

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Am Anfang war Lila: Kapitel 14

Am Traummeer

Dort, wo die Ausläufer der schäumenden Brecher sanft ans Ufer schwappen, sitzen zwei Kinder. Ein Junge und ein Mädchen. Sie kehren Priska den Rücken zu. Etwas an ihnen ist anders als an den imaginären Gestalten, die Priska bewusst in ihren Traum gepflanzt hat. Die Sonne blendet sie. Doch die Umrisse der Beiden erscheinen ihr vertraut. Sie hebt die Hand und schirmt ihre Augen ab. Zuerst fällt ihr das blonde Haar des Jungen auf. Es leuchtet golden im gleißenden Licht und erinnert sie an Ranieri. Dann erkennt sie die rote Schleife auf dem Kopf des Mädchens. Und das gerüschte Kleid, welches die kleine Gestalt wie einen Fächer umgibt. Der Junge trägt noch immer die dunkle Jeans und das bunte T-Shirt, auf dem sich vorhin noch zahlreiche Fliegen tummelten. Als hätten sie gespürt, dass sie beobachtet werden, drehen sich Jeremias und Eleonore gleichzeitig um und winken ihr zu. Egal, wie trügerisch diese Idylle auch sein mag: Priska freut sich, dass sie da sind. Das Geistermädchen und der kleine Junge, der gerade an der Schwelle zum Jenseits entlangbalanciert. Sie winkt zurück. Die Kinder lächeln. Es ist das erste Mal, dass Eleonore so unschuldig wirkt, wie sie früher einmal gewesen sein muss. Ein kleines Mädchen, das mit ihrem Freund Sandburgen baut. Keine seelenlose Wachspuppe auf einem alten Foto. Keine Ansammlung negativer Energie. Keine düstere Erscheinung mit dunklen Höhlen statt Augen und einem hämischen Grinsen im flackernden Antlitz.

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