Federfarbenfee

Von jung und angejahrt in Wort und Bild

Tagesnotizen #35: ?

„Aber nachdem du soviel abgenommen hast, hängt jetzt wahrscheinlich die Haut total, oder?“

Ein Satz, den ich häufig höre.

Also, ich finde, es geht noch. Dafür, dass ich 41 bin und ich in diesem Bauch kurz hintereinander zwei Babys ausgebrütet habe. Meine Ansprüche sind da eher moderat. Aber ich habe natürlich keine Ahnung, wie das Ganze aussieht, wenn ich irgendwann, so ungefähr in 100 Jahren, am Ziel bin. So groß ist die Abnahme schließlich auch noch nicht. Wobei ich da aktuell keine Zahl nennen kann, weil ich mich ja nicht wiege. Vielleicht wiege ich mich sogar nie wieder. Die Waage in Quarantäne zu schicken, hat mich sehr befreit. Dafür kann ich mit neuen Maßen aufwarten. Letzte Woche ist allerdings nur der Hintern geschrumpft, worüber ich nicht wirklich unglücklich bin:

Brust: 101

Taille: 78

Po: 106

(Das vorherige Zwischenergebnis hatte ich nur auf Instagram gepostet.)

Vielleicht mag dieses Projekt dem ein oder anderen oberflächlich erscheinen. Aber ich mache das für MICH. Nicht nur für die Optik, sondern auch für meine Seele und meine Gesundheit. Nun bin ich bereit, die Schutzhülle, die ich mir damals im Zuge meines Burn Outs angefuttert habe, langsam wieder abzustreifen. Ich denke, das ist ein Zeichen der Heilung und nicht einer völlig gestörten Einstellung. Bekloppt mag ich bisweilen sein, aber nicht in dieser Hinsicht.

Vor ein paar Tagen habe ich übrigens zum ersten Mal seit Langem wieder ausreichend geschlafen. Und es ist der Wahnsinn, wie sehr sich das auf meine Stimmung und Produktivität auswirkt. Ich mutiere da zu einer regelrechten Energiebombe und versuche, in diese kostbaren Stunden hineinzupacken, was nur geht. Mit der Folge, dass ich Abends völlig überdreht bin und wieder nicht schlafen kann.

M. meinte an besagtem Ausnahmetag: „Jetzt bist du mir aber irgendwie unheimlich.“ Seine gerunzelte Stirn deutete daraufhin, dass ich ihm mit ein bis zwei Stunden weniger Schlaf lieber bin.

Dennoch profitiert auch er bisweilen davon. Wenn ich zum Beispiel mit Handy in der Hosentasche und In-Ears in der Küche tanze, obwohl ich vorgegeben habe, zu kochen oder aufzuräumen oder weiß der Geier, was. Das sind meine kleinen Alltagsfluchten und je besser es mir geht, desto häufiger tanze ich. Dessen ist M. sich bewusst. Ebenso wie der Tatsache, dass ich keine Putzfee bin. Daher versucht er sich in Überraschungsangriffen, mit denen er hin und wieder auch Erfolg hat.

Als er jedoch vorgestern die Küchentür aufgerissen hat, obwohl er kurz zuvor so getan hat, als sei er in ein Memory-Spiel mit den Kindern vertieft, was mich beruhigt hat abziehen lassen, war die Enttäuschung groß:

„Du tanzt ja gar nicht.“

Nein, ausnahmsweise stand ich da wirklich mal am Herd. Zum Glück. Ich weiß es nicht wirklich zu schätzen, wenn man mir beim Tanzen zusieht. Und manchmal mache ich sogar am hellichten Tag die Jalousien zu, damit ja die Nachbarn nichts mitkriegen.

M.: „Damit machst du sie jetzt erst recht neugierig. Die malen sich nun bestimmt ganz andere Sachen aus, die wir hier treiben.“

Gestern hat er mir übrigens Blumen mitgebracht. Extra zwei Tage vor Valentin, den wir aus Prinzip nicht feiern. Wie gesagt feiern wir ohnehin nicht viel. Gut, morgen wird es tatsächlich eine kleine Party geben, denn mein Ämmale holt das Fest zu ihrem 3. Geburtstag nach.

So, nun mache ich mich wieder ans Schreiben. Nur noch eine knappe Stunde, dann hole ich die Kinder ab. Eigentlich ist morgen Update-Tag, aber das aktuelle Kapitel ist ein sehr sensibles, für das ich auch in der richtigen Stimmung sein muss. Folglich weiß ich nicht, ob ich es bis morgen fertig bekomme. Aber das sind die Leser ja leider schon gewohnt. Umso mehr freue ich mich darüber, dass mir die meisten trotz meiner eigenen Unzuverlässigkeit treu bleiben.

Mit dem Schreiben ist das sowieso so eine Sache. Ich habe da kein festes Vorgehen.

Manchmal ist da am Anfang nur ein unförmiger Felsblock, aus dem ich erst mühsam grobe Brocken heraushaue, ohne zu wissen, was für eine Skulptur sich darunter verbirgt. Aber irgendwann treten dann doch gewisse Strukturen und Konturen hervor und das ist der Moment, ab dem das Meißeln zum Vergnügen wird. Aber erstmal dahin kommen.

Manchmal fliegen mir unzusammenhängende Fetzen zu. Woher auch immer. Momentaufnahmen, Dialoge … Und dann sammle ich solange, bis sich diese Bruchstücke zu einem sinnvollen Ganzen zusammenfügen.

Manchmal ringe ich um jeden einzelnen Satz und gehe schon in der ersten Runde k.o.

Und manchmal sitze ich vor einer erschreckend weißen Seite und die Worte fließen dennoch von selbst. Das ist der Optimalfall.

18 Kommentare

  1. Wolfgang Zettka

    13. Februar 2018 at 20:02

    Schönes Bild, guter Text, ernst, aber nicht zu ernst, also so zu starr… / Diesen „Blogtext“ kann ich immer noch nicht lesen, mehrmals versucht, dann genervt, zunehmend, a b e r: vielleicht liegt ’s einfach an meinem Notebook…, gibt öfters was, etwa werden bei fb die Bilder nicht angezeigt manchmal, dann geht’s wieder… Probier’s nochmal, melde mich dann, ob – ob nicht. Das Aussehen von Frauen wird maßlos überschätzt, im Grunde ist das Terror. Gruß:), Wolfgang

    • Danke! Ich freue mich, dass dir Bild und Text gefallen. 😊

      Was den „Blogtext“ angeht, bin ich nun etwas verwirrt, muss ich gestehen. Die Zeilen zu diesem Eintrag kannst du ja nicht meinen. Sprichst du von meiner Geschichte auf Wattpad? Ich könnte dir die entsprechenden Kapitel auch mailen oder sie vorübergehend hier einstellen?

      „Das Aussehen von Frauen wird maßlos überschätzt …“

      Oder auch:

      „Das Aussehen wird von Frauen maßlos überschätzt.“ 😉

      Gruß zurück!

      • Wolfgang Zettka

        15. Februar 2018 at 16:04

        Hoffe, der Kommentar jetzt, kommt an, 3x nicht geklappt. Ja, wordpatt. Vielleicht erstmal Zu-mail-versuch ? Weiß nur nicht genau, welche Mail du hast. Sag‘ kurz wohin, ob „zettmok@, wolfgang@ oder fb… “ Gruß 🙂

        • Die Emailadresse, die ich noch von dir hab, fängt anders an. Hab sie dir eben via FB-Nachricht geschickt, weiß aber nicht, ob du die Message bekommst, da wir dort ja nicht (mehr) befreundet sind. 😋 Würde die Kapitel schon gerne mailen, da etwas umfangreicher. Schick mir am besten einfach eine Email an Info@federfarbenfee.de. Dann kann ich direkt mit den Texten antworten.

          (Das Ding heisst Wattpad. 😁 Bist du sicher, dass du den richtigen Namen eingegeben hast? Aber lass gut sein. Will deine Nerven jetzt nicht unnötig zum Glühen bringen. Vielleicht passiert das sowieso beim Lesen der betreffenden Szenen. 😉)

          Grüße!

          • Wolfgang Zettka

            16. Februar 2018 at 17:02

            Ich schreib‘ von meiner Mail aus, von hier aus geht’s nicht, der Standartmailer oder wie das heißt – sei nicht eingerichtet.

          • Wolfgang Zettka

            16. Februar 2018 at 17:15

            Wie fängt die an, die Mail, die du noch hast, frage mich, was das für eine sein soll… Grade hab‘ ich „lederfarbenfee.com“ notiert… Muß unbedingt noch wach bleiben: um 18.30, ab, wird ein Gespräch mit Georg Baselitz live übertragen, bei fb, Fondation Beyeler. Wäre normalerweise dort, keine Karte mehr bekommen. Dafür dann Kunstmuseum Basel, Anfang März, weiteres Gespräch mit B. Großartige Ausstellungen, Baselitz, in Basel, war schon dort, kommenden Sonntag nochmal.

          • „Kamalatta@ …“

            „Lederfarbenfee“: 😄 Na, das gibt dem Ganzen ja gleich einen komplett anderen Anstrich. 😎

            Ursprünglich sollte die Seite nur „federfarben“ heissen. Aber leider gibt es schon eine Fotografin mit dem Namen und der wollte ich nicht ins Gehege kommen.

            Klingt interessant, das Gespräch mit Georg Baselitz. Schau ich mal rein. Wenn die Kinder mich lassen.

          • Wolfgang Zettka

            17. Februar 2018 at 3:31

            „kamalatta“ hab‘ ich gemeint als ich „zettmok“ geschrieben habe, „zettmok@“ hat es nie gegeben… Sieht nicht gut aus für mich, Gruß:)

          • Ach, Wolfgang. 😊

  2. Ich sehe einen schönen Körper 🙂 Das Wichtigste ist, dass du dich in und mit deinem Körper wohlfühlst, was andere sagen, kann dir schnuppe sein 😉

    • Danke dir! ❤ Andere sagen zum Glück nicht viel Negatives. Das mit der hängenden Haut ist reine Spekulation, weil ich ja nicht im Bikini vor den entsprechenden Personen herumspaziere. Schon gar nicht bei den Temperaturen gerade. 😁 Aber das nehmen halt alle immer an: Dass Abnahme gleichbedeutend ist mit schlaffer Haut.

  3. Beim Lesen gerade habe ich gemerkt, wie sehr ich Deine Einträge vermisst habe. Nochmal, schön dich wieder gefunden zu haben. Wobei ich natürlich über dich mehr weiss, als du über mich. Ich werde vermutlich jedoch nie so schreibfreudig werden. Liebe Grüße. Und: Großartiges Foto.

    • Vielen Dank, liebe Juni! ❤ Ich bin auch total froh darüber, dass ich wieder Teil dieser wunderbaren Gemeinschaft sein darf. Ihr habt mir ebenfalls sehr gefehlt! Ja, du weißt eine Menge über mich. Zumal ich ja in der myTB-Zeit noch um einiges offenherziger geschrieben habe als hier. Wobei dieser Eintrag schon wieder ein Stück freimütiger ist. Natürlich nicht zuletzt wegen des Fotos. 😄 Sei auch du von Herzen lieb gegrüßt!

  4. Schönes Bild und schöne weibliche Figur!

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