Federfarbenfee

Von jung und angejahrt in Wort und Bild

Tagesnotizen #32: Fieber

Achtung: Das wird ein konfuser und unschöner, da am Handy getippter, Jammerlappenpost. Habe vorhin zwei Ibus und eine weitere BoxaGrippal eingeworfen und jetzt bin ich zumindest soweit klar in der Birne, dass ich hier eine kleine Notiz absetzen kann.

Was meine ständigen Infekte angeht, neige ich leider zur Beschönigung und zum Selbstbeschiss. Grundsätzlich bin ich nämlich ein sehr positiv denkender Mensch, der nach vorne schaut und noch so viele Pläne, Träume und Ziele hat, dass vorzeitiges Abnippeln gar nicht in Frage kommt. Und sobald ich mich nach einer Erkältung wieder gefangen habe, grüble ich auch erstmal nicht mehr weiter darüber nach.

Daher habe ich mir auch ziemlich erfolgreich eingeredet, dass mein Immunsystem sich schon wesentlich verbessert hat seit jenem denkwürdigen Jahr 2015, in dem ich wirklich drauf und dran war, kläglich ins Gras zu beissen.

Seitdem sitzt mir dennoch latent diese kalte Angst im Nacken, dass die ständigen Entzündungen, die in meinem Körper wüten, irgendwann entarten und eine sehr viel schlimmere Erkrankung hervorbringen als nur eine banale Erkältung. Der Verdacht stand bereits mehrfach im Raum und auch wenn er damals nicht bestätigt wurde, begleitet er mich nach wie vor wie ein dunkler Schatten.

Vor der Schwangerschaft mit dem Ämmale war ich so gut wie nie krank. Einmal im Jahr ein grippaler Infekt, wenn es hoch kam. Trotz meiner Insomnie.

Doch nun erkenne ich meinen Körper nicht wieder und das beunruhigt mich mehr, als ich zugeben möchte.

Zumindest die rezidivierenden Fieberschübe schienen passé. Bis heute. Auf 39 Grad ist das Thermometer im Irrsinnstempo hochgeklettert und sogar Fernsehschauen war zu anstrengend. Jetzt bin ich zwar für die kommenden Stunden gedoped, aber ich weiß, dass die Temperatur wieder steigen wird. Vor 2015 habe ich zuletzt als Kind so hoch gefiebert.

Das bin nicht mehr ich, wie gesagt.

Ich weiß, dass das alles melodramatisch klingt, aber das ist nun das dritte Jahr, in dem mich jeden Monat ein Infekt ereilt. Zuletzt am Geburtstag des Eiliensche im Dezember. Da war es aber nicht so heftig wie jetzt und ich habe trotz meines desolaten Gesamtzustands noch eine Gespensterparty mit 11 Kindern und – zum Glück – mit Hilfe von Mann und Schwiegervater geschmissen.

Übermorgen wird das Ämmale 3 Jahre alt und auch hier war eine Feier geplant. Leider musste ich aber diesmal absagen. Das schlechte Gewissen meiner Tochter gegenüber frisst mich fast auf. Aber ich schaffe es mom gerade so zum Klo. Geburtstagsvorbereitungen, Gäste bewirten und Kinder bespaßen? No way. Ich hoffe, wir können die Party rasch nachholen.

Zum Glück ist es M. möglich, morgen einen Tag Urlaub zu nehmen. Wir haben keine Unterstützung durch Großeltern etc. hier. Und wir hatten auch schon die Situation, dass ich mit 40 Grad Fieber allein war mit Baby und Zweijähriger. Da bin ich die Treppen auf allen Vieren runtergekrochen.

M. umsorgt mich gerade mit Hühnersuppe und Ingwertee und hält die Kleinen bei Laune, während ich hier vor mich hinsieche. Ich bin ihm überaus dankbar für seine Pflege, aber ich HASSE es, so hilflos zu sein und dabei zuzusehen, wie mir kostbare Lebenszeit einfach so durch die Finger rinnt.

Und im Fieberwahn schlängeln sich bisweilen zischelnd seltsame Gedanken in den Kopf:

Kämen sie ohne mich zurecht?

Werde ich meine Kinder aufwachsen sehen?

Hoffentlich schaffe ich es noch, meine Bücher fertig zu schreiben.

An meinen Mann und meine Kinder: Ihr seid alles für mich! Gott, ich liebe euch so!

21 Kommentare

  1. Gute Besserung @-)-)——–

  2. Das klingt gar nicht gut 😟 In ärztlicher Behandlung bist du mit den Entzündungen ja sicher, oder? Was sagen die Weißkittel? Ich habe bei meiner derzeitigen gesundheitlichen Misere auch immer öfter gleiche Gedanken, was ein baldiges Ableben angeht. Gute Besserung und nicht die Heldin spielen, ok 😏 ?

    • Ich muss zugeben, dass ich schon länger nicht mehr beim Internisten war, da mir die Ärzteodyssee damals echt gereicht hat und die ärztlichen Vermutungen zum Teil sehr, sehr abenteuerlich waren. Von Autoimmunerkrankung bis Krebs war alles dabei. Zuletzt war ich bei einer wirklichen Koryphäe von Arzt. Der wollte noch weitere Untersuchungen beim nächsten Fieberschub vornehmen, aber der kam dann zum Glück (erstmal) nicht mehr. Und wegen der ständigen Infekte war ich häufig beim HNO, da bei mir ja immer sofort die Stirnhöhlen vereitern und da hab ich ABs bekommen, die erstmal alles weggepustet haben. Hatte letztes Jahr ja auch eine Nasennebenhöhlen-OP und danach bin ich erstmal ohne ABs ausgekommen. Hätte aber längst wieder zum Arzt gemusst. Morgen gehe ich. Führt kein Weg dran vorbei. Vielen Dank für die Besserungswünsche! <3

    • PS: Wegen besagter Gedanken: Ja, ich habe mich fast nicht getraut, sie niederzuschreiben. Aberglaube, Scham, weiß, der Geier …

      Aber sie sind nun mal da. 2015 hatte ich das ganz massiv.

      Dir auch alles Liebe!

  3. Ganz liebe Grüsse von mir.

  4. Meine Theorie ist ja, dass Eltern (vor allem aber Mútter, Väter trauen sich ja eher sich ganz auszukurieren und alles sein zu lassen) Dauerinfekte haben, weil sie sofort weitermachen und sich nicht ordentlich auskurieren, weil sie eben funktionieren müssen. Kinder lassen sich in keine Ecke stellen und der andere Elternteil kann sich nicht immer 24 Stunden um alle kümmern. Und so verschleppt man einen Infekt nach dem anderen. Und dann bekommt man noch jegliche Kindergartenviren angeschleppt, so gibt es Zeiten, dass man dauerkrank wird. Kenne ich auch. Wobei mir einfállt, dass ich schon lange keinen Fieberschub hatte. Bei mir kommt dann ein knallroter Ausschlag dazu, den die Ärzte immer bestaunen, aber nicht zuordnen können. Gute Besserung!!

    • Ja, ich denke, deine Theorien sind absolut zutreffend. Bei mir kommt aufgrund der Insomnie auch noch der massive Schlafmangel hinzu, der das Immunsystem zusätzlich schwächt. Vielen Dank für deine Besserungswünsche!

  5. Gute Besserung!

  6. Ja Gute Besserung! Wünsche Dir baldige Genesung.

  7. Oh je – ja, der chron. Schlafmangel bei zwei kleinen Kindern und ohne Babysitter vor Ort – wem sagst Du das? 🙁 Hab an Dich gedacht die ganze Zeit als Du „weg“ warst, hoffte, Deine Nasen-Op hätte zu dauerhafter Heilung verholfen. Hohes Fieber, überhaupt richtiges Fieber hatte ich jetzt schon Jahre nimmer, dafür vor der Jahrtausendwende so wie Du jetzt alle zwei Wochen ungefähr Infekte, häufig mit Brechhusten, und das schön bei Elternabenden und den ganzen anderen Pflichtveranstaltungen … Dann dabei die Mens. – das Blut rinnte endlos … bäh. Jedenfalls – hohes Fieber schützt vor Krebs, ich hab damals keine Tabletten geschluckt. Neuerdings hätte ich eine wissenschaftliche Mutmaßung, wie es dazu kommen konnte. Könntest Du testen lassen, wo Du Defizite hast, die leicht ausgeglichen werden können, tippe jedoch darauf, daß Dir das weniger liegt. An sich mußt Du liegen bleiben, um Dich auszukurieren, aber ich weiß ja … Deine Kleinen werden verständnisvoller, und ich wünsch Dir natürlich auch nur das Beste zur alsbaldigen Genesung. ;-*

    • Danke dir für deine lieben Besserungswünsche! Werde mir jetzt bald eine Aufbaukur per Infusion verpassen lassen. Blutbild spiegelte halt wieder, dass ich gerade einen Infekt durchmache und die Werte, die für Asthma und Allergien sprechen, waren ebenfalls erhöht. Dir auch alles Gute weiterhin, liebe Edith!

    • PPS: Das mit dem Fieber ist nicht richtig. Es gibt einige Krebserkrankungen, für die rezidivierende Fieberschübe charakteristisch sind. Und das habe ich nicht „gegoogelt“. Das haben mir damals die mich behandelnden Spezialisten gesagt.

      • Oh – würd ich Dir natürlich gern fundiert widersprechen können. Wie war das noch bei Dir mit dem Saunieren?

        • Ich bin ein großer Freund vom Saunieren. Gab nur in den vergangenen Jahren keine Gelegenheit dazu. Steht aber schon aufm Plan für das nächste Mal, wenn mein Schwiegervater 170km zum Babysitten angefahren kommt. 😉

  8. Irgendwie spinnt das hier – überall automatisch Likes, selbst dort wo’s unagebracht wär. Ò_ó Ich war’s jedenfalls nicht. 🙂 Ach – und Dein Widerspruch erschien erst mit Verzug – hätt ich nimmer geantwortet, dann wär er mir vorenthalten geblieben.

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