Ultra-Kurzfassung:

Schreiben und Familie

oder auch:

Kreativ mit und trotz Kindern

oder, oder:

Zwischen Wolkenkuckucksheim und desillusioniertem Pragmatismus

 

Kurzfassung

In diesem Blog geht es um einen Traum.  Meinen Traum. Vom eigenen Buch.

Ich träumte ihn schon als kleines Mädchen. Eine mit Stickern und brüchigem Schloss versehene Holzkiste zeugt davon. Sie beherbergt meine allerersten Geschichten.

Es geht um die Stolpersteine, die ich auf dem Weg zur Verwirklichung dieses Traumes überwinden muss. Die größten Brocken: Insomnie, Zeitmangel und Erschöpfung. Alles chronisch, versteht sich.

Und es geht um meine Kinder.

Zum Einen besteht da eine positive Korrelation mit mindestens zwei der drei oben genannten Knock-Out-Kriterien.  Wie nah wahrhaftiges Glück und schiere Verzweiflung wirklich beieinander liegen, erfährt man jeden Tag aufs Neue, wenn man Kinder hat.  Folglich wird hier auch die ein oder andere Alltagsanekdote inklusive kompletter emotionaler Bandbreite zu lesen sein. Eventuell auch zu hören.

Zum Anderen sind meine Kinder eine ungeheure Inspirationsquelle für mich.  Nicht nur, was das Schreiben anbelangt. Sie zeigen mir Türen zu verborgenen Welten, an denen ich ohne sie acht- und ziellos vorbeistolpern würde.

Das kreative Gestalten mit und von Kindern wird hier daher ebenso viel Raum einnehmen wie das Buchprojekt.

Ich wünsche Euch viel Freude beim Lesen, Schauen und Entdecken und hoffe, dass ich Euch mit diesem Blog vielleicht auch auf die eine oder andere Rettungsinsel im aufgewühlten Alltagsmeer entführen kann.

Langfassung

Angegraut – ja, das bin ich. Mit 41 zähle ich zu den nicht mehr ganz taufrischen Kleinkindmüttern.  Und das merke ich auch ganz deutlich. Trotz zusehends morscherer Knochen habe ich aber so einige Ideen und Träume, denen auch mein inzwischen erschöpflicher Energievorrat noch nicht den Gar ausgemacht hat.

Ihr könnt hier meinem Buchprojekt beim Entstehen zusehen und es beizeiten mit Eurem konstruktiven Senf würzen.  Dieses Unterfangen in ein spezielles Genre zu pressen, fällt mir schwer. Ich würde mal sagen, „Pathologische Familiengeschichte mit Herz und schaurig-phantastischen Elementen“ trifft es am besten.

Ich freue mich schon sehr darauf, diese Reise bis zum fertigen (elektronischen) Buch mit Euch antreten zu können. Auch wenn es mitunter beschwerlich wird.

Insbesondere mein ganz persönlicher Dämon, der schon lange vor den Kindern mein ständiger Begleiter war, setzt alles daran, sich mir immer wieder in den Weg zu stellen. Wie ich mit ihm, sprich, meiner chronischen Insomnie, umgehe und welche Möglichkeiten ich nutze, um ihn in Schach zu halten – sein größter Widersacher ist die (Tiefen-)Entspannung – wird hier ebenfalls thematisiert.

Das Schreiben aktiviert mich mehr als dass es mich entspannt.  Was die Umsetzung meines Buchprojektes nicht eben einfacher gestaltet. Zudem sind meine Kinder ausgeprägte Wenigschläfer und die Zeitfenster tagsüber dementsprechend winzig bis gar nicht vorhanden.

Und die Muse ist auch nicht immer gewillt, nach Plan zu küssen.  Wenn mir – meist unerwartet – ein Stündchen Zeit geschenkt wird, heisst das noch lange nicht, dass es dann auf Knopfdruck nur so aus mir heraussprudelt. Just in diesem Moment etwa fliesst gar nichts.  Ich ringe mit jeder Formulierung. Obwohl meine kleine Tochter gerade schlummert. Aber ob es auf einen 30minütigen Powernap oder einen ausgedehnten Vormittagsschlaf hinausläuft, weiss nur sie allein.

Neben Buchstabensuppe wird es hier auch anderes Futter für die Augen geben. Gemaltes, Gekritzeltes, Gebasteltes. Von mir und von meinen Kindern.

Kreatives Austoben, wann immer möglich, tut uns gut. Seelenbalsam.

Und auch die Physis soll gestreichelt werden. Die Schlaflosigkeit macht infektanfällig und prädestiniert für chronische Zipperlein. Meine Immunabwehr zu stärken und meinen Körper, der nicht allein durch die zwei Schwangerschaften aus der ursprünglichen Form geraten ist,  wieder aufzumöbeln, sind ebenfalls Vorhaben, über die ich hier berichten werde.

Jung – das sind mein Eiliensche (geboren im Dezember 2012) und mein Ämmale (auch ein Winterkind, das im Januar 2015 zur Welt kam).  Bevor ich mir gleich einen Rüffel abhole, weil ich meinen Kindern so unmögliche Vornamen verpasst habe: Ich habe mir erlaubt, ihre echten Namen ein wenig zu verfremden. Und tatsächlich nenne ich sie im Alltag oft ebenso.

Das Eiliensche und das Ämmale sind neben meinem Mann die wichtigsten Menschen in meinem Leben.  Nichts hat meine Gefühlswelt intensiver und nachhaltiger beeinflusst und geprägt.

Es bleibt also nicht aus, dass hier auch all die Geschichten, die der (All)tag mit Kindern schreibt, zu finden sein werden. Glückliche, Leichte, Beschwingte, Melancholische, Sorgenvolle, Verzweifelte. Immer aber Gefühlvolle.

Daher ist die Federfarbenfee natürlich auch ein Familienblog und – da aus meiner persönlichen Sicht geschrieben – ein Mutterblog.

Ich selbst lese auch sehr regelmäßig verschiedene Elternblogs und finde dieses Phänomen der bloggenden Mütter und Väter faszinierend.

Oft hilft es schon, in einer der vielen akuten Alltagskrisen einen Post von einer Mutter lesen, die Ähnliches durchlebt hat oder gerade erlebt, um etwas Ballast abwerfen, Zuversicht auftanken und gestärkt und (er)leichter(t) den Rest des Tages anpacken zu können.

Ausserdem kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Elternschaft und das damit häufig verbundene zeitweise Ausklinken aus dem leistungsfokussiertem Hamsterrad „Soul eating 8 to 8 Job“ einem einen ganz neuen Blick auf sich selbst und das ganze Drumherum ermöglicht.

Keine Frage: Mutter zu sein ist nicht nur ein 12h-, sondern sogar ein 24h-Job und der Stress, den dieser Job mit sich bringt, raubt einem manchmal die Luft zum Atmen und bringt einen quasi non stop an die eigenen Grenzen und darüber hinaus. Aber dieser Stress ist anders. Eher fruchtbar denn furchtbar.

In diesem Sinne kann ich es kaum noch erwarten, unsere Federfarbenwelt mit Euch zu teilen und mich in das inspirierende Gewusel all dieser liebevollen, kreativen und ehrlichen Eltern zu stürzen, die das Netz mit ihren Erfahrungen, Ideen und Gedanken bereichern.