Federfarbenfee

Von jung und angejahrt in Wort und Bild

Author: Federfarbenfee (page 1 of 12)

Tagesnotizen #42 / Testballon / 15 Shades of/about me

Es gibt Schlimmeres als streikende Technik, aber dennoch bin ich momentan ziemlich angepisst. Nicht zum ersten Mal wurde und wird mein aktuellster Blogpost nicht im Reader angezeigt. Entweder spinnt WordPress oder ich bekomme das einfach nicht stabil auf die Kette mit dem Einbinden in die Community.

Daher jage ich hier einen kleinen und hoffentlich trotzdem vergnüglichen Tespost raus. Diesmal allerdings ohne Bild. Fotos von meiner Wenigkeit gab es im letzten Eintrag ja mehr als genug.

(Nachtrag: So ganz ohne Bild war es mir jetzt doch zu nackt.)

Aber die Nominierung, die mich gestern auf Wattpad ereilt hat, kommt mir gerade recht, um die Veröffentlichung im Reader nochmal zu testen. Vielleicht lag es ja auch tatsächlich an den Fotos, die WP eventuell nicht mochte und die ich mit folgenden 15 Fakten über meine sterbenslangweilige Person noch ein wenig unterfüttern kann.

Here we go: 15 Shades of/about me:

Womit wir gleich beim ersten Fakt (1) wären: Ich habe „Fifty Shades of Grey“ weder als Buch gelesen, noch als Film gesehen. Es ist nicht so, dass ich erotische Literatur nicht zu schätzen weiß, aber nachdem ich mir eine Leseprobe von besagtem Werk auf mein Kindle geholt habe, konnte ich mich nicht dazu überwinden, weiterzulesen. Weder der Schreibstil noch die Charaktere waren meins. Aber der Titel „Fifty Shades of Grey“ – der ist wirklich genial!

(2) Nominiert wurde ich von X und Y (Namen v.V. geändert). Wie gesagt mag ich Nominierungen ungefähr so gern wie Blutergüsse (grandiose Überleitung zum nächsten Fakt – haha), aber nachdem mir die beiden Ladies schon sehr ans Herz gewachsen sind, kann ich ihnen diesen Wunsch natürlich nicht abschlagen. ❤

(3) Ich LIEBE es, wenn mein Mann mich massiert! Aber er macht es viel zu selten. Daher habe ich mir jetzt ein Shiatsu-Massagekissen bestellt und es am Wochenende eingeweiht. Doch entweder bin ich nicht so hart im Nehmen, wie ich dachte, oder ich hab irgendwas was falsch gemacht. Denn jetzt zieren meinen Rücken blaue Flecken und ich hab noch ärgere Rückenschmerzen als zuvor.

(4) Ich habe eine weiche Schale und einen harten Kern. 🤔😁

(5) Die wirklich interessanten Dinge sind mir viel zu privat, als dass ich sie hier posten würde.😋

(6) Ich mag Rosenkohl.

(7) Ich lese hauptsächlich Spannungsliteratur, schreibe aber aktuell einen Liebesroman. 😲

(8) Ich hasse aber Krimis. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich und meine beste Freundin als Kinder Kisten tonnenweise Agatha-Christie-Krimis auf dem Speicher ihrer Eltern gefunden und allesamt in einem Rutsch verschlungen haben. Das war wahrscheinlich eine Überdosis und seitdem habe ich eine Krimi-Phobie.

(9) Ich bin ein Serienjunkie. Ganz vorne mit dabei: „Breaking Bad“, „Game of Thrones“, „The Walking Dead“, „House of Cards“, „American Horror Story“, „Better call Saul“, „Dexter“ …

(10) Ich süße meinen Milchkaffee mit Stevia oder zuckerfreiem Karamelsirup, esse dann aber eine 300g-Tafel Vollmichschokolade dazu.

(11) Ich hasse Parties und Clubs. Und ich habe es immer als furchtbare Strafe empfunden, wenn Freunde mich früher auf irgendwelche Studentenfeten und später auf After-Work-Parties geschleift haben.

(12) Ich hasse oberflächliches Blabla.

(13) Ich hasse Putzen.

(Ich merke, das Ding mutiert gerade zur Hassliste – geht ja gar nicht. Also hier mal eine andere Platte:)

(14) Ich habe früher Nächte durchgezockt und dann oft geschlafen, statt in die Vorlesung zu gehen. Hab mein Examen zum Glück trotzdem geschafft.

(15) Ich habe als Werkstudentin bei einem Chiphersteller im Qualitätsmanagement gearbeitet und es sehr genossen, fast ausschließlich mit Ingenieuren, sprich Männern zu tun zu haben. So ein stabil gutes Arbeitsklima hatte ich danach nie wieder.

(15 + 1 – hab mich verzählt: Ich bin kein Mathegenie – ok 15 + 2:) Ich habe nach zwei Semestern Ökotrophologiestudium zu BWL gewechselt, weil ich Angst hatte, als Hausfrau mit Diplom zu enden. Und was bin ich momentan? Höhö. Wird sich aber spätestens nächstes Jahr ändern. Bis dahin möchte ich außerdem meine beiden aktuellen Buchprojekte fertig bekommen.

Tagesnotizen #41: Fast 40 Stunden wach

Genau genommen seit gestern Früh um 06.00Uhr. Dabei hatte ich einen wirklich schönen Tag gestern. Es war einer der beiden Tage, an denen M. Urlaub hatte und die Vormittagsstunden haben wir – wie vorgesehen 🙂 – für uns genutzt.

Immerhin habe ich die Nacht von Donnerstag auf Freitag außerordentlich gut geschlafen für meine Verhältnisse. Meine Fitbit-Uhr hat sagenhafte 1h 50min Tiefschlaf angezeigt. So viel habe ich noch nie zusammengebracht in dem Jahr, seit ich die Uhr besitze.

Die Fotos in diesem Beitrag sind auch am gestrigen Tag entstanden. Da sieht man mal, wie ich aussehe, wenn ich geschlafen habe. Gleich mal zehn Jahre jünger. 😉 Wobei mir das im Grunde auch egal ist und ich wahrscheinlich noch mit 80 unschuldige Menschen mit sinnlich-beschwingten Fotos von mir quälen werde. Vorausgesetzt, ich lebe dann noch. Da ich gerade einmal nicht von irgendeinem Infekt gebeutelt werde, bin ich da ausnahmsweise zuversichtlich.

Die vergangene schlaflose Nacht habe ich aber mit Erfüllenderem als Panikattacken verbracht: Statt planlos durch’s Haus zu tigern oder mich stundenlang im Bett herumzuwälzen, habe ich bis 04.00Uhr Früh an meiner Geschichte weitergeschrieben und konnte meine Leser auf diese Weise mit einem zweiten Update innerhalb einer Woche beglücken. Und damit auch mich selbst. Ich sehe es als großes Geschenk an, dass mein Roman es tatsächlich schafft, Menschen zu berühren. Die ersten meiner Stammleser haben sich schon kurze Zeit nach meinem nächtlichen Upload eingefunden und ihr Interesse und ihre Begeisterung stärken mich ungemein.

Den Tag heute habe ich trotz Sonnenschein und der Tatsache, dass hier aufgrund spontanen Kinderbesuchs vier Zwerge um uns herumgehüpft sind, im halben Delirium verbracht. Ein Zustand, der mir ja inzwischen wohlvertraut ist und der mich zur Zeit leider wieder viel zu oft heimsucht.

An solchen Tagen schwanke ich zwischen den Extremen

Aggression und Sanftmütigkeit,

Heiterkeit und Melancholie,

übersteigerter Produktivität und totaler Erschöpfung

ständig hin und her.

Vor allem für meine Mitmenschen nicht gerade einfach zu handeln. Je nach aktueller Stimmungslage.

Andererseits habe ich mittlerweile akzeptiert, dass Insomnia einfach ein Teil von mir ist und sie vielleicht auch ihr Gutes hat. Manchmal fühle ich mich im schlaflosen Zustand auch seltsam losgelöst und fast so, als hätte ich bewusstseinserweiternde Drogen eingeworfen. Bisweilen eröffnet mir die Schlaflosigkeit einen völlig neuen Blickwinkel auf manche Dinge.

Ver-rückt.

Portraets_hinterVorhang

Tagesnotizen #40: Abtauchen

Am Donnerstag und Freitag in der zweiten Osterferienwoche hat M. kurzfristig Urlaub genommen. Unser erster Impuls war es, die Kinder aus dem Kindergarten zu nehmen. Tja und nun haben wir Rabeneltern uns tatsächlich dazu entschlossen, das nicht zu tun und stattdessen diese paar kostbaren Vormittagsstunden nur für uns beide zu nutzen. In den fünf Jahren seit wir Eltern sind, hatten wir bisher nur zweimal die Möglichkeit, als Paar auszugehen. Das erste Mal war an meinem 40. Geburtstag, an dem ich ja wie von der Tarantel gestochen aus dem Lokal geflüchtet bin und das teure Essen direkt ins nächste Gebüsch gekotzt habe. In dem Fall nicht, weil ich so besoffen gewesen wäre, sondern weil ich mir eine Magen-Darm-Geschichte von den Kindern eingefangen, aber mir eingebildet habe, ich müsste das jetzt trotzdem durchziehen mit dem Essengehen. Wo wir nun endlich – nach Jahren! – die Gelegenheit dazu hatten.

Und was werden wir nun anfangen mit unserer Zweisamkeit?

Frühstücken gehen, uns durch`s Haus poppen …

Was man halt so macht als Paar, wenn man mal sturmfreie Bude hat. (Hoffe, dass es wirklich klappt und nicht wieder einer von uns krank wird.)

Da wir uns nun schon mal unter der Gürtellinie befinden, hier noch eine kleine Szene, die sich am gestrigen Sonntagnachmittag ereignet hat:

Die Kinder und ich sitzen auf der Terrasse und bemalen Ostereier.
Plötzlich springt das Ämmale (3) auf und ruft durch den Vorhang der geöffneten Terrassentür:
„Papa, warum malst du keine Eier an?“
„Weil meine Eier keinen Anstrich benötigen“, erwidert mein Mann laut und deutlich.
Ich gluckse und meine, auch aus den Nachbargärten gedämpftes Lachen zu vernehmen. Während meine Kinder mich verständnislos angucken und offensichtlich – und zum Glück – nicht verstehen, was daran so witzig sein soll.

Heute Nacht habe ich durchgemacht. Ist ja nix Neues. Nur waren leider auch schon die vorherigen Nächte grottig. Und die Kinder sind heute auch seit 05.30Uhr durchgehend um mich rum, weil sie ziemlich rumschnupfen und mein Eiliensche auch nicht gerade viel Schlaf abbekommen hat. So wollte ich sie nicht in den Kindergarten geben und außerdem war mir heute Morgen so überhaupt nicht nach sozialen Interaktionen mit anderen Leuten (exklusive meiner Familie) zumute. Dass mich Insomnia die letzten Nächte so massiv heimgesucht hat, liegt nämlich vornehmlich daran, dass mir die Menschen mal wieder zu viel geworden sind die letzten Tage. Und ich kann diese ganzen Mitteilungs- und andere Bedürfnisse, die da von diversen Seiten an mich herangetragen werden, einfach nicht filtern.

Das lerne ich in diesem Leben auch nicht mehr.

Mir hilft da nur spontanes Abtauchen. Einfach komplett ausklinken aus dem ganzen Wahnsinn. Für eine Weile. Auch wenn ich mit diesen Aktionen meinem Umfeld regelmäßig einen ganzen Bretterverschlag vor den Kopf knalle. Ich weiß, dass ich einen extrovertierten Eindruck mache und oft ein Lächeln auf dem Gesicht habe. Deshalb denken die Leute auch, dass ich gerne andere um mich rum habe. Ständig. Aber im Grunde meines Herzens bin ich nur ein miesepetriger Eigenbrödler. Und daraus mache ich auch keinen Hehl.

Ich habe ziemlich herumgeeiert, bevor ich diesen Eintrag verfasst habe. Gestern habe ich mal wieder mitbekommen, welche Tragödien sich in manchen Familien abspielen. Und dafür braucht man nicht erst tausende Kilometer weiter, sondern nur mal in die direkte Nachbarschaft schauen. Es ist echt unglaublich, was manche Menschen ertragen müssen. Dagegen sind meine Probleme nicht mal Hühnerkacke. M. und ich haben unsere Hilfe angeboten, aber den größten Wunsch dieser Leute, die zu den Guten (!) gehören, den können wir leider nicht erfüllen.

Tagesnotizen #39: Eins auf die Zwölf

Mein Mann hat Chili geschnitten und sich danach versehentlich ins Auge gerieben. Nun sitzt er da und presst fluchend eine Hand auf die linke Gesichtshälfte.

„Kann ich dir helfen? Brauchst du was?“, frage ich ihn mitfühlend.

„Ja, ein neues Auge“, erwidert er unwirsch.

In dem Moment kommt das Eiliensche ins Zimmer spaziert und wirft erst ihrem Papa und dann mir einen bestürzten Blick zu.

„Hast du ihn geschlagen?“, fragt sie mich entsetzt.

Zuvor hat er übrigens vollmundig angekündigt, dass das Essen diesmal besonders scharf werde, weil besagte Chilischote auf der Schärfeskala eine 9 von 10 ist. Tja, davon hat er sich dann ja früher überzeugen können, als ihm lieb war.

An anderer Stelle wurde ich bereits dafür „gerügt“, dass ich ihm nicht einfach etwas zum Kühlen auf`s Gesicht gedrückt, sondern stattddessen dämliche Fragen gestellt habe und diesen Ratschlag werde ich natürlich nächstes Mal gerne beherzigen. Tja, ich hab auch keine Ahnung, warum er ausgerechnet mich gehässigen Psychokrüppel unbedingt heiraten wollte. 😀

Heute sind die 10 Wochen des Abspeckprogramms theoretisch beendet und nun sollte ich wohl irgendwas dazu sagen. Ein abschließendes Resümée abgeben. Aber praktisch habe ich das Ganze leider nicht einmal ansatzweise nach Plan durchgezogen. Und intelligenterweise habe ich mich gerade die letzten paar Tage quasi durchgehend kulinarischen Orgien hingegeben. Nachdem ich den auch im März obligatorischen Infekt hinter mich gebracht und endlich meinen Geruchssinn wieder zurückerlangt hatte.

Dennoch sind nochmal einige Zentimeter auf der Strecke geblieben. Das müsst ihr mir jetzt einfach glauben. Denn M. hat heute den Rest von der Höllen-Chili in einem belegten Pide verwurstet und mir charmant, wie er nun einmal ist, die extrascharfe Hälfte überlassen. Ich habe einiges an Alkohol gebraucht, um das Ganze hinunterzuspülen und bin jetzt zu besoffen, um mich zu vermessen. Und wiegen tu ich mich ja gerade eh nicht. Ist auch echt besser. Für mich und auch mein Umfeld.

Sorry, ich bin wirklich blau. Hätte ich mal den Titel vom letzten Mal für heute aufgespart …

Tagesnotizen #38: Blaue Stunde

Ja, meine Tochter darf mir an die Brust fassen. Mein Mann auch. Ab und zu. Seit wir Eltern sind, läuft da nicht mehr viel. 😉 (!) So abgöttisch ich meine Kinder auch liebe: Zwei sind genug. 🙂 Dafür fläzen wir Abends Arm in Arm – oder auch nicht (O-Ton M.: „Du bist mir zu heiß) – auf die Couch und gucken Serien und Filme.

Und morgens Früh um Sechs kommt die kleine Hex*:

„Was ist das für ein Film?“ Das Eiliensche hält mit spitzen Fingern und der gestrengen Miene eines Inquisitors eine DVD in die Höhe. „Habt ihr den gestern Abend angeschaut? Du und Papa?“ Und mir wird siedend heiß, als ich sehe, um welchen Film es sich handelt. Zum Glück ist das Cover von „ES“ relativ unauffällig und wenigstens die Hülle, auf der doch Beängstigendes zu erahnen ist, hat M. gestern noch in Sicherheit gebracht.

„Ja“, antworte ich knapp und nehme ihr die Scheibe ab.

„Um was geht es da?“, bohrt sie weiter nach und trabt mir hinterher.

„Das ist ein böser Gruselfilm. Nix für euch.“

„Ui, und warum nicht?“ Die leuchtenden Augen meiner Erstgeborenen signalisieren mir, dass der Schuss nach hinten losgegangen ist und ich ihr den Film nicht madig, sondern erst recht schmackhaft gemacht habe.

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Tagesnotizen #37: Alterserscheinungen

Niemand führt dir deine nachlassende Hirnleistung so plakativ vor Augen wie deine Kinder:

Heute morgen um 05.45Uhr krabbelt ein bettwarmes Ämmale (3) mit zerknautschtem Babygesicht und zerzaustem Blondhaar – Unverständliches brabbelnd – zu mir in die Koje und kuschelt sich in Embryohaltung in meinen Arm. Auch wenn ich am liebsten allein schlafe, genieße ich diese innigen Momente.

Zehn Minuten später fegt das Eiliensche (5) ins Zimmer, schmeißt die Festbeleuchtung an und hält mir einen grünen Gummiring unter die Nase:
„Mama, wie sieht nochmal der Karton aus, in dem die anderen Loops drin sind? Ich möchte gern ein Armband machen. Jetzt!“

Ich versuche mich zu erinnern:
„Rosa mit Glitzer?“

Das Loop-Fieber hat die Kinder seit einem Jahr nicht mehr gepackt.

„Quatsch“, vernehme ich da plötzlich ein glasklares, helles Stimmchen neben mir. Keine Spur mehr von Babyslang.
„Der Karton ist orange. Mit Sternen drauf.“

Wir schlurfen zusammen ins Erdgeschoss und ziehen die Verpackung aus dem Regal:
Sie ist tatsächlich orange. Mit Sternen drauf …

Tagesnotizen #36: Ein paar Tassen hab‘ sogar ich noch im Schrank.

Intelligenter,

trockener,

leichter – aber nicht seichter,

beißender,

warmer,

dreckiger,

uneitler,

schwarzer

Humor.

Eine der erotischsten Charaktereigenschaften, die ein Mann besitzen kann. Ist mir erst wieder kürzlich aufgefallen.

Apropos Dreck:

Ich (meines Zeichens Hausfrauenflop): „Wir hatten fast kein Waschpulver mehr. Ich hab jetzt dafür eine extra Portion Weichspüler reingekippt.“

Mein Mann: „Damit der Dreck gut duftet, oder was? Das bringt gar nix.“

Vom Eiliensche soll ich ausrichten, dass die Prinzessin in der Zeichnung oben rechts im Titelbild gerade noch rechtzeitig erkannt hat, dass der Stuhl vergiftet ist. Deshalb setzt sie sich absichtlich daneben.
Ich hatte vorhin das jährliche Elterngespräch für meine Große im Kindergarten. Es war ein gutes Gespräch. Und sie sagten mir, dass das Eiliensche auch dort viel am Zeichnen ist. Dass es ihr Ventil ist, ihr Ruhepol und ihre Kraftquelle und dass sie äußerst ausdrucksstarke Bilder malt. Es freut und beruhigt mich, dass sie auch im Kindergarten jederzeit Zugang zu Zeichenmaterialien hat und sich entsprechend „ausklinken“ kann, wenn sie das will. Zu Hause ist sie fast ununterbrochen mit Stift und Papier anzutreffen. Ich sehe das als Geschenk. Für sie und für uns.

Da hier gerade das Tassenstöckchen umgeht: Das sind die beiden Tassen, aus denen ich am häufigsten meinen Kaffee (und auch selten Tee) trinke. Sie punkten vor allem mit ihrem Fassungsvermögen: 600ml. Mit zierlichen Minitässchen komme ich nicht weit.

Tassen.jpg

Die Katzentasse hat mir M. zu Weihnachten geschenkt. Obwohl wir uns eigentlich nichts schenken. Ich bin generell ein Geschenkemuffel. Aber als er dann dieses bunte Schmuckstück hinter seinem Rücken hervorgezaubert hat, habe ich mich selbst gewundert, wie sehr ich mich darüber freuen konnte. Und sogar wenn diese hübsche Tasse potthässlich (haha) gewesen wäre,  hätte ich sie wohl in mein Herz geschlossen.

Tagesnotizen #35: ?

„Aber nachdem du soviel abgenommen hast, hängt jetzt wahrscheinlich die Haut total, oder?“

Ein Satz, den ich häufig höre.

Also, ich finde, es geht noch. Dafür, dass ich 41 bin und ich in diesem Bauch kurz hintereinander zwei Babys ausgebrütet habe. Meine Ansprüche sind da eher moderat. Aber ich habe natürlich keine Ahnung, wie das Ganze aussieht, wenn ich irgendwann, so ungefähr in 100 Jahren, am Ziel bin. So groß ist die Abnahme schließlich auch noch nicht. Wobei ich da aktuell keine Zahl nennen kann, weil ich mich ja nicht wiege. Vielleicht wiege ich mich sogar nie wieder. Die Waage in Quarantäne zu schicken, hat mich sehr befreit. Dafür kann ich mit neuen Maßen aufwarten. Letzte Woche ist allerdings nur der Hintern geschrumpft, worüber ich nicht wirklich unglücklich bin:

Brust: 101

Taille: 78

Po: 106

(Das vorherige Zwischenergebnis hatte ich nur auf Instagram gepostet.)

Vielleicht mag dieses Projekt dem ein oder anderen oberflächlich erscheinen. Aber ich mache das für MICH. Nicht nur für die Optik, sondern auch für meine Seele und meine Gesundheit. Nun bin ich bereit, die Schutzhülle, die ich mir damals im Zuge meines Burn Outs angefuttert habe, langsam wieder abzustreifen. Ich denke, das ist ein Zeichen der Heilung und nicht einer völlig gestörten Einstellung. Bekloppt mag ich bisweilen sein, aber nicht in dieser Hinsicht.

Vor ein paar Tagen habe ich übrigens zum ersten Mal seit Langem wieder ausreichend geschlafen. Und es ist der Wahnsinn, wie sehr sich das auf meine Stimmung und Produktivität auswirkt. Ich mutiere da zu einer regelrechten Energiebombe und versuche, in diese kostbaren Stunden hineinzupacken, was nur geht. Mit der Folge, dass ich Abends völlig überdreht bin und wieder nicht schlafen kann.

M. meinte an besagtem Ausnahmetag: „Jetzt bist du mir aber irgendwie unheimlich.“ Seine gerunzelte Stirn deutete daraufhin, dass ich ihm mit ein bis zwei Stunden weniger Schlaf lieber bin.

Dennoch profitiert auch er bisweilen davon. Wenn ich zum Beispiel mit Handy in der Hosentasche und In-Ears in der Küche tanze, obwohl ich vorgegeben habe, zu kochen oder aufzuräumen oder weiß der Geier, was. Das sind meine kleinen Alltagsfluchten und je besser es mir geht, desto häufiger tanze ich. Dessen ist M. sich bewusst. Ebenso wie der Tatsache, dass ich keine Putzfee bin. Daher versucht er sich in Überraschungsangriffen, mit denen er hin und wieder auch Erfolg hat.

Als er jedoch vorgestern die Küchentür aufgerissen hat, obwohl er kurz zuvor so getan hat, als sei er in ein Memory-Spiel mit den Kindern vertieft, was mich beruhigt hat abziehen lassen, war die Enttäuschung groß:

„Du tanzt ja gar nicht.“

Nein, ausnahmsweise stand ich da wirklich mal am Herd. Zum Glück. Ich weiß es nicht wirklich zu schätzen, wenn man mir beim Tanzen zusieht. Und manchmal mache ich sogar am hellichten Tag die Jalousien zu, damit ja die Nachbarn nichts mitkriegen.

M.: „Damit machst du sie jetzt erst recht neugierig. Die malen sich nun bestimmt ganz andere Sachen aus, die wir hier treiben.“

Gestern hat er mir übrigens Blumen mitgebracht. Extra zwei Tage vor Valentin, den wir aus Prinzip nicht feiern. Wie gesagt feiern wir ohnehin nicht viel. Gut, morgen wird es tatsächlich eine kleine Party geben, denn mein Ämmale holt das Fest zu ihrem 3. Geburtstag nach.

So, nun mache ich mich wieder ans Schreiben. Nur noch eine knappe Stunde, dann hole ich die Kinder ab. Eigentlich ist morgen Update-Tag, aber das aktuelle Kapitel ist ein sehr sensibles, für das ich auch in der richtigen Stimmung sein muss. Folglich weiß ich nicht, ob ich es bis morgen fertig bekomme. Aber das sind die Leser ja leider schon gewohnt. Umso mehr freue ich mich darüber, dass mir die meisten trotz meiner eigenen Unzuverlässigkeit treu bleiben.

Mit dem Schreiben ist das sowieso so eine Sache. Ich habe da kein festes Vorgehen.

Manchmal ist da am Anfang nur ein unförmiger Felsblock, aus dem ich erst mühsam grobe Brocken heraushaue, ohne zu wissen, was für eine Skulptur sich darunter verbirgt. Aber irgendwann treten dann doch gewisse Strukturen und Konturen hervor und das ist der Moment, ab dem das Meißeln zum Vergnügen wird. Aber erstmal dahin kommen.

Manchmal fliegen mir unzusammenhängende Fetzen zu. Woher auch immer. Momentaufnahmen, Dialoge … Und dann sammle ich solange, bis sich diese Bruchstücke zu einem sinnvollen Ganzen zusammenfügen.

Manchmal ringe ich um jeden einzelnen Satz und gehe schon in der ersten Runde k.o.

Und manchmal sitze ich vor einer erschreckend weißen Seite und die Worte fließen dennoch von selbst. Das ist der Optimalfall.

Tagesnotizen #34: Gedankensplitter

Ich habe mir in meinem ganzen Leben noch kein einziges Mal die Haare gefärbt und angesichts meiner sich mehrenden grauen Strähnen, die in dem dunklen Haar besonders eindrucksvoll zur Geltung kommen, bin ich mir nun unschlüssig, ob ich in absehbarer Zeit nicht doch damit anfangen sollte. Andererseits finde ich, dass kein Friseur und kein Haarfärbeprodukt die Natur auch nur annähernd imitieren kann. Meiner bescheidenen Ansicht nach ist die Originalhaarfarbe immer die Schönste. Agouti – wildfarben eben. Ich mag es, dass meine Haare nicht einfach nur braun sind. Dass fast schwarze Strähnen sich mit kaffee- und kastanienbraunen mischen. Letztere leuchten im Sonnenlicht rötlich. Konsequenterweise sollte ich auch die silbern glitzernden Härchen mögen, die nun zunehmend meinen Kopf besiedeln.

Die Spuren des Alterns akzeptieren.

Und nebenbei Vater, Mutter, Kind spielen.

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Tagesnotizen #33: Kindermund und neue Maße

Das Eiliensche und das Ämmale machen sich neuerdings einen Spaß daraus, bei Filmen in Windeseile die Rollen neu zu verteilen und jeweils den Part eines Hauptdarstellers selbst zu übernehmen.

Heute schauen wir uns aus einer nostalgischen Anwandlung heraus das alte Smooth Criminal Musikvideo an:

Michael Jackson betritt im weißen Anzug die Location. Sein Gesicht die fleischgewordene Coolness.

Der Finger des Ämmale (- gestern 3 geworden -) schießt nach vorne und durchbohrt fast Michaels Hut:
„Ich bin die da!“, kräht sie begeistert.

(Wir sind übrigens große Verehrer von Michael Jacksons Kunst. Und „Smooth Criminal“ zählt noch immer zu unseren Favoriten, wobei mein liebstes Album „Dangerous“ ist und daraus speziell die Songs „Give in to me“ und „Who is it“. Auch wenn dies vielleicht nicht die populärsten und bekanntesten seiner Hits sind.)

Nachdem ich nun erfolgreich den Rest meiner Familie angesteckt habe, geht es mir etwas besser. 😉 Zumindest ist das Fieber schon mal weg.

Das Blutbild spiegelt meinen Kampf mit dem aktuellen Infekt wider, aber abgesehen von ein paar Werten mit unaussprechlichem Namen, aufgrund derer ich demnächst mal wieder beim Lungenfacharzt antanzen soll, ergaben sich zum Glück keine größeren Auffälligkeiten. Sobald ich wieder fit bin, wird mein Körper einem Komplett-Check unterzogen. Und um meinem Immunsystem ein wenig auf die Sprünge zu helfen, bekomme ich eine Aufbaukur per Infusion verpasst. Das obligatorische Antibiotikum habe ich natürlich auch erhalten, aber das brauche ich nicht. Und der Infekt ist wohl eh ein viraler. Meine Frage, warum ich allein im letzten Jahr 12mal krank war und mich quasi jeden Monat eine neue Erkältung ereilte, konnte ad dato nicht wirklich zufriedenstellend beantwortet werden.

Naja, immerhin ist einstweilen die Sonne in mein Gemüt zurückgekehrt. Bis zum nächsten Infekt. Haha.

Da derzeit allein schon der Gedanke an „Sport“ zu anstrengend ist und ich auch ärztlicherseits dazu genötigt wurde, ein Weilchen zu pausieren, passt mir die stark proteinlastige Ernährung aus dem Programm erst recht nicht mehr ins Konzept. Also mache ich diesbezüglich doch wieder meinen eigenen Stiefel, ziehe die Challenge aber dennoch weiter durch. Auf meine Weise.

Nun habe ich ja gut drei von zehn Wochen hinter mir und als ich mich heute vermessen habe, war ich positiv angetan. Es haben sich wieder einige Zentimeter verabschiedet.

102 – 79 – 109

(Zum Vergleich die Startwerte vom 02.01.: 103 – 83 – 114)

Das sind meine aktuellen Maße. Muss man von Taille und Hintern nur noch 19 Zentimeter abziehen, dann bin ich zumindest wieder 60 – 90. Höhö. An der Brust dürfte dann allerdings nicht ganz so viel schrumpfen. Wir werden sehen.

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