Federfarbenfee

Von jung und angejahrt in Wort und Bild

Tagesnotizen #30: Die Häutung von Papas neuer Freundin

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Gestern war ich jedenfalls selbst nicht wirklich auf soziales Miteinander gepolt, aber leider hatte ich Vormittags einen Termin beim Tierarzt und der Stau beschränkte sich zu meinem Entsetzen nicht nur auf die Autobahn, sondern setzte sich im Wartezimmer der Praxis fort. Eine Lady vom Amt war unangekündigt hereingeschneit und alle Patienten nebst Besitzern mussten sich erstmal in Geduld üben. Es war im wahrsten Sinne brechend voll. Hätte fast im Strahl gekotzt, als ich diese Menschenmassen vor mir sah und wollte schon rückwärts wieder rauslaufen. Zudem war auch noch die Tochter der Ärztin, die sich im gleichen Alter wie meine Zweitgeborene befindet, zugegen. Ein wahrhaft reizendes Geschöpf. Aber ich hatte gerade meine Kiddies im Kindergarten abgeliefert und war nicht unbedingt erpicht darauf, in diesen kostbaren, kindfreien Stunden den Entertainer für eine andere Zweijährige zu spielen.

Blöderweise musste ich dringend aufs Klo. Daher habe ich kurzerhand unseren Chinchillamann neben einer Kaninchendame geparkt und als ich zurückkam, wurde ich prompt vom Besitzer der Häsin in ein Gespräch verwickelt. Ein ziemlich geschniegelter Typ, dessen verschmitztes Grinsen jedoch nicht zum Anzug passte, in dem er steckte und der wiederum selbst wie ein Fremdkörper wirkte zwischen all den bejeansten Frauenbeinen. Es stellte sich heraus, dass der Kerl Anwalt ist und da er praktischerweise eine eigene Kanzlei hat, kann er Vormittags auch mal ganz entspannt in einer Tierarztpraxis herumsitzen, wenn es die Situation erfordert. An der Art, wie er die Arzttochter nicht nur einmal geschickt abfing und von einer potentiellen Kontaktaufnahme mit mir fernhielt (- ich befürchte, ich habe kein Talent zum Pokerface), bemerkt der Kenner sofort, dass der gute Mann Erfahrung im Umgang mit kleinen Menschen besitzt. Tatsächlich ist er ebenfalls Vater zweier Töchter. Und außerdem großer Tierfreund. So verwandelt sich seine Kanzlei bisweilen in ein Hundehotel. Als er von dem Kampfdackel erzählte, den er dort mal vier Wochen nebenbei gehütet hatte, musste ich trotz meiner unterirdischen Stimmung tatsächlich lachen. Diese Unterhaltung war so herrlich unverkrampft und trotz der unerotischen Thematik inspirativ bis vitalisierend. Tierisch menschlich. Mit manchen Leuten passt es einfach. Gut, vielleicht lag es zum Teil auch daran, dass der Herr Anwalt ist. Eine gewisse Eloquenz ist da ja Berufsvoraussetzung.

Im Moment bin ich mal wieder in einer kribbelnden Aufbruchstimmung. Irgendetwas tut sich. Solche Veränderungen, die oft einen Sprung nach vorne bedeuten, kündigen sich bei mir immer dadurch an, dass ich das Gefühl habe, meine aktuelle Hauthülle wird zu eng. Zeit, sie abzustreifen. Die gerissene Hose veranschaulicht das ja auch recht schön. Haha. Vielleicht fällt mir das Abspecken deshalb auch so leicht gerade. Weil ich merke, dass sich etwas bewegt.

Rückenschmerzen und Immunsystem haben sich mittlerweile auch verbessert. Heute Abend geht es ins Balletttraining. 1,5h sollten reichen als wöchentliche Ausdauereinheit. Die kommenden zwei Tage ist dann nochmal Push und Pull angesagt.

Die Zeichnung im Titelfoto sieht deshalb so verknittert aus, weil das Eiliensche sie in einem spontanen Wutanfall komplett zerknüllt hat. Zum Glück konnte ich das Bild retten.

Auch sie befindet sich derzeit in einer Art Entwicklungsschub. Das merke ich u.a. an den Sprüchen, die sie momentan so raushaut.

Hier ein kleines Beispiel für die Leute, die mein Kindermund-Büchlein auf Wattpad nicht kennen:

***

Mein Mann hatte heute das Handy daheim vergessen und wirft nun, nach dem Abendbrot, den ersten Blick ins Whatsapp:

„Oh“, macht er enttäuscht. „Meine Freundin hat heute gar nicht geschrieben. Sie liebt mich nicht mehr.“

Das Eiliensche (5): „Ui, toll. Papa hat eine Freundin. Ist sie nett?“

„Ja, sehr nett.“ Mein Mann verzieht keine Miene. „Gestern hat sie sich noch gemeldet.“

Er grinst mich an. Dann liest er vor:

„Ich liebe dich auch! Bis gleich!“ Das ist meine letzte Nachricht an ihn. Solche Späße von ihm bin ich gewohnt. Ist Standard hier.

Das Eiliensche alarmiert: „Aber heute Nacht bleibst du schon daheim, oder?“

Mein Mann und ich tauschen einen verblüfften Blick … und prusten los. In den vergangenen 5 Jahren gab es keine einzige Nacht, die er ohne uns verbracht hat. (Zumindest eine von uns war immer mit von der Partie. ;-))

Jetzt fehlt nur noch, dass sie morgen im Kindergarten stolz verkündet, dass Papa eine neue Freundin hat.

***

Der hier ist zwar schon etwas älter, aber einer meiner Lieblingssprüche – da war es auch ordentlich am Arbeiten in ihrem Köpfchen:

Eiliensche (3 Jahre):

„Der Papa ist ein Mensch.“

Mama: „Und was bin ich?“

„Du bist eine Frau.“

***

In diesem Beitrag habe ich übrigens keinen „Weiterlesen“-Tag gesetzt. Könnt ihr mir bitte Bescheid geben, ob der Post nun komplett im Reader zu sehen und auch kommentierbar ist?

So, jetzt mache ich mich an mein aktuelles Schmelzkapitel. Vielleicht kriege ich das ja sogar noch fertig, bevor ich um 12.15Uhr meine geliebten Plagegeister aus dem KiGa abhole. Die letzten Tage bin ich kaum zum Schreiben gekommen, weil entweder Ferien waren oder irgendwelche Termine anstanden.

30 Kommentare

  1. Jetzt ist er komplett zu lesen.

    Liebe Grüße

    Bertram

  2. Ich kann es komplett lesen. Vor Jahren gab es dort, wo ich meinen Laden hatte, einen Spanier (vielleicht auch was ganz anderes), der baute sich auch immer vor mir auf und sagte nichts. Hm… ich meine, ich habe den sogar mehrfach im TB erwähnt. Mal lesen gehen, wie ich damals eigentlich verhalten habe.

  3. Hab komplett im Reader gelesen und geliked, kommentiere jetzt auf der Webseite. Schöne Grüsse!

  4. Also er ist im Reader zu lesen. Und das ist jetzt ein Kommentar aus dem Reader heraus. Die Knitter in dem Bild hab ich gar nicht gesehen, bevor Du es erwähnt hast. Kenne allerdings auch so eine Kollegin, die mich zwar anguckt, aber einfach nicht grüßt. Ging mir auch so, dass ich gegrübelt habe, was die wohl gegen mich hat. Aber ich glaub, sie ist halt einfach so. Hab ihr ja nichts getan. Grüße!

  5. Zweiter Versuch, aus dem Reader zu kommentieren. Der erste Text ist irgendwie weg.

  6. Hab jetzt 2 Kommentare im Reader verfasst. Sind beide verschwunden plötzlich. Grüße!

  7. Ich lese und kommentiere im Reader, klappt tadellos 👍 Oh, wie ich unhöfliche Menschen hasse 😒 Wenn man schon so ein Stoffel ist und nicht von sich aus grüßt, dann sollte man wenigstens den Gruß erwidern, wenn er an einen gerichtet wird. Die Sprüche deines Sonnenscheins sind klasse 😁

    • Ja. Sollte einem zwar am Allerwertesten vorbeigehen so ein Verhalten, aber ich finde es schon irritierend.

      Jep. Kinderzeichungen und Kindersprüche sind ein schöner Ausgleich für all die Mühen mit der lieben Brut! Hehe …

  8. Vom Reader aus konnte ich nicht kommentieren. Aber jetzt kommentiere ich von der Benachrichtigungsmail aus, da geht es. Es gibt also 3 Ebenen, den Reader, die Benachrichtigungsmail und die eigentliche Website.

  9. Jetzt geht’s auch im Reader, da steht unten „16 Comments“. Vorhin stand da nix! Weiss der Teufel!

    • Ich hab zwischenzeitlich noch etwas an den Einstellungen rumgefummelt. Kann sein, dass WP und/oder meine Seite etwas gebraucht haben, bis sie das fressen wollten. 😁

  10. Bitte sprich sie an. Ich bin auch so 😂

    • Ja, ich mach das wirklich. Aber nur, wenn ich ein paar Stunden Schlaf intus habe. Ansonsten könnte das Ganze unschön werden. 🙄

    • Ich hab sie nun angesprochen und sie hat tatsächlich sehr freundlich reagiert. Näher möchte ich das jetzt hier nicht ausführen, da auch Leute aus dem Kiga mitlesen, aber ich wollte dich informieren, wie das Ganze ausgegangen ist. 😊

  11. Da lern ich was dazu – ich hätt ja für andere „Glooas“ Verständnis. Nehm oder nahm ich stets persönlich, wenn nix zurückkam. Bis auf die eine Sache: Zwei Jahre älter als ich war der im vorletzten Jahr unerwartet früh verstorbene kleinwüchsige Nachbar. Hat niemanden zurück gegrüßt, es sei denn, ich bin auf ihn zugegangen. Vor vielen Jahren aber erfuhr ich, daß er zu aller Dramatik auch noch schlecht hört … 🙁 — Sooo ein Talent, das Eyleinsche. :-))) Die Ämma – keine Ahnung, ist und bleibt vorerst noch spannend. 😉 Ach, perfekt jetzt – geht alles im Reader wie bei fast allen anderen von „uns“ auch. 🙂 🙂 🙂

    • Bei der Dame bin ich mir sicher, dass ihr Gehör einwandfrei funktioniert. 😉

      Vom Ämmale sind Zeichnungen im vorletzten Post zu sehen. Ich halte sie für mindestens so talentiert wie das Eiliensche. Aber Mütter sind ja selten objektiv.

      Mit den Sprüchen wird es beim Ämmale auch schon mehr.
      Beispiel: „Mein Kopf ist zu eng.“

      Ja, hier funktioniert jetzt soweit alles, zum Glück. Dafür macht Wattpad jetzt arge Probleme. Hab gestern drei Versuche gestartet, mein neues Kapitel hochzuladen und jedes Mal war es kurz zu sehen und ist dann abgeschmiert. Hab das letzte Chapter mit einem Cliffhanger beendet und könnte jetzt zwei Wochen nix schreiben. Umso ärgerlicher, dass es jetzt nicht funzt. Hoffe, die Leute fühlen sich nicht allzusehr verarscht.

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