Der Lockruf zartschmelzender Vollmilchschokolade vermag es inzwischen nicht mehr, mich aus der Bahn zu werfen.

Vielmehr sind es all die Hiobsbotschaften, welche dieses Jahr beinahe unablässig auf uns einprasseln und die mein Abnehmprojekt banal, sinnbefreit und bisweilen taktlos erscheinen und mich hin und wieder zweifeln lassen.

Da macht nicht irgend jemand, sondern ein Mensch, der einem am Herzen liegt, die Hölle durch und ich zähle währenddessen Kalorien. Ich schäme mich fast dafür.

So fragil, dieses menschliche Leben.

Zu wertvoll, um es mit belanglosem Tand zu füllen.

Aber auch zu kostbar, um es leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Indem man es etwa darauf anlegt, die eigene Gesundheit vollends zu ruinieren, weil ja angesichts des ganzen Leids eh schon alles wurscht ist.

Ich muss diesen Weg weitergehen. Um endlich dem Teufelskreis aus Infekten und Erschöpfung zu entfliehen. Um die Entzündungen, die überall in meinem Körper schwelen, zu bekämpfen. Um meinen Rücken, meine Gelenke und Venen nicht mehr über Gebühr zu strapazieren und zu schädigen. Um “Carpe diem” wörtlich nehmen und für meine Familie noch lange da sein zu können. Es sind bei Weitem nicht nur ästhetische Aspekte, die mich dazu bewegen, Gewicht zu verlieren.

Die Zuckerfalle ist trügerisch. Kurzfristig umgibt sie den Süßigkeitenjunkie mit einem behaglichen Panzer. Doch in Wahrheit schützt er nicht. Er macht nicht stark, sondern schwach.

Die Kinder und mein Mann spielen seit mehreren Wochen munteres Bazillenpingpong und es ist das erste Mal seit meiner zweiten Schwangerschaft, dass ich tatsächlich auf der Bank sitze und sehr darauf hoffe. nicht doch noch eingewechselt zu werden. Lange Zeit hatte ich das mit Abstand schlechteste Immunsystem von uns allen. Und nun mache ich zumindest mal nicht sofort die Grätsche. Ich bin mir sicher, dass es an der bewussten Ernährung und Reduzierung des Zuckerkonsums liegt. Beschreien möchte ich es aber nicht, denn ich bin in dieser Hinsicht ein gebranntes Kind und äußerst abergläubisch. Nicht dass da gerade ein putziger, kleiner Virus des Weges kommt und sich denkt, er könne meine übermütig geäußerten Worte sogleich Lügen strafen.

Doch ich will ehrlich sein. Es gibt da auch schon wesentlich kleinere Knüppel, die mir vor allem meine Kiddies  zwar unabsichtlich, aber deshalb nicht weniger effizient, zwischen die Beine werfen und die meine Motivation im Nullkommanix von 100 auf minus 10 herunterbremsen:

Weinendes Eiliensche im Kindergarten, schluchzendes Ämmale im Miniclub vom Fitnessstudio. Wo mir übrigens nebenbei noch eröffnet wird, dass es in Kürze einen erneuten Betreuerwechsel geben wird. Meine Begeisterung lässt zu wünschen übrig. Kann ich das Ämmale dann also zum dritten Mal an eine neue Erzieherin gewöhnen. Die arme Maus.

Brüllendes Ämmale auf dem Hochstuhl, naserümpfendes und Arme-verschränkendes Eiliensche nebendran. Egal, wie abwechslungsreich und meiner Ansicht nach durchaus genießbar ich auch koche: Meine Kinder verlangen ausschließlich Gerichte aus ihrem Standardportfolio, das aktuell ca. 4 Speisen umfasst, die mir selbst schon seit hundert Jahren zu den Ohren rauskommen. Wenigstens bei meinem Mann finden auch meine “gewagteren” Kreationen Anklang.

Kurz nochmal zurück zum Sport: Dafür, dass ich heute, welches strenggenommen schon zu Woche 5 gehört, nach dreieinhalb Wochen Zwangspause zum ersten Mal wieder trainiert habe, lief es recht geschmeidig. Wobei ich schon einen gewissen Fitnesseinbruch zu verzeichnen habe. Was aber u.a. auf das Konto “Bänderriss” geht. Ich Dussel habe mich natürlich doch zuerst auf den Crosstrainer geschwungen statt aufs Rad. Vom lädierten Haxen gab`s dafür keinen Beifall. Eher ein stechendes Buh. Hab es Gott sei Dank schnell bleiben gelassen. Beim Krafttraining folgten dann keine weiteren Beschwerden knöchelseits.

Wenn ich mich nicht zwischendrin ab und an gewogen hätte, wären mir die vom Wasserhaushalt initiierten Berg- und Talfahrten völlig entgangen und ich hätte mich gebührend über die Abnahme von 0,9kg freuen können. So aber weiss ich, dass ich gestern ein Minus von 1,4kg auf der Waage hatte. Das eine Pfund geht zu Lasten des scharfen Curry-Huhns, das mich dazu brachte, literweise Flüssigkeit zu tanken. Zukünftig wiege ich mich nur noch am offiziellen Dienstag. Hundertprozentig. Bestimmt. Wahrscheinlich. Vielleicht…;-)

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Zwetschgendatschi ist ein sehr leckerer, saftiger und kalorienarmer Kuchen. Mein selbstgemachter schlägt nur mit knapp 200kcals pro Stück zu Buche.