Federfarbenfee

Von jung und angejahrt in Wort und Bild

Author: Federfarbenfee (page 3 of 19)

Kleine Freuden …

Das unbeschreibliche Gefühl, wenn der graue Schleier sich nach einer guten Nacht endlich hebt und die Welt sich wieder in all ihrer üppigen Pracht vor einem entfaltet. 

Der Duft frisch aufgebrühten Kaffees und ein Lächeln, das die Augen erreicht, als M. mir die Tasse aufs Nachtkästchen stellt und sich dann neben mich setzt.

Glänzende, dunkle Murmeln über buntgemustertem Stoff. Weiter draußen, bei den Feldern, werden die Masken abgestreift und kleine, weiße Zähnchen graben sich tief in süße, pralle Früchte. Roter Erdbeersaft rinnt am glatten Kinderkinn herunter.

Jenes leise Lachen, das fernmündlich und unvermittelt zu einem hinüberweht und einem einen wohligen Schauer über den Rücken jagt.

Dieses selige Wissen, dass die tiefe Zuneigung, die man empfindet, erwidert wird.

Das freudige Erstaunen darüber, dass die Eltern sich angetan zeigen von den schriftlichen Ergüssen ihrer Tochter – trotz des delikaten Inhalts.

Die Wehmut und Sehnsucht, als die Schwester Fotos von der Nichte schickt und schreibt, wie schmerzlich sie uns alle vermisst. Hoffentlich sehen wir uns bald wieder. 

Insomnia, die Einmillionste / Zuckerupdate / Gitarre und Buch

“Also, wenn er auf 180 ist, dann schicke ich ihn einfach in seine Kiste und dann ist er innerhalb von 5 Minuten eingepennt.” So eine Hundehalterin in einem YouTube-Video über ihren Labradorwelpen.

Gott, ich wünschte, so etwas würde bei mir auch funktionieren. Wenn als Belohnung ein paar Stunden Schlaf dabei heraussprängen, würde ich mich auch ohne Murren in einer Hundebox zusammenrollen.

Zu Anfang meiner Zuckerentwöhnung habe ich ja signifikante Verbesserungen in meinem Schlafverhalten feststellen können, beziehungsweise habe ich endlich überhaupt mal wieder geschlafen. Aber seit einigen Wochen hat mich Insomnia wieder komplett am Wickel, obwohl ich wirklich brav bin, was meinen Zuckerkonsum angeht. Seit einer Woche esse ich sogar überhaupt keinen Zucker und keine kurzkettigen Kohlenhydrate mehr. Da mein Körper mir trotz Dauerschlaflosigkeit signalisiert, dass ihm der Zuckerverzicht gut tut, bleibe ich am Ball. Auch wenn die anfängliche Schlafverbesserung entweder auf einen Placebo- oder auf einen Umgewöhnungseffekt zurückzuführen ist.

Ich kenne dieses Spielchen schon von diversen schlafanstoßenden Medikamenten, die ich inzwischen alle durch habe. Zu Beginn trat da häufig eine leichte Besserung ein, aber nach einigen Wochen oder Monaten war wieder alles beim Alten.

Bitte gebt mir keine Tipps!! Ich will keine! Ich war bei den besten Schlafspezialisten des Landes, im Schlaflabor, in Therapien, Entspannungsseminaren und meine Psychiaterin hat selbst eine Insomnievergangenheit und inzwischen wirklich medikamententechnisch alles mit mir durch. Laien- und Halbwissen macht mich da nur extrem aggro. Danke für euer Verständnis!

Das Gleiche gilt übrigens für Ernährungsratschläge. Lasst stecken! Ich befasse mich seit 30 Jahren mit Ernährung(smedizin) und kann sicher mit Fug und Recht behaupten, mich da zumindest theoretisch wirklich gut auszukennen.

Und ja, mir ist bewusst, dass man mir meine Schlaflosigkeit nur dann ansieht, wenn ich drei Nächte am Stück durchgemacht habe, was leider auch nicht selten vorkommt. Ich danke Mutter Natur dafür, dass sie mich zumindest optisch nicht mit Augenringen, grauer Haut und einer Falteninvasion abstraft, aber nichtsdestotrotz habe ich ein massives Schlafproblem.

Dass ich dennoch so energiegeladen wirke, liegt zum einen daran, dass mein Sympathikus permanent völlig übersteuert. Und auch wenn Körper und Geist völlig erschöpft sind, powere ich da weiter durch, weil ich einfach nicht in den Enspannungsmodus (Parasympathikus) schalten kann. Das ist ja gerade die Crux dabei! Zum anderen würde es mir nicht helfen, Trübsal zu blasen und einfach nur zombielike die Wand anzustarren. Das würde mich in schwere Depressionen stürzen. Außerdem habe ich hier halt nun mal eine Familie am Laufen zu halten und kann nicht den ganzen Tag einfach im Bett verbringen. Und das ist wohl auch gut so. Ansonsten wäre ich vielleicht schon nicht mehr da.

Weiterhin bin ich nicht der Typ, der in Selbstmitleid badet. Lieber mache ich das Beste aus der Situation und versuche meinen Tag trotzdem mit schönen Dingen und Aktivitäten zu füllen. Und das Gute an einem solchen Handicap ist, dass man die glücklichen Augenblicke noch viel mehr zu schätzen weiß. Und keine Sorge: Ich hänge sehr an meinem bisserl Leben. Suizidgefährdet bin ich Null. Nicht dass sich da jetzt irgendwer alarmiert und zum Handeln bemüßigt fühlt.

Was sehr zu meinem Seelenheil beiträgt, ist die Gitarre. Und auch die Gitarrencommunity auf Instagram finde ich total inspirierend und motivierend. Obwohl ungefähr 99,99% der Gitarristen, mit denen ich mich dort austausche, um Welten besser spielen als ich, haben sie immer ein freundliches Wort für einen.

Die folgenden Fingerübungen stelle ich ohne weitere Erläuterungen ein. Bin zu müde dazu, das alles hier nochmal wiederzugeben. Wer daran interessiert ist, kann sich gerne die Texte unter den jeweiligen Instaposts durchlesen. Soweit mir bekannt, muss man dafür auch nicht auf Instagram angemeldet sein.

Lachen kann ich trotzdem noch. Zum Beispiel über diesen Spruch meines Mannes gestern Abend:

Die Kinder haben sich in seiner Abwesenheit ins Arbeitszimmer geschlichen und sich an seinen Legomodellen zu schaffen gemacht. Ich bin da leider keine große Hilfe, denn für mich ist Lego in erster Linie zum Spielen da und als Deko nur bedingt geeignet.

Er hat sie in flagranti ertappt: “Wenn ihr da etwas kaputt macht, werdet ihr das bis an euer Lebensende bereuen. Und glaubt mir: Ihr werdet noch sehr lange leben.”

Tausend Dank übrigens an alle bisherigen Rezensenten! Ihr seid toll! Jede einzelne Rezension ist pures Gold wert und für mich als Selfpublisherin erst recht!

Das Print zu Band 2 wird im Laufe dieser Woche erscheinen. Dazu werde ich nochmal gesondert informieren. Die Ebook-Veröffentlichung von Band 3 plane ich für Ende Mai.

Phallisch

Gestern Abend: Mein Mann hat mit den Kindern erfolgreich den ersten maskierten Einkauf hinter sich gebracht.

“Wenn die Gesichter bedeckt sind, achtet man plötzlich wieder vermehrt auf andere Attribute”, erklärt M. im Plauderton und schildert mir sehr plastisch, wie sich direkt vor ihm am Mehlregal eine junge Dame komplett nach unten gebeugt und ihm ungeniert den Hintern entgegengereckt hat.

“Du weißt schon – so, wie du das auch immer machst!” Vergeblich versucht er im Stehen mit seinen Fingerspitzen die Zehen zu berühren, ohne die Beine zu beugen.

Tja, eine meiner leichtesten Übungen. Dreizehn Jahre Ballett lassen grüßen. Und ich bin generell zu faul, für sowas in die Hocke zu gehen. Sei es beim Schuhebinden oder beim “Gitarre-aus-der-Tasche-holen”. Allerdings mache ich mir dabei ebenso wenig Gedanken wie meine Geschlechtsgenossin im Supermarkt.

“Worauf du immer achtest.” Ich schüttele lachend den Kopf und überlege, ob ich einem Typen auch sofort auf den Hintern glotzen würde, wenn er sich vor mir runterbeugt. Aber da Männer eher in die Hocke gehen als besagte Pose einzunehmen, wurde mir solch ein netter Anblick wahrscheinlich bisher verwehrt.

“Außerdem laufe ich ja eh grundsätzlich mit Scheuklappen durch die Gegend”, ergänze ich.

“Das stimmt”, brummt mein Mann. “Aber wenn sich dir jetzt im Supermarktgang ein Kerl breitbeinig in den Weg stellen und dir stolz sein Gemächt präsentieren würde, müsstest du hinschauen.”

“Oder schreiend wegrennen”, erwidere ich glucksend.

Dann schiebt sich plötzlich eine Szene aus längst vergangenen Tagen vor mein Auge.

“Wobei, weißt du noch? Mein Metro-Erlebnis?”

Er nickt.

Damals war ich siebzehn und mit meiner besten Freundin auf einer Interrail-Tour durch Frankreich. In der Pariser Metro saß uns ein großgewachsener, maximalpigmentierter Mitbürger gegenüber. Und das “großgewachsen” bezog sich dabei nicht nur auf seine Kopf- bis Fuß-Länge. Er trug Shorts und thronte in typischer Cowboyhaltung auf dem Sitz. Nicht genug damit, dass der Herr ganz eindeutig Rechtsträger war. Nein, was da unter dem Hosenbund neben dem Oberschenkel hervorquoll, hatte tatsächlich verstörende Ähnlichkeit mit einem dritten Bein.

Man möge es mir verzeihen, dass ich da draufgestarrt habe wie ein hypnotisiertes Kaninchen. Ich war unschuldige 17, verdammt! Und ja, dieser Anblick hat tatsächlich einen sehr bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Mit Verlaub: Das wäre mir persönlich viel zu viel gewesen.

“Und dann muss man sich ja noch fragen, ob das ein Blut- oder ein Fleischpenis war”, sage ich gestern zu meinem Mann, als ich das Erlebnis Revue passieren lassen.

“Wäre das ein Blutpenis gewesen, wäre der Typ längst tot”, erwidert mein Mann trocken. Er deutet an, wie sein gesamtes Blut in seine unteren Gefilde schießt. Dann verdreht er die Augen und rutscht wie ohnmächtig von der Couch.

Oh Gott, ich muss schon wieder lachen. Und ich schäme mich gerade fürchterlich, dass ich Fotos, auf denen nicht nur mein Mann, sondern auch meine ältere Tochter zu sehen sind, als Beitragsbild für diesen nicht jugendfreien Post missbrauche. Aber die Fotos sind von gerade eben. Und ich mag sie sehr. Das muss Rechtfertigung genug sein.

Apropos Samen und so: Pusteblumen sind für mich der Inbegriff von Freiheit. Unzählige kleiner Fallschirme … unendlich viele Möglichkeiten.

Maskenpflicht in Bayern

Tja, das passiert, wenn auch in Bayern die Maskenpflicht eingeführt wird und frau den Rest jenes Stoffes, aus dem sie einst das Leopardenkostüm für die Tochter nähte, für die Anfertigung von Masken verwendet.


Für meinen Mann, der sich weigerte, eine Leoprint- oder Blümchenmaske zu tragen, habe ich ein altes T-Shirt zerschnippelt – siehe die coole, blaue Maske:

Da die Masken ja nach jedem Tragen gewaschen werden, am besten sogar ausgekocht werden sollten, werde ich wohl noch ein paar mehr nähen müssen.

Ich habe mich der ultraleichten Variante bedient – gut beschrieben in dem YouTube-Video von Nähfrosch
“Atemschutzmasken Mundschutz selber nähen: 2 Varianten”.

(Das Video bette ich nachher am PC ein. Geht hier am Handy anscheinend (- hallo, Phoebe! : D -) nicht.

Ich habe nach der 2. Variante genäht. Warum? Ganz einfach: Ich hasse Schnittmuster. : D

Craving

Ich bin gerade am Gitarreüben. Da steckt mein Mann den Kopf durch die Tür:

“Du weißt schon, dass jetzt draußen die ganze Straße Hallelujah singt, oder?”

Er grinst von einem Ohr zum anderen und ich werfe mein Gitarren-Antirutschtuch nach ihm.

Zwar gesteht er mir sofort, dass er mal wieder zu scherzen beliebte, aber ich bin jetzt trotzdem total verunsichert. Zumal er mir schon Tags zuvor mitgeteilt hat, dass trotz  des Isolierbands, das ich am Fenster angebracht habe, “Zombie”, “Hymn” und “Morning has broken” im Hintergarten laut und deutlich zu vernehmen waren.

Vor Monaten haben wir das mal getestet. Da war draußen nichts zu hören. Also, entweder bin ich lauter geworden oder die Dämmung porös.

“Ach, Mensch”, antworte ich zerknirscht. “Jetzt trau ich mich überhaupt nicht mehr zu üben.”

Vor allem kann ich mich mit diesem Wissen im Hinterkopf kaum noch dazu überwinden, ein Stück hundertmal hintereinander zu spielen, bis es wirklich sitzt. Das will ich den Nachbarn, die via-à-vis auf dem Balkon chillen, wirklich nicht antun.

Heute mal im Gammellook. : D (Das ist ein T-Shirt von meinem Mann, das mir beim Waschen eingegangen ist. Pech für ihn, Glück für mich. : ))

Meine Kinder beweisen da wesentlich mehr Stilbewusstsein:

Ich mag Farben und schöne Bilder, aber an dem Buchdeckel von folgendem Ebook, das ich mir gestern gekauft habe, könnt ihr sehen, dass ich absolut kein Coverkäufer bin und dass ich auch vor höheren Preisen nicht zurückschrecke, sofern mich der Inhalt wirklich interessiert.

Mir ist das Gewese um die ganze Coverkiste sowieso suspekt. Und wie bei so vielen Menschen auch, gilt hier ebenfalls oft genug: Außen hui, innen pfui.

Dann doch lieber umgekehrt wie bei diesem Werk hier. Selten habe ich ein hässlicheres Cover gesehen. Und der Titel ist auch völlig behindert. Die Leseprobe war dafür recht ansprechend.

Mir geht es hierbei weniger um das Abnehmen als um die Einblicke in die Suchtmedizin und die dort angewandten Therapien. Dass ich zuckersüchtig und ein emotionaler Esser bin, dürfte ja inzwischen hinreichend bekannt sein.

Und ich bin immer wieder auf der Suche nach Methoden, mit denen ich meine alten Verhaltensmuster durchbrechen, die fehlgeschalteten Synapsen voneinander entkoppeln und mein Hirn umprogrammieren kann.

Nach wie vor kämpfe ich enorm gegen meinen Zuckerdrang. Es ist ein ewiges Auf und Ab und an guten Tagen ist es eher meiner Disziplin als einem erfolgreichen Entzug zu verdanken, dass ich “hart” geblieben bin.

Auch unabhängig vom Essen und vom Schlafen interessiert mich alles rund ums Hirn. Auch Themen wie die neurolinguistische Programmierung faszinieren mich. Mit letzterer habe ich mich schon als Jugendliche befasst, allerdings vor allem auf theoretischer Ebene. Hätte ich damals Nägel mit Köpfen gemacht, wäre ich jetzt wahrscheinlich schon wesentlich weiter.

Im Detail möchte ich euch damit an dieser Stelle nicht langweilen.

Das Buch liest sich unterhaltsam und gut verständlich. Allerdings kratzt es für meinen Geschmack bisher zu sehr an der Oberfläche. Da habe ich schon wesentlich fundiertere Bücher zu dieser Thematik gelesen. Aber ich stehe mit der Lektüre ja noch ziemlich am Anfang. Gerade geht es um emotionales und chemisches Craving. Das gute alte Dopamin hatte auch schon seinen Auftritt.

Besuch?

Jener Nachbar, der mir auch den “Trafikanten” und “Ein fliehendes Pferd” zum Zwecke des gemeinsamen Austausches ans Herz gelegt hat, hat gestern die Kinder-Beilage der SZ bei uns in den Briefkasten geworfen.

Inspiriert durch dieses Bild, welches das Eiliensche um Oberköper, Beine und so einige Details – siehe Noten, ergänzt hat, haben wir uns an das alte Faltspiel erinnert, bei dem jeder Mitspieler verdeckt vor den übrigen einen Körperteil zeichnet. Am Ende wird das Bild auseinandergeklappt und da entstehen teils sehr interessante Wesen. Unser erster Versuch fiel meines Ermessens nach noch viel zu harmlos aus. Wir müssen mutiger werden.

Gestern Abend hatten M. und ich ein seltsames Erlebnis.

Er war noch oben bei den Kindern und ich am Lesen. Gerade widme ich mich “dem Augenblick der Liebe” von Martin Walser. Dazu wird wohl beizeiten auch noch eine Rezension folgen.

Jedenfalls saß ich plötzlich ohne Licht da, weil die Stehlampe hinter der Couch von jetzt auf gleich erloschen ist. Zuerst dachte ich an einen Stromausfall, doch da das Massagegerät in meinem Rücken noch immer brav vor sich hinknetete, war das ausgeschlossen. Kaputt ist die Lampe auch nicht, denn ich konnte sie mühelos wieder einschalten.

“Wahrscheinlich ein Wackelkontakt”, meinte M. schulterzuckend, als er neben mir Platz nahm.

Wenige Minuten später ging das Licht erneut aus. Diesmal flammte es jedoch nach wenigen Sekunden von selbst auf.

“Sag ich doch – ein Wackelkontakt”, brummte M.

“Oder es ist deine Mama, die hier mal nach dem Rechten sieht”, meinte ich. Der Gedanke kam mir spontan in meinen eigentlich nicht von Aberglauben durchseuchten Sinn.

“Ja”, antwortete M. ausnahmsweise nicht mit einem flapsigen Spruch. “Morgen ist ihr Todestag.”

Stimmt. Daran hatte ich gar nicht gedacht.

Kaum hatte er ausgesprochen, wurde das Zimmer erneut in Dunkelheit getaucht. Während M. den Kippschalter betätigte, sagte ich:

“Wenn sie gerade da ist, deine Mama, dann möchte ich ihr sagen, dass ich sie lieb habe. Das habe ich blöde Kuh nämlich am Sterbebett vergessen, als ich ihr die Hand gestreichelt habe. Weil es mir so selbstverständlich erschien.”

Den restlichen Abend über brannte die Lampe ohne weitere Aussetzer.

Süß …

“Wenn du mich nochmal süß nennst, mutiere ich zum sauren Drops”, droht mein Mann.

“Macht nix. Mag ich auch”, erwidere ich und ärgere ihn unverdrossen weiter: “Süß, süßer, am süßesten”.

Gerade als er zum körperlichen Gegenangriff ansetzt – dabei bin ich gar nicht kitzelig, vernehmen wir eine Art Donnergrollen von draußen.

Doch es ist nur das Eiliensche, das den wuchtigen Terrassentisch unter Aufbietung all ihrer Kraft um fünf Meter nach links verrückt.

“Was zur Hölle machst du da?”, fragen wir entgeistert.

“Da sitzt eine Spinne oben am Sonnenschirm und die sieht so gruselig aus”, antwortet sie keuchend.

Vorhin habe ich zusammen mit meiner jüngeren Tochter Osterzöpfe gebacken.

Also, laut Rezept hätte das eigentlich ein einzelner Zopf werden sollen. 😀 Ihr seht, man kommt auch mit Trockenhefe ziemlich weit.

Den kleinen Osterhasen hat mein Ämmale kreiert. Ist der nicht putzig?

Leider alles ohne Rosinen, weil meine Kinder die nicht mögen. :-/ Auch sonst sind die Zöpfe sehr spärlich bis gar nicht dekoriert. Na, sie schmecken trotzdem.

Wer auch Lust auf solche Monsterzöpfe hat – das Rezept gibt’s hier:

Heute Nachmittag habe ich meine Handybilder auf meiner externen Festplatte archiviert. Dabei bin ich über folgendes Uralt-Webcam-Bild gestolpert, das ich tatsächlich auch mal bei MyTB drin hatte, glaube ich. Dürfte von 2002 oder 2003 sein. Da war ich Mitte Zwanzig. Nachdem ich hier pose, als würde ich mich für ein einschlägiges Magazin ablichten lassen, werde ich das Foto nicht lange online lassen. Aber lustig finde ich es schon.

*Bild entfernt*

Heute ist übrigens meine “5-Tage-Gratisaktion” für das Ebook ZHL 1 auf Amazon angelaufen.

Alter Falter: Wenn mein Buch jeden Tag so oft gekauft würde, wie es aktuell heruntergeladen wird, wäre ich binnen kürzester Zeit reich.

Ich habe diese Kostenlos-Aktion ja vor allem wegen der Leserunde auf Lovelybooks ins Leben gerufen, weil ich ja nur 5 Printexemplare zu verlosen hatte. Aber nun bin ich schier überwältigt ob der Downloadrate. Auch wenn ich daran nada verdiene, freut mich dieses Interesse schon, muss ich zugeben.

Ebookveröffentlichung “Zartherbe Liebe: Im Dreierlooping”

Tja, tut mir leid, dass ich euch schon wieder mit meinem Roman behellige. ; ) Aber wer sich davon genervt oder gestört fühlt, sei herzlich dazu eingeladen, diesen Beitrag einfach zu ignorieren.

Die einen beschäftigen sich mit ihrem Look, ihrer Ernährung oder Netflix, andere mit ihren Arbeitskollegen, ihrem Sixpack (Bauch oder Bier), Technikkram oder Gartenarbeit. Meine Wenigkeit beschäftigt sich halt aktuell mit Lesen, Schreiben, Gitarrespielen, (Nicht-)Schlafen und mit meiner Familie.

Die einen genießen die Stille, den sozialen Rückzug. Die anderen vermissen es schmerzlich, um die Häuser zu ziehen, Freunde, Verwandte und Veranstaltungen zu besuchen oder sich in ihrer Stammkneipe die Kante zu geben. 

Den einen rennt die Zeit immer noch zu schnell oder gar davon, während andere gegen quälende Langeweile ankämpfen oder sich einfach treiben lassen. 

Die einen schöpfen aus innerem Reichtum. Andere nicht.

Im Grunde kann man jeden persönlichen Blog als nicht profund genug, als ich-bezogen und als überflüssig deklarieren.

So gewiss auch meinen. Aber es ist MEINE Webseite und daher schreibe ich hier eiskalt über Dinge, Aktivitäten, Gedanken und Gefühle, die MIR wichtig sind.

Es muss sich auch niemand dazu genötigt fühlen, meinen Roman zu lesen. Zum Glück gibt es genug Menschen, die sich das aus völlig freien Stücken antun.

Also lest es oder lasst es. : ) 

Meine Veröffentlichungsinfos sind nicht als Betteln um Aufmerksamkeit zu verstehen. Sie sind für jene gedacht, die bereits sehnsüchtig auf die Fortsetzung warten. 

Der zweite Band ist nun als Ebook auf Amazon verfügbar. Diesmal habe ich mich gegen einen reduzierten Einführungspreis entschieden. 2,99 EUR halte ich bei 570 Buchseiten nicht für zu teuer. Wer sich für das Geld lieber einen Kaffee, eine Zeitung oder einen neuen Nagellack kauft, dem sei auch das vergönnt. Da ich den Cut zwischen Band 2 und 3 anders gesetzt habe als ursprünglich geplant, sind nun alle drei Teile vom Umfang her recht ausgewogen.

Hier nochmal der Klappentext in angenehmerer Schriftgröße:

🌊💙🌊

Zwölf Jahre sind seit Jons und Avas letzter Begegnung vergangen.

Sowohl das Privat- als auch das Berufsleben der knapp Dreißigjährigen sind von Zweckmäßigkeit und Resignation geprägt.

Dank Ralf, der mittlerweile in Hamburg lebt und dort auf seinen Facharzttitel hinarbeitet, kreuzen sich Jons und Avas Wege erneut.

Wie sich herausstellt, lodert das Feuer zwischen ihnen noch immer hell und kräftig. Doch Jon ist verheiratet und Vater eines achtjährigen Sohnes.

Dass Ava mittlerweile auch ihren alten Freund Ralf in neuem Licht sieht, macht ihr Gefühlschaos perfekt.

Plötzlich steht sie zwischen zwei Männern. Beide sind vergeben. Und beide schicken Ava auf eine emotionale Achterbahnfahrt.

Berauschende Höhenflüge gehen Hand in Hand mit schmerzhaften Abstürzen. Und in den Schluchten lauert der Tod.

🌊💙🌊

Das Print wird voraussichtlich in zwei bis drei Wochen folgen. 

Da für den ersten Teil in Kürze eine Leserunde auf Lovelybooks startet und die Anzahl der Bewerber die der zu verlosenden Buchexemplare bei Weitem übersteigt, werde ich aber mit Beginn der Leserunde das Ebook auf Amazon einige Tage kostenlos anbieten. Auf Lovelybooks darf ich das Ebook aufgrund rechtlicher Beschränkungen seitens Amazon nicht als Gewinn offerieren. Deshalb schlage ich diesen Weg ein.

Der Starttermin der Leserunde und damit auch der “Kostenlos-Aktion” hängt davon ab, wann der letzte Gewinner sein Buch hat. Daher kann ich an dieser Stelle kein Datum nennen. Aber es lohnt sich, die Augen offenzuhalten, falls ihr den ersten Band noch nicht gelesen habt und ihn gerne lesen WOLLT.

Apropos “Augen offenhalten”: Obwohl mein Roman ein zweifaches Korrektorat durchlaufen hat, er durch unzählige virtuelle Hände gegangen ist und auch ich selbst die Geschichte wieder und wieder überprüft habe, fallen mir im Nachhinein trotzdem noch kleine Fehler auf, für die ich mich natürlich in den Hintern beißen könnte. Hier kommt mir die eigentlich erstaunliche Fähigkeit des Gehirns, Worte richtig zu lesen, obwohl sie faktisch falsch dastehen, in die Quere.

Scheut euch nicht, mich auf etwaige Stellen aufmerksam zu machen. Ich bin dankbar für solche Korrekturhinweise. Beim Ebook pflege ich sie umgehend ein, beim Print im Zuge der nächsten Auflage.

Ich sehe dieses Stolpern über eigene Fehler auch als heilsame Kur gegen meinen vermaledeiten Perfektionismus an. Inzwischen gehe ich mit solchen Fauxpas zwar noch nicht gelassen um, aber sie katapultieren mich auch nicht mehr an den Rande eines Herzinfarkts. Es sei denn, es fehlen plötzlich 12 Buchseiten. Das hat mich zugegebenermaßen schon extrem aufgewühlt. Zum Glück ein Einzelfall, wie gesagt.

PS: Eintrag ist mal wieder eh nicht im Reader. WordPress hat da mitgedacht und das Ignorieren leicht gemacht. 😄👌

In der Sauna (Zartherbe Liebe – im Dreierlooping)

Status Quo in Sachen Buchsatz (S. 264 in ZHL Band 2):

***

Aus der Grotte drang gedämpftes Lachen zu ihr hinüber und auch im Whirlpool saß ein Paar mittleren Alters. So ganz allein war sie also nicht, aber im Vergleich zu den Thermen, die sie sonst besuchte, machte diese Saunalandschaft hier einen regelrecht ausgestorbenen Eindruck.

Als sie die Tür zur finnischen Blocksauna öffnete, war sie dennoch nicht begeistert darüber, dass da schon jemand auf der Bank saß und sie anzüglich angrinste.

»Nur immer hereinspaziert! Ich beiße nicht!«, begrüßte er sie prompt und musterte sie dabei unverhohlen. Der Kerl war vielleicht fünf Jahre älter als sie und befand sich offensichtlich im Aufreißermodus.

»Ich aber schon«, antwortete sie patzig, während sie die Sauna betrat und die Tür hinter sich schloss. Es kam gar nicht in die Tüte, dass sie feige die Flucht ergriff und sich von diesem Proleten vertreiben ließ.

Der Typ lachte nur, als hätte sie einen besonders guten Witz gemacht und Ava fragte sich nicht zum ersten Mal, woher manche Männer ihr Selbstbewusstsein nahmen. Aber vielleicht gab es tatsächlich Frauen, die total auf Koteletten, Steckerlbeine und Bierwampe abfuhren.

Sie kletterte auf die oberste Bank. Wenn er sie nun weiter anstieren wollte, würde er sich ganz schön den Hals verrenken müssen. Sie legte ihr Handtuch auf die Holzpaneele und wandte ihm demonstrativ den Rücken zu.

»Sind Sie beruflich oder zum Vergnügen hier?«, erdreistete sich der Kerl tatsächlich, das einseitige Gespräch fortzuführen.

Als sie nicht antwortete, sprach er einfach unverdrossen weiter:
»Ich bin gerade auf Dienstreise. Wissen Sie, als Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens stehe ich dauernd unter Strom und genieße es sehr, wenn ich hier mal zwischen zwei Terminen etwas ausspannen kann. Und dieses Hotel ist wirklich allererste Sahne. Ich bin schon Stammgast hier.«

Was für Ava bereits Grund genug war, nie wieder in dieser Unterkunft einzuchecken. Und dass der Typ einen auf dicke Hose machte, was in Anbetracht dessen, dass er keine anhatte, fast noch schlimmer war, stieß sie erst recht ab.

»Nichts für ungut, aber mir ist nicht so nach Reden zumute«, erwiderte sie brüsk. »Das kann ich noch genug, wenn mein Freund gleich auftaucht.«

Diese Ansage wirkte eigentlich immer und in ihrem Fall war das noch nicht einmal eine richtige Notlüge.

»Der Glückliche«, hörte sie den Mann murmeln und kurz flammte ein kleiner Funken Sympathie in ihr auf. Dass er nicht eingeschnappt war, sprach für ihn. Schmierig hin oder her. Sie schloss die Augen und versuchte, den Typen auszublenden und sich zu entspannen. Die nächsten fünf Minuten ließ er sie auch tatsächlich in Ruhe und sammelte damit weitere Pluspunkte.

Als er sich dann irgendwann erhob und sich mit einem leisen »Ciao« verabschiedete, konnte sich Ava sogar dazu überwinden, ihm ein kleines Lächeln und ein »Tschüss« zu schenken.

Kurz darauf klappte schon wieder die Saunatür. Sie musste ihren vorherigen Eindruck wohl revidieren. Hier ging es ja bald zu wie in einem Bienenstock.

»Als aus dieser Hütte gerade ein Typ mit glasigen Augen und verklärtem Blick herausgetorkelt ist, wusste ich, dass du hier drin sein musst«, hörte sie eine vertraute Stimme.

***

Der letzte Satz ist übrigens nicht erfunden. Ich hoffe, derjenige, der ihn einst äußerste, verklagt mich nicht dafür, dass ich ihn geklaut habe. Also, den Satz mein ich. Aber mir hat dieses indirekte Kompliment damals sehr gefallen und daher habe ich es für würdig erachtet, in meinem Roman verewigt zu werden.

Home, sweet home

Vorhin: Mein Mann zitiert das Eiliensche für die Hausaufgaben in sein Büro, denn da hat es zwei Schreibtische. Zwar steht in ihrem Kinderzimmer auch einer, aber tatsächlich halten sich unserer Töchter prinzipiell immer im gleichen Stockwerk auf wie wir. Das kann anstrengend sein, aber in erster Linie finden wir es rührend. Die Zeit, da die beiden sich nicht mehr in unserem Dunstkreis bewegen wollen, wird noch früh genug kommen.

Dennoch ist es für meinen Mann auch im Home Office ein ganz normaler Arbeitstag. Daher frage ich ihn skeptisch:

“Stört dich das nicht?”

Er: “Ach, ich bin doch sowieso gestört.”

Alles klar. : )

So, sieht es übrigens aus, wenn meine jüngere Tochter, aka Ämmale, aka Kuschelpuschel sich selbst stylt:

Ich muss zugeben, ich find`s heiß. Vor allem die Socken. Die unterschiedlichen Grüntöne harmonieren formidabel.

Ja, Chaos pur hier. Ist aber Normalzustand. Ich bin leider eine furchtbare Hausfrau.

Das Nutellabrot ist übrigens nicht meins. Mein Zuckerkonsum hält sich zum Glück nach wie vor in Grenzen. Trotzdem sind meine Nächte derzeit die reinste Katastrophe.

Und solche Vorkommnisse wie ein Fehldruck meines Buches, in dem plötzlich 12 Seiten fehlen, tragen auch nicht gerade zu meiner Entspannung bei. Und passiert ist das ausgerechnet bei einer meiner liebsten Leserinnen. Als sie mir vorgestern ein Beweisfoto geschickt hat, bin ich aus allen Wolken gefallen. Da sie die Geschichte in und auswendig kennt, wusste sie genau, welche Passage fehlt. Außerdem sprachen die Seitenzahlen (von 60 auf 73 innerhalb einer Doppelseite) Bände.

Mittlerweile habe ich erfahren, dass das – auch bei großen Verlagen – gar nicht so selten vorkommt, aber trotzdem war ich schwer schockiert. Ich habe sofort jene Käufer angeschrieben, von denen ich weiß – leider sind mir bei Weitem nicht alle bekannt. Und so wunderbar, wie meine Leser nun einmal sind, habe ich auch binnen eines Tages von fast jedem Rückmeldung erhalten. Und das Feedback hat mich sehr beruhigt. Offensichtlich war das mit dem Fehldruck ein Einzelfall. Besagte Leserin bekommt jetzt selbstverständlich nochmal ein komplettes Exemplar. Zuerst wollte sie das unvollständige Buch behalten, was mich gewundert hat. Aber später hat sie mir dann erzählt, dass ihr die Widmung so viel bedeutet und sie das Buch deshalb nicht austauschen lassen möchte. Ist das nicht goldig? Doch natürlich werde ich auch das Ersatzexemplar mit einer persönlichen Widmung versehen.

Da ich keine Webcam habe und außerdem mein Gesicht in bewegten Bildern sehr befremdlich finde, habe ich mich gegen den Skype-Gitarrenunterricht, den mein Gitarrenlehrer ersatzweise etabliert hat, gesträubt. Daher haben wir den Unterricht erstmal ausgesetzt. Ich darf ihm trotzdem das ein oder andere Handy-Video (gesichtslos :D) schicken und er gibt mir dann entsprechend Hilfestellung. Finde ich 1a!

Hier ein kleines “Medley” aus Folk Picking Übungen, an denen ich mich gerade versuche. Die fehlerhaften Stellen habe ich hier natürlich außen vor gelassen. Mein Gitarrenlehrer hat aber die volle Dröhnung abbekommen.

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