Federfarbenfee

Von jung und angejahrt in Wort und Bild

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Endjahresnotizen: Schreiben als Beruf(ung)?

Meine Große hat offenbar nicht nur den Hang zur Wallemähne von mir geerbt. Ebenso wie ich ist sie Geschichten und Bildern verfallen. Farben und Büchern. Sie inhaliert sie förmlich. Und ich werde sie nach Leibeskräften dabei unterstützen, diese Leidenschaften und ihre Kreativität ungehemmt ausleben zu dürfen. Schon jetzt bete ich insgeheim dafür, dass sie später nicht annähernd so zerrissen sein wird wie ich und dafür, dass ihr Weg geradliniger verläuft als der meine. Wobei es vielleicht auch des ein oder anderen Schlenkerers bedarf, um zu erkennen, was man wirklich will. Was mich persönlich angeht, fragte ich mich allerdings, ob ich nicht einfach auf der Hauptstrasse hätte bleiben sollen, statt mich über Jahrzehnte hinweg auf irgendwelchen Nebenpfaden herumzutreiben.

Es war gleichgültig, ob man mich mit acht oder mit achtzehn nach meinem Berufswunsch gefragt hat. Die Antwort war immer die gleiche: „Schriftstellerin“.

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Tagesnotizen #19: Love is in the air

Romantik zwischen Stinkewindeln,  ausgelutschten Weintrauben, gemeingefährlichen Legosteinfallen, einem Kind, dessen innovative Ideen im Zweiminutentakt zur fiesen Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die Eltern werden und einem weiteren Kind, das sich gerade konzentriert damit abmüht, die Fugen im Couchtisch mit Bananenbatz zu kitten?

Ja, es ist möglich! Mein Mann hat mir heute eine ausgeklügelte Rezeptur mit Herzklopfgarantie präsentiert.

Noch nie sind mir seine blauen Augen trotz des hauchzarten Müdigkeitsschleiers strahlender erschienen, sein mit Bröseln aufgepeppter Dreitagebart unwiderstehlicher und seine Schultern in dem von Kinderfettfingern verzierten Sweatshirt stärker. Mein Eiliensche versuchte noch, mich davon abzuhalten, aber da bin ich ihrem Papa schon um den Hals gefallen. Ein inniger Kuss und ein intensiver Austausch von diversen Erkältungsviren unterschiedlicher Abstammung folgten. Das heisere Timbre in M. Stimme hat übrigens durchaus seinen Reiz. Jedenfalls vollführten die Schmetterlinge in Mamas Bauch tollkühne Loopings, während zwei völlig verdatterte Kinder Zeugen von Zärtlichkeitsbekundungen wurden, die ausnahmsweise nicht ihnen galten.

Was war passiert? Drehen wir die Uhr ein paar Stunden zurück. Zum Start des Romantifizierungsprojekts:

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„Liebster Award“ – die Zweite

Vor nicht allzu langer Zeit wurde ich schon einmal für den „Liebster Award“ nominiert. Allerdings war der Themenschwerpunkt damals ein etwas anderer.  Deshalb und weil ich der lieben Sile Marlin diesen Wunsch nicht abschlagen möchte,  geht  der „Liebster Award“ auf meinem Blog nun in eine zweite, diesmal aber finale Runde. 😉

Hier nun also Siles Fragen und meine Antworten.  Gute Unterhaltung!

  1. Welche historische Person würdest du gerne persönlich kennenlernen?
    Grundsätzlich hält sich mein Bedürfnis, neue Bekanntschaften zu schließen, in engen Grenzen. Falls es sich anböte, würde ich jedoch gerne mit Leonardo da Vinci ein paar Worte wechseln und ihn zu seinem Zeitmanagement befragen. Was er in einem einzigen Menschenleben geschaffen hat, ist schier unglaublich. Es geht das Gerücht, dass da Vinci sich bereits eines polyphasischen Schlafmusters bediente. Dabei schläft man öfter, aber dafür kürzer. Statt eines zusammenhängenden Nachtschlafes werden in regelmäßigen Abständen kleine Nickerchen gemacht. Der Schlafbedarf soll sich dadurch drastisch verkürzen und folglich bliebe mehr Zeit für Anderes. Bei mir ist es ja so, dass ich dank meiner Insomnie auch extrem wenig und in Etappen schlafe, aber ob ich deshalb produktiver bin, wage ich zu bezweifeln.
  2. Hast du eine Muse?
    Zwei sogar. Meine Kinder.
  3. Übst du in deinen Texten Rache an Personen aus deinem realen Umfeld?
    Nein. Bisher nicht. Und wenn doch, würde ich es niemandem auf die Nase binden. 😉
  4. Wenn du eine Romanfigur zu einem Heißgetränk einladen würdest, welche wäre das?
    Tyrion Lannister aus „Game of Thrones“ wäre kein schlechter Gesprächspartner, denke ich. Und ich mag bissige Antihelden, die im Grunde verkappte Superstars, bzw. die wahren Kämpfer sind.
  5. Die berühmten ersten Sätze der Weltliteratur – welcher Satz hängt über deinem Bett?
    Die Wand über meinem Bett ist leer. Bis auf einen Streifen Malerkrepp. Mahnmal einer seit Ewigkeiten geplanten Verschönerungsaktion. Und dann hängt da noch ein schlauchähnliches Aufbewahrungssystem mit netzartiger Struktur von der Decke. Mein Mann war so perfide freundlich, dass er es direkt neben meinem Bett platziert hat. Tatsächlich inspiriert es mich mehr als irgend ein Zitat es je könnte – sei es auch noch so hochkarätig. Das  Gebilde, in dem die Kinder tonnenweise Plüschtiere und Kartonagen aus dem Kaufmannsladen deponiert haben,  mutiert nämlich des Nächtens zu einem furchterregenden und äußerst variablem Ungeheuer.
  6. Welches Tabu würdest du beim Schreiben gerne einmal brechen?
    Ein bestimmtes Tabu habe ich da nicht im Auge. Allerdings denke ich oft darüber nach, ob es die richtige Entscheidung war, einen Familienblog mit einer Geister- bzw. Dark-Fantasy-Geschichte zu verknüpfen.  Diese Kombi bremst mich zugegebenermaßen schon etwas aus. Würde ich nicht auf eventuelle „Rückkopplungen“ achten und idealerweise noch unter einem Pseudonym agieren, fielen manche Szenen durchaus eine Spur drastischer aus.
  7. Praktizierst du Schreibrituale?
    Ich versuche, mich auch tagsüber immer wieder in die Geschichte einzufühlen. Und sei es nur für ein paar Minuten. Mehr Zeit bleibt mir im Alltag meist nicht. Kommt mir dabei ein guter Gedanke, verewige ich ihn sofort in der Memoapp meines Mobiltelefons. So entwickelt sich die Geschichte bereits weiter, ohne, dass ich dafür am PC sitzen muss.  Und später komme ich so viel schneller in den Schreibfluss.
  8. Wenn dir jemand zwei Millionen Euro bieten würde, du dafür mit dem Schreiben aufhören müsstest…
    würde ich das Geld wohl nehmen. Zwei Millionen Euro, um von meinen Texten verschont zu bleiben? In dem Fall sollte ich tatsächlich vom Schreiben Abstand nehmen. Allerdings kann ich nicht dafür garantieren, dass zum Beispiel mein Mann, oder ein ad dato unbekannter Autor, plötzlich Texte von ähnlich fragwürdiger Qualität veröffentlicht. 😉
  9. Hellmuth Karasek und Marcel Reich-Ranicki kritisieren dein letztes Werk. Was werden sie wohl darüber sagen?
    Falls diese Frage im Kontext mit Frage 8 zu sehen ist, nehme ich an, dass beide Folgendes konstatieren: „Wenn wir nicht bereits tot wären, dann spätestens jetzt.“( Gott hab sie selig.)
  10. Du wirst ein neues Genre prägen. Wie lautet es?
    Humyfadra (Humoristisches Mystery-Familien-Drama)
  11. Vervollständige diesen Satz:
    Als Georgina Sams eines Morgens aus feuchten Träumen erwachte…
    …stellte sie fest, dass sie vergessen hatte, ihrer Zweijährigen, die selig auf ihrem Bauch schlief, eine Windel anzuziehen.

So, das war`s.

Die Regeln werde ich nicht veröffentlichen, da ich sie hiermit völlig reinen Gewissens fast alle breche. Nichts für ungut. 🙂 Da dies bereits eine Ehrenrunde in Sachen „Liebster Award“ ist, bitte ich um Verständnis, dass ich keine weiteren Leute mehr nominiere und mir auch keine neuen Fragen ausdenke.

Allerdings fände ich es sehr interessant zu erfahren, wie Siles eigene Antworten auf ihre Fragen aussähen? Da waren nämlich schon ein paar harte Brocken dabei. 😉

Euch allen einen formidablen Wochenstart!

Gedanken zum Plotten, Selfpublishing und Networken / Teil 2

In den vergangenen Monaten wurde ich schon mehrere Male mit der Frage konfrontiert, warum um alles in der Welt, ich meine Geschichte online und noch dazu in Form eines kostenlosen Blogromans veröffentliche.

Bereits mein ursprünglicher Plan, den Roman als Kindle-Ebook herauszubringen, bereitete einigen Leuten Bauchschmerzen. Nach wie vor sind viele der Ansicht, dass ausschließlich Verlagsautoren ernstzunehmende Schriftsteller seien und ich zumindest hätte versuchen sollen, mein Manuskript nach Fertigstellung einem renommierten Verlag anzudienen statt es im elektronischen Format und auf eigene Faust zu „verscherbeln“ oder  gar für lau anzubieten.

Diese klassische Variante wäre natürlich auch ein gangbarer Weg gewesen, aber die Frage ist, ob er tatsächlich jemals ans Ziel geführt hätte. So träumerisch ich auch veranlagt sein mag: Der Illusion, ausgerechnet mein Roman würde aus der gewaltigen Flut an täglich eingesandten Manuskripten gefischt werden, kann ich mich nicht hingeben. Diese wenig rosigen Aussichten, nur für mich und die Schublade zu schreiben, hätten meine Motivation sofort im Keim erstickt.

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Gedanken zum Plotten, Selfpublishing und Networken / Teil 1

Drei Anglizismen allein in der Überschrift. Es scheint schlimmer um mich bestellt zu sein, als ich dachte.  Allerdings kommt ein debütierender Autor heutzutage um diese Begriffe kaum noch herum.

Früher bin ich gerne der romantisch-verklärten  Vorstellung anheim gefallen, als Schriftstellerin könne ich abgeschottet  in meinem imaginären Turm vor mich hinschreiben und mich ohne jegliche störenden, ablenkenden Einflüsse von außen in meine Geschichten vertiefen.  Kaum hätte ich dann irgendwann die Fensterläden aufgestoßen und mein Näschen kurz an die frische Luft gehalten, wäre auch schon ein Ritter alias Verlag meinem leisen Ruf gefolgt und hurtig auf einem weißen Schimmel dahergaloppiert.

So funktioniert das natürlich nicht. Zumindest, was das Gros der Autorenfrischlinge angeht.

Bei mir zerplatzt diese schillernde Seifenblase bereits regelmäßig an dem Punkt, der endlose, ungestörte Schreiborgien voraussetzt.  Mit zwei kleinen Kindern öffnet sich nur selten bis gar nicht ein entsprechend großes Zeitfenster. Die Nächte durchzuschreiben, hat sich auf Dauer auch nicht als alltagstauglich erwiesen.  Als chronische Insomnikerin bin ich es gewohnt, mit wenig Schlaf auszukommen, aber ganz ohne geht es leider auch nicht.

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